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Wo fahren wir hin, Papa? PDF Drucken E-Mail
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Autor/in: Jean-Louis Fournier
ISBN-10: 3423247452
ISBN-13: 978-3423247450
Verlag: Dtv
Genre: Belletristik
Seitenanzahl: 160
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Veröffentlicht in : , Belletristik
Schlüsselworte : jeanlouisfournier
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Benutzerkommentare (5) RSS feed Kommentar
Geschrieben von Pharo72, am 07-03-2010 11:50,
1. Wenn das Schicksal doppelt zuschlägt
Einen Vater ereilt das Schicksal ein behindertes Kind in die Welt gesetzt zu haben. Unter großen Mühen findet er sich damit ab und stellt sich den enormen Herausforderungen im Alltagsleben. Doch kann das Schicksal so grausam sein und ein zweites Mal zuschlagen? Es kann. Auch der zweite Sohn, Thomas, kommt mit den selben Behinderungen auf die Welt. In kleinen Episoden erzählt der Autor aus dem Leben des Vaters mit seinen behinderten Söhnen und wie er fast daran zerbricht. 
 
Bis zum Schluss konnte ich bei diesem Roman nicht eindeutig feststellen, ob es sich nun um eine autobiografische Erzählung des Autors handelt oder er „nur“ eine Geschichte erzählt. Bei der Eindringlichkeit der Betrachtungsweise ist ersteres anzunehmen. 
 
Das Buch hat nur wenige, teils halbleere Seiten und ist daher schnell ausgelesen. Aber es wirkt um so länger nach. Der teils rabenschwarze Humor ist die einzige Möglichkeit des Erzählers mit seinem Schicksal umzugehen. Das mag für manche, die das Thema gern totschweigen möchten, etwas zu weit gehen. Jedoch kann man beim aufmerksamen Lesen, vor allem zwischen den Zeilen, die tiefe Liebe des Vaters empfinden, die er dennoch gegenüber seinen Söhnen hegt, die so anders als die anderen sind. 
 
Klar hadert er mit seinem Schicksal, gibt sich ein ganzes Leben lang die Schuld, kann sich selbst nicht verzeihen. Doch wem würde es anders gehen, wenn er ehrlich mit sich selbst ist. Schonungslos offen, bis an die Schmerzgrenze sarkastisch – so verpackt der Autor eine bewegende Lebensgeschichte, die Betroffenen dennoch Mut machen kann.
 
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Geschrieben von Mianna, am 14-12-2009 15:56,
2. Sehnsucht nach Normalität
Ein Vater erzählt in dem Buch "Wo fahren wir hin, Papa?" (Jean-Louis Founier) von seinen zwei schwerst behinderten Söhnen und seinen dadurch unerfüllten Träumen und Vorstellungen. 
 
Dieser Roman wird aus der Sicht eines Vaters zweier behinderter Jungen erzählt. Dieser berichtet schonungslos, schockierend und ehrlich von seiner Auseinandersetzung mit der Behinderung seiner Söhne. Aus der Sicht des Vaters geschildert, wirkt der Roman sehr erschreckend und spricht mich von Anfang des Buches bis zum Ende an. Der Autor erzeugt eine gewisse Spannung und bereitet dieses sehr emotionale Thema wirklich gut auf. Dabei vergisst er auch nicht das Bild des gesellschaftlich brauchbaren Menschen einzubringen und das funktionieren-müssen. 
 
Anfänglich beschreibt Jean-Louis Founier mit viel schwarzem Humor, Bitterkeit und Hartherzigkeit wie sich der Vater fühlt. Ich konnte die Hilflosigkeit, das Selbstmitleid und das-nicht-wahrhaben-wollen des Vaters sehr gut nachempfinden. Das Bedürfnis des Vaters seine zwei Söhne einfach mal aus dem Fenster zu schmeißen, belegt das. Außerdem beschreibt er seine Söhne ziemlich lächerlich und abwertend. Nach der Hälfte des Buches ist ein Wandel/ bzw. eine Veränderung des Vaters erkennbar. An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass der Vater seine Söhne inzwischen akzeptiert. Immer mal wieder blitzte Vaterliebe durch die Forderung nach Normalität durch. 
 
Das Buch hat mich insgesamt sehr berührt, da mich das Thema sowohl aus privater, als auch aus beruflicher Sicht interessiert und angesprochen hat. Aus privater Sicht hat es mich unglaublich wütend gemacht und viel Geduld gefordert. Gerade die schockierende Erzählung hat mich zum Nachdenken angeregt. 
 
Und nun: Was will Jean-Louis Founier damit beim Leser bezwecken? Was will er damit sagen?
 
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Geschrieben von schnegg72, am 28-10-2009 15:56,
3. Der Märtyrer-Engel
offenbart sich hier in Gestalt des Autors, der offensichtlich vom Schicksal schwer getroffen wurde. Keine Eltern der Welt wollen sich vorstellen wie ist, gleich zwei schwerstbehinderte Kinder zu bekommen. Doch über kurz oder lang arrangieren sie sich mit ihrem Schicksal und stellen fest, daß jedes Kind auf seine Art liebenswert ist. 
Diesen Eindruck hatte ich jedoch hier überhaupt nicht. Herr Fournier scheint es sich zu seiner Aufgabe gemacht zu haben, bis an sein Lebensende mit seinem Schicksal zu hadern. Trieft das Buch auch vor Sarkasmus, ist eines klar: er bemitleidet sich von der ersten bis zur letzten Seite selbst. Ob wegen seiner Söhne oder weil er um sein eigenes Leben betrogen wurde ist allerdings nicht ganz klar. Und das Buch klingt nicht, als ob er es für seine Söhne geschrieben hätte, sondern eher für sich. 
Zudem tut mit der Wald leid, der wegen seines Buches abgeholzt werden mußte. Denn: 90% der Seiten sind nur zur Hälfte beschrieben. Und so ist es doch ein teures Vergnügen von 156 halben Seiten bei einem Preis von 12,90 €, das noch nicht einmal nachmittagfüllend ist. 
http://buchfamily.jimdo.com/
 
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Geschrieben von Avathea, am 26-10-2009 00:15,
4. Das wahre Leben
Jean-Louis Fournier schreibt in seinem Buch „Wo fahren wir hin, Papa?“ über das wahre Leben mit seinen beiden behinderten Söhnen Mathieu und Thomas. Dieses Leben ist, wie sich der Leser schon vor Beginn der Lektüre vorstellen kann, nicht immer einfach und diese Tatsache drückt der Autor auch immer wieder voller Ehrlichkeit aus, was dem Leser manchmal lieblos vorkommen kann. Es ist aber eher die tiefe Verzweiflung und Enttäuschung von Fournier, die zum Ausdruck kommt, wenn er schreibt, wie gerne er gesunde und „normale“ Kinder gehabt hätte, um stolz auf sie zu sein und um ihre Entwicklung beobachten zu können. Aber seine Kinder entwickeln sich nicht weiter. Thomas, der zweitälteste, küsst mit 18 Jahren noch seinen Teddybären und Mathieu schafft noch nicht mal etwas zu malen. Sie besuchen keine Schule, keine Universität und einer Arbeit können sie ebenso wenig nachgehen. Alles Dinge, die für die meisten Eltern mit gesunden Kindern normale Alltäglichkeiten sind, kann Fournier mit seinen beiden Söhnen nicht erleben. Er versucht nichts zu beschönigen, sondern erzählt dem Leser die Wahrheit, auch wenn diese nicht immer bequem zu sein scheint. Negative oder „böse“ Gedanken in Bezug auf seine Söhne werden ebenso angesprochen, die einerseits hart sind, aber andererseits auch nachvollziehbar. Mit Ironie und Sarkasmus versucht Fournier die Realität zu entschärfen und erträglicher zu machen und er bemüht sich ein guter Vater zu sein. Dies kommt immer wieder zum Ausdruck, auch, wenn er es nicht immer schafft, denn er ist nun mal kein Engel. Dafür ist er aber ein Vater, der nicht aufgibt.  
 
Das Buch und die Gliederung, die episodenhaft Fourniers Leben mit seinen behinderten Söhnen erzählt, haben mir sehr gut gefallen. Besonders wegen den offenen und ehrlichen Worten, die sicherlich zur persönlichen Verarbeitung vom Autor benutzt wurden. Eltern, die selbst mit behinderten Kindern zusammenleben, kann dieses Buch zeigen, dass sie nicht alleine sind, sondern dass viele ihr Schicksal teilen. Und den Eltern mit gesunden Kindern wird dieses Buch vielleicht zu mehr Dankbarkeit verhelfen. Ein lesenswertes Buch, nicht nur für Eltern.
 
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Geschrieben von Josie0412, am 24-10-2009 13:20,
5. Wo fahren wir hin, Papa?
Ich hab das Buch heute Nacht in 45 Minuten durchgelesen.  
 
Jean-Luis Fournier beschreibt in seinem Buch "Wo fahren hin, Papa?" das Leben mit zwei schwerstbehinderten Söhnen, Mathieu und Thomas.  
Mathieu, der Erstgeborene, kommt schwerbehindert auf die Welt. Als man die Diagnose (man erfährt nicht, woran die Kinder leiden) zu akzeptieren lernt, wird seine Frau erneut schwanger. Man hofft, dass es dieses Mal ein "normales" Kind wird, wonach es auch allen Anschein nach aussieht. Doch auch Thomas wird sein Leben lang behindert bleiben.  
 
Jean-Luis Fournier beschreibt nun in seinen sehr kurzen Kapiteln das Leben mit eben seinen zwei Söhnen. Mathieu, der eigentlich nur "Brumm Brumm" von sich geben kann und deswegen am besten LKW-Fahrer werden sollte und Thomas, der immer nur fragt "Wo fahren wir hin, Papa?. 
Fournier ist in meinen Augen sehr zynisch und sarkastisch und kommt anscheinend nicht anders mit dieser Situation klar. Ein Beispiel dafür ist, als er Josee, die Haushaltshilfe am geöffneten Fenster stehen sieht und sie fragt, warum sie die Kinder aus eben diesen geworfen hätte. Sie wären zwar behindert, aber zu solchen Maßnahmen müsste man doch nicht greifen.  
Josee war verständlicherweise entsetzt. 
Auch kommt es mir so vor, dass Fournier einen "Schuldigen" für die Behinderung seiner Kinder sucht.  
Es scheint durch, dass er seine Söhne durchaus liebt, trotz allem kommt er mit deren Situation ein Leben lang nicht klar. 
Was ich sehr schade finde, ist, dass nur am Rande die gesunde Tochter, Marie, erscheint und auch die Trennung von seiner Frau spiegelt sich nur am Anfang eines Kapitels in einem einzigen Satz wieder. 
 
Fazit:  
Ein Buch, was durchaus nachdenklich macht. Allerdings trieft es mir zu sehr von Zynismus und Sarkasmus. Ich hätte gerne mehr über das Leben als Familie insgesamt erfahren und nicht nur kleine Bruchstücke daraus. Aber gerade oder trotz dieses teilweise arg sarkastischen Schreibstils bekommt das Buch von mir 4 Punkte. Alles andere hätte es wahrscheinlich nicht so eindringlich werden lassen.
 
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