Kloster Engelthal im 14. Jahrhundert, in der Nähe von Nürnberg. Die zwölfjährige Benedicta wird nach dem Tod ihres Vaters von ihrer Stiefmutter ins Kloster gebracht, wo ihr Alltag von nun an darin besteht, zu beten und auf ein göttliches Wunder zu hoffen, welches das Kloster Engelthal wieder zu altem Ruhm bringen würde. Je älter Benedicta wird, desto mehr sehnt sie sich nach einem Leben außerhalb der Klostermauern. Nur ihrer Freundin Agnes, der Köchin, kann sie diese geheime Sehnsucht anvertrauen.
Ablenkung vom tristen Alltag erhofft sich Benedicta, als das Kloster den Auftrag erhält, für ein anderes Kloster Lebkuchen zu backen; hat sie doch schon einmal alle mit ihrem leckeren Rezept verzückt. Schon bald sind alle ganz begeistert von ihren Backkünsten. Doch als man ihr vorwirft, Unzucht mit dem Neffen der Priorin betrieben zu haben, muss sie mit ihm zusammen fliehen. Auf der Flucht, zusammen mit ihrer Freundin Agnes, verlieren sich die beiden jedoch aus den Augen. Benedicta bleibt keine andere Möglichkeit, als mit Agnes zu deren Verlobten Anselm, einem Bäcker, nach Nürnberg zu gehen. Selbstverständlich sind auch dort die „Benedicten-Lebkuchen“ bald in aller Munde…
Spätestens nach der Ankunft in Nürnberg wurde die Geschichte doch um einiges brutaler, als ich es von dem „süßen“ Thema erwartet habe. Frauen werden an allen Ecken sexuell angegangen, Intrigen werden gesponnen und Menschen ermordet. Das hat natürlich für Spannung gesorgt, weshalb sich das Buch sehr schnell lesen lässt.
Trotz der an sich guten Geschichte sind mir doch einige Kritikpunkte aufgefallen:
Die Charaktere waren mir teilweise einfach zu oberflächlich und simpel gehalten. Wirklich Tiefgang hatte keiner. So wurden hier einige Stereotype bedient: die böse Stiefmutter, die Benedicta nach dem Leben trachtet, um das Erbe ihres Vaters für sich zu haben oder auch das verschmähte Mädchen, das heimtückisch Giftanschläge auf Anselms Familie verübt. Etwas unglaubwürdig erschien mir auch die Liebesgeschichte zwischen Benedicta und dem Bruder des Fechtmeisters, Konstantin. Romantische Gefühle kamen bei mir während des Lesens nicht auf. Auch war mir die Geschichte am Ende zu schnell abgewickelt.
Alles an sich handelt es sich aber um einen unterhaltsamen, historischen Roman mit kleinen Schwächen, der sich zügig lesen lässt und Hunger auf Lebkuchen macht.
Benedicta von Altmühl wird als Jugendliche von ihrer Stiefmutter ins Kloster geschickt - angeblich auf ausdrücklichen Wunsch ihres verstorbenen Vaters, der Tuchhändler war. Das Geschäft geht somit auf den Sohn ihrer Stiefmutter über. Doch im Kloster wird Benedicta nicht glücklich. Sie möchte raus und die Welt erleben. In der Fastenzeit plant sie dann eine Abwechslung: Sie möchte die Lebkuchen backen...
Erzähl-/Schreibstil:
Die Worte sind klar formuliert bzw. das Schriftbild ist rasant und ohne Schnörkel. Schrödter bringt Dinge auf den Punkt, verstrickt sich aber auch sehr in die Irrungen und Wirrungen des Mittelalters. Mittlerweile sind das keine Marktlücken mehr: Schöne Frauen, verschleppt oder vergewaltigt, warten nur auf die große Liebe, um erlöst zu werden. Doch Schrödter bringt die Dinge schneller zu Ende und nervt den Leser nicht mit umständlichen politischen Aktionen.
Meine Meinung:
Ein mittelalticher Roman mit allem Drum und Dran: Herzschmerz, die große Liebe, Tod, Mord und ein Happy End (?). Eine schöne Liebesszene jagte die andere und manchmal musste ich doch an mich halten, da es etwas übertrieben dar gestellt war. Doch auch die Irrungen stellt Schrödter schon heraus und man konnte bis zu den letzten Seiten mitfiebern und den Atem anhalten.
Was mir persönlich so gar nicht gefiel, war die Ausarbeitung der Charaktere. Alle irgendwie zu glatt, einen Bösewicht musste es ja auch geben, diesmal in Form eines Bäckers anstatt eines fiesen Ritters, der hochranging betitelt ist. Hier ist schön herauskristallisiert worden, wie die damaligen Zünfte geordnet waren. Wer durfte welche Gewürze und Zutaten gebrauchen und wer nicht? Einen raschen Eindruck bekam man auch in die eigentliche Geschichte: Die Herstellung der süßen Lebkuchen, die hier von Benedicta nach eigens ausgedachten Rezept gebacken werden. Manchmal verzehrte es mich nach den süßen Naschereien, doch manchmal rückten diese auch (sehr gut, dadurch entstand nicht der Eindruck eines Kochbuches) in den Hintergrund.
Fazit:
Eine fast runde Sache. Mir fehlten die hautnahen Charaktere und noch ein bisschen mehr Klarheit anstatt noch eine Verwirrung für den Leser. Ansonsten ein sehr leichter Schreibstil, so dass man schnell lesen und behalten konnte.
Nürnberg 1387: Agnes und Benedicta leben unfreiwillig im Kloster Engelthal, dem der Ruf voran eilt, ein Ort der wahrhaftigen Engel zu sein. Gebete, Gebote, Verbote, Demut und Unterwerfung werden von den Nonnen verlangt. Beide sehnen sich nach der Welt außerhalb der Klostermauern. Julian, der Neffe der Priorin, begegnet bei seinen häufigen Besuchen im Kloster Benedicta, und beide empfinden sofort gegenseitige Zuneigung. Nun ist es um Benedicta geschehen. Sie will raus aus diesem Gefängnis. Doch sie ist Nonne, sie hat einen heiligen Eid geschworen ... Alljährlich zur Fastenzeit backt das Nürnberger Predigerkloster Pfefferkuchen. Da aber das gesamte Küchenpersonal erkrankt ist, soll nun das Kloster Engelthal einspringen. Hier kommt die große Chance für Benedicta und Agnes: Sie kennen ein Lebkuchenrezept. Damit gewinnen sie allgemeine Anerkennung. Julian und Benedicta gestehen ihre Liebe der Priorin. Sie hilft ihnen zu einem neuen Leben außerhalb der Klostermauern. Doch leicht ist das Leben wahrhaftig nicht. Viele unerwartete Ereignisse brechen über Benedicta und Agnes herein ... Für den Leser entwickelt sich das alles fesselnd und unterhaltsam zugleich. Die Erzählweise ist locker, klar und leicht verständlich. Manche Passagen sind amüsant und humorvoll. Worte aus dem Mittelalter, z. B. "Zelter" für "Pferd", vermitteln dem Leser den Zeitgeist. Der Handlungsverlauf fließt schnell. Immer neue, z. T. völlig unerwartete Handlungsperspektiven spulen sich ab. Langatmige detaillierte Ortsbeschreibungen fehlen völlig. Die vielen Dialoge - manche sind spitz und schnippisch - treiben das Geschehen vorwärts. Man will dran bleiben. Zusätzlich hat die Autorin Sybille Schrödter manchen Personen einen Schleier unausgesprochener Geheimnisse übergeworfen. Die Neugierde ist geweckt. "Die Lebküchnerin" ist ein ansprechender, netter, unterhaltsamer Roman - ganz passend zur Vorweihnachtszeit.
Nach dem Tod ihres geliebten Vaters wird die junge Benedicte von ihrer Stiefmutter ins Kloster gebracht, damit sie ihr und ihrem Sohn Conrat nicht das Erbe streitig macht. Das alles geschehe aufgrund des Wunsches des verstorbenen Vaters, erklärt sie Priorin Leonore, die daraufhin Benedicte das Gelübde abnimmt. Viele Jahre später verguckt sich die junge Benedicte jedoch in Julian von Ehrenreit, den Neffen der Prorin, der ihre Liebe erwidert. Es kommt zu einem Kuss, der nicht unbeobachtet bleibt, jedoch aufgrund Benedictes Gelübde verboten ist.
Prorin Leonore verhilft Julian und Bendicte zur Flucht, denn der Provinzial will die Liebenden aufgrund der Schmach, die sie über das Kloster gebracht haben, umbringen lassen. Mit ihnen flüchtet Benedictes beste Freundin, die Klosterköchin Agnes. Während der Flucht bekommt Julian einen Armbrustbolzen in den Rücken und die beiden Frauen müssen allein weiter nach Nürnberg ziehen, in Begleitung eines edlen Jagdhundes, dem zuerst Benedicta das Leben rettete und der daraufhin zweimal den Tod vón Agnes veritelte.Nach einer beschwerlichen Reise treffen die beiden Frauen bei Agnes Verlobten in Nürnberg ein, doch auch da ist nicht gleich alles Zuckerschlecken, denn der hat eigentlich schon eine Verlobte, deren Schwiegervater ihm und seinem Vater das Leben zur Hölle macht, und auch sonst wird es den beiden Frauen dort nicht leicht gemacht,dabei möchte Benedicte doch nur eins, in Frieden ihrer Leidenschaft dem Lebkuchen backen nach gehen. Zum Glück ist sie eine starke Frau und außerdem gibt es ja auch noch andere Männer, die es gut mit ihr meinen...
Ein wirklich toller historischer Roman, der sich schnell und einfach durchliest, dabei jedoch kleineswegs plump geschrieben ist und an keiner Stelle langweilig oder langatmig wird.
Zuerst dachte ich, naja, das ist halt so wie immer: Zwei verlieben sich, zuerst werden sie durch schlimme Umstände getrennt, aber trotzdem gibt es ein Happy End. So ist es in den meißten historischen Romanen und außerdem gibt es darin eh so viel Schmalz, dass ich schon lange keinen mehr gelesen habe, obwohl ich eigentlich historische Romane sehr gerne mag. Ein Happy End gibt es zwar,a ber es ist doch ganz anders als erwartet. In diesem Roman geschehen oft so viele unerwartete Dinge und es treten Wendungen ein, mit denen man als Leser wohl nicht unbedingt rechnet. Es geht zwar auch um Liebe, aber in erster Linie um eine tüchtige, tapfere Geschäftsfrau. Wrklich spannend bis zum Schluss, was wohl auch an Frau Schrödters Erzählkunst liegt.