Inhalt: Im ruhigen und friedlichen Fjellberghavn wird der Zahnarzt Joakim Søvensen erschossen. Der Mord bildet den Auftakt zahlreicher entsetzlicher Verbrechen. Von der Witwe erfährt Polizeichef Ole Vik, dass Joakim Drohbriefe bekommen hat. Bald wird klar, dass auch Dr. Lundekvam ähnliche Briefe von einem gewissen Hans Hansen bekommt. Und dann steht plötzlich die Polizeistation in Flammen.
Mein Eindruck: Zu Beginn des Buches folgt eine Katastrophe der anderen. Es war mir fast ein bisschen zu viel. Das Tempo war einfach zu schnell, alles passierte Schlag auf Schlag, ohne dass die Polizei in Fjellberghavn oder der Leser zur Ruhe kommen und tief durchatmen konnten. Und schließlich wurde eine große Tragödie in letzter Sekunde verhindert, und es gab bald eine höchst verdächtige Person. Bis dahin war ich nicht sonderlich begeistert von Jørgen Jægers Kriminalroman. Dann wendet sich das Blatt: Wie Phönix aus der Asche ist plötzlich eine Geschichte von unglaublicher und unheimlicher Intensität entstanden, wie ich sie in einem Krimi selten in so beklemmender und verstörender Weise erlebt habe. Jørgen Jæger erzählt seinen Roman in solch realistischer und cleverer Manier, dass ich mich mehrmals abwenden wollte, weil ich mich regelrecht an den Ort des Geschehens versetzt gefühlt habe. Dies alles gelingt dem Autor ganz ohne Gemetzel, ohne verstümmelte Leichen und ohne gruselige Schauplätze. Jørgen Jæger setzt auf Glaubwürdigkeit und Authentizität, auf menschliche Protagonisten, auf komplexe Zusammenhänge, die nicht konstruiert wirken und nicht nur „Mittel zum Zweck“ sind.
Mein Resümee: Jørgen Jæger ist ein intensiver und geistreicher Kriminalroman gelungen. Lesen!