An der Kölner Sankt Pantaleon Kirche wird ein ermordeter Priester aufgefunden. Da der Mord in einer Karnevalsnacht geschah, sind die Zeugenaussagen, die das Kripo-Ermittlerteam um Manni Korzilius erhält, auch wenig hilfreich. Denn dort ist von einem Ritter als Täter die Rede. Doch davon gibt es im Kölner Karneval unzählige und ob es sich bei dem Opfer tatsächlich um einen Priester handelt oder um einen verkleideten Jecken, steht auch noch in den Sternen. Die Kölner Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen und kann das Opfer bald identifizieren. Doch trotz umfangreicher Ermittlungen gibt es keinen Hinweis auf den Täter und sein Motiv. Schon bald schlägt der Täter erneut zu und wieder ist ein Priester sein Opfer. Die Kripo sucht nach einem Zusammenhang zwischen den Taten, doch die katholische Kirche hüllt sich in Schweigen.
Hauptkommissarin Judith Krieger erholt sich unterdessen von ihrem letzten Einsatz, bei dem sie beinahe ums Leben kam und deshalb tötete. Nur langsam macht ihre Genesung Fortschritte und die seelischen Wunden, die dieser Einsatz hinterließ, sind tiefer als gedacht. Um langsam wieder den Einstieg in den Polizeidienst zu finden, beschließt sie, ihr Trauma mit Hilfe eines Polizeiseelsorgers aufzuarbeiten. Dieser arbeitet ausserdem in der örtlichen Telefonseelsorge, wo auch eines der Opfer der aktuellen Mordserie beschäftigt war. Schneller als gedacht wird sie so in die Ermittlungen einbezogen und kehrt zurück in den Polizeialltag.
Dies war mein erster Kriminalroman von Gisa Klönne und somit für mich auch der erste Teil der Ermittlerserie Krieger/Korzilius. Normalerweise lese ich eine Bücherserie in der richtigen Reihenfolge und das ist sicher auch bei dieser Krimi-Reihe empfehlenswert. Aber dennoch ist dieser Band auch gut einzeln lesbar, denn wichtige Hintergrundinformationen zum besseren Verständnis werden beim Lesen dieses Bandes geliefert. Auch verrät dieser Teil nicht zu viel von der Handlung der Vorgängerromane, sondern liefert Informationen über den Gesundheitszustand der Hauptkommissarin Krieger und erläutert wie es zu ihrem Trauma kam. Den Schreibstil der Autorin empfand ich als sehr flüssig und ich hatte keine Schwierigkeiten den Quereinstieg in diese Bücherserie zu finden,
Aus der Erzählperspektive verfolgt man mehrere Handlungsstränge die parallel verlaufen und auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Die Handlungsfäden werden jedoch geschickt verwoben und bilden im Nachhinein ein stimmiges Gesamtbild. Dabei gelingt es der Autorin falsche Fährten zu legen, sodass mir erst spät klar wurde, wer denn der Täter sein könnte.
Die Protagonisten des Krimis sind sehr unterschiedlich und so trifft man hier auf eine interessante Mischung verschiedenener Charaktere. Sie alle sind aber detailliert und authentisch beschrieben und wirken deshalb sehr menschlich und ihre Handlungen nachvollziehbar. Das liegt sicher auch an der umfassenden Recherche der Autorin, die sich auch in winzigen Details der Nebenhandlungen bemerkbar machen.
Mir hat dieser vierte Band der Krimireihe sehr gut gefallen. Denn die Mischung der verschiedenen Persönlichkeiten, die alle mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen haben, ist gut gelungen und macht diesen Roman interessant und spannend. So erfährt man etwas von der Arbeit mit traumatisierten Polizeibeamten und erhält einen kleinen Einblick in die Schuldgefühle nach einem Einsatz mit tödlichem Ausgang. Ausserdem kommt es zu einem Ausflug in die Grufti-Szene, die Arbeit der Telefonseelsorge und in die Karate-Trainingsgruppe von Manni Korzilius. Dieser hat auch mit ganz privaten Problemen zu kämpfen. Ganz nebenbei gibt es ausserdem noch Tipps für die Haltung eines Chamäleons und Obduktionen mit leicht übersinnlichem Hintergrund. Mich konnte der Krimi überzeugen und deshalb werde ich sicher auch die ersten Bände der Serie lesen.
Ein Priestermord zum Karneval in Köln, da stellt sich dann als allererstes die Frage: Ist dieser Priester echt?
Hauptkommissarin Judith Krieger und Manni Konzilius findenheraus, das der Priester ein angesehener Arzt war ,mit wenig Feinden und einer intakten Familie . Dann wird der zweite Priester ermordet. Während die beiden Ermittler die Arbeit aufnehmen stoßen sie auf ein Grufti-Girl das sehr unter dem angeblichen Selbstmord ihrer besten Freundin leidet. Judith Krieger ahnt das dieses Mädchen der Schlüssel zur Auflösung dieses Falles ist.
Ein etwas "anderer" Kriminalroman. Die Kirche steht im Mittelpunkt der Ermittlungen. Leider zeigt Gisa Klönne eine allzu deutliche Ablehnung dem christlichen Glauben und ganz speziell dem Zölibat gegenüber. Das beeinflusst den Leser allzu sehr.
Die Personen in ihrem Roman misst sie eine ganz spezielle Aufmerksamkeit zu, der das o.g. wieder wettmacht.
Alles in allem ein solider deutscher Krimi, den ich gerne gelesen habe.
Der vierte Teil der Krimiserie um die toughe, auf ihre eigene Art sympathische Komissarin, Judith Krieger lässt das Leserherz höher schlagen. Man freut sich altbekannte Gesichter wieder zu sehen und ist gleichzeitig auf den neuen Fall gespannt.
Die psychisch angeschlagene Komissarin hat ihren letzten Fall noch nicht ganz verkraftet, da passiert schon der nächste Mord, den es aufzuklären gilt. Während des Kölner Karnevals wird ein überaus beliebter Arzt ermordet. Bevor überhaupt ein Motiv gefunden ist, wird schon der zweite Mord begangen. Und dem Leser wird langsam klar, dass hier nichts zufällig passiert ...
In das Buch wird direkt mit dem Mord eingestiegen, die Spannung wird von Beginn an aufgebaut und kontinuierlich gesteigert. Der Leser tappt fast bis zum Schluss im Dunkeln was den Täter und seine Beweggründe angehen.
Neben der Krimihandlung wird auch der Gefühlswelt der Ermittlerin viel Aufmerksamkeit gewidmet. Tief sitzen die Schuldgefühle, immer noch hat sie den letzten Fall seelisch nicht überwunden. Dabei werden ihre Emotionen ausführlich dargestellt ohne in den Kitsch abzudriften.
Oft werden die Schauplätze und Perspektiven gewechselt, die Zusammenhänge bleiben unklar, bis zum Schluss alle Fäden zusammengeführt werden. Das Finale kommt sehr unerwartet ist aber dennoch glaubwürdig. Alle Fährten und einzelnen Indizien ergeben ein Ganzes und präsentieren dem zufriedenen Leser ein Gesamtbild.
Inhalt: In der Nacht zum Aschermittwoch wird ein mit einem Priesterornat bekleideter Mann ermordet. Der Mörder hat zudem eine mysteriöse Botschaft hinterlassen, die der Polizei einige Rätsel aufgibt: „MÖRDER“. Wenig später wird eine zweite Leiche gefunden, die nach dem selben Muster getötet wurde. Wie hängen die beiden Morde zusammen? Gibt es einen gemeinsamen Nenner? Welche Rolle spielt die katholische Kirche?
Mein Eindruck: 'Farben der Schuld' ist der vierte Kriminalroman von Gisa Klönne. Wie seine Vorgänger fasziniert 'Farben der Schuld' von der ersten Seite an und ist geprägt von interessanten Charakteren, die allesamt fehlerbehaftet und damit menschlich und authentisch sind. Besonders gut gefallen hat mir die gründliche Recherchearbeit der Autorin. Egal, ob es um die Beschreibung der Gothicszene, die Erklärungen zu Karate oder die psychische Verfassung von Kommissarin Judith Krieger geht: Klönne bleibt jederzeit glaubwürdig! Insbesondere die Schilderung der posttraumatischen Belastungsstörung von Judith ist der Autorin hervorragend gelungen.
Mein Resümee: Meiner Meinung nach ist 'Farben der Schuld' das bisher beste Buch der Autorin: hervorragend recherchiert und durchgehend spannend.
Buchempfehlung: Eine ebenso großartige wie erschütternde Beschreibung einer posttraumatischen Belastungsstörung wurde von Jan Philipp Reemtsma vorgelegt. Sein Buch 'Im Keller' beschreibt seine Entführung, seine Gefangenschaft und die damit verbundene Traumatisierung.
Das war mein zweites Buch von Gisa Klönne. Ich hatte es schon mit Band 1 dieser Krimiserie versucht, aber damit wurde ich nicht so ganz warm. Damals war mir der Schreibstil zu detailverliebt und spannungsarm – ganz im Gegensatz zu „Farben der Schuld“. Hier schafft es Gisa Klönne, z. B. mit einem oder zwei Absätzen eine Persönlichkeit zu beschreiben. Nicht nur die Polizisten Judith und Manni, sondern einige Personen mehr haben Charakter und Tiefe bekommen, ohne dass es zu ausführlich wurde.
Die Krimihandlung setzt nicht auf grausame und blutige Details, sondern ist eher ein Psychogramm von Verlust, Verantwortung und Sehnsucht nach Familie bzw. einem Vater, das sich bei einigen Personen als Motiv durch das Buch zieht. Ein eher leiser Krimi, der trotzdem ordentlich Spannung aufbaut.
Einziger Kritikpunkt ist, dass die Auflösung am Ende etwas lakonisch und unspektakulär daher kam, so dass ich leider nicht durch das Buch die komplette aufgeklärte Story nochmal zusammengefasst präsentiert bekam, sondern quasi selbst noch „nacharbeiten“ musste, um die ganze Bandbreite zu erfassen. Das hat mich irritiert, aber nachdem ich meine Hausaufgaben gemacht hatte, empfand ich die Lösung doch schlüssig und passend.
Inhalt: Fast wäre das Leben für Judith Krieger während eines nicht abgesprochenen Einsatzes beendet worden, doch im Gegensatz zu einem unschuldigen Opfer konnte sie sich retten. Seitdem kämpft sie mit Selbstvorwürfen und dem Vorwurf des Versagens im Dienst. Als es in der Nacht zum Aschermittwoch zu einem Todesopfer vor einer Kirche in Köln kommt, ist Judith noch nicht wieder im Dienst und ihr Kollege übernimmt den Fall. Handelt es sich bei dem Toten wirklich um einen Priester, oder ist hier ein Karnevalist ums Leben gekommen? Als es schließlich zu einem weiteren Todesopfer kommt, wird Judith Krieger wieder als Verstärkung zum Fall hinzugezogen. Stehen die Mordfälle in Verbindung?
Meine Meinung: "Farben der Schuld" hat mir gut gefallen. Es ist der erste Krimi, den ich von Gisa Klönne gelesen habe, doch es wird sicherlich nicht der letzte sein. Als Kölnerin waren mir die Handlungsorte sehr vertraut und auch die etwas eigene Art der Kölner war gut rübergebracht. In wechselnden Perspektiven werden hier zunächst von einander unabhängige Geschichten erzählt, die sich im Laufe des Buchs immer mehr zu einem Strang verbinden. Eigentlich waren es auch die Nebenstränge, wie beispielsweise die Geschichte von der jungen Bat, die mich am meisten interessiert haben. Leider wurden jedoch auch einige Klischees bedient, gerade was die katholische Kirche betrifft. Insgesamt hätte dies auch gut ein Film in der Art des "Tatort" im Fernsehen sein können, da sich Figuren und Schauplätze geradezu dazu anbieten. Hier ist es keine unterschwellige Psychologie, die den Fall ausmacht, sondern simples Polizei Handwerk. Es würde mich daher nicht wundern, wenn das Buch einmal fürs Fernsehen adaptiert wird. Die Kommissarin Judith Krieger ist mir sehr sympathisch, allerdings gelang es mir nicht, sie mir bildhaft vorzustellen. Ein wenig nervig fand ich ihren Kollegen Manfred Korzilius mit seinem Kampfkunst Spleen. Meiner Meinung nach, fehlte den Figuren ein deutlicher Wiedererkennungswert, was ich eigentlich bei einer Krimi-Reihe erwartet hätte. Vielleicht funktioniert dies besser, wenn man auch die anderen Bücher von Gisa Klönne kennt. Auch die Aufklärung des Falls fand ich etwas enttäuschend, mehr möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten. Sehr gut gefällt mir das Titelcover mit dem Chamäleon. Einerseits zeigt es das Haustier der jungen Bat, andererseits kann es jedoch auch ein Sinnbild sein für die Figuren des Romans. So wie ein Chamäleon ein Meister der Anpassung ist, verstehen es auch einige Personen ihre wahre Natur zu verbergen.
Es geschah in der letzten Karnevalsnacht. Ein katholischer Priester wurde vor der Sankt Pantaleon Kirche in Köln ermordet. Der Mörder hat ihn mit einem Schwert erstochen und blutüberströmt auf der Kirchentreppe liegen gelassen. Ein zufälliger Zeuge, der stark nach Alkohol roch, behauptete einen grauen Ritter mit einem Schwert in der Nähe des Tatorts gesehen zu haben. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Als kurz darauf wieder ein Mord nach gleichem Schema passiert, befürchtet der Kommissar Korzilius, dass diese Fälle viel Ärger und Druck von außen bedeuten können. Es geht eben um die katholische Kirche und ihre Diener. Da der Täter jedes Mal das Wort Mörder in roter Schrift auf der Treppe hinterlassen hat, vermuten die Ermittler, dass es sich hier um Rache handelt. Rache schwört auch Bat, das 18-jährige Grufti-Mädchen. Ihre beste Freundin Jana musste sterben und Bat glaubt ihren Mörder zu wissen. Sie beginnt Ermittlungen auf eigene Faust. Inzwischen bekommt der Kommissar Korzilius Unterstützung von seiner Kollegin, der Kriminalkommissarin Judith Krieger, die in ihrem letzten Einsatz ihr eigenes Leben riskiert hatte und auch selber töten musste. Man hat sie danach vom Dienst befreit und auch sie konnte immer noch nicht das Erlebte richtig verarbeiten. Sie spricht über ihr Trauma mit dem Polizeiseelsorger, der auch ein Priester der katholischen Kirche ist, und auf diese Weise wird sie in den Mordfall „Priester“ verwickelt. Diesen Kriminalroman liest man zuerst mit angehaltenem Atem. Trotz der mehreren Handlungsstränge lässt sich das Buch leicht und zügig lesen. Die Vorkommnisse, flüssig beschrieben, spielen sich vor den Augen des Lesers bildlich ab; jede Szene lässt sich gut nachempfinden. Die Einbindung der katholischen Kirche in das Geschehen macht diesen Krimi interessanter und ein Hauch der Ärger, den die Polizei fürchtet, liegt in der Luft. Es gibt jedoch in diesem Buch Handlungsstränge, die ich als störend oder sogar überflüssig finde, wie zum Beispiel Ausflüge über Karate oder Manni`s Probleme mit dem Vaterwerden. Auch die Geschichte von Jana finde ich nicht genug erleuchtet, genauso wie Probleme (oder Schuldgefühle?) von Bat´s Mutter. Und das Ende des Buches hat mich enttäuscht: es gibt keine Überraschung. Schon lange vor dem Schluss der Geschichte vermutet man den Täter und sein Motiv. Es wird doch immer wieder darüber gesprochen. Es bleibt nur die Frage: wann und wie? Fazit: eine interessante Lektüre mit enttäuschendem Schluss.
Mein erster Roman von Gisa Klönne und ich bin begeistert. Alleine das Cover ist schon ein richtiger Hingucker. Endlich ein Cover, was auch einen direkten Bezug zur Story hat. Abgebildet ist das Foto eines Chamäleons - in diesem Fall das Haustier, des Grufti-Teenagers Beatrice. Nach dem Selbstmord ihrer Freundin Jana und der Trennung ihrer Eltern, ist das Chamäleon ihr einziger Halt. Ansonsten flüchtet sie sich in Alkohol und rebelliert gegen ihre Mutter, die ihrerseits Trost in ihrem Glauben und der Kirche sucht.
Aber das ist nur einer von mehreren Handlungssträngen in dem Buch. Es wirkt sehr problemüberladen und düster. Aber es kommt ohne viel Blutvergießen und ohne viel Gewalt aus, ohne an Spannung zu verlieren.
Gisa Klönne hat ein nettes Ermittlerduo geschaffen. Da dies bereits der vierte Band aus der Reihe ist, haben sich die Protagonisten natürlich weiterentwickelt. Ich habe die Vorgängerbände leider nicht gelesen, konnte aber auch so in den vierten Fall sehr gut einsteigen. Der Schreibstil der Autorin sagt mir jedenfalls sehr zu. Positiv anzumerken ist auch, dass der Täter nicht wie in vielen anderen Krimis schon zu erahnen ist. Das Motiv ist auch nachvollziehbar. Also alles, was einen soliden deutschen Krimi ausmacht.
Von mir gibt es 5 Sterne für unterhaltsame Lesestunden.
Dies war mein erstes Buch von Gisa Klönne und ich muss zugeben, dass ich mir mehr versprochen hatte. Die Inhaltsbeschreibung hat sich sehr spannend angehört, die bei mir größere Erwartungen hervorgerufen hat, als letztlich erfüllt wurden. Zum Ende der Karnevalszeit in Köln wird ein Mann, der sich als Priester verkleidet hat, mit einem Schwert ermordet. Kurze Zeit später wird mit derselben Tatwaffe ein echter Priester getötet und die Kriminalpolizei vermutet bereits, dass ein Serienmörder dahinterstecken könnte. Mögliche Zeugen bzw. Personen, die etwas über den ermordeten Priester wissen könnten, schweigen, so dass die Ermittler, einschließlich Judith Krieger, die bei ihrem letzten Fall einen Menschen getötet hat und nun fürchten muss suspendiert zu werden, bis zum Schluss keine bedeutenden Hinweise erhalten, um die Morde aufzuklären. Ein anderer Handlungsstrang beschäftigt sich mit Beatrice Sollner, ein Gothic-Mädchen, die um ihre verstorbene Freundin Jana trauert. Es hieß, dass diese Selbstmord begangen hat, womit sich Bea allerdings nicht abfinden will und so auf der Suche nach dem mutmaßlichen Mörder ihrer Freundin selbst in Lebensgefahr gerät. In diesem Krimi ist jede Person auf irgendeine Art schuldig, was teilweise zu der Schwierigkeit führt den Fall aufzudecken, wodurch dieser erst wirklich am Ende gelöst werden kann. Die Beschreibung hört sich zwar relativ spannend an, aber die Umsetzung kann diese Spannung leider nur sehr selten aufrechterhalten. Auch die Auflösung am Schluss war für mich eher enttäuschend. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, da das Buch durchgehend flüssig zu lesen war und auch keine Verwirrung, durch die Handlungsstränge, aufkam. Die Charaktere allerdings blieben für mich zum großen Teil sehr flach. Man erfährt immer nur bruchstückhaft etwas und ich konnte auch keine Beziehung zu den Personen aufbauen. Vermutlich benötigt man hierzu die Vorgängerbücher um Judith Krieger, weshalb ich die Empfehlung ausspreche, nicht mit diesem Buch aus der Krimireihe zu beginnen. Alles in allem konnte mich Farben der Schuld aber weder fesseln, noch meine Neugier auf weitere Bücher von Gisa Klönne wecken.
Kurze Beschreibung: °°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Mitten in Köln wird zur Karnevalszeit vor der Kirche St. Pantaleon ein toter "Priester" aufgefunden. Es gibt keine Zeugen außer einen älteren Herren der nur einen schemenhaften Ritter erkannt hat. Kommisar Manni Korzilius ermittelt zusammen mit der frisch genesenen Komissarin Judith Krieger an diesem Fall. Jeder der beiden steht privat an einem wichtigen Wendepunkt des Lebens, was es noch schwieriger macht den Fall aufzudecken. Aus welchen Gründen wurde der falsche "Priester" ermordet und war dies vielleicht nur ein Versehen?
Meine Meinung: °°°°°°°°°°°°°°°°°°° Ich muss zugeben das ich in letzter Zeit von Kriminalromanen etwas enttäuscht war doch Gisa Klönne hat mit ihrem Krimi dieses Genre bei mir wieder in ein besseres Licht gerückt! In einem fesselnden Schreibstil berichtet sie zuerst über ein 16-jähriges Mädchen namens Jana vor zwei Jahren Selbstmord begangen hat. Jana's beste Freundin Beatrice kurz Bat trauert um ihre Seelenverwandte und ist davon überzeugt dass ihre Freundin ermordet wurde. Auf eigene Faust stellt sie dem Musikproduzenten Lars hinterher. Diese Geschichte steht in engem Zusammenhang zu dem "Priestermord" vor St. Pantaleon. Die Verwebung der beiden doch ziemlich unterschiedlichen Geschichten hat mir supergut gefallen.
Nun ein paar Worte zu den Ermittlern in dem Fall. Manni Korzilius ist ein Mann mittleren Alters der sich mit lästigen Telefonanrufen seiner Mutter herumschlagen muss und gerade eine Frau gefunden hat die in zutiefst berührt. Eigentlich passt die Person von Manni in das typische Bild eines Kommisars, er ist in keiner festen Partnerschaft und möchte sich eigentlich auch nicht binden als jedoch Sonja in sein Leben tritt ist er im Zweifel da sie ihn nicht nur auf eine körperliche Art und Weise anzieht sondern auch auf einer anderen viel tieferen Ebene. Zudem kommt noch Mannis Karateunterricht hinzu, diese Eigenschaft von ihm hat mich eher etwas irritiert und auch die Einschübe mit Zen Weißheiten die Manni in brenzligen Situationen in den Sinn kommen finde ich etwas fehl am Platz.
Hingegen zu Manni ist Judith Krieger eine zielstrebige Kommisarin die bei ihrem letzten Fall nur knapp mit dem Leben davon gekommen ist. Nach einem langen Aufenthalt im Krankenhaus und ihren immer wiederkehrenden Angstzuständen wendet sie sich an den Polizeiseelsorger Hartmut Warnholz (dieser ist wie es der Zufall so will Priester). Gisa Klönne schildert eindrücklich und ziemlich authentisch Judiths Angstzustände und den Weg zurück zur ihrer Arbeit als Ermittlerin. Langsam aber sicher tastet sich Kommisarin Krieger an den Fall "Priestermord" heran und stößt auf interesannte Verbindungen zwischen dem ersten und dem zweiten Opfer das nahe des Priesterseminars aufgefunden wurde.
Nach und nach verweben sich die Geschichten und Ereignisse der Morde und die des Gothicmädchens Bat zu einer gemeinsamen. Ein wichtiger Bindepunkt ist wohl auch Bat's Mutter Ruth Sollner die wie Hartmut Warnholz und das zweite Opfer in der Telefonseelsorge tätig ist. Die Autorin vermittelt einen tiefen Eindruck über die Gefühle von Ruth Sollner, egal ob es um die Sorge um ihre Tochter Bat geht oder um ihre Arbeit bei der Telefonseelsorge. Meiner Meinung nach macht diese Geschichte den Krimi erst richtig spannend!
Mein Fazit: °°°°°°°°°°°°° Ein ausgewogener und spannender Krimi der sich mit den Themen Glaube, Schuld und Vergebung befasst. Eindrucksvoll schildert die Autorin zwei gänzlich Unterschiedliche Geschichten die der Priestermorde und die des Gothicmädchens Bat das ihre beste Freundin verloren hat. Die Charaktere die Gisa Klönne erschaft sind vielschichtig und haben mir total gut gefallen. Ich gebe lediglich für die etwas weit hergeholte Einbindung des Karatetreibenden und Zenverbundenen Mannis einen Punkt Abzug (dieser Charakterzug scheint mir doch etwas weit hergeholt).
Geschrieben von hrafnaklukka, am 25-08-2009 18:05,
11. Die Serie wird mit jedem Teil besser!
Ich bin begeistert! Dieses Buch ist einfach typisch Klönne – genauso gut, wenn nicht sogar noch ein wenig besser als seine Vorgänger. Der vierte Teil der Krimiserie um die etwas eigenwillige Kölner KHK Judith Krieger ist trotz brisanter und aktueller Themen ein sehr emotionales Buch – und das ist das, was mir an der Serie so gut gefällt: neben spannenden Kriminalfälle kommt das Privatleben und die emotionale Seite der Ermittler nicht zu kurz. „Farben der Schuld“ aufzuschlagen war wie die Begegnung mit alten Freunden- vertraut, aber trotzdem neu. Diesmal hat es Judith Krieger ganz übel erwischt: ihren letzten Fall hat sie physisch und psychisch noch nicht ganz verarbeitet, da wird sie bei ihrer stundenweise Wiedereingliederung in den Polizeidienst aus Personalnot schon mit einem neuen Fall betraut: im Kölner Kaneval wird ein Arzt, der als Priester verkleidet war, von einem Ritter mit Schwert ermordet. Keine einfache Ermittlung, denn der Arzt, war beliebt und angesehen, und was fehlt ist ein Motiv. Oder ist er etwa das Opfer einer unseligen Verwechslung geworden? Noch während Judith und Manni im ersten Fall ermitteln, wird ein zweiter Mann tot aufgefunden: diesmal ein echter Priester, und zudem noch der beste Freund des polizeilichen Seelsorgers, bei dem Judith ihre seelischen Verletzungen aufarbeitet ….... Diesen Krimi sollte man wirklich nur in die Hand nehmen, wenn man eins hat: viel Zeit. Denn so einfach ist das mit dem Aufhören nicht, wenn man erstmal mit Judith Krieger und Manni Korzilius in Köln ermittelt. Die Spannung wird direkt von der ersten Seite an aufgebaut, der berühmte rote Faden schlängelt sich geschickt durch die Handlung, und in kurzen Rückblenden wird der Leser nach und nach auf die richtige Spur gebracht. Und trotzdem bleibt es fesselnd bis zum Schluß: ein Krimi, bei dem man nach ¾ des Buches immer noch über den Täter und des Motive rätselt, ist einfach nur gut geschrieben. Sehr schön beschrieben war auch die komplizierte Gefühlswelt der Krieger: die Schuld, einen Menschen erschossen zu haben, und die Schuld, das sie den Tod eines weiteren Menschen nicht verhindern konnte, außerdem ist da noch das Verhältnis zu ihrem leiblichen Vater, den sie nie kannte. Und das ist auch die große Stärke der Autorin Gisa Klönne: ihre Krimis kommen ganz ohne blutige Details – und auch ohne Kitsch - aus, und sind nicht nur Mord und Totschlag, sondern sehr persönlich, ohne in Klischees abzudriften . Die Protagonisten wirken absolut authentisch und lebensnah, als Leser kann man sich gut mit ihnen identifizieren. Allerdings sollte man die ersten drei Teile gelesen haben, um mit dem doch recht komplizierten Privatleben der Ermittler klar zu kommen. Fazit: für mich ein echtes Highlight unter den Kriminalromanen, nicht umsonst zählt Gisa Klönne zu den besten deutschen Krimi-Autoren. Ein Buch, das man bedenkenlos weiter empfehlen kann!
Dies ist der vierte Band um die Kommissare Judith Krieger und Manni Korzilius.
Zum Ende des Karnevals in Köln wird um Mitternacht ein als Priester verkleideter Chirurg auf den Stufen der Kirche Sankt Pantaleon mit einem Schwert erstochen. Auf die Stufen ist mit Farbe das Wort Mörder geschmiert. In einem zweiten Handlungsstrang lernt der Leser Bat kennen, ein Grufti-Mädchen. Auf dem Melaten Friedhof feiert sie den 18. Geburtstag ihrer Freundin Jana, die sich zwei Jahre zuvor das Leben genommen hat - sagt man. Bat denkt da anders und sucht auf eigene Faust den, der Jana vor den Zug gestoßen hat.
Judith Krieger, der nach ihrem letzten Einsatz noch ein Disziplinarverfahren droht und die wegen körperlicher und seelischer Schäden freigestellt ist, muss früher, als ihr lieb ist, in den Dienst zurück. Ein zweiter Priester, diesmal ein echter, wurde ebenfalls mit einem Schwert ermordet. Die Ermittlungen kommen nicht voran, denn überall stoßen die Kommissare auf eine Mauer des Schweigens.
Gisa Klönnes Buch besticht schon allein durch den Plot, der sich mit Kirche, Glauben, aber auch mit der Scheinheiligkeit, die sich oft dahinter verbirgt, beschäftigt. Der Leser kann bis zum Ende mit rätseln, wie die Handlungsstränge zusammenlaufen. Aber das Ende selbst ist durchaus schlüssig, auch wenn das lange unmöglich scheint. Besonders viel Wert hat die Autorin auf die Charakterisierung ihrer Figuren, ihrer inneren Gedanken und Gefühle, gelegt. Auch die Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet und werden so lebendig. Perspektivwechsel und Dialoge treiben die Handlung voran und zwingen zum Weiterlesen. Gisa Klönne schreibt atmosphärisch dicht, Längen, Stillstand gibt es nicht, die Spannung hält bis zur letzten Seite. Aber sie zeigt auch ein realistisches Bild der Polizeiarbeit, indem sie nicht nur die Leser, sondern auch die Ermittler immer wieder falsche Fährten verfolgen lässt.
Ein kniffliger Fall für Judith Krieger und Manni Korzilius, der sicher beim Leser essentielle Fragen nach Schuld, Sühne und Reue aufwirft.