Oliver Krachowitzer, genannt Krach, lebt mit vier weiteren männlichen Bewohnern in einer sanierungsbedürftigen Altbauwohnung in Berlin-Mitte. In dieser WG werden alle Vorurteile bestätigt. "Putzen" und "Ordnung" sind Fremdwörter und stilsichere Dekorationen aus Wohnzeitschriften sucht man vergeblich. Die Einrichtung ist eher zweckmässig und männertauglich. Die Zapf- und Glasspülanlage in der Küche macht die WG zur allseits beliebten Anlaufstelle. Spontane Partys, ständig verschobene Putzpläne, strenge Sitzordnungen und Wettläufe zum einzigen WC der Altbauwohnung bestimmen den WG-Alltag.
Das Leben könnte so schön sein, wenn da nicht der geldgierige Eigentümer des Hauses wäre. Denn der hat es sich zum Ziel gesetzt seine Mieter loszuwerden. Dadurch kann es schon mal zu irrtümlich eingerissenen Wänden, Stromausfall oder Wassermangel kommen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, kommen die Jungs auch noch einem russischen Schägerkommando und einem ehemaligen Stasi-Spitzel in die Quere. Reto, der neue Mitbewohner der Männer-WG, gibt Anlass zu wildesten Spekulationen. Denn seitdem Reto dort wohnt, geben sich ständig wechselnde, atemberaubende Schönheiten die Klinke zu seiner Zimmertür in die Hand. Könnte das an seinem schweizer Dialekt oder seinem Hang zum Kaltduschen liegen?
Der Roman ist in der Ich-Form geschrieben. Das WG-Leben betrachtet man dabei aus Oliver Krachowitzers Sicht. Eine Grundrisszeichnung zu Beginn des Buchs erleichtert die Orientierung in der Altbauwohnung. Schnell wird klar, dass hier der alltägliche Wahnsinn regiert. Durch den lockeren und leichten Schreibstil gelingt der Einstieg in die Handlung mühelos. Die weiteren Protagonisten werden durch Krachs Gedanken gut eingeführt, sodass man einen guten Überblick bekommt und entspannt dem chaotischen Geschehen folgen kann.
Die Bewohner der Männer-WG müssen sich mit einigen Ärgernissen herumschlagen. Einige Szenen wirken durchaus humorvoll, andere dagegen überzogen, konstruiert und zu gewollt. Da gerade bei Humor die Meinungen auseinandergehen, kommt dieses Buch sicher sehr unterschiedlich an. Ich lese gerne humorvolle Bücher, doch dieses konnte meinen Geschmack nicht immer treffen. An einigen Stellen musste ich aber schon schmunzeln. Gerade Krachs Liebesverwicklungen und sein verzweifelter Versuch die Textnachrichten von Julia richtig zu interpretieren, haben mir sehr gut gefallen. Natürlich gab es auch andere Szenen die ich sehr gelungen fand, wie z.B. die schnarrende Türklingel (NÄÄT), der ewig jaulende Hund Lambert und die nervenden Werbefuzzis, doch insgesamt konnte mich der WG-Wahnsinn leider nicht überzeugen.
Wer auf der Suche nach einem lockeren Unterhaltungsroman ist und schon immer erfahren wollte, wie es in reinen Männer-Wohngemeinschaften zugeht, dem kann ich dieses Buch guten Gewissens empfehlen. Ganz nebenbei kann man hier ausserdem den tieferen Sinn, hinter den beiden Möglichkeiten eine Klopapierrolle in den entsprechenden Halter zu hängen, ergründen.
Bei Kaltduscher geht es, wie der Untertitel schon sagt, um eine Männer-WG. Ziemlich verquere Typen, die eigentlich unterschiedlicher nicht sein könnten und doch irgendwie zusammenpassen.
Natürlich ist das Buch vollkommen überdreht. Klischees werden bedient, absolut unglaubwürdige Geschichten zusammengezimmert. Aber wer bei einem solchen Buch Realismus pur erwartet, hat eine Enttäuschung auch verdient. Wie üblich im Comedy-Bereich wird die Wirklichkeit übertrieben und großteils ins Absurde verdreht.
Das große Problem des Buches ist natürlich der Humor. Denn dieser ist halt bei jedem verschieden. Was der eine zum Schreien findet, ist dem anderen nichtmal einen Schmunzler wert. Ich persönlich musste nie laut auflachen (muss ich bei Büchern aber eh selten, hatte ich bisher nur bei einem), musste aber öfter schmunzeln und fand es insgesamt sehr unterhaltsam. Sehr witzig ist übrigens die Auflösung des Spannungsbogens im letzten Kapitel bzgl. einer Bewerbung an der Schauspielschule, die immer wieder thematisiert wird. Nicht zuletzt das hat bei mir zu einen positiven Abschluss des Buches geführt, so dass ich es schade fand, dass die Geschichte bereits vorbei war.
"Kaltduscher" ist ein schönes unterhaltsames Buch, dass sich leicht runterlesen lässt. Es ist zwar kein permanenter Schenkelklopfer, aber doch durchweg lustig. Da es aber gegenüber anderen komischen Romanen doch etwas zurückhängt, ist eine bessere Bewertung als "gut" nicht möglich. Ich möchte aber deutlich machen, dass ich eine Fortsetzung in jedem Fall lesen würde.
Krach wohnt in einer Männer-WG, wie sie im Buche steht. Er weiß, dass er schauspielern möchte, nimmt es aber nicht alles so ernst und lässt es ruhig angehen. So lebt er in den Tag hinein, um zu merken, dass er doch eben noch für die Aufnahmeprüfung der Schauspielschule oder für einen Song proben musste. Natürlich spielt sich in dieser WG eine Menge ab und seine Mitbewohner stören ihn in seinen Handlungsabläufen. In der WG-Küche wird es niemals langweilig und auch die Streitigkeiten mit dem Hauseigentümer sind abwechslungsreich. Als bei Krach dann auch noch die Liebe dazu kommt, wird das Chaos perfekt...
Meine Meinung:
Bereits die Leseprobe war anregend und unterhaltsam, als ich das Buch in den Händen hielt und zur Fortsetzung der Geschichte blätterte, konnte ich kaum Abwarten, was Krach & Co. noch so bereit halten. Man wird in einen bunten Topf von Charakteren geworfen, den man sehr gut ordnen kann, da diese sich detailgetreu verhalten. Ich musste immer wieder schmunzeln und teilweise auch laut auflachen, wenn Krach etwas überhaupt nicht gelingen wollte oder sich seine Mitbewohner etwas neues überlegt hatten. Sachau schreibt auf den ersten Blick sehr einfach, aber doch intelligent und sehr wortgewandt. Sehr gut gefällt mir, dass Sachau die Dialoge so wiedergibt, wie man sich auch im Zwiegespräch unterhält und nicht so gestelzt und umschrieben.
Sachau schafft es zudem, verschiedene Themen und Richtungen in seinen Roman einzubauen und diese immer wieder aufzugreifen und auch zum Ende zu bringen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, doch ich kann nicht sagen, ob ich die Männer jetzt besser oder schlechter verstehe als vorher. So habe ich an manchen Stellen doch oft gedacht: Ach, so anders sind die doch gar nicht. Machen sich die gleichen Gedanken um die Liebe und das Leben. Vielleicht meinen Männer auch nur, sie würden Frauen nicht verstehen, weil sie es eben nicht darauf ankommen lassen wollen, es zu versuchen.
Das Buch ist witzig, geist- und abwechslungsreich und auf jeden Fall auch etwas für Männer, nicht nur für Frauen .
Beim Lesen von Matthias Sachaus neuem Roman "Kaltduscher" wurde ich an meine früheren Besuche in genau solchen Männer-WGs erinnert. Matthias Sachau beschreibt das WG-Leben genau so, wie ich es in Erinnerung habe! Angefangen bei dem Schmutz, bis hin zu den Leuten, die ein und aus gehen!
Dieses Buch hat mir gut gefallen, es gab tatsächlich Stellen, bei denen ich laut lachen musste!
In "Kaltduscher" geht es um Oliver, genannt Krach, der mit seinen Freunden zusammen in einer Männer-WG lebt. Während der 390 Seiten passiert eine Menge im Leben von Oliver, wovon ich an dieser Stelle aber nicht zu viel verraten möchte. Nur so viel sei gesagt: ihr neuer Vermieter versucht die Männer aus der Wohnung zu vertreiben, ein neuer Mitbewohner bringt "frischen Wind" in die WG und Probleme mit dem anderen Geschlecht gibt es natürlich auch!
Im Vorhinein hatte ich keine hohen Erwartungen an dieses Buch, aber ich wurde zum Positiven überrascht. Ich konnte mir beim Lesen jede Person genau vorstellen, da es der Autor geschafft hat, jeden Charakter für sich speziell darzustellen. Die Hauptpersonen waren mir dadurch alle symphatisch, selbst der fiese Vermieter...
Ein literarisches Meisterwerk ist "Kaltduscher" natürlich nicht, das hätte wohl auch niemand erwartet. Wer gerne eine kurzweilige, aber äußerst witzige und lockere Lektüre für Zwischendurch lesen möchte, ist bei diesem Buch genau richtig!
Genau darum geht es in dieser Männer-WG. Es steht immer ein Fäßchen Bier in der Küche, zur allgemeinen Aufheiterung wird dann auch schon mal ein Fußballspiel von 1974 auf DVD geschaut und Krach, Gonzo, Tobi, Francesco und alle anderen hangeln sich mit Studium, kleinen Jobs und Beziehungsmißverständnissen so durchs Leben. Der Vermieter möchte die Truppe gern aus der Wohnung vertreiben und schreckt auch vor unlauteren Mitteln nicht zurück. So hat die Wohnung in verschiedenen Zimmern Wandlöcher, verursacht von Bauarbeitern mit Presslufthämmern. Zwischendurch gibt es noch Sex in Umkleidekabinen diverser Läden, in denen dann Hausverbot erteilt wurde.
Dieses Buch bietet ein kurzweiliges Vergnügen, ich habe manchmal schon laut gelacht. Allerdings war mir dann das Ende, diese merkwürdigen Verwicklungen mit dem Vermieter, Gonzo mit der Kettensäge und um noch eins draufzusetzen, Krachs Vater als Brutus dann doch etwas too much.
Es geht um Krach. Nein, nicht direkt um Baulärm, obwohl auch darum geht es im Buch. Vorwiegend aber um Krach also Oliver Krachowitzer. Er wohnt in einer verrückt, lustigen oder auch typischen Männer WG zusammen mit Gonzo, Francesco, Tobi und nachdem Hendrik ausgezogen und Reto eingezogen ist auch mit ihm. Alle drei Männer mögen vor allem Bier, Frauen und natürlich auch Sex. Es ist allerdings nicht immer einfach an alles heranzukommen, vor allem wenn in dem Haus verrückte Mieter wohnen und vor allem ein verrückter Vermieter das Leben zur Hölle macht. Trotzdem wird jeden Tag ein neues Ziel verfolgt. Ob der frühmorgendliche Wettlauf auf das WC oder der schwierige Kauf einer neuen Hose. Außerdem will Krach, nachdem es mit der Band nicht immer nur gut läuft, endlich Schauspieler werden. Achja und dann sind da auch noch Amelie und Julia. Amelie begehrt Krach sehr, obwohl Julia auch nicht ohne ist, wenn er sie bloß nicht immer schlagen würde. Dies tut er zwar nicht aus Absicht, aber wie macht er ihr das klar ? Dann tauchen plötzlich russische Schläger auf und ein älterer Opa wird als Stasi-Hausgenosse enttarnt. Zu guter letzt erscheint ständig Herr Wohlgemuth der Vermieter und dreht nach Lust und Laune das Wasser ab oder bohrt Löcher durch Wände und Decken. Einige weitere klasse Darsteller sind der Hund Lambert (Jauuuullll), die Türklingel (NÄÄÄÄTT) und die beiden nervigen Werbegrafiker (:-) ).
Nun möchte ich aber nicht alle Besonderheiten preisgeben, denn jede Seite verbirgt unzählige von genialen Ereignissen, wunderbarem Humor und Spaß ohne Ende. Ein Buch was man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Das Cover hab ich vor dem lesen eher geschmacklos gefunden aber nun kennt man den Zusammenhang. Eine klasse Urlaubslektüre mit hohem Spaßfaktor! Ich werde mir nun auch noch Matthias Sachau erstes Buch "Schief gewickelt" zulegen. Wer Jaud und Uschmann mag, ist mit Sachau sehr gut beraten !
Die Hauptperson und gleichzeitig auch der Erzähler dieser Geschichte ist Oliver Krachowitzer, genannt „Krach“. Er wohnt in einer Fünfer-WG. Seine Mitbewohner sind Gonzo, Tobi, Francesco, und Reto. Zusammen bewohnen sie eine sanierungsbedürftige Altbauwohnung in Berlin und teilen Wohnung, Küche mit integrierter Profi-Bierzapfanlage, eine einzige Toilette, und auch ihre Sorgen miteinander.
Die größte Sorge scheint der Zustand zu sein, daß der Hauseigentümer Wohlgemuth mit allen Mitteln, sprich abenteuerlichen Baumassnahmen, versucht, diese lästigen Bewohner loszuwerden, die ihn an der Durchführung seiner Sanierungsarbeiten hindern. Da fällt auch schon mal „aus Versehen“ der Strom aus oder es läuft tagelang kein Wasser mehr, sogar eine plötzlich fehlende Zimmerwand bringt die WG-Bewohner nicht aus der Ruhe. Sie lassen sich nicht einschüchtern und es gelingt ihnen immer wieder, entweder durch handwerkliches Geschick oder ihren Einfallsreichtum, alle Hürden zu überwinden und sich neu zu arrangieren.
Auch Liebeskummer ist dem WG-Bewohner Krach nicht fremd: er schwärmt von Tobis Exfreundin Amelie, die regelmässig in der WG mit ihrem Hund ein- und ausgeht, kann sich aber der Anziehungskraft von Julia, einer weiteren guten Freundin der WG nicht entziehen. So ist er also hin- und hergerissen und die Entscheidung fällt ihm nicht leicht...
Doch auch im Arbeitsleben läuft nicht alles rund: Krachs Berufswunsch ist Schauspieler, mangels Engagement hält er sich zur Zeit mit einem Job als Museumswärter über Wasser und wartet auf seine große Chance. Doch zunächst muss er sich mit einer einfachen und für ihn etwas peinlichen Rolle als Ersatz-Stimme für Sesamstrassen-Ernie zufriedengeben. Es winkt sogar eine weitere Rolle, für die er „nur“ noch das Vorsprechen bestehen muss...
Krach ist ein sympathischer junger Mann, bemüht, es allen recht zu machen, was ihn mitunter in Termin-Schwierigkeiten bringt und ihn immer wieder in unfreiwillig tragisch-komische Situationen bringt. Jeder Tag eine neue Herausforderung.
Die WG-Bewohner sind immer füreinander da, sie halten zusammen. Francesco als Anwalt ist der Fachmann für Rechtsfragen, Reto als neu hinzugekommener Bewohner ist äußerst geschickt im handwerklichen Bereich (und offensichtlich der große Frauenversteher...), Tobi ist der Erfinder und Gonzo's oft überschäumendes Temperament veranlasst seine Freunde regelmässig zu raschem Handlungsbedarf.
Gemeinschaft ist für alle Bewohner der WG wichtig, Freunde sind -fast- immer willkommen, es ist immer Bier in der Profi-Zapfanlage, an der sich jeder frei und ungezwungen bedienen darf, und so wird es nie langweilig. Schwierig wird es, wenn man einmal alleine sein will oder muss, um z.B. eine Rolle einzuüben. Dann muss man sich eben auch mal durchsetzen. Die Zimmertür (sofern vorhanden) zumachen und die Ohren auf Durchzug stellen, so schwer es auch fällt.
Mir gefällt das Buch sehr gut, die Schreibweise ist flüssig. Man erfährt im lockeren Erzählstil viele Einzelheiten aus dem Leben einer Männer WG im Allgemeinen und aus dem Seelenleben eines Mannes im Besonderen. Der Leser begleitet die Hauptperson Krach in allen Lebenslagen. Irgendwie ist die ganze WG und vor allen Dingen Oliver Krach chaotisch, aber dennoch äußerst sympathisch. Es fiel mir sehr leicht, mich auf die besondere Situation der WG einzulassen und ich kann dieses Buch allen empfehlen, die einen heiteren, audrucksstarken Roman suchen, in dem Männer eindeutig die Hauptrollen spielen!!!
„Ja, ne, der Wohlgemuth.“ Oliver „Krach“ Krachowitz lebt mit seinen vier Kumpels in einem Berliner Abbruchhaus, aus dem ständig der Rausschmiss durch den Eigentümer, Herrn Wohlgemuth, droht. Das Leben für Oliver ist ziemlich chaotisch: nicht nur, dass Herr Wohlgemuth die WG durch skurrile Aktionen zum Auszug bewegen will und ständig jemand ein Loch in der Wand hat, weil die Bauarbeiter nicht wissen, dass in der Wohnung noch jemand lebt, nein, Krach muss sich auch mit dem Verlust seiner Lieblingsjeans, der Aufnahmeprüfung für die Schauspielakademie, dem Stasi-Opa von oben, den Werbefritzen von nebenan, seiner Anarcho-Breitcore-Band und der Tatsache, dass seine Stimme wie die von Ernie klingt, herumschlagen. Nicht zu vergessen Amelie, in der er heimlich verliebt ist und deren Freundin Julia, eine rigorose Feministin.
Das alles ist sehr leicht und unterhaltsam zu lesen. Tiefgründige Ergüsse wird man in dem Buch nicht finden, aber wenn man auch nicht mit dieser Erwartungshaltung an „Kaltduscher“ rangeht, wird man sich prima unterhalten fühlen. Sachau schreibt mit viel Witz über eine Männer WG, die so in dieser Zusammenstellung sicherlich irgendwo in Berlin zu finden ist, und verbindet das immer wieder mit treffsicheren Hieben auf die moderne Popkultur. Freunde von liebevoll gezeichneten und schrulligen Figuren kommen hier auf ihre Kosten.
Lediglich das Ende wirkt dann etwas zu überzogen und zu skurril. Da hätte weniger gut getan, und deswegen gibt es auch nur drei Sterne von mir. Ansonsten ist „Kaltduscher“ aber ein schöner Roman für den Sommer, Balkon und den Strand.
Krachs Leben ist chaotisch. Der Vermieter will ihn und seine WG-Mitbewohner aus dem Haus ekeln. Er verliebt sich in die Ex-Freundin von Tobi, beginnt zugleich aber auch eine Affäre mit der Freundin der Ex-Freundin, und neben dem Job als Museumswächter versucht er als Schauspieler Fuß zu fassen. Und dann steht noch der Geburtstag seines Vaters an. Nur was soll man diesem schenken?
"Kaltduscher" ist mit Sicherheit kein literarischer Roman, der Wert auf Originalität oder Hochwertigkeit in irgendeiner Art legen möchte. Doch das hat der Roman auch gar nicht nötig. Er funktioniert bestens, so wie er ist. Einfach, klischeehaft und übertrieben. Warum auch mehr, wenn nicht mehr vonnöten ist? Eben. Doch schauen wir einmal genauer hin, um das verschwommene Bild klar zu bekommen. Mit Reto (schweizer Grasschnüffler), Gonzo (Ausraster Nr. 1), Krach (vergebliches Schauspielertalent und verspätetes Gesangsgenie), Tobi (Ex-Freund von Krachs großer Liebe) und Francesco (Rechtsanwalt) ist die chaotische WG der Stereotypen und Klischees komplett. Übersehen sollte man natürlich auch nicht die Randfiguren, die Mitbewohner im Haus: z.B. den DDR-Schnüffler oder ... belassen wir es dabei, dass ein Klischee das andere jagt. Was nicht passt, wird passend gemacht - nein, was nicht passt, wird zusammen gepackt! Und manchmal funktioniert es sogar. Man muss es nur konsequent durchziehen und sich nicht beirren lassen. Herrn Sachau ist dies auf jeden Fall bestens gelungen. Ach ja, die einstürzende Zimmerdecke, Atom-Strom aus der Ukraine, fehlendes Wasser und das tägliche Wettrennen nach dem Frühstück auf das Klo, weil es keine Lüftung gibt, sind ebenso typisch für diesen Roman, nebst vielen weiteren kleinen Dingen, die einen nur zunehmend schmunzeln und zugleich den Kopf schütteln lassen, ob der abstrusen Dinge, die da harren. Kleine Peinlichkeiten, große Zerstörungswut, Missgeschicke und Erfindungen, sowie kreativer Pläne für so manchen Spaß sollten nicht weiter verwundern. Spannend ist das alles auf, nun, einfache und sehr angenehme Art. Auch die leichte Sprache, die sich nicht immer selbst ganz ernst nimmt, tut das Übrige, um den Roman zu einem angenehmen Lesespaß werden zu lassen. Man nehme einige Bauklötze, in der Farbe bloß nicht zu unterschiedlich, aber verschieden genug, dass es auffällt, und baue ein kleines, prächtiges Schloss, das jeglicher Verzierungen entbehren muss, aber dennoch verdammt gut aussieht.
"Kaltduscher" ist somit einfache Unterhaltung auf angenehm subtiler Ebene. Man(n) schnappe sich ein Bier und mache es sich auf dem Sofa bequem. Ein Roman zum Abschalten. Ein Roman, der durch Einfachheit siegt. Ein Roman, der Spaß machen kann. Ein vordergründiger Roman, der jedem zu empfehlen ist, der auf leichte Kost steht.
"Kaltduscher Ein Männer-WG-Roman" bekommt 3 von 5 Sternen.
Was für ein tolles Buch. Zugegeben: Ich hatte vor der Lektüre dieses Buches ein paar Vorurteile, die nicht sehr positiv waren. Im Grunde bin ich davon ausgegangen, dass es sich hier um ein Buch über klischeehafte Männer handelt, welches nicht unterhält sondern irgendwann langweilt, da sie eh immer nur die selben Sprüche drauf haben. Doch das Buch hat mich vom Gegenteil überzeugt.
Zum Inhalt:
Hierbei handelt es sich um eine Geschichte über die 6 absolut unterschiedlichen Jungs Gonzo, Tobi, Hendrik, Francesco, Reto und der Ich-Erzähler Krach, die in ihrem Alltag die verrücktesten Sachen erleben. Diese Sachen sind allerdings nicht unrealistisch, sondern könnten durchaus in einigen Berliner WGs so ablaufen. Das ist das tolle an diesem Buch. Natürlich spielen auch Frauen, Alkohol, Fußball und echte Männerfreundschaft in diesem Buch entscheidende Rollen.
Meine Meinung:
Dabei ist immer eine brise Humor dabei und jede winzig kleine Anekdote endet mit einer super Pointe. Nichts wirkt dabei überzogen, sondern einfach nur real und erfrischend! Von der ersten Seite an fühlt man sich als MItglied dieser tollen WG. Wirklich ein sehr unterhaltsames Buch, das bis zur letzten Seite nicht langweilig wird. Ich hab es sehr sehr gerne gelesen!
In Matthias Sachaus neuem Roman geht es um die Tücken und Gepflogenheiten der Männer. Genau genommen um die Zustände die vorherrschen, wenn viele junge Herren zusammen wohnen und die Alltagsbanalitäten überwinden müssen. Das dies schnell in Chaos ausarten kann, das kann sich wohl jeder vorstellen. Jedenfalls wenn man an die vielen Vorurteile denkt, die es ja zu genüge über Männer und Ordnung oder Männer und Frauen geht. Diese Klischees werden in "Kaltduscher" nämlich zu genüge bedient. Aber nicht, dass die Geschichte deswegen platt wäre. Nein, das ist sie nicht. Sachau hat hier einen wirklich amüsanten Roman über Oliver Krachowitzer, kurz: Krach und seine WG-Kollegen Gonzo, Francesco, Tobi und Reto geschrieben. In ihrer WG geht es zurzeit wirklich chaotisch zu. Dafür sorgen nicht nur die Jungs ganz alleine indem sie sich einfach eine weitere - und leider nicht allzu stabile - Toilette einbauen und generell eh jeden in ihre Wohnung lassen, nein, dafür sorgt zurzeit auch ihr Vermieter, der die Jungs gerne aus der Wohnung hätte. Aber die fünfe wären wohl keine richtigen Männer, wenn ihnen die Unordnung einer eingebrochenen Wand oder Decke wirklich etwas ausmachen würden. Der Leser merkt schon: Wirklich tiefsinnige Gedanken werden in diesem Buch nicht erörtert. Die Jungs leben eher so nach dem Motto "Da kommt was". Gedanken macht man sich erst, wenn es unvermeidbar wird. Und auch dann überlegt man sich erst einmal, wie man dem Unvermeidbaren vielleicht doch noch entgehen könnte.
Mit viel Charme beschreibt der Autor auch noch die Beziehungsanfänge zwischen Krach und Julia und Amelie und Gonzo. Ein echte Highlight des Buches war wohl das Tandemschreiben zwischen Tobi und Amelie, zu dem der Autor durch das Buch "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" laut eigener Aussage inspiriert wurde. Durch viele weitere kleine Anekdoten auch aus der heutigen Zeit wird das Buch recht lebensecht und trotz aller Klischees doch nachvollziehbar. Die Vorstellung, wie der nette, alte Christian Rhode (Bert) neben jemandem wie Krach im Synchonstudio verzweifeln muss ist einfach witzig.
Insgesamt ein wirklich netter und charmanter Männer-Roman, den Frauen aber locker lesen und auch gut finden können.
Über den Autor: Matthias Sachau wurde 1969 in München geboren und lebt seit sechzehn Jahren in Berlin. Er arbeitet dort als Autor und freier Texter. Nach seinem Debut "Schief gewickelt", in dem er sich den Abgründen des Vaterseins gewidmet hat, ist "Kaltduscher" nun sein zweiter Roman.
Zum Inhalt: Oliver Krachowitzer - kurz Krach - lebt in einer Berliner Männer-WG. Obwohl er eigentlich Schauspieler werden will und auch in ein paar Tagen ein wichtiges Vorsprechen an einer Berliner Schauspielschule hat, konnte er sich bisher nicht dazu aufraffen sich darauf vorzubereiten. Stattdessen verdient er sein Geld als deutsche Synchronstimme von Ernie. Auch in der Liebe läufts nicht gerade rund, da er nicht weiß wie er seiner Angebeteten Amelie seine Liebe gestehen soll und dummerweise auch noch eine Affäre mit ihrer besten Freundin angefangen hat. Zu allem Übel versucht der neue Vermieter die WG mit allen Mitteln zum Auszug zu bewegen ... Das Chaos ist also perfekt!
Meine Meinung: Erwartet habe ich einen durchschnittlich lustigen Roman vollgespickt mit Klischees und vergleichbar in etwa mit Tommy Jaud. Bekommen habe ich dagegen etwas ganz anderes ... etwas viel, viel besseres! Denn Matthias Sachau erzählt mit solchem Witz und pointenreich vom ganz normalen Wahnsinn Männer-WG, dass ich mich beim Lesen gekugelt habe vor Lachen. Absolute Highlights beim Lesen waren die Interpretationsmöglichkeiten-
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Text-"Es war nur was sexuelles"-Liste und die sprachbegabten Röhrenjeans-mit-Hängepopo-
Träger! Aber auch der Rest des Buches war einfach nur genial, einfallsreich und zum Schießen komisch! Ich war immer wieder fassunglos mit welcher stoischen Gelassenheit dieser Kerl die größten Katastrophen hinnimmt und versucht darin auch noch etwas Positives zu sehen. So hangelt sich Krach auch im Laufe des Buches von einem Fettnäpfchen zum nächsten und von einer peinlichen, völlig entgleisten Situation zur anderen. Und es ist ein riesen Spaß ihm und seinen chaotischen WG-Mitbewohnern dabei zuzusehen und zu hoffen, dass vielleicht irgendwie doch noch alles gut ausgeht.
Krach, der eigentlich Oliver Krachowitzer heißt, ist 24 und lebt mit Gonzo, Francesco und Reto (der einzieht, als Hendrik auszieht) in einer typischen Männer-WG. Bei den Frauen hat er nicht viel Glück, obwohl es Amelie gibt, die er anbetet und Julia, die er gern mal schlägt. Also nicht wirklich. Doch, wirklich. Aber vielleicht nicht immer absichtlich.
Er ist im Prinzip ein stinknormaler Mann. Spielt Fußball, singt in einer Band, und besitzt nur drei Hosen. Seine Lieblingshose (und die trägt er JEDEN Tag) hatte er vor einiger Zeit in einem Berufsbekleidungsladen gekauft. Und dann gibt es noch eine Jogginghose und eine Anzugshose. Also hat er eigentlich nur eine einzige Hose, denn mit zweien von ihnen kann man nun mal nicht durch den Alltag gehen, ohne vielleicht ab und zu schief von der Seite angeschaut zu werden. An sich gäbe es auch keinerlei Probleme mit dieser einen Lieblingshose, wenn diese nicht eines Tages kaputt gehen würde. Was nun? Ab in den Laden und eine neue kaufen? Das wäre für Krach zu einfach und so lässt er sich begleiten. Von einer Frau. Und ist genervt. Es ist nun mal nicht so einfach, mit Frauen einkaufen zu gehen. Und was sonst noch alles in Klamottenläden passieren kann? Ich verrate es Euch nicht. Aber ich sag Euch gleich eines: Euch werden vor Lachen die Tränen kommen!
Ein wenig Frauenversteher steckt auch in Krach. So hat er zum Beispiel erkannt, dass Frauen in Codes sprechen. Doch sollte man sich darüber Gedanken machen, ob eine Frau einen Punkt am Ende einer SMS schreibt, oder ein Ausrufezeichen oder gar nichts? Bedeutet eine SMS ohne Punkt tatsächlich, dass noch alles offen ist?
Und was hat verdammt noch mal der schreckliche Vermieter Herr Wohlgemut mit den Russen am Hut? Und warum verhält sich ein Hund so komisch, wenn man bestimmte Dinge tut? Und was machen Sesamstraßenbewohner in diesem Buch? Und wie wird die Geschichte enden? Fragen, die am Ende des Buches natürlich beantwortet werden.
Während Matthias Sachau in seinem Debüt-Roman ‚Schief gewickelt’ von den Problemen erzählt, mit denen man als Vater konfrontiert wird, so schildert er in seinem zweiten Roman eher das Leben derer, die vielleicht eines Tages mal Vater werden wollen. So Gott will. Oder die Frauen. Denn das Leben mit den Frauen scheint ja nicht immer einfach zu sein. Aber lustig!!
Mit völlig trockenem Humor (und den habe ich schon bei Tommy Jaud geliebt!) hat der Autor mich von Anfang an verführt. Nie kommen seine Pointen verkrampft rüber. Alles ist stimmig und am tollsten sind die Dialoge, bei denen sich die Jokes quasi die Klinke in die Hand geben.
Als Lesezeichen empfehle ich übrigens ein paar Blätter Toilettenpapier, denn obwohl Ihr das Buch kaum noch aus der Hand legen werdet (und deshalb gar kein Lesezeichen braucht), werdet Ihr hoffentlich auch nie in die Situation geraten, die auf dem herrlichen, saukomischen Cover des Buches zu sehen ist. Das Lesezeichen für den Notfall also. Und Ihr könnt Euch am Ende des Buches auch überlegen, ob Ihr eher so die Klopapier-Domina-Fraktion seid oder doch eher das Heimchen am Herd. Also ich persönlich tendiere zur ersten Variante. Und gleichzeitig gehöre ich wohl eher der Warmduschergruppe an.
Für mich ist dieses Buch einfach nur SCHALKE 9.645.875.924!! (Und DAS verstehen jetzt wirklich nur die Menschen, die dieses urkomische Buch gelesen haben!)
Wer die Bücher von Jaud und Uschmann in seinem Bücherregal stehen hat, sollte unbedingt die Bücher von Sachau daneben stellen. Damit nix umkippt! Chapeau!!
Dieser Roman macht gute Laune und ist genau das Richtige zum Abschalten. Die Protagonisten sind allesamt liebenswert und lebensnah beschrieben. In einem eingängigen Schreibstil und mit launigem Wortwitz beginnt eine erfrischende Story über die Freuden und Leiden einer testosterongeschwängerten Wohngemeinschaft (eine feminin-geprägte Ausnahme sorgt für die Frauenquote). So befindet sich der Leser gleich mitten drin in dieser Männer-Bastion, die alle gängigen Vorurteile diesbezüglich bestätigt. Das macht aber richtig Spaß zu lesen und man schmunzelt doch über die zum Teil skurrilen Situationen, in die sich der Held der Geschichte begibt. Man sollte hier nichts literarisch Wertvolles erwarten, sondern sich einfach nur dem ungetrübten Lesevergnügen hingeben und genießen...
Diese Männer-WG ist schon was Besonderes. Oliver Krachowitzer, genannt Krach, berichtet aus dem eigentlich lustigen Männer-WG-Leben, wäre da nicht der Vermieter Herr Wohlgemuth. Dieser macht den Bewohnern mit unnützen und daher interessanten Bauarbeiten am Haus das Leben zur Hölle, um sie dazu zu bringen, dass sie eigenständig den Mietvertrag kündigen. Aber mit der Pfiffigkeit und Ausdauer der WG-Bewohner hat er nicht gerechnet. So wie die Männer dieses WG-Schlags nun mal sind, stört sie beispielsweise nicht einmal ein bauwerkliches Loch in der WG-Wand, inklusive dessen dadurch entstandenen Bauschutts und Drecks innerhalb der Wohnung. Außerdem gibt es da noch die Spezies Frauen, im Leben von Krach, dessen „Sprache“ oder Annäherungstaktiken er nicht vollständig entschlüsseln vermag und es im Verlaufe des Buches zu einigen lustigen Verwirrungen kommt.
Die Geschichte ist einfach und locker flockig geschrieben, so dass man dieses Buch zügig weg lesen kann. Der Humor kommt nicht zu kurz und ich mochte das Buch zum Ende hin gar nicht mehr aus der Hand legen, da ich wissen wollte wie es aus geht.
Die Bewohner der WG haben alle einen speziellen Charakter oder Interessen die sie so authentisch und liebenswert machen. Manchmal habe ich gedacht, ja entfernt ähnlich könnte es vielleicht so tatsächlich in einer Männer-WG zugehen. Hierzu braucht es aber auch die entsprechend verrückten und sehr spaßigen Männer um dieses spezielle WG-Leben abzubilden.
Alles in allem ist es ein lustiges Buch für zwischendurch. Es ist eine kurzweilige Geschichte mit nicht ganz abwegigen „Männerproblemen“, die auf humorvolle Art betrachtet werden. Krach und die Bewohner sind mir während des Lesens ans Herz gewachsen, wobei ich mir persönlich solche Mitbewohner nicht unbedingt wünsche, aber in Buchform nehme ich sie sehr herzlich in meinem Buchregal als neue Bewohner auf.
"Kaltduscher" hat mehr als das, was frau in einer Männer-WG erwartet und verrät uns Dinge, die wir schon immer wissen wollten. Männer unter sich: das heißt ja wohl Fußball, Bier (wo kommt eigentlich der Nachschub her?) und Frauen (ja, welche ist denn nun eingentlich die Richtige und woran erkennt man das?). Aber kann das schon alles gewesen sein? Natürlich nicht. Was wäre das Leben ohne einen Vermieter, der einem das Leben mit halb eingestürzten Wänden oder Decken das Leben schwer macht? Was wäre, wenn die Männer die Frauen verstehen würden? Was wäre, wenn man keinen Nachbarn hätte, der das Haus immer noch nach alter Stasimanier abhört und alles protokolliert? Wie wärmt man einen Lasagne auf? Wo kommen eigentlich diese russischen Schläger her? Und die beiden Fuzzis aus der Werbeagentur? Haben Eltern Geheimnisse vor ihren Kindern? Was, wenn ... "Kaltduscher" lebt von seinen schrägen und skurilen Typen, wobei die Hauptfigur Krach fast noch die "normalste" ist. Es ist absolut ein Angriff auf die Lachmuskeln. Sollte man gelesen haben.