Mittwinternacht PDF Drucken E-Mail
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Autor/in: Phil Rickman
ISBN-10: 3499249065
ISBN-13: 978-3499249068
Verlag: rororo
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 608
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Veröffentlicht in : , Krimi/Thriller
Schlüsselworte : philrickman
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Geschrieben von KimVi, am 14-06-2010 21:22,
1. Exorzistin wider Willen
Merrily Watkins ist Pfarrerin der kleinen Ortschaft Ledwardine im Westen Englands. Sie wird von ihrem Bischof zu einem Seminar geschickt und soll nach erfolgreicher Teilnahme als Beraterin für spirituelle Grenzfragen eingesetzt werden. Hinter dieser wohlklingenden Berufsbezeichnung verbirgt sich ein eher düsteres Amt in der Kirche. Um es kurz zu machen: Merrily soll den recht betagten Exorzisten ersetzen. Der ist allerdings entsetzt, dass ausgerechnet eine Frau seine Nachfolge antreten soll. 
 
Schon recht bald wird sie zu ihrem ersten Einsatz gerufen, denn im Krankenhaus stirbt ein scheinbar besessener und abgrundtief böser Mann. Merrily soll ihm in seiner letzten Stunde beistehen. Obwohl sie versucht ihre Unsicherheit zu überspielen, scheint der Mann sie nach seinem Tod immer noch zu verfolgen. Als dann auch noch eine Leiche im Fluss gefunden wird, Merrilys Tochter Jane unter den Einfluss einer spirituellen Gruppe gerät, der äusserst attraktive Bischof ihr eindeutige Avancen macht und die Kathedrale von Hereford durch Satanisten geschändet wird, kommen in Merrily Zweifel, hinsichtlich ihrer Eignung für das Amt der Exorzistin, auf. Doch dann kommt alles noch viel schlimmer...  
 
Es handelt sich bei diesem Buch um den zweiten Teil einer Bücherserie, in deren Mittelpunkt die Pfarrerin Merrily Watkins steht. Die Lektüre des ersten Teils ist zwar nicht zwingend notwendig, da beide Bücher in sich abgeschlossen sind, aber trotzdem empfehlenswert, da sonst einige Hintergrundinformationen zu den agierenden Personen und ihrer Beziehung untereinander, fehlen. Ich bin jedenfalls froh, den ersten Teil gelesen zu haben, da mir sonst der Einstieg in die Handlung deutlich schwieriger gefallen wäre. 
 
Die Handlung besteht aus verschiedenen Erzählsträngen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, sich aber im Laufe der Erzählung verknüpfen, um am Schluss ein stimmiges Ende zu bilden. Einen großen Teil der Handlung macht dabei natürlich Merrilys neues Amt und die damit verbundenen Probleme aus. Auch der Musiker Lol, der bereits im ersten Band eine wichtige Rolle übernahm, ist in diesem Teil wieder dabei. Er kümmert sich um Moon, die sich stark für die Vergangenheit ihrer Familie interessiert und als sehr labil gilt. Ausserdem spielt auch Merrilys Tochter Jane wieder eine große Rolle. Denn sie hat eine neue Freundin. Durch dieses Mädchen lernt sie eine Wahrsagerin kennen, die sie mit einer spirituellen Gruppe bekannt macht. 
 
Die Beschreibung der sehr unterschiedlichen Protagonisten ist wieder sehr gelungen. Denn durch die detailliert ausgearbeiteten Merkmale der jeweiligen Personen, wirken sie durchgehend glaubhaft und lebendig. Ein übelstriechender und unheimlich wirkender Besessener, ein modisch gekleideter und äusserst attraktiver Bischof und ein verbohrter, berufserfahrener und mit allen Weihwassern gewaschener Alt-Exorzist, bilden nur eine kleine Auswahl der zahlreichen Protagonisten. Ausserdem schafft der Autor eine neblige und unheimliche Atmosphäre, die den Leser in die kleine englische Ortschaft entführt. 
 
Aufgrund des Klappentextes hatte ich allerdings einen Kriminalroman erwartet, in dem die Pfarrerin Merrily Watkins die Rolle einer Ermittlerin übernimmt. Auch diesen Teil der Bücherserie würde ich nicht unbedingt in die Kategorie "Kriminalroman" einordnen, sondern eher bei den unheimlichen Romanen. Denn auch hier übernimmt Merrily nicht die klassische Ermittlerrolle, sondern stolpert eher zufällig in das Geschehen. Von einer kriminalistischen Ermittlung habe ich andere Vorstellungen. Im Nachhinein könnte ich der Einordnung nur mit großen Einschränkungen zustimmen, doch beim Lesen hatte ich überhaupt nicht den Eindruck einen Krimi in der Hand zu haben. 
 
Der erste Teil überzeugte mich durch eine spannende und unheimliche Handlung. Doch dieser zweite Band startet eher langsam und verwirrend. Echte Spannung kommt erst auf den letzten 100 Seiten auf. Sonst plätschert die Handlung teilweise recht langatmig vor sich hin. Für mich kommt diese Spannung schon fast zu spät, denn wenn ich nicht den ersten Teil voller Begeisterung gelesen hätte, dann hätte ich vielleicht beim zweiten Band entnervt aufgegeben.  
 
Mein Fazit: "Mittwinternacht" ist zwar für mich kein richtiger Krimi, aber dennoch ein gut lesbarer Fortsetzungsband der Serie um die Pfarrerin Merrily Watkins. Da mich die düstere Atmosphäre und auch die lebendigen Figuren wieder überzeugen konnten. Der erste Teil hat mir in puncto Spannung deutlich besser gefallen, aber dennoch werde ich der Pfarrerin von Ledwardine die Treue halten und mir den dritten Band "Die fünfte Kirche" gönnen. Obwohl die Bände durchaus einzeln lesbar sind, empfehle ich zum besseren Verständnis die Einhaltung der Reihenfolge.
 
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Geschrieben von urmeli, am 01-06-2010 11:31,
2. Mittwinternacht
Merrily Watkins ist Pfarrerin und alleinerziehende Mutter der sechzehnjährigen Jane. Nach einer Fortbildung als Berater für sprituelle Grenzfragen wird sie von ihrem Bischof Mick Hunter, einem sich jugendlich und modern gebendem Bischof, als erste Frau in dieses Amt berufen. Kaum, dass sie in Hereford angekommen ist, passieren auch schon seltsame und beunruhigende Dinge in dem Ort. 
Katherine Moon, eine junge Frau mit dunkler Vergangenheit, versucht, das Geheimnis des Selbstmordes ihres Vater zu klären. Sie mietet eine alte Scheune an, die früher Teil des Bauernhofes ihrer Familie war und untersucht unter dem Vorwand ein Buch über die Vorfahren in dieser Gegend zu schreiben, näheres zu erfahren. Durch ihre eigene labile Persönlichkeit ist sie jedoch selbst in Gefahr. 
Merrily wird zu einem Sterbenden ins Krankenhaus gerufen. Dieser schafft es, nicht nur durch einen "teuflischen Geruch" sie und auch das gesamte weibliche Krankenhauspersonal zu verunsichern. Mittels Rituale, die sie in ihrem Seminar zur Abwendung von Satanisten gelernt hat, versucht sie, diese in den Griff zu bekommen. 
Alles scheint sich gegen sie verschworen zu haben. Auch ihre Tochter interessiert sich immer mehr für Esoterik, Tarotkarten und macht Übungen um die morgendliche Sonne zu begrüßen. Die evangelische Kirche ihrer Mutter lehnt sie immer mehr ab. Auch der Einfluss ihrer neuen Schulfreundin übt einen negativen Einfluss auf. 
Als der bisherige Exorzist der Gemeinde einen Schlaganfall erleidet, der Altar der Kathedrale geschändet wird und der Bischof, obwohl verheiratet, sich an sie heranmacht, wird es ihr zuviel. Doch für einen Ausstieg aus ihrem Amt ist es bereits zu spät. 
Es ist mehr ein Buch über Spiritualismus, Esoterik und konventieller Religion als ein Krimi. Spannung kommt kaum auf. Die Persönlichkeit Merrily Watkins und der Kampf gegen alle Schwierigkeiten dieser Welt machen diesen Roman jedoch lesenswert. Eine nicht ganz so ausschweifende Beschreibung hätte für mehr Lesevergnügen gesorgt, so gab es immer wieder Passagen, durch die man sich "hindurchquälen" musste. Ich habe den ersten Band der Merrily Watkins Serie nicht gelesen, kam aber sehr schnell in das Geschehen hinein. Das es ein Amt "Berater für spirituelle Grenzfragen" in England wirklich gibt hat mich überrascht. Geistererscheinungen und Exorzismus hätte ich eher im Genre Fantasyroman vermutet.
 
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Geschrieben von Annabas, am 18-05-2010 21:40,
3. Eine Serie mit Schwächen
Inhaltsangabe: 
 
Merrily Watkins, anglikanische Pfarrerin im englischen Städtchen Hereford, bekommt von Bischof Hunter, ihrem Vorgesetzten, den Posten als „Beraterin für spirituelle Grenzfragen“ angeboten. Hinter dem klangvollen Namen verbirgt sich allerdings nichts anderes als das Amt des Diözesanexorzisten. Merrily, die allein erziehende Mutter der 16-jährigen und sehr eigensinnigen Jane, ist hin- und hergerissen. Einerseits zweifelt sie etwas daran, ob das Amt für sie das richtige ist, andererseits will sie den jungen, progressiven Bischof in seinem Streben nach Erneuerung der kirchlichen Strukturen unterstützen. Dass ihr Vorgänger in diesem Amt, Kanonikus Dobbs, sie als Nachfolgerin eiskalt ablehnt, macht ihr die Entscheidung nicht leichter.  
 
Doch dann wird ein Verbrechen verübt, und Merrily sieht sich in der Situation, sich weit mehr mit Exorzismus zu beschäftigen, als sie es vorhatte. Außerdem macht ihre Tochter Jane Probleme, welche sich plötzlich sehr für Esoterik interessiert und auf Gegenposition zu ihrer Mutter und deren Glauben geht, und Merrily muss erkennen, dass sie selbst in das Visier eines satanistischen Kreises geraten ist ... 
 
Das Buch spielt in der heutigen Zeit in Hereford, England. 
 
Es ist der zweite Band um Merrily Watkins. 
Band 1: Frucht der Sünde 
Band 3: Die fünfte Kirche 
 
Der erste Satz: 
 
„Hier spukte es also ...“ 
 
Meine Meinung zum Buch: 
 
Ich bin mit diesem Buch nicht recht warm geworden. Es hat sehr, sehr viele Seiten gedauert, bis mal etwas Spannung in die Geschichte kam und die ganzen 300 Seiten vorher habe ich mich gefragt, auf was denn das alles hinausläuft.  
 
Teilweise lag das an der Figur Merrily Watkins. Sie ist sehr flach charakterisiert, so dass mir ihre Motive und Empfindungen nur Rätsel aufgaben. Warum ist sie Pfarrerin geworden? Was ist mit ihrem Mann passiert? Es steht nur in dem Buch, dass sie Witwe ist. Ihr gesamter Hintergrund fehlt, was dazu führt, dass mir viele ihrer im Buch beschriebenen Reaktionen total überzogen vorkamen. Zum Beispiel ihre erste Begegnung mit ihrem Vorgänger Dobbs: Merrily muss irgendwie zwischen 35 und 40 Jahren alt sein, da kann sie eine Ablehnung doch nicht so extrem aus der Bahn werfen. Und wenn doch, dann muss das einen Grund haben, den der Autor aber dem Leser vorenthält. 
 
Sehr schön finde ich allerdings die Mutter-Tochter-Geschichte. Die Gespräche zwischen Merrily und Jane habe ich sehr gern gelesen, auch die Streitereien kamen mir sehr lebensnah und authentisch vor – richtig aus dem Leben gegriffen. Überhaupt hat die 16-jährige Jane dem Buch die meiste Würze gegeben.  
 
Zur Handlung kann ich nur sagen, dass das Buch als Kriminalroman in meinen Augen falsch etikettiert ist. Denn es geht nur ganz am Rande um die Verbrechen und deren Aufklärung, viel mehr geht es um Exorzismus. Doch auch ins Horrorgenre passt das Buch nicht, denn die Atmosphäre ist kaum gruselig. Das ist auch wieder so ein Punkt: oft konnte ich Merrilys „schreckliche Angst“ überhaupt nicht nachvollziehen, weil der Grusel bei mir als Leserin einfach nicht ankam und mir die Merrilys hysterische Handlungen und Tränen irgendwann einmal auf die Nerven gingen. 
 
Einen angemessenen Spannungsbogen findet man leider nicht. Die ersten zwei Drittel dümpelt die Geschichte so vor sich hin, erst danach kommt Spannung auf. Allerdings setzt der Autor diese nicht sehr gekonnt in die Handlung hinein, er greift z. B. besonders gegen Ende zum Stilmittel des Cliffhangers am Kapitelende, löst diesen dann aber nur unbefriedigend auf. 
 
Ich kann das Buch nicht empfehlen. 
 
Einen Minuspunkt bekommt auch der Verlag: Im Beschreibungstext auf der Rückseite wird die wichtigste Spur schon verraten. Da hat wieder jemand nicht aufgepasst.
 
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Geschrieben von Pharo72, am 22-04-2010 12:57,
4. Die neue Form des Exorzismus
Mit „Mittwinternacht“ erscheint in Deutschland der zweite Roman der „Merrily-Watkins-Reihe“ des britischen Autors Phil Rickmann, in dessen Heimat die Serie eine große Fangemeinde hat. Es gibt bereits 10 Bände um die Pfarrerin. Den ersten Band der Reihe zu kennen, ist jedoch für die Lektüre des vorliegenden Romans nicht erforderlich. 
 
Neue Herausforderungen, die sie noch gar nicht so richtig einschätzen kann, kommen auf Merrily Watkins zu, als sie vom charismatischen Bischof zur „Beraterin für spirituelle Grenzfragen“ oder auch kurz Exorzistin, ernannt wird. Kaum von einem entsprechenden Seminar zu den verschiedensten Formen von dämonischen Auswüchsen zurück, häufen sich übernatürliche Ereignisse. Ein Sterbender lehrt die Pfarrerin das Gruseln, die Leiche eines Satanisten wird gefunden, eine Kirche geschändet und nicht zuletzt hat es Merrily nicht einfach mit ihrer pubertierenden Tochter, die ihre eigenen Erfahrungen auf spirituellem Gebiet machen möchte und den Glauben ihrer Mutter für überholt und zu eingeschränkt hält. 
 
Meine großen Erwartungen bezüglich des Romans haben sich leider nicht erfüllt, hatte ich mir doch einen packenden Krimi im Kirchenmilieu vorgestellt. Es gibt durchaus spannende Momente, die aber keine befriedigende Auflösung finden. Die sehr häufigen Perspektivenwechsel halten den Leser zwar bei der Stange, sind teilweise aber auch irritierend, weil man wirklich ständig umdenken muss. 
 
Der Autor ist ein guter Erzähler, keine Frage, und das Buch daher auch recht gut zu lesen, nur so richtig fesseln konnte es nicht. Die Exorzismen werden nur angedeutet ebenso wie tatsächliche Erscheinungen. Man weiß eigentlich nie, was ist Realität, was nur Einbildung. Dafür dass das Buch fast 600 Seiten umfasst, passiert erstaunlich wenig und ich bin nicht wirklich an einer Fortsetzung der Lebensgeschichte von Merrily und ihrer Tochter interessiert.
 
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