Der vierjährige Huy wächst wohlbehütet in seinem Elternhaus auf. Er ist der Sohn einer einfachen Familie. Doch sein Onkel Ker ist recht wohlhabend und ermöglicht ihm deshalb den Besuch einer Tempelschule in Iunu, dort soll Huy zum Schreiber ausgebildet werden. Sein anfängliches Heimweh überwindet der kleine Huy recht schnell, denn mit seinem Zimmergenossen, dem Adeligen Thutmosis, verbindet ihn eine innige Freundschaft. Aufgrund seiner schnellen Auffassungsgabe kann Huy den Anforderungen seiner strengen Lehrmeister gerecht werden und erwirbt so deren Anerkennung. Auch in der adeligen Familie seines Freundes Thutmosis tritt man ihm ohne Vorurteile entgegen und nimmt ihn dort herzlich auf. Seine einfache Herkunft spielt für diese Familie keine Rolle. Doch Sennefer, ein weiterer Mitschüler Huys, der ebenfalls aus einem adeligen Geschlecht stammt, neidet Huy den Erfolg. Er lässt keine Gelegenheit aus, dem Emporkömmling das Leben zur Hölle zu machen und ihn an seine bäuerlichen Wurzeln zu erinnern. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, als die beiden in einen erbitterten Streit geraten. Sennefer greift zum Wurfholz und erschlägt seinen Widersacher Huy. Huy verlässt das Ägypten der Lebenden und gleitet in das Ägypten der Toten. Dort trifft er auf Imhotep, dieser verlangt von ihm eine weitreichende Entscheidung. Denn der Gott Atum möchte seine Weisheit mit Huy teilen, doch dazu muss Huy die Schriftrollen des Thot lesen. Nachdem Huy seine Wahl getroffen hat, kehrt er nach fünf Tagen aus dem Totenreich zurück und verfügt fortan über besondere Fähigkeiten.Er beendet im Lauf der Jahre seine Ausbildung und versucht den Umgang mit seinen seherischen Fähigkeiten zu erlernen. Bald hört auch der Pharao von dem jungen Seher und ruft ihn an seinen Hof.
Meine Meinung
Vor einigen Jahren gehörten Romane, die vom Leben im alten Ägypten erzählen, zu meiner bevorzugten Leserichtung. Voller Erwartung begann ich deshalb mit der Lektüre des Romans. Durch den flüssigen Schreibstil der Autorin hatte ich auch keine Schwierigkeiten den Einstieg in die Handlung zu finden. Die detaillierten und lebendigen Schilderungen des damaligen Lebens und der unterschiedlichen Protagonisten ließen mich in die faszinierende Welt der alten Ägypter eintauchen. Die Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit verschmolzen mit der Handlung und ließen diese lebendiger wirken.
Die Passagen in denen Huy das Buch Thot studiert, hemmten meiner Meinung nach den Lesefluss. Die Anzahl dieser Textabschnitte war zu hoch und das dort Geschriebene interessierte mich kaum. Nachdem ich mich durch einige dieser Abschnitte gequält hatte, überflog ich die restlichen Passagen der Schriftrollen.
Aufgrund des sonst so flüssigen Scheibstils und der farbenprächtigen Beschreibung des damaligen Lebens, konnte ich das Buch innerhalb weniger Abende beenden. Doch je weniger Seiten ich noch vor mir hatte, desto merkwürdiger kam mir der im Klappentext angepriesene Inhalt vor. Denn die schöne Prinzessin Senetamu kommt leider im gesamten Buch nicht vor und aus dem Seher Huy wird in diesem Roman auch noch nicht der legendäre Amenophis. Das wird sicher erst in den folgenden Bänden geschehen. Denn "Der Seher des Pharao" ist der erste Band einer Trilogie, die im Original den Titel " The King's Man " trägt. Leider vermisse ich diese Information auf dem Cover und auch im Klappentext, denn dort wird dieser Aspekt nicht erwähnt. Normalerweise bin ich ein großer Fan von Bücherserien, doch hier wurde ich sehr überrascht, da ich einen in sich abgeschlossenen Roman erwartet hatte und Überraschungen dieser Art mag ich leider überhaupt nicht.
Obwohl mich das Schicksal der Protagonisten sehr interessiert und das Ende aufgrund der folgenden Bände sehr offen ist, bin ich nicht sicher ob ich zu den restlichen Bänden der Serie greifen werde. Ich vergebe nur drei Bewertungssterne, da ich die Auszüge aus dem Buch Thot recht langatmig und zähflüssig empfand. Ausserdem finde ich den Klappentext unpassend gewählt , da er bereits auf die Handlung der Nachfolgebände anspielt, ohne allerdings darauf hinzuweisen, dass es ich um den Beginn einer Trilogie handelt.
Meine Inhaltswiedergabe: Altes Ägypten um 1400 v. Chr.: Der vierjährige Hui wächst wohlbehütet in einer ägyptischen Familie der Mittelschicht auf. Die große Liebe und Geborgenheit, die ihm seine Eltern zukommen lassen, führen allerdings recht schnell dazu, dass der kleine Junge beginnt, ein sehr egoistisches Verhalten an den Tag zu legen. Weder Mutter noch Vater sehen sich in der Lage, ihren Sohn zu maßregeln und es scheint schon fast absehbar, welch selbstsüchtiger Charakter sich aus Hui zu entwickeln beginnt. Da ermöglicht ihm sein wohlhabender Onkel Ker den Besuch einer hochqualifizierten Schule, in der Hui zum Schreiber ausgebildet werden soll. Voller Abscheu und auch voller Angst beginnt für den kleinen Jungen ein neuer Lebensabschnitt, der ihn über die Jahre hinweg zum Glanzstück eines Musterknaben werden lässt. Aus dem kleinen verzogenen Gör wird ein brillanter und wohlerzogener Schüler, der keinerlei schlechte Charakterzüge mehr an sich erkennen lässt. Hui ist fast erwachsen, als ein neidischer Schüler ihn im Wahn erschlägt. Doch die Götter haben noch viel vor mit dem jungen Mann und schicken ihn, versehen mit der besonderen Gabe eines „Sehers“, wieder zurück ins Leben. Für Hui eröffnen sich völlig neue Wege und ein Ereignis überschlägt sich mit dem nächsten …
Meine Meinung: Eine Liebe zur Geschichte des alten Ägyptens sollte man unbedingt mitbringen, wenn man sich an diesen historischen Roman heranwagt. Als Leserin eines normalerweise völlig anderen Genres tat ich mich anfangs doch schwerer als vorweg gedacht. Allerdings beherrschte es Pauline Gedge dann doch ziemlich gut, mich mit ihrer Story zu fesseln. Recht schnell war ich von der Handlung um den anfangs noch recht aufmüpfigen kleinen Jungen gefangen und wollte erfahren, wie es ihm wohl weiter ergeht. Beim Lesen begleitete ich ihn durch seine gesamten Jugendjahre hinweg und erlebt mit ihm seine ersten Schuljahre, seinen tragischen Tod, den ein neidischer Mitschüler zu verantworten hat, seine Gespräche mit den Göttern der Unterwelt und sein neues Leben als Rückkehrer von den Toten mit der Kraft eines „Sehers“ versehen.
Was mich allerdings sehr gestört hat, sind die extrem langen Kapitel und die seitenweise recht kleine Schrift. Noch dazu gibt es in diesem Buch so gut wie keine Absätze. Selten brauchte ich für einen Roman mit dieser Seitenstärke so lange, wie mit diesem. Ich musste auf Grund der Schreibweise in sehr kurzen Abständen immer wieder Lesepausen einlegen, da dieser Schreibfluss meine Augen rasch ermüden ließ.
Die Story an sich hat mir recht gut gefallen, allerdings gestalteten sich manche Kapitel als sehr langatmig, so dass meine Leselust hin und wieder ziemlich darunter gelitten hat. Die Buchbeschreibung laut Buchaufdruck ist auch völlig verwirrend, denn die dort genannte Handlung konnte ich mit dem Gelesenen nicht unbedingt eins zu eins in Verbindung bringen. Das fand ich dann doch etwas in die Irre führend.
Fazit für mich: Pauline Gedges hat mich mit ihrem historischem Roman „Der Seher des Pharao“ für ziemlich viele Stunden in eine andere Welt versetzt, Lust auf einen weiteren Roman von ihr habe ich aber nicht bekommen.
Hintergrund: Der historische Roman „Der Seher des Pharao“ behandelt die Jugendjahre des Amenophis, Sohn des Hapu. Dieser lebte zur Zeit der 18. Dynastie im Alten Ägypten und war Architekt, Priester und Beamter unter Amenophis III. Er plante den Bau des Luxor-Tempels, des Tempels von Amenophis III und der Säulenhalle im Tempel von Karnak.
Inhalt: Der vierjährige Bauernsohn Huy – der später als Amenophis, Sohn des Hapu berühmt wird - erhält das Privileg, Lesen und Schreiben zu lernen und macht dabei rasch Fortschritte. Im Alter von 12 Jahren wird Huy schließlich von einem neidischen Mitschüler getötet. Huy soll einbalsamiert werden, doch er erwacht fünf Tage später von den Toten und hat seitdem die Gabe, in die Zukunft sehen zu können.
Mein Eindruck: Ich habe großes Interesse an altägyptischer Mythologie und dem kulturellen Leben zur Zeit der Pharaonen. „Der Seher des Pharao“ war jedoch unglaublich langweilig. Zwar beschreibt die Autorin den Alltag zur Zeit der 18. Dynastie sehr detailliert, doch konnte sie – entgegen des Klappentextes – kein farbenprächtiges Bild Ägyptens zeichnen. Die Charaktere bleiben allesamt blass und unauthentisch. Ich konnte mich beim Lesen mit keinem der Protagonisten auch nur annähernd identifizieren und ich habe mich zu keinem Zeitpunkt in die Zeit des Neuen Reiches versetzt gefühlt.
Mein Resümee: Ich bin generell kein Freund historischer Romane und auch „Der Seher des Pharao“ konnte mich nicht überzeugen. Die Autorin hat aus den interessantesten Mythen eine flache Geschichte und einen unspektakulären Roman konstruiert. Ich bleibe somit lieber bei Sachbüchern zum Thema Altägypten. Schade!
Ägypten zur Zeit Thutmosis III.: Der vierjährige Huy, Sohn einfacher Bauern, darf die Tempelschule in Iunu besuchen, um Schreiben und Lesen zu lernen. Sein reicher Onkel Ker übernimmt großzügig die Kosten. Über sein anfängliches Heimweh kommt er schnell hinweg, da er Thutmosis, Sohn des Fürsten Nacht als vertrauensvollen guten Freund kennenlernt. Zu Fest- und Feiertagen wird er in der Adelsfamilie mit Mutter und zwei Töchtern wie ein Sohn des Hauses gastfreundlich aufgenommen. Huy ist ein intelligenter Bursche mit guter Auffassungsgabe. Er wird sowohl von den Priestern als auch von den Mitschülern geschätzt. Bis auf einen: Senefer, ebenfalls Sohn eines Adelgeschlechts. Er ist neidisch auf Huy und mobbt ihn, wann immer er eine Gelegenheit dazu findet. Einmal provoziert er Huy dermaßen - er schimpft ihn einen Sumpfbewohner -, dass es zu einem handfesten Streit kommt und Senefer Huy tödlich verletzt. Huy wird in seine Heimatstadt ins Haus der Toten gebracht. Als die Priester den Leichnam untersuchen und für die Bestattung vorbereiten wollen, erwacht Huy zu neuem Leben. Während seiner Zeit des "Komas" hat er eine Wandlung "durchlebt". Er ist der "Auserwählte" der Götter, die ihm Gaben mitgegeben haben, die ihn zu Höherem befähigen. Seine Familie, die eher glaubt, er sei von Dämonen besessen, distanziert sich von ihm. Huy kehrt sehr bald in die Tempelschule zurück und darf nun, als Auserwählter, die bedeutenden fünf Bücher Thots studieren. Bis zu diesem Ereignis hat mir das Buch sehr gefallen. Die Handlung war fesselnd, die Stimmung von Alltagssituationen atmosphärisch dicht beschrieben. Der Speiseplan lockte zum Probieren. Und das außergewöhnliche Ereignis - die Auferstehung Huys von den Toten zurück zu den Lebenden - ist glaubhaft und überzeugend dargestellt: kein fauler Zauber oder Mystik. Doch dann folgen ewig lange Seiten philosophischer Gedankengänge. Ein sehr komplexer Text, den ich trotz wiederholten Lesens kaum verstanden habe. Selbst Huy sagt, dass er "keinen Schimmer von Verstehen" hat und ein "wirres Durcheinander in seinem Geist" herrscht. Schade, ich bin leider mit einer anderen Erwartungshaltung an dieses Buch heran gegangen und wurde letztlich enttäuscht ...
Inhalt: Huy, der Sohn des Bauern Hapu, ist vier Jahre alt, als er die Möglichkeit erhält als Günstling seines reichen Onkels Ker die Schule in Iunu zu besuchen. Von Haus aus verwöhnt fällt es ihm schwer sich einzugewöhnen, doch schon bald entwickelt er sich zum gelehrigen und erfolgreichen Schüler. In den nächsten acht Jahren findet er Freunde, erwirbt sich Respekt bei den Lehrern und setzt sich über seinen Bauernstand hinweg. Doch als Huy 12 Jahre alt ist, erschlägt ihn ein Mitschüler, dem er schon lange verhasst ist. Huy stirbt, doch dies ist nicht das Ende dieser Geschichte. Atum, der Gott aller Menschen und Dinge, stellt ihn vor eine Wahl und lässt ihn in seinen Körper zurückkehren. Fünf Tage nach seinem Tod erwacht Huy wieder und nichts ist mehr wie zuvor. Die Menschen fürchten ihn als Dämon, seine Familie weicht ihm aus. Doch Huy wurde nicht nur mit seinem neuen Leben, sondern auch mit einer Gabe ausgestattet, die ihn fortan zum "Seher" macht ...
Meine Meinung: "Der Seher des Pharao" von Pauline Gedge ist der Auftakt einer Trilogie. Dieser erste Band widmet sich den ersten 18 Lebensjahren des Bauernjungen Huy, später bekannt als Amenophis, Sohn des Hapu. Mir hat die Geschichte rund um Huy gut gefallen. Über das Leben von Amenophis, Sohn des Hapu ist wenig bekannt, so dass die Autorin hier ihrer Phantasie freien Lauf lassen konnte. Das Buch hat dadurch einen sehr mystischen Einschlag erhalten und die ägyptische Götterwelt wird nicht nur erwähnt, sondern kommt auch persönlich zu Wort. Ich könnte mir vorstellen, dass dies manchem Leser zu viel des guten ist, doch da ich bereits zuvor viel über Ägypten gelesen hatte, kam ich damit gut zurecht. Besonders gut gefallen hat mir, dass Pauline Gedge hier auf die Standesunterschiede eingeht. Huy wächst in bescheidenen Verhältnissen auf und erhält durch seine Ausbildung Einblick in andere Gesellschaftschichten. So stehen diese im direkten Vergleich zueinander. Auch die Ausbildung an den Tempelschulen und die Integration des Glaubens in den Alltag fand ich sehr gut geschildert. Wer sich für Ägypten interessiert, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Vom Aufbau her hat mir das Buch ebenfalls sehr gut gefallen. Besonders die unterschiedlichen Schriftarten helfen sehr zwischen dem Erzähltext, den Texten die Huy liest und seinen Gedanken zu den Texten zu unterscheiden. Hilfreich hätte ich hier allerding noch die Angabe von Jahreszahlen gefunden und eine Übersicht über häufig verwendete Begriffe, wie zum Beispiel die Monate, Feiertage und Götter. Sowohl beim Titel, als auch beim Klappentext hat der Verlag ein wenig den ersten und den zweiten Teil der Trilogie vermischt, einige der angekündigten Ereignisse stehen daher noch aus. Meiner Meinung nach hätte der Verlag auch kennzeichnen müssen, dass es sich hier um eine geplante Trilogie handelt. Ich weiß dies nur, weil ich mich über die englisch sprachigen Ausgaben informiert habe. Ich würde sehr gerne mehr darüber lesen, wie aus Huy schließlich Amenophis, Sohn des Hapu, wird und warte daher gespannt auf den zweiten Teil.
Fazit: Ein schönes Buch für alle, die sich für das alte Ägypten interessieren.