Makoto Tateno scheint der neue Star im Bereich der Boys Love für EMA zu sein, denn auch in ihrer neusten Serie „Happy Boys“ spielen vor allem schöne junge Männer die Hauptrolle.
Diesmal entführt die Mangaka ihre Leserinnen in ein ungewöhnliches Café. Im ‚Lady Braganza’ bieten fünf junge Männer einen ganz besonderen Service an, denn sie behandeln ankommende Gäste wie das Hauspersonal im 19. und frühen 20. Jahrhundert die heimkehrenden jungen Damen und Herren der Herrschaft. Man umsorgt dabei die Besucher mit erlesener Höflichkeit und Aufmerksamkeit, versucht, ihnen jeden Wunsch von den Augen abzulesen – oder besser: zumindest fast jeden. Denn eines verbietet die Hausordnung rigoros, nämlich dass die Mitarbeiter Romanzen mit weiblichen oder männlichen Gästen anfangen; in dem Fall verlieren sie ihre Arbeit. Allerdings ist das nicht immer ganz einfach, da die Kellner allesamt sehr hübsch und lebenslustig sind. Das bekommt vor allem Kyoichi Segawa zu spüren bekommt, der von allen ‚Shiva’ genannt wird und schließlich einen schwerwiegenden Fehler begeht, den Tooru Kanatosaka, der Geschäftsführer, nicht übersehen kann. Er achtet genau auf die Einhaltung jeder Regel und kennt keine Gnade, wenn einer der jungen Männer sie übertritt, darum muss ‚Shiva’ schließlich gehen. Durch sein Schicksal gewarnt, geben die anderen nun ihr Bestes und hoffen, durch tadelloses Benehmen eines Tages zum Oberkellner aufzusteigen – das heißt: zum ‚Butler’ – und damit mehr Verantwortung zu bekommen. Doch auch das ist gar nicht so einfach, wie es aussieht.
„Happy Boys“ ist zumindest im ersten Band noch kein wirklicher Boys Love-Manga, da nicht viel von irgendeiner engen oder intimen Beziehung zwischen den jungen Männern zu merken ist. Zwar leben sie in unmittelbarer Nähe zu ihrer Arbeitsstätte in einer Wohngemeinschaft, benehmen sich aber eher wie Freunde. Stattdessen interagieren sie auch munter mit den vornehmlich weiblichen Besuchern des Cafés. So dient der Auftakt der Serie dazu, um in das Setting und die Situation einzuführen. Auch die Figuren werden mit all ihren kleinen Macken genauer vorgestellt, wobei sich die Künstlerin in erster Linie auf die drei Kellner und die beiden Oberkellner konzentriert, den Geschäftsführer aber weiterhin geheimnisvoll wirken lässt. Noch passiert nicht viel, aber man kann durch die Interaktion erkennen, in welche Richtung das Ganze laufen wird. Das alles wird humorvoll, ein wenig märchenhaft verschroben und romantisch von Makoto Tateno mit leichter Feder in Szene gesetzt, und vor allem gibt es viele hübsche Bishonen zu betrachten.
Wer die romantischen Aspekte der Liebe vorzieht und vor allem schöne junge Männer ansehen möchte, findet das in „Happy Boys“. Nur wer mehr erwartet, sollte lieber zu einem anderen Titel greifen. (CS)