Rosa bezeichnet sich selbst als Klischee, da sie in einem Anflug von Selbstmitleid feststellt, alle dafür notwendigen Kriterien zu erfüllen. Ihre biologische Uhr tickt munter vor sich hin, ihr Berufleben als Grundschullehrerin ist auch nicht das gelbe vom Ei und seitdem ihre große Liebe Jan, durch Rosas intensive Fremdknutscherei mit einem Kollegen, die Beziehung beendete, geht sie als Single durch ihr kümmerliches Privatleben. Ihr äußeres Erscheinungsbild unterscheidet sich, laut kritischer Selbsteinschätzung, bei schlechten Lichtverhältnissen kaum von dem eines Hängebauchpumas und deshalb kann sie es Jan eigentlich nicht verdenken, dass er sich anderweitig orientiert hat. Dass Jan deshalb gleich heiratet, scheint Rosa nun aber doch etwas übertrieben, denn eigentlich sind sie doch füreinander bestimmt. Die Einladung zu seiner Hochzeit trifft Rosa hart. Trotz intensiver Suche kann sie keinen Makel an Jans Braut Olivia finden. Denn diese ist einfach wunderschön, stilsicher, gebildet und kommt auch bei Jans versnobter Familie sehr gut an. Rosa zerfließt vor Selbstmitleid und selbst Holgi, ihr homosexueller bester Freund, lebt seinen Hang zur absoluten Ehrlichkeit hemmungslos aus und bringt es auf den Punkt: Olivia hat alles das, was Rosa leider nicht hat. Diese ehrliche Einschätzung der Lage trägt nicht unbedingt dazu bei, dass Rosa sich getröstet und verstanden fühlt. Im Gegenteil, Rosa schaut tiefer in ihr mit Alkohol gefülltes Glas, als eigentlich gut für sie wäre. Dabei kommt ihr eine scheinbar grandiose Idee.
Um nun wirklich jedes Klischee zu erfüllen, eifert Rosa den romantischen Liebesfilmen aus der Traumfabrik Hollywood nach, und beschließt, ihren Traummann zurückzuerobern. Schon dieser Auftritt gestaltet sich schwieriger als gedacht und endet für Rosa in einer peinlichen Situation, in der Olivia mal wieder all ihre Vorzüge präsentieren kann. Frustriert tritt Rosa den Rückzug an, doch Jan ist und bleibt trotzdem der Mann ihrer Träume.
Ein Zirkusbesuch, der eigentlich zur Ablenkung und Stärkung ihres angeschlagenen Selbstwertgefühls gedacht war, stürzt Rosa in die nächste Katastrophe. Denn während einer Hypnose verlässt Rosa ihren Körper und kommt erst im Jahre 1594, in einem fremden Männerkörper, wieder zu sich. Der Zeitpunkt ist allerdings denkbar ungünstig, da Rosas Geist mitten in ein Duell platzt und den eigentlichen Besitzer des Körpers in arge Bedrängnis bringt. Bei diesem handelt es sich um keinen Geringeren als William Shakespeare. Der ist von der Übernahme seines Körpers natürlich nicht besonders angetan, zumal Rosas Geist das Reden und Handeln übernommen hat. Da Rosa sich nicht mit den Gepflogenheiten im England der Vergangenheit auskennt und sich durch ihr unüberlegtes Mundwerk quasi um Kopf und Kragen redet, geraten die beiden in kuriose und abenteuerliche Situationen. Zwei Seelen in einem Körper sind definitiv zu viel, doch Rosa kann erst in ihren eigenen zurückkehren, wenn sie die wahre Liebe gefunden hat....
Erster Eindruck:
Wer die Romane des Autors kennt, wird auch dieses auf den ersten Blick mit David Safier in Verbindung bringen. Denn die Covergestaltung gleicht den ersten beiden Büchern. Auch hier ist der Hintergrund in einem warmen Gelbton gehalten und die bunte Comiczeichnung liefert schon mal einen Vorgeschmack auf den kuriosen Inhalt.
Da ich meine Bücher immer besonders vorsichtig behandele, damit sie nach dem Lesen noch wie neu aussehen, habe ich einen kleinen "Tick" entwickelt. Denn bei Hardcoverausgaben entferne ich den Schutzumschlag, um ja keinen Knick zu verursachen. Alleine vom Namen her, dürfte der Schutzumschlag eher für einen anderen Zweck gedacht sein, aber ich schütze nun mal den Schutzumschlag.
Nachdem ich den knallbunten Schutzumschlag entfernt hatte, traute ich meinen Augen kaum, denn zum Vorschein kam ein goldschimmernder Bucheinband. Das war wirklich eine edle Überraschung, die mir sofort ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Wie war's?
Schräg. Total absurd, klischeehaft, irre humorvoll und, wie bereits in der Warnung des Autors angekündigt, in historischer Hinsicht beeindruckend unfundiert. In lockerem und flüssigem Schreibstil erzählt David Safier eine schräge Liebesgeschichte, die trotz witziger und skurriler Handlung, zum Nachdenken anregt.
Der Roman beginnt recht frustrierend, denn man schlüpft in die Haut der Hauptprotagonistin Rosa, die gerade eine schwere Krise zu bewältigen hat. Denn Rosas große Liebe Jan lädt zur Hochzeit ein und Rosa stellt sich die Fragen, die sich verschmähte Frauen in solchen Situationen wohl immer stellen. Doch, dank den absolut ehrlichen Einschätzungen von Holgi, der hier als Rosas bester Freund eigentlich treu an ihrer Seite stehen sollte, fällt das alte "Was hat sie, was ich nicht habe" Spiel, nicht gerade zu Rosas Gunsten aus. In diesem Moment hat man sich bereits mit der Ich-Perspektive angefreundet und könnte dem viel zu ehrlichen Holgi mit Genuss den Hals umdrehen. Denn es gibt einfach Dinge, die man auch von seinen besten Freunden nicht hören möchte.
Obwohl Rosa ein wandelndes Klischee ist, wirkt sie sympathisch und lebendig. Dadurch fällt es nicht schwer in ihre Haut zu schlüpfen. Auch bei diesem Buch überrascht der Autor wieder dadurch, die weiblichen Gedankengänge witzig und glaubhaft an den Leser zu bringen. Denn davon, dass Männer doch angeblich ihre Schwierigkeiten mit der weiblichen Denkweise haben, merkt man in diesem Roman nichts.
Sobald Rosas Geist in Shakespeares Körper erwacht, wird die Geschichte richtig schräg. Denn dann teilen sich zwei Seelen, die zunächst nicht unterschiedlicher sein könnten, einen Körper. Um genau zu sein - einen männlichen, ungewaschenen Körper mit stinkenden Füßen! Für Rosa tun sich nun wirkliche Abgründe auf, denn sie hat ja keine Ahnung von den Gepflogenheiten der damaligen Zeit und lässt deshalb kein Fettnäpfchen aus. Dass sie die Queen höchstpersönlich bei einer ihrer Sitzungen auf dem Donnerbalken stört, lässt sie in der königlichen Gunst nicht gerade aufsteigen. Doch auch die eigenen körperlichen Bedürfnisse fordern ihr einiges ab, denn wie entleert man denn bitte seine Blase, wenn man plötzlich ein Glied mehr am Unterleib hat? Das unbekannte Ding mit den Händen zu berühren, kommt jedenfalls nicht in Frage! Dass es auch noch ein Eigenleben entwickelt, als eine junge Frau um ihre Entjungferung fleht, macht die Sache auch nicht besser.
Die beiden Seelen, die sich gezwungenermaßen einen Körper teilen, liefern sich humorvolle Wortgefechte. Denn mit Entsetzen beobachtet Shakespeare, wie Rosa sein Leben in ein Trümmerfeld verwandelt und seinen Ruf ruiniert. Doch die beiden müssen miteinander auskommen, damit Rosa ihre wahre Liebe finden kann. Denn nur dann kann sie in ihren eigenen Körper zurückkehren. Bis dahin geraten die beiden allerdings von einer kuriosen Situation zur nächsten.
Fazit:
Sicher handelt es sich bei diesem Buch um keine besonders anspruchsvolle Lektüre, doch das hatte ich auch gar nicht erwartet. Der humorvolle Schlagabtausch der beiden Hauptprotagonisten und die völlig absurden Situationen machen das Buch zu einem schrägen Lesegenuß. Durch den lockeren Schreibstil fliegt man über die Seiten und kommt viel zu schnell zum Ende der skurrilen Lovestory.
Bei meiner abschließenden Bewertung habe ich lange geschwankt. Denn leider hat das Buch, trotz meiner Begeisterung, auch einigen Stellen, die etwas langatmig wirken. "Jesus liebt mich" hat mir da deutlich besser gefallen. Nach längeren Überlegungen vergebe ich dennoch vier von fünf Bewertungssternen.
... muß Rosa finden. Denn sie ist durch Hypnose im Körper von William Shakespear gelandet. Und diesen kann sie nur verlassen, wenn sie die wahre Liebe gefunden hat. Garnicht so einfach, wie Rosa feststellen muß, denn auf ihrer Zeitreise im alten London kommt ihr auf ihrer Suche so einiges in den Weg. Eigentlich war sie sich sicher, dass sie ihre wahre Liebe -Jan- in der Gegenwart gefunden hat, und doch wird sie im Laufe ihres Aufenthaltes in der Vergangenheit eines besseren belehrt. Durch die Zwiegespräche mit William kommt Rosa in einige brenzlige Situationen, und auch der Tower von London rückt zeitweise bedrohlich nah.
So wunderbar zu lesen, zu lachen und zu schmunzeln, das ist mit diesem Buch gewiss. Die Geschichte an sich ist nicht neu, daran haben sich ja nun schon einige versucht. Und doch ist es herzerfrischend und locker, und der Leser wird schon sehr neugierig, wer denn nun Rosa's wahre Liebe sein wird. Beide Hauptpersonen werden in der Ich-Form dargestellt, dadurch werden ihre Dialoge sehr lebendig.
Insgesamt ein Buch, das ich mit Vergnügen gelesen habe und es gerne weiter empfehle.
Mindestens einmal im Leben wünscht sich doch jede Frau, mal für wenigstens einen Tag lang, in den Körper eines Mannes schlüpfen zu können; seine Gedanken mitzubekommen, seine Denk- und Verhaltensweise. Für Rosa geht in David Safiers neuestem Roman, "Plötzlich Shakespeare", also somit der Traum aller Frauen in Erfüllung - oder doch nicht?
Rosa hält sich selbst für ein wandelndes Klischee, das immer noch in ihren Ex-Freund Jan verliebt ist und daran glaubt, dass sie füreinander bestimmt sind - obwohl Jan in Kürze eine Andere heiraten wird. So wird sie nach einem Zirkusbesuch mit ihrem schwulen, besten Freund (Klischee!) Holgi von einem Zauberer in ihr früheres Leben durch die Zeit geschickt. Rosa wacht im 16. Jahrhundert auf, im Körper eines Mannes. Und der Mann entpuppt sich als kein geringerer als William Shakespeare höchstpersönlich! Ein Zeichen des Himmels, findet Rosa - war ihr Traumberuf doch schon immer, Drehbuchautorin für Musicals. Doch schon bald muss Rosa feststellen, dass das Leben als Shakespeare gar nicht so berauschend ist. Vom großen Erfolg ist er noch weit entfernt, ständig drohen unzählige Männer und Frauen ihn zu foltern oder umzubringen und junge Frauen wollen mit ihm sein Bett teilen. Als Shakespeare merkt, dass er selbst keine Kontrolle mehr über seinen Körper hat und von einem Geist besessen ist, ist das Chaos wahrlich komplett. Rosa hat nach kurzer Zeit genug von Abenteuern und möchte so schnell wie möglich wieder in die Gegenwart - doch das kann sie erst dann, wenn sie herausgefunden hat, was wahre Liebe bedeutet. Wird sie dagegen davor getötet, verliert Rosas Körper in der Gegenwart ihren Geist.
Safiers Humor ist wirklich einmalig - ein toller, flüssiger Schreibstil, die perfekte Dosis Sarkasmus und eine originelle Handlung mit überraschenden Wendungen machen seinen Roman zu einem großen Lesevergnügen. Außerdem muss er doch sehr viel von Frauen verstehen, schreibt er jeweils abwechselnd aus Rosas und Shakespeares Sicht.
So schafft Safier mit "Plötzlich Shakespeare" eine sowohl interessante als auch vergnügliche Geschichte, die es wirklich wert ist, gelesen zu werden.
Rosa möchte sich an ihren Hollywood-Heldinnen ein Beispiel nehmen und ihre einstige große Liebe Jan, wenige Tage vor seiner Hochzeit mit einer anderen, zurückerobern. Der Versuch misslingt und aus Enttäuschung sowie der Suche nach der einzig wahren Liebe lässt sie sich per Hypnose in ein früheres Leben zurückversetzen. Dabei landet sie ausgerechnet im Körper des damals noch nicht ganz so berühmten William Shakespeare. Eine turbulente und zum Brüllen komische Liebesgeschichte nimmt daraufhin ihren Lauf.
Bereits mit „Mieses Karma“ hat der Autor es geschafft, mich zu begeistern. Nun liegt sein neuestes Werk vor und wieder kann ich nur positive Eindrücke wiedergeben. Sicher ist Rosa mit ihrer Figur, dem ungeliebten Job und dem Nachtrauern ihres Ex-Freundes ein wandelndes Klischee, aber dies tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Auf wunderbare Weise stellt David Safier die Konflikte, Schwierigkeiten, aber auch berührenden Momente der zwei Seelen in einem Körper sowohl in der Vergangenheit als auch in der Jetztzeit dar. Wenn Rosa der Königin Elisabeth auf dem Donnerbalken begegnet oder sie sich Wortgefechte mit Sir Francis Drake liefert, bleibt kein Auge trocken. Diese Art von Humor liebt man oder aber nicht. Ich tue es, denn nur wenige bringen mich so zum Lachen. Wie das Ganze ausgeht, sei hier nicht verraten, aber es gelingt dem Autor ein für alle Sichtweisen befriedigendes Ende aufzuzeigen.
Klappentext: Die liebeskranke Rosa wird per Hypnose in ein früheres Leben versetzt, in den Körper eines Mannes, der sich gerade duelliert. Wir schreiben das Jahr 1594, und der Mann heißt William Shakespeare.Rosa darf erst wieder zurück in die Gegenwart, wenn sie herausfindet, was die wahre Liebe ist. Keine einfache Aufgabe: Sie muss sich als Mann im London des 16. Jahrhunderts nicht nur mit liebestollen Verehrerinnen rumschlagen, sondern auch mit Shakespeare selber, der nicht begeistert ist, dass eine Frau seinen Körper kontrolliert. Der Barde hat zwar „Romeo und Julia“ geschrieben, aber von der wahren Liebe versteht er noch weniger als Rosa. Und während sich die beiden in ihrem gemeinsamen Körper kabbeln, entwickelt sich zwischen ihnen die merkwürdigste Lovestory der Weltgeschichte.
Meine Meinung: Mit viel Vorfreude erwartete ich den neuen Roman von David Safier, und es hat sich gelohnt.
Natürlich handelt es sich hierbei nicht um allzu anspruchsvolle Literatur und ganz bestimmt kann der Leser nicht erwarten, eine auf historische Fakten basierende Hommage auf Shakespeare vorgesetzt zu bekommen, aber all das verspricht der Autor ja auch gar nicht. Vielmehr bekommen wir unterhaltsame und leichte Lektüre für „zwischendurch“ geboten, die jedoch keineswegs niveaulos ist.
„Plötzlich Shakespeare“ ist eine lockere Geschichte über das „Erkennen der wahren Liebe“, nämlich der Liebe die unser Leben lebenswert und bunt macht, die unsere Sinne öffnet und unsere Hemmungen schrumpft. Keineswegs belehrend, aber auch nicht allzu behutsam zeigt uns der Autor etwas über unser Innerstes und auch wenn die Charaktere nicht immer 100% authentisch und nicht selten klischeebehaftet wirken macht es Spaß mit ihnen auf die Reise zu gehen. Dieses Buch bietet so viele erheiternde, teils völlig skurrile Szenen, das kein Auge trocken bleibt und letztlich wünscht man den Protagonisten, die man zwangsläufig gern haben muss, ein Happy End.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gern lacht und auch gern mal mit nicht allzu viel Ernst die historische Unfundiertheit der Geschichte beäugt.