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Plötzlich blond PDF Drucken E-Mail
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Autor/in: Meg Cabot
ISBN-10: 3570135349
ISBN-13: 978-3570135341
Verlag: cbj
Genre: Jugendbuch
Seitenanzahl: 320
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Veröffentlicht in : , Kinder/Jugendliteratur
Schlüsselworte : megcabot
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Geschrieben von Irene Salzmann, am 11-02-2010 20:09,
1. spannende, witzige Lektüre
Emerson Watts zählt zu den Freaks an ihrer Schule. Sie sieht zwar nicht übel aus, gehört aber nicht zu den Mädchen, bei denen die Jungen Schlange stehen, um ein Date zu bekommen. Statt für ‚In-Themen’, Klamotten und Make-up interessiert sie sich für PC-Games und ist eine gute Schülerin, sogar mit einem Begabten-Stipendium. Am liebsten hängt sie mit dem Nachbarjungen Christopher ab, der ebenfalls ein leidenschaftlicher Gamer ist. 
Als Em ihre jüngere Schwester Frida begleitet, die auf Autogramme des populären Sängers Gabriel Luna und des Models Nikki Howard hofft, welche im neuen Stark Megastore auftreten, passiert ein Unglück. Ein riesiger Monitor löst sich von der Decke und droht, Frida zu erschlagen. Im letzten Moment kann Em ihre Schwester zur Seite stoßen, wird aber selber unter dem schweren Gerät begraben. 
Als Em wieder zu sich kommt, befindet sie sich in einer Klinik und lag einen Monat lang im Koma. Merkwürdigerweise wollen die Ärzte nicht recht mit der Sprache heraus, wie es um die Patientin steht. Auch die Eltern und Frida verhalten sich anders als sonst. Aber wirklich seltsam ist, dass Em Besuch von Gabriel Luna und Lulu Collins, der besten Freundin von Nikki Howard, bekommt – das kann doch nur ein verrückter Traum sein. 
Und es wird noch bizarrer. Lulu und Brandon Stark, Nikkis Freund, entführen Em und reden sie außerdem stets mit ‚Nikki’ an. Im Loft, das sich die Mädchen teilen, sieht sich Em erstmals im Spiegel und erblickt: das schöne Top-Modell Nikki Howard! Wie kann das sein? 
 
„Plötzlich blond“ ist der erste Band einer Trilogie aus der Feder der beliebten Jugendbuch-Autorin Meg Cabot („Susanna: Auch Geister können küssen“, „Plötzlich Prinzessin“, „Geheimsache Jessica: Vom Blitz getroffen“ usw.). Der amerikanische Titel „Airhead“ = Dummkopf, Hohlkopf spielt auf die erfolgreichen Schauspielerinnen, Sängerinnen und Models an, die selten durch Intelligenz und Talent auffallen, aber dank ihrer Barbie-Puppen-Schönheit die Karriereleiter hinauf stöckeln bzw. auf die umschwärmten ‚Schul-Schönheiten’, die keine anderen Themen als sich selber und die neuesten Modetrends kennen. Zumeist sind sie blond – die Blondinen-Witze kommen schließlich nicht von ungefähr.  
Blondinen in der Dummchen-Rolle haben eine lange Tradition. In der Literatur sind sie für gewöhnlich passiv, müssen vom Helden beschützt werden und begehen gravierende Fehler, die ihn in Lebensgefahr bringen (die Brünetten sind die treu sorgenden Ehefrauen, Mütter und Kameraden; die Schwarzhaarigen verkörpern die zumeist verführerischen, bösen Vamps und ‚Mannweiber’; die Rotschöpfe sind oft stolz und streitlustig oder treten als undurchschaubare ‚Hexen’ auf). Im Film sieht es nicht anders aus, und Titel wie „Blondinen bevorzugt“ mit einer betont naiv spielenden Marilyn Monroe bringen es auf den Punkt. In den letzten Jahren sorgten echte und unechte Skandal-Blondinen wie Paris Hilton und Lady Gaga für Aufsehen – und das auf eine Weise, die für hohe Intelligenz spricht, denn sie inszenieren sich gekonnt und befriedigen das Publikum gezielt mit allen Klischees, die es haben will. 
Auch in „Plötzlich blond“ wird mit den entsprechenden Motiven gearbeitet. Em ist eine Brünette, der klassische Kumpel, intelligent und ohne Freund. Sie belächelt die reichen und schönen ‚lebenden Toten’ in ihrer Klasse, die sie ausgrenzen und für die ihre Schwester schwärmt. Auch die Klatsch-Magazine über Stars interessieren Em nicht sonderlich, aber anscheinend blättert sie oft genug in den Heften, sonst würde sie sich weniger gut mit den Celebrities auskennen. Obwohl sie es dementiert, ist sie in Christopher verliebt, der in ihr aber nur jemanden sieht, der sein Hobby, PC-Games, teilt; zumindest vermittelt er diesen Eindruck. 
Ems Gegenteil ist das Top-Model Nikki. Sie ist groß, schlank, hübsch, und wenn sie lächelt, liegen ihr die Männer zu Füßen. Eine Familie hat sie nicht (mehr) und führt ein unabhängiges Leben in Luxus. Mit ihrem Freund Brandon ist Nikki mal zusammen, mal nicht; Affären scheinen in diesen Kreisen Gang und Gäbe zu sein. In Lulu hat sie eine Freundin, die besser ist, als man vermutet hätte. Aber ist wirklich alles Gold, was bei einem Star glänzt? 
 
Ein Hauch SF macht es möglich, dass Em hinter die Kulissen blicken darf und für sie im wahrsten Sinne des Wortes ein völlig neues Leben beginnt. Erfahrene Leser ahnen früh, was passiert ist. Der Unfall lädt zu Spekulationen ein, die der Klinikaufenthalt nach und nach bestätigt. Em ist jetzt Nikki und sieht sich gezwungen, ihre Familie, die Schule und Christopher hinter sich zu lassen.  
Dank Lulu und den wenigen Eingeweihten gelingt es Em immer besser, in Nikkis Fußstapfen zu treten. Sie erfährt von den Problemen des Models, die nun ihre sind, und wie hart dieser Job ist. Aber Em ist auch noch immer Em und setzt durch, dass sie zurück an ihre alte Schule darf. Irgendwo tut es ihr doch ganz gut, „plötzlich blond“, schön und beliebt zu sein, denn die Zicken und Blödmänner, von denen sie immer verspottet wurde, wollen nun alle mit ihr befreundet sein, und sie kann ihnen auch mal eins auswischen. Allein Christopher lässt sich nicht von Nikki beeindrucken – so ein Pech! Das verrät bereits der Klappentext … 
Damit endet auch schon das Buch, einerseits relativ abgeschlossen, da das Rätsel um Em und Nikki gelöst wurde und die Protagonistin einen Mittelweg einschlagen konnte, auf der anderen Seite jedoch offen – es sollen zwei Bände folgen -, denn viele Fragen müssen noch beantwortet werden. Wird Em, die ihr Geheimnis nicht verraten darf, Christopher erobern können? Oder schenkt sie einem von Nikkis attraktiven Verehrern das Herz? Wird die Wahrheit eines Tages herauskommen? Wenn ja, mit welchen Konsequenzen? 
Interessanterweise wandelt sich das Blondinen-Image nach und nach. Zwar erfährt man bloß durch andere Personen Näheres über Nikki, doch zeichnen sie ein differenzierteres Bild von ihr als Mensch mit vielen Schwächen und einigen guten Seiten, wenngleich letztendlich Em ihr einen neuen Stempel aufdrückt, jedoch nicht, ohne selbst verändert zu werden.  
 
Leserinnen ab 13 Jahren können sich leicht mit Em, aus deren Sicht die Geschehnisse geschildert werden, identifizieren. Wer zu Büchern greift, gehört i. d. R. nicht einer ‚In-Clique’ an und interessiert sich für Dinge, die über „DSDS“ und Fashion hinausgehen. Trotzdem hätten sie gewiss nichts dagegen, auch mal im Mittelpunkt zu stehen. Für Em wird dieser Traum war – natürlich könnte er jederzeit zum Albtraum werden. Die Veränderung bringt eine neue Sichtweise mit sich, und die kommenden Romane werden verraten, ob sich die Protagonistin trotzdem treu bleiben und Toleranz zeigen wird oder ob sie das Fähnchen in den Wind hängt. 
„Plötzlich blond“ ist eine spannende, witzige Lektüre, die zeitnah erzählt ist und alle jungen Mädchen, die spritzige, romantische Komödien mögen, begeistern wird. (IS)
 
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