In einer uns fernen Zukunft ist ein Wunder geschehen. Der Mensch lebt in Frieden und Glücksseligkeit. Hass und Neid sind besiegt. Jeder arbeitet und hilft anderen, so gut er es eben kann. Es gibt keinen Rassenhass mehr, und alle Menschen sind gleich. Es existiert eine gemeinsame Sprache. Jeder kann in seiner sehr groß bemessenen Freizeit seine Kreativität ausleben. Sex steht nicht mehr im Mittelpunkt, auch wenn es im Erotikland möglich ist, seine Neigungen auszuleben. Das Wichtigste aber: Bevor die Wut siegt, legen die Menschen die Beichte ab. Da dies sehr öffentlich ist, wird jede Lüge und jeder Selbstbetrug entdeckt. Die Leute reden miteinander und diskutieren alle Möglichkeiten. Da jeder Roboterhelfer für Haushalt, Garten und anderes hat, gibt es niemanden mehr, der reicher ist als der andere; Besitztümer werden geteilt. Auch die Kleidung ist mehr funktional. Jeder kann nach seiner Fasson glücklich sein. Das Paradies auf Erden - es wurde endlich gefunden. Als ‚die Alten’ im Eis entdeckt werden, bricht fast Panik aus, und große Angst geht um. Diese ‚Alten’ sind Menschen aus der heutigen Zeit, und einer von ihnen ist Peter. Dieser wird als Erster aufgetaut und muss nun beweisen, dass auch die restlichen 10.000 Menschen es Wert sind, im Paradies Einlass zu erhalten. Dies ist ein langer und schwieriger Prozess für alle Beteiligten.
Rüdiger Janson beschreibt in seiner Trilogie, die hier mit diesem zweiten Band ihre Fortsetzung findet, eine Welt, in der die Schlange, die einst dafür sorgte, dass die Menschen aus dem Paradies vertrieben wurden, zwar existiert, aber besiegt werden kann. Doch für diese schöne, neue Welt muss der Einzelne auch bereit sein, Opfer zu bringen. Peter ist ein Mensch unserer Zeit. Er weiß, wie fanatisch Religionsanhänger sind, und seine Kindheit wurde zerstört, als seine Eltern getötet wurden. Sinnlose Gewalt herrschte dort, wo Peter lebte. Das Recht des Stärkeren war nicht immer auch Gerechtigkeit, und die Welt stand vor dem Abgrund. Die Umweltzerstörung forderte ihren Preis und schreckliche Naturkatastrophen kosteten zahlreiche Menschenleben. Nun soll Peter umdenken und zu einem Menschen der neuen Zeit werden. Anschaulich wird beschrieben, dass dies nicht eben einfach ist. Denn das Böse lauert immer im Menschen.
Das Titelbild von Martin Brendel wirkt wunderbar futuristisch und zeigt durch die betont weiß gehaltenen Farben von Erde, Mond und den Raumstationen die erhabene Schönheit des Weltalls.
Dieser Band regt zum Nachdenken an und lässt hoffen, dass eine solche Zukunft möglich sein wird. Jeder sollte diese Geschichte lesen. Sie ist zeitlos und nicht nur für SF-Fans interessant. Die Story ist überaus lehrreich und führt uns allen ob, groß, ob klein, jedwede Hautfarbe, Religion oder Geschlecht, alt oder jung ein Spiegelbild vor. Wer den Mut hat hineinzusehen, wird vielleicht etwas lernen. Ob uns das Abbild, das wir dann sehen, auch gefallen wird, kann nicht vorhergesagt werden. (PW)