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Interview mit Bettina Belitz PDF Drucken E-Mail
Autoren-Interviews

Im Februar durften wir Bettina Belitz zu einen netten interview via Mail einladen. Heraus gekommen ist ein interessantes Interview. Aber lest selber…

Bettina Belitz wurde 1973 an einem sonnigen Spätsommertag in Heidelberg geboren. Schon als Kind fing sie damit an, eigene Geschichten zu schreiben. Nach ihrem Studium arbeitete Bettina Belitz zunächst als Freie Journalistin und Texterin. Heute lebt die begeisterte Italien-Urlauberin mit ihrem Sohn Mio, ihrem Lebensgefährten und drei sturköpfigen Katzen in einem 400-Seelen-Dorf im Westerwald.






Rezensenten.de: Vielen lieben Dank Bettina, das Du dir für unsere Leser die Zeit für ein Interview nimmst. Vielleicht magst Du dich ja ein wenig vorstellen?

Bettina Belitz: Baujahr 1973, buchstaben und -büchersüchtig, naturverliebt, ein Pferdemensch - sprich: ohne Pferde werde ich unleidlich - , fantasiebegabt und dennoch Realistin. Zum beruflichen Werdegang: Ich habe Germanistik und Geschichte studiert, eine Ausbildung zur Redakteurin dran gehängt und bis 2009 als Journalistin und Texterin gearbeitet. Ich habe also schon immer meine Brötchen mit dem Schreiben verdient.



Rezensenten.de: Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Bettina Belitz: Mein erstes Buch habe ich mit zwölf Jahren angefangen - und seitdem hat mich das Schreiben nicht mehr losgelassen. Allerdings wagte ich gar nicht erst zu hoffen, dass ich jemals einen Verlag finde, und war daher schon hochzufrieden, das journalistische Schreiben zu meinem Beruf machen zu können. Außerdem habe ich in den Jahren bei der Presse gelernt, unter Zeitdruck und bei widrigsten Bedingungen (Redaktionen sind meistens hektische, laute Orte, wo ständig irgendein Telefon klingelt) kreativ zu sein. Und das ist ein sehr gutes Werkzeug fürs Bücherschreiben.



Rezensenten.de: Dein Debütroman „Splitterherz“ ist im Januar im Script5 Verlag erschienen. Worum geht es in diesem Buch?

Bettina Belitz: Ehrlich gesagt - ich fürchte mich jedes Mal vor dieser Frage, weil ich mich unglaublich schwer darin tue, meine eigenen Bücher vorzustellen. Ich fühle genau, worum es geht, aber ich kann es kaum in Worte fassen. Ich versuche es dennoch: Die 17-jährige Ellie muss mit ihren Eltern kurz vor ihrem Abitur aufs Land ziehen, wo sie den unnahbaren Colin kennen lernt und sich von ihm magisch angezogen fühlt. Das passt ihr aber gar nicht, denn Colin kann ein echter Stinkstiefel sein, und Ellie hat schließlich auch ihren Stolz. Trotzdem begegnen die beiden sich immer wieder - und Ellie ist sich sicher, dass er ein Geheimnis verbirgt, nichtsahnend, dass dieses Geheimnis auch ihre eigene Familie betrifft. Sie macht sich also daran, dieses Geheimnis aufzudecken; koste es, was es wolle. In "Splitterherz" geht es ums Anderssein, um die Kraft und Magie unserer Träume und nicht zuletzt um die Liebe.



Rezensenten.de: Deine Figuren sind nicht die perfekten Helden, haben alle schöne und unschöne Eigenschaften. Gab es reale Vorbilder?

Bettina Belitz: Jain. Einen Colin durfte ich (leider) nie kennen lernen; er ist frei erfunden, ebenso wie Ellie, Leo und Mia (Ellies Eltern). Natürlich fließen beim Schreiben immer reale Erfahrungen in die Geschichten hinein - ob eigene Erfahrungen oder die von Freunden oder Verwandten. Doch ich benutze dabei meistens das Mittel der Verfremdung, und zudem greife ich diese Erfahrungen nur dann auf, wenn sie auch wirklich in die Geschichte passen und die Handlung vorantreiben. Grundsätzlich mag ich schräge Helden. Colin ist alles andere als ein Mr. Perfect; und Ellie mit ihrem leichten Hang zur Melodramatik kann einem manchmal an die Nerven gehen. Tillmann ist ebenfalls kein einfacher Kandidat. Aber ich will die drei nicht missen ... Und ich hoffe, den Lesern geht es ähnlich.



Rezensenten.de: Es geht in deinen Roman um Träume und um Ängste. Wie wichtig sind Träume für Dich? Und lebt deine Protagonistin auch deine Ängste aus?

Bettina Belitz: Ellies Angst vor Pferden teile ich ganz und gar nicht - oh, ich liebe Pferde, und sie ziehen mich magnetisch an. Wenn ich eines sehe, möchte ich sofort hinrennen, während Ellie lieber fortrennen würde. Spinnen mögen wir beide nicht, doch auch in diesem Punkt gibt es Unterschiede. Ich will jetzt nichts vorwegnehmen, aber das, was Ellie gegen Ende des Buches spinnentechnisch tut, könnte ich niemals tun. Da wird die Kleine richtig tough; Respekt! Träume sind für mich extrem wichtig; und so habe ich Ellie auch einige Träume geschenkt, die ich selbst hatte - zum Beispiel jenen Traum, in dem sie sich in einen Hirsch verwandelt. Das war einer meiner schönsten Träume; und ich kann euch sagen: Es ist ein berauschendes Gefühl, auf vier starken Beinen durch einen Bach zu galoppieren!



Rezensenten.de: Auf den ersten Blick, scheint dein Buch sich in die Richtung von Vampire zu entwickeln, aber du wendest das Blatt, der Leser wird überrascht. Du spielst ein wenig mit dem Leser…

Bettina Belitz: Erwischt! Ja, das tue ich, und es hat mir teilweise diebisches Vergnügen bereitet, obwohl ich Vampire sehr mag. Nur: Mit Vampiren hätte meine Geschichte nicht funktioniert, und ich hätte ihr nicht die "traumhafte" Mehrdimensionalität verleihen können, die sie in meinen Augen brauchte. Was das Spiel mit dem Leser betrifft: Ellie bewegt sich ja in unserer Jetzt-Zeit und Realität, und es ist nur natürlich, dass sie sich selbst ab und zu fragt, ob Colin wohl ein Blutsauger ist. Den Twilight-Hype konnte ich nicht vollkommen ignorieren. Doch es gibt Wichtigeres als Blut ... ;-)



Rezensenten.de: Deine Agentin hat Dich durch Zufall entdeckt. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

Bettina Belitz: Nun, absoluter Zufall war es nicht. Ich habe eine Blog mit Leseproben meines Skriptes "Sturmsommer", das im Januar bei Thienemann erschienen ist, ins Netz gestellt und ihn in einer Autorengruppe auf XING verlinkt. Mein Autorenkollege Gerd Ruebenstrunk ("Arthur und die vergessenen Bücher") sah diesen Link, warf einen Blick auf meinen Blog und empfahl ihn seiner Agentin, obwohl er mich damals noch gar nicht kannte. Nun ist seine Agentin auch meine Agentin. Ich werde diesem Mann wohl auf ewig dankbar sein.



Rezensenten.de: Wie lange hast du bis zum fertigen Manuskript gebraucht, und stand damals schon fest das Du eine Trilogie-Serie schreiben wirst?

Bettina Belitz: Ja, es stand von Beginn an fest, dass es eine Trilogie werden soll - natürlich nach Rücksprache mit mir, doch mir war klar, dass das mit diesem Stoff funktionieren würde. Sonst hätte ich es nicht gemacht. Die Rohform von "Splitterherz" habe ich von Januar 2009 bis Mitte April 2009 geschrieben; das Lektorat, der Satz und die Feinkorrekturen haben dann Sommer und Herbst beansprucht.



Rezensenten.de: Das Buch war ursprünglich als Jugendreihe gedacht, es sind aber auch viele ältere Leser sehr begeistert. Woran liegt das?

Bettina Belitz: Mich hat das selbst ein bisschen überrascht. Eine Rezensentin sagte zu mir, ihr habe an "Splitterherz" vor allem gefallen, dass man dieses Buch auf mehreren Ebenen lesen könnte, und beim genaueren Nachdenken darüber habe ich festgestellt, dass sie recht hat. Allerdings muss man dazu bereit sein, sich ein wenig in seine Jugend zurück entführen zu lassen ... Es zählt also das gefühlte Alter! Man kann "Splitterherz" als Fantasyabenteuer oder Liebesgeschichte lesen; man kann sich aber auch in die psychologische Ebene vertiefen und das fantastischen Element symbolisch betrachten. Jeder, wie er möchte! Ich will um Himmels willen niemandem eine Lesart, geschweige denn eine Interpretation vorschreiben.



Rezensenten.de: Du bist neben Autorin auch Mutter. Wie sieht Dein (Schreib) Alltag mit einem Kind aus?

Bettina Belitz: Ich stehe auf, versorge mein Söhnchen, wir frühstücken, dann schnell rauf an den Schreibtisch und Land gewinnen. Bis 12.30 Uhr habe ich Zeit, an meinen Büchern zu stricken. Währenddessen betreut mein Lebensgefährte den Lütten. Dann übernehme ich den Kleinen, und sobald er Mittagsschlaf macht oder abends im Bettchen liegt, kümmere ich mich um das, was liegen geblieben ist. Wochenendschichten sind keine Ausnahme, und nicht selten setze ich mich nach dem Abendessen noch mal an den PC.



Rezensenten.de: Gibt es aktuelle Schreibprojekte?

Bettina Belitz: Oh ja ... Im Dezember und Januar habe ich zwei Bände eines neuen Jugendbuchprojekts für Loewe geschrieben, von dem der erste im Sommer erscheinen wird. Seit zwei Wochen sitze ich am zweiten Band von "Splitterherz", was sehr intensiv und aufregend, manchmal auch aufreibend ist. Außerdem steht noch eine Fiona Spiona an; und bei Thienemann wird es ebenfalls einen Nachfolger geben, der aber das Lektorat schon hinter sich hat.



Rezensenten.de: Wann wird es eine Fortsetzung von Splitterherz geben? Und auf was darf sich der Leser freuen?

Bettina Belitz: Der zweite Band wird im Januar 2011 erscheinen. Auf Ellie werden einige Herausforderungen zukommen ... Aber wir wissen ja nun, dass sie eine Kämpferin ist und sich so leicht nicht unterkriegen lässt. Colin und Ellie werden sich wiedersehen, und die Leser werden endlich Ellies Bruder Paul in natura kennen lernen. Alles in allem wird es turbulent, doch die Leser müssen sich auch auf einige sehr düstere Szenen einstellen.



Rezensenten.de: Ich danke Dir fürs Interview und freue mich, bald wieder etwas von Dir zu lesen!

Das Interview unterliegt dem Copyright. Die weitere Verbreitung ist nur mit der schriftlichen Zustimmung von Bettina Belitz oder Tanja Asmus ( Rezensenten.de) erlaubt.

 
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