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Die Stunde, in der ich zu glauben begann PDF Drucken E-Mail
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Autor/in: Wally Lamb
ISBN-10: 3866122063
ISBN-13: 978-3866122062
Verlag: Pendo-Verlag
Genre: Belletristik
Seitenanzahl: 752
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Veröffentlicht in : , Belletristik
Schlüsselworte : wallylamb
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Benutzerkommentare (25) RSS feed Kommentar
Geschrieben von KimVi, am 29-01-2011 13:36,
1. Was wäre passiert, wenn ... ?
Wally Lamb schildert in diesem eindrucksvoll geschriebenen Roman, wie ein einziger schicksalhafter Tag das Leben eines Ehepaares beeinflußt und in völlig andere Bahnen lenkt. Haben wir uns nicht alle schon mal gefragt : "Was wäre passiert, wenn...?" 
 
Der Roman erzählt die Geschichte des Ehepaares Caelum und Maureen (Mo) Quirk und ist in der Ich-Form aus Sicht Caelums geschrieben. 
 
Caelum und Mo arbeiten beide an der Columbine High School. Caelum ist Lehrer und seine Frau arbeitet dort als Krankenschwester. Am 20.04.99 unterrichtet Caelum nicht an der High School, da er die Beerdigung seiner Tante vorbereiten muß. Caelum trauert um seine Tante und und braucht dringend Unterstützung bei den Vorbereitungen. Deshalb will Mo an diesem Tag zu ihm fliegen. Da sie aber nur einen späten Flug buchen kann, beschließt sie einen Urlaubstag zu sparen und noch auf der Krankenstation der Schule zu arbeiten. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. 
 
Denn an diesem Tag erlangt die Columbine High School durch das Schulmassaker von Littleton weltweite Berühmtheit. Zwei Schüler laufen Amok und töten dabei zwölf Schüler und einen Lehrer bevor sie sich selbst töten. Auch Mo befindet sich in der Nähe der Todesschützen und kann ihnen nur entkommen, da sie sich völlig verängstigt in einem Schrank versteckt. Hilflos muss sie mit ansehen, wie die anderen Menschen im Raum erschossen oder verwundet werden. Doch sie hat Glück im Unglück und wird von den Tätern nicht gefunden, völlig traumatisiert wird sie später gerettet. 
 
Aus dem Fernsehen erfährt Caelum von dem Massaker und versucht verzweifelt seine Frau zu erreichen. Da er telefonisch keine Informationen erhält, setzt er sich in das nächste Flugzeug und macht sich voller Sorge auf die Suche nach Mo. 
 
Doch nach Maureens Rettung ist für das Ehepaar nichts mehr, wie es vorher war. Caelum versucht Mo zu helfen, doch durch das schreckliche Erlebnis ist sie stark traumatisiert und lässt ihn nicht an sich heran. Aufgrund ihrer seelischen Erkrankung ist Mo auch nicht in der Lage zu arbeiten. Die hohen Arztkosten und das fehlende Gehalt machen sich bald bemerkbar und setzen Caelum noch zusätzlich unter Druck. Deshalb und auch um in eine andere Umgebung zu kommen, verkaufen sie ihr Haus und ziehen auf die gemeinsam geerbte Farm der verstorbenen Tante. Langsam kehrt Maureen ins Leben zurück, doch da schlägt das Schicksal erneut zu - wieder ist sie zur falschen Zeit am falschen Ort! 
 
Caelum kommt auf der Farm alten Familiengeheimnissen auf die Spur und muss sich Tatsachen stellen, die ihn stark verunsichern und seine gesamte Herkunft in Frage stellen. Doch auch jetzt muss er sich vorrangig um Mo kümmern und ihr nach dem erneuten Schicksalsschlag beistehen. Diese doppelte Belastung und auch erneute finanzielle Nöte lassen ihn beinahe verzweifeln. 
 
 
 
Meine Meinung 
 
Das Cover und der Titel haben mich überhaupt nicht angesprochen, deshalb hätte ich es in der Buchhandlung sicher nicht in die Hand genommen. Aufgrund des Titels habe ich ein sehr religiöses Buch erwartet und auch der Strohhut des abgebildeten Mannes erinnerte mich an Amish - People und brachte mich somit auf eine völlig falsche Spur. 
 
Vom spannenden, aber trotzdem gefühlvollen Schreibstil des Autors war ich sofort begeistert. Trotz der hohen Seitenanzahl habe ich das Buch innerhalb weniger Tage durchgelesen. Das lag auch an den sehr gut beschriebenen und menschlich geschilderten Hauptprotagonisten. Besonders Caelum, mit all seinen Fehlern und Schwächen, war mir sehr sympathisch. Trotz der vielen Schicksalsschläge die beide erleiden, wirkte die Erzählung auf mich nicht unglaubwürdig. Im Gegenteil, selten hat mich ein Roman so gefesselt und berührt. 
 
Das Nachwort des Autors hat mich auch sehr beeindruckt, denn immerhin hat Wally Lamb neun Jahre an diesem Buch geschrieben. Die Ereignisse dieser Jahren, wie zum Beispiel der 11. September, Hurrikan Katrina, Feuersbrünste und der Krieg im Irak wurden ebenfalls gut in die Geschichte integriert. Besonders intensiv wurde natürlich auf das Schulmassaker von Littleton eingegangen. Wally Lamb hat hier die echten Namen der Attentäter, der Getöteten und der Verwundeten benutzt, lediglich die Akteure dieses Romans wurden hinzugefügt. Die Beschreibung des Amoklaufs ist gut gelungen, da die Panik und Angst der Betroffenen glaubhaft vermittelt wurde. 
 
Im zweiten Teil des Buchs stieß Caelum auf alte Briefe, Zeitungsberichte und Tagebucheinträge. Dadurch erhielt man einen Rückblick in die Familienverhältnisse und das Leben auf der geerbten Farm im 19. Jahrhundert. Auch dieser Teil war gut recherchiert und wunderbar geschrieben. Insgesamt hat mir dieses Buch sehr gut gefallen und ich freue mich sehr, dass ich es lesen durfte, denn ohne vorablesen wäre ich daran vorbeigegangen.
 
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Geschrieben von silkedb, am 23-03-2010 14:48,
2. Von Opfern und Tätern
Mein erster Eindruck zu "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" war, dass es sich hier um ein religiös motiviertes Buch rund um die Auswirkungen des Columbine Massakers handelt. Ich wurde jedoch sehr positiv überrascht von einem themenübergreifenden Roman, mit Tiefgang und Gefühl, der sich auf aktuelle Ereignisse des Weltgeschehens bezieht. Wally Lamb hat mit Caelum eine Figur geschaffen, mit der ich als Leser mitfühlen konnte.  
Mir persönlich haben dabei die Kapitel, die sich Caelums eigener Vergangenheitsbewältigung widmen, am besten gefallen. Wie die Teile eines Puzzles ergaben die Details immer mehr die ganze Geschichte und so ist "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" nicht nur Caelums Geschichte, sondern auch die der amerikanischen Frauenvollzugsanstalten und der Frauen, die diesen mit begründet haben. 
Wally Lamb hat es geschafft, dass mir das Buch nie zu langatmig wurde und ich immer wieder gespannt war, wie es nun weiter geht. Bei einem über einen Kilo schweren Schmöker ist das schon eine Kunst. Doch wie schon bei "Früh am Morgen beginnt die Nacht" ist es gerade die Komplexität, und das Augenmerk auf Details, dass mich hier fasziniert hat. Wer schon eins der anderen Bücher von Wally Lamb gelesen und gemocht hat, der wird auch von diesem Buch begeistert sein!
 
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Geschrieben von Nati, am 31-10-2009 14:25,
3. Familientragödien
Die Ehe von Caelum und seiner Frau Maureen ist in eine Krise geraten. Nun wollen sie einen Neuanfang machen und ziehen nach Colorado. Caelum erzählt aus seiner Vergangenheit und wie seine Frau fremdgegangen ist, und er darauf sehr aggressiv reagiert hat. Dann geschieht ein Alptraum. Caelum, Lehrer an der Columbine Highschool, befindet sich außerhalb und erfährt, dass zwei Schüler an seiner Schule ein Massaker ausgelöst haben. Voller Angst und Panik fliegt er nach Hause, um zu erfahren, was mit seiner Frau Maureen geschehen ist, die an der Columbine Highschool als Krankenschwester arbeitet. Völlig unter Schock stehend findet er Maureen, die sich während des Geschehens in einem Schrank versteckt hatte. Maureen überlebt und starb doch an diesem Tag. Sie leidet unter Angstzuständen und wird tablettensüchtig. Caelum versucht ihr zu helfen, doch er kommt nicht richtig an sie heran, sie entgleitet ihm. Als es ihr etwas besser geht, beginnt Maureen in einem Pflegeheim zu arbeiten. Dann geschieht ein Zwischenfall und sie kommt wieder mit Tabletten in Berührung. Unter den Medikamenteneinfluss verursacht sie einen Verkehrsunfall, bei dem ein junger Mann getötet wird und Maureen muss ins Gefängnis und landet in jenem Gefängnis, das Caelums Großmutter vor hundert Jahren als erstes Frauengefängnis gegründet hat. Caelum besucht sie unregelmäßig. Er quält sich mit der Frage, was er hätte anders machen können, damit dieses alles nicht geschehen wäre.  
Zu Beginn hat mich der Titel des Buches etwas abgeschreckt, da ich dachte es soll einem zum richtigen Glauben führen. Doch von der ersten Seite fühlt man sich tief in das Geschehen hineingezogen, die emotional geschriebene Geschichte lässt einen nicht so schnell wieder los und stimmt einen am Ende sehr nachdenklich. Man sollte sich etwas Zeit für diesen Roman nehmen. Für mich ein lesenswertes Buch, das man nicht so schnell vergisst.
 
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Geschrieben von stjerneskud, am 12-07-2009 19:23,
4. Zuviel hineingepackt und kein Schreibsti
Caelum Quirk zieht mit seiner Frau Maureen nach Colorado, um ihre Ehe zu retten, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und noch einmal von vorne beginnen zu können. Anfangs klappt alles wie gedacht, aber das Massaker an der Columbine Highschool, das Maureen versteckt in einem Schrank miterlebt, wirft sie komplett aus der Bahn und bestimmt ihr zukünftiges Leben. Mit dem Umzug auf die Farm in Connecticut, die Caelum von seiner Tante Lolly geerbt hat, wollen sie den Abstand zu den immer wiederkehrenden Erinnerungen gewinnen, aber vor den Geistern der Vergangenheit kann man nicht davon laufen. 
 
Das war ein ganz schön dicker Brocken und ich bin sehr froh, dass ich jetzt endlich den Schlusspunkt erreicht habe und das Buch damit aus den Händen legen kann. Mittendrin wollte ich nicht abbrechen, obwohl ich mich ganz schön durch das Buch durchquälen musste und oftmals kein Anlaß bestand weiterzulesen. Ich weiß zwar nicht, was ich mir genau von dem Roman versprochen hatte, aber das was ich zu lesen bekam auf jeden Fall nicht und meines Erachtens stopfte Wally Lamb viel zu viel in die 738 Seiten hinein. Aus der Themenmenge hätten gleich mehrere Bücher gemacht werden können.  
 
So wie das Buch geschrieben ist, war es überhaupt nichts für mich. Es konnte mich weder fesseln, noch mitreißen und mir viel zu wenige Gefühle entlocken. Caelum, Maureen und Velvet gingen mir oftmals total auf die Nerven, obwohl man ja eigentlich mit ihnen mitfühlen und mitleiden sollte und ohnehin wurde mir Caelum nie richtig sympathisch. Manches war einfach zu viel, wie z.B. das Hin- und Herspringen zwischen verschiedenen Zeitpunkten, die Ausflüge in die tief zurückliegende Vergangenheit, Caelums gescheiterte Ehen, zu viele Details, die nicht hätten sein müssen und immer wieder mussten noch weitere neue Figuren eingeführt werden. Auch die Wahl der Ich-Form empfand ich als wenig geglückt und dass die Geschichte aus Caelums Sicht heraus erzählt wird. Dadurch kommt nicht richtig rüber was Maureen miterleben musste, bzw. warum Velvet sehr viel weniger Blessuren von dem Amoklauf davonträgt, obwohl sie ihn ebenfalls hautnah miterlebte. 
 
Es gab auch genug andere Dinge, die mich störten. Zum einen hätte gleich am Anfang ein Satz ausgereicht, damit deutlich wird, dass Maureen und Mo ein und dieselbe Person sind und man die Stelle nicht zweimal zu lesen hat, denn in den Anfangsseiten ist man sowieso noch nicht ganz so vertraut mit den Akteuren. Zum anderen soll Caelum vielleicht als ein flegelhafter, junggebliebener Typ herüberkommen und sich in einer Art Gossensprache ausdrücken, aber ich kann keine Sympathien für ihn empfinden, wenn er die eigenen geliebten Hunde als Köter bezeichnet. Unklar bleibt auch, wenn jemand Amerikanische Literatur unterrichtet, ob damit nur die us-amerikanische, oder die vom ganzen Kontinent gemeint ist. Auch die Begriffe Internet und Web wurden munter durcheinander gewürfelt und es wurde nicht klar getrennt, was denn nun wirklich gemeint ist. Außerdem ist LexisNexis keine Suchmaschine, sondern ein Datenbankanbieter, die unter anderem eine Datenbank mit Presseinformationen anbieten. 
 
Am allerbesten gefiel mir die Stelle, in der Lydia von dem Abend in Mark Twains Haus berichtet. Es war das erste Mal, dass mich in diesem Buch etwas richtig in seinen Bann zog und ich gefesselt in der Geschichte versank. Davon hätte ich gerne mehr gelesen. 
 
Weiterempfehlen würde ich das Buch nicht. Abschnittsweise liest es sich großartig, aber die Stellen muss man ja erst einmal finden.
 
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Geschrieben von Flake7885, am 14-06-2009 08:12,
5. Wally Lamb - ein wunderbarer Autor
Genau wie bei "Die Musik der Wale" hat mich Wally Lamb nicht enttäuscht und mir bewiesen, dass rund 750 Seiten nicht lang sein können. 
 
Gleich das Vorwort, indem er über seine kürzlich verstorbene Mutter spricht, hat mich sehr gerührt. Er beschreibt mit viel Herz, dass er es ihr gewidmet hat, sie es aber leider nicht mehr vollständig lesen konnte. 
Mich hat die dicke des Buches erst etwas abgeschreckt und als ich auf Seite 325 war ging mir durch den Kopf: "Wow, bisher war es immer aufregend mit Caelum, dem Protagonisten, Tag für Tag zu erleben. Wird Wally Lamb es aber schaffen in der zweiten Hälfte des Romans mich immer noch bei Laune zu halten ?". Ich kann nur sagen "Er hat es." 
Keine Seite hat mich gelangweilt, eher wurde ich angetrieben schneller zu lesen. 
 
In seinem Roman steht nicht nur das schlimme Columbine-Highschool-Masaker im Mittelpunkt sondern Caelums komplettes Leben. Wie er vor dem Horrortag - 20.04.99 - gelebt hat, wie es mit ihm und seiner Frau Maureen nach dem Tag weitergeht und er begibt sich auf die Suche nach seinen Vorfahren. 
Erzählt wird in der Ich-Perspektive, über Caelum, den Lehrer an einer Schule in Colorado. Colorado - sollte für einen Neubeginn stehen, beruflich wie auch im Eheleben mit seiner Frau Maureen. Doch dann kommt alles anders. Maureen befindet sich mitten im Geschehen, als die beiden Schüler Harris und Klebold das Feuer eröffnen. Ein Alptraum nicht nur für Maureen. Keiner möchte an ihrer Stelle sein, nicht an ihrer und auch nicht an der Stelle der anderen Opfer und Zeugen. Der Leser befindet sich mitten in der Katastrophe und es läuft einem bei diesem Hautnaherlebniss kalt den Rücken herunter. Maureen steht verständlicherweise unter Schock und ist am Ende. Nach und nach verfällt sie der Medikamentensucht und Caelum schafft es nicht mehr zu ihr hindurch zu dringen. Ein Neustart in ein anderes Leben, weg von Columbine erscheint als einzige Rettung. Auf der gemeinsam geerbten Farm der verstorbenen Tante soll er nächste Neuanfang versucht werden. Maureen kehr langsam ins Leben zurück und als fast alles in geregelten Bahnen verläuft, folgt der nächste Schicksalsschlag. Maureen wird erneut zurückgeworfen und es lastet nun eine große Schuld auf ihr. Werden es die beiden erneut packen ? 
Caelum macht auf der Farm eine Entdeckung die ihn verunsichern und seine gesamte Herkunft in Frage stellen. Wessen Sohn ist er, wessen Blut fließt in ihm ? Eine doppelte Belastung für Caelum und dazu kommen noch finanzielle Probleme, die ihn fast verzweifeln lassen. Jetzt ist erneuter Zusammenhalt gefragt. 
 
Diese Geschichte hat mich sehr bewegt, da sie eins zu eins stattfinden hätte können. Sehr bewegend ist auch das Nachwort. Dadurch blüht alles nochmal auf und Wally Lamb gibt noch einmal sehr viel persönliches von sich preis. Von den neun Jahren in denen er am Roman geschrieben hat sind die herausragendsten Ereignisse festgehalten. Der Krieg im Irak, der Hurikan Kathrina, der 11. September und das Columbine-Masaker. Stellenweise konnte ich mir die Tränen nicht verdrücken und das ganze hat sich zum Ende noch mehr zugespitzt als mir bewusst wurde, dass fast alle Namen im Roman die der Opfer, der Zeugen, der Angehörigen echt sind. Diese Tatsache hat mich noch mehr mit dem Roman verschmelzen lassen und ich habe mich danach weiter über Columbine belesen. 
Internetseiten zu Columbine: 
http://de.wikipedia.org/wiki/ Schulmassaker_von_Littleton#Di e_T.C3.A4ter 
http://doku.cc/2007/12/02/ columbine-high-school- protokoll-eines-massakers/ 
http://www.6thfloor.de/ sciencenet/littleton.php 
Gefühlvoll, beeindruckend, spannend - Die Stunde, in der ich zu glauben begann, treffender kann der Titel nicht sein.
 
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Geschrieben von Nicole G, am 09-05-2009 12:49,
6. Schwere Kost
Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen?"Die Stunde in der ich zu glauben begann" handelt nicht nur vom Schulmassaker an der Columbine High School;es ist vielmehr die Lebens-und Familiengeschichte von Caelum Mc Quirk,die während des Lesens Stück für Stück in ihrer ganzen Tragik ans Licht kommt. 
Die Erzählung beginnt mit dem Schulmassaker.Caelums dritte Frau Maureen,die dort als Schulschwester arbeitet,ist eine der Überlebenden.Und sie zerbricht daran.Trotz der Hilfe von Caelum und auch von Therapeuten entwickelt sie ein chronisches posttraumatisches Psychosyndrom und wird dadurch sogar Tabletten-und Drogenabhängig. In völlig benebeltem Zustand überfährt sie einen Teenager und muß dafür 5 Jahre Haft in dem Gefängnis verbüßen,in dem Caelums Vorfahrinnen als Aufseher tätig waren.Eine seiner Ahnfrauen hatte dieses Gefängnis sogar gegründet,um den Frauen würdevollere Haftbedingungen zu ermöglichen. 
Trotz der ganzen Belastungen(auch finanzieller Art),hält Caelum weiterhin zu Maureen und kümmert sich sogar noch um eine junge Frau,die auch ein vollkommen desaströses Lebeen hinter sich hat,und die von Maureen vor ihrem Absturz gegen Caelums Willen(er hatte schlechte Erfahrungen mit ihr gemacht) bemuttert wurde.Während senes täglichen Überlebenskampfes beginnt Caelum eher durch Zufall eine Reise in die Vergangenheit seiner Familie.Indem er alte Briefe seiner Ahnfrauen liest kann er Stück für Stück seine eigene Lebensgeschichte aufarbeiten. 
Dieser Mann muß durch die Hölle gehen und zerbricht trotzdem nicht daran.Auch nicht,als ihn ein weiterer herber Schicksalsschlag ereilt. Schließlich gelingt es ihm sogar am Ende des Buches den Glauben zu finden. 
Dieses Buch von Wally Lamb war für mich von allen seinen Büchern das am schwersten zu lesende.Durchdie ganzen Briefe musste ich mich zeitweilig richtig durchquälen.Sie sind jedoch enorm wichtig,um zu erkennen,warum Caelum zu dem Menschen geworden ist der er jetzt ist.Die Tragik des Lebens der Protagonisten hat mich zeitweilig zu Tränen gerührt. 
Mein Fazit:Ein schwer zu lesendes Meisterwerk,für das man sich viel Zeit nehmen sollte.
 
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Geschrieben von LauraCroft, am 14-03-2009 08:51,
7. Das Leben ist zugleich chaotisch, gewalttätig und
Die Geschichte handelt von einem Ehepaar, Caelum und Maureen, die beide an derselben High School berufstätig sind. Maureen als Krankenschwester und Caelum als Lehrer. Eines Tages geschieht das Unfassbare, es findet ein geplanter Amoklauf zweier Schüler in der High School statt, bei dem Maureen unmittelbar dabei ist. Ihr Ehemann ist aufgrund eines Schlaganfalles bei seiner Tante Lolly in Connecticut und erlebt die Tat lediglich durch die Fernsehberichte mit und eilt daraufhin umgehend zu seiner Frau. Maureen steht durch das Dabeisein bei dem Amoklauf unter Schock und ist schwer traumatisiert. Caelum versucht seiner Frau beizustehen und sie zu ermuntern in ihr altes Leben zurückzufinden. Doch der Amoklauf verändert das Leben von Maureen und Caelum von Grund auf. Maureen begibt sich wegen ihrer Störungen und Flashbacks in psychiatrische Behandlung. Jedoch wird sie durch die Medikamente tablettenabhängig. So nimmt die Geschichte langsam ihren Lauf und entwickelt einen immer stärkeren Sog, der das Leben von Maureen und Caelum immer tiefer sinken lässt.  
 
Wally Lamb gelingt es eine packende Geschichte zu schreiben, die mich bis zur letzten Seite fesselt. Der Schreibstil lässt das Buch schnell und einfach weg lesen. Normalerweise hätte ich für solch eine Seitenanzahl durchaus länger zu lesen gebraucht, jedoch war ich ständig in den Bann gezogen weiter zu lesen. Dies spricht von der Qualität dieses Buches. 
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch, nämlich den Buchtitel. Dieser hat mich eher eine religiösere Geschichte erwarten lassen. Ich bin davon ausgegangen, dass sich das Buch wesentlich mehr mit dem Glaube bzw. Religion beschäftigt. Ich bin darüber aber nicht traurig, denn mir hat das Buch, wie bereits erläutert, ziemlich gut gefallen. Nur wer hier etwas tiefreligiöses erwartet, sollte Abstand von dem Buch nehmen. 
Was ich zum Schluss noch positiv bemerken möchte, ist, dass Wally Lamb zwar eine fiktive Geschichte geschrieben hat, jedoch z.B. der Amoklauf von Littleton mit der Benennung der echten Opfer und Tätern, der Hurrikan Katrina oder auch der 11. September als reale Bestandteile mit in sein Buch aufgenommen hat. Das machte das Buch noch realer für mich.
 
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Geschrieben von Avathea, am 05-03-2009 12:07,
8. Erlösung durch Leid
Die Stunde, in der ich zu glauben begann ist ein großer Roman, der eine Familiengeschichte erzählt, die sich über Jahrhunderte spannt. Was man, alleine durch die Buchbeschreibung, nicht angenommen hätte. 
 
Ausgangspunkt des Buches ist der Amoklauf an der Columbine Highschool am 22. April 1999, wo das Ehepaar Maureen und Caelum Quirk arbeitete. Als Krankenschwester befindet sich Maureen während des grausamen Geschehens in der Schule und ihr Mann erfährt erst durch die Nachrichten, was sich in Columbine zugetragen hat. Die Quirks hatten erst eine Ehekrise überwunden und nun befinden sie sich in einer neuen, noch schlimmeren, da Maureen durch den Vorfall nicht mehr dieselbe ist und sich immer mehr in sich zurückzieht, keinen mehr an sich ran lässt und schließlich noch medikamentenabhängig wird, was wiederum eines Tages dazu führt, dass sie unter Drogeneinfluss einen jungen Mann überfährt und dieser stirbt. Maureen muss ins Gefängnis, in das, dass Caelums Urgroßmutter ins Leben gerufen hat. 
 
Und nun weitet sich langsam, aber sicher die Familiengeschichte aus. Die Mieterin von Caelum findet alte Schriftstücke, Tagebücher und Briefe, die von seiner Ururgroßmutter stammen und viele Ungereimtheiten aus seinem Leben klären, aber auch viele neue, zum Teil schreckliche Dinge ans Licht bringen. 
 
Caelum muss viele schlimme Tragödien und Schicksalsschläge überstehen und ertragen, um aber am Ende erlöst zu werden und dies in der Stunde, in der er zu glauben beginnt. 
 
Das Buch ist in einem sehr gut zu lesenden, flüssigen Stil geschrieben. Manchmal wird es etwas langatmig, wenn an manchen Stellen der Autor zu weit ausholt und man ab und an den Überblick verliert, der sich aber danach meistens wieder einstellt. Obwohl es in diesem Roman nur so von Leid, Trauer und Schicksalsschlägen wimmelt, ist das Buch nicht schwermütig. Im Gegenteil, es macht einem selber Mut, wie Caelum, die Dinge anzupacken und nicht zu vergessen, dass es auch in schweren Zeiten immer Grund zur Hoffnung gibt. Man muss nur glauben.
 
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Geschrieben von schliesi, am 28-02-2009 14:03,
9. Auf der Suche nach der eigenen Identität
Wally Lamb beschreibt in seinem Roman sehr eindrucksvoll das bewegte Leben von Caelum Quirk und seiner Frau Maureen. Beide arbeiten an der Columbine Highschool. Während Caelum sich gerade um den Nachlass seiner verstorbenen Tante kümmert, überlebt Maureen schwer traumatisiert das Schulmassaker an der Highschool von Littleton. Maureen findet nur langsam ins Leben zurück. Schließlich wagen sie einen Neuanfang in Connecticut auf der Farm auf der Caelum aufwuchs. Als alles langsam besser zu werden scheint, verursacht Maureen unter Medikamenteneinfluss einen tödlichen Verkehrsunfall und wird zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. In diesem Roman ist sehr viel Gefühl, Emotion, Hoffnung, Wut und Trauer sehr anschaulich beschrieben. Ein Buch, das ich nur sehr schwer aus der Hand legen konnte und das mich im Nachhinein immer noch beschäftigt.
 
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Geschrieben von Lilith, am 26-02-2009 13:31,
10. Danke
„Die Stunde, in der ich zu glauben begann“ 
von Wally Lamb 
 
Lambs erstes Buch, das mir in die Hände fällt. 
Eines an dem ich im Buchhandel vermutlich vorbeigegangen wäre.  
Das Titelbild wirkt auf mich wie ein Farmer und löst kein Interesse aus. 
Der Titel selbst ist mir zu religiös und hätte dadurch abgeschreckt. 
Damit hätte ich vermutlich den Klappentext erst gar nicht gelesen und dieses Buch hätte mich nicht erreichen können. Was man nicht kennt, kann man auch nicht vermissen. 
Aber jetzt mit diesem über 750seitigen Hardcover in den Händen muss ich sagen, ich möchte es nicht missen.  
Diese sprachliche Kraft und Ausdrucksfähigkeit zeichnet für mich große Literatur aus. Dazu gehören Bücher, die nach dem Lesen etwas zurücklassen, die den Leser verändern. 
 
Ein Amoklauf als Ausgangspunkt. Er wirft so viele Fragen auf. Hätte er verhindert werden können, gibt es Mitschuld, wenn man die Anfänge nicht sieht. Hätte sich dieser erwehrt werden können? Was macht eine solche Greueltat mit den Menschen, die sie überlebten. Wie sehr verändert sie und reißt hinab. 
Hier geht es um Menschenleben. Wir erleben und fühlen als Leser mit. Wir bekommen all jene feinen Schnipsel zu sehen, die es uns ermöglich noch tiefer einzutauchen. Fragebögen für Traumafälle, Auszüge aus Tagebüchern, Emails und Schlagzeilen.  
Gefühle werden greifbar. Es ist unsere Angst, unsere Hilflosigkeit, unsere Wut. 
Aber es ist auch unsere Chance, zu erleben, wie es weiter gehen kann. Trotz aller Abstürze. 
„Die Stunde, in der ich zu glauben begann“ regt zum Nachdenken an. Das Leben geht weiter, welche Umwege es auch nehmen wird und am Ende ist es die Hoffnung, die bleibt. 
Ich möchte den Inhalt hier nicht nacherzählen. Lest selbst, zeichnet selbst den Verlauf der Geschehnisse nach und erlaubt euch mitzufühlen.
 
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Geschrieben von Amber, am 26-02-2009 09:29,
11. Die Stunde, in der ich zu glauben begann
Potenzielle Leser sollten sich weder von dem Titel des Buches, noch von dem Titelbild 
abschrecken lassen. Den Leser erwartet kein Buch in dem unablässig über Gott 
diskutiert wird, und auch kein Buch über das Farmleben, oder gar die 
Amish-People. Das Thema Glaube wird zwar aufgegriffen, aber es umweht einen 
eher wie eine leichte Sommerbrise die ab und zu mal aufkommt. Wieso Wally Lambs 
Buch trotzdem den Titel trägt wird einem erst schlüssig wenn man das Buch 
durchgelesen hat. 
 
In dem Buch geht es um das Ehepaar Caelum und Maureen Quirk. Er ist Lehrer und sie ist 
ausgebildete Krankenschwester. Beide arbeiten an der Columbine Highschool. Dann 
kommt der Tag an dem die Schüler Eric Harris und Dylan Klebold in die Schule 
eindringen und auf Schüler und Lehrer schossen. Caelum ist diesen Tag nicht 
zuhause, er befindet sich in Three Rivers, seinem Heimatort, um die Bestattung 
seiner Tante Lolly in die Wege zu leiten. Maureen befindet sich als die Schießerei losgeht in der Bibliothek. 
Nur knapp entgeht sie dem Massaker. Aber sie ist nicht mehr sie selbst, das Erlebnis hat sie tief 
traumatisiert und es gelingt ihr nur schwer in das normale Leben 
zurückzufinden. An ihrer Seite ist immer ihr Ehemann Caelum, dem es nach der 
Schießerei klar geworden ist, wie sehr er seine Frau liebt. Da beide schon Ehen 
hinter sich haben, und auch eine Fast-Trennung überwunden haben, probiert 
Caelum alles um seiner Frau das Leben leichter zu machen. Leider funktionieren 
manchen Sachen nicht wie gewünscht, aber die Hoffnung gibt er nicht auf.Caelum 
erfährt nicht nur viel über seine Frau und ihre Ängste, sonder auch sehr viel 
über sich selbst. Nachdem seine Tante Lolly verstorben ist, erbt er eine Farm 
von ihr. Darin finden sich viele Unterlagen über Caelums Leben und über das 
Leben seiner Ahnen. Hier zeichnet Lamb nicht nur ein genaues Bild von seinen 
Hauptprotagonisten, sondern auch genaue Bilder von vielen Nebenprotagonisten. 
Eindrucksvoll schildert er die Geschichten von Caelums Ahnen mit allen Höhen 
und Tiefen, die sie in ihrem Leben durchgemacht haben. Und schließlich erkennt 
Caelum durch diese Geschichten, was wirklich wichtig in Leben ist: Hoffnung! 
 
Wally Lambs Schreibstil ist sehr angenehm. Man findet schnell in das Buch und in das 
Geschehen hinein. Manche Passagen erscheinen im ersten Moment etwas 
uninteressant, liest man aber weiter erkennt man dass sie sich schlüssig in die 
Geschichte des Buches und ihrer Protagonisten passt. 
 
Man sollte bei diesem Buch auch unbedingt das Nachwort lesen. Hier erklärt Lamb wieso er 
zum Beispiel die richtigen Namen der Columbine Opfer genommen hat und den 
Schauplatz, und sich keine fiktive Geschichte um ein Massaker ausgedacht hat.
 
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Geschrieben von Wüstenmagier, am 17-02-2009 18:03,
12. (K)ein Meisterwerk einer Familientragöde
Titel: Die Stunde, in der ich zu glauben begann 
Originaltitel: The Hour I First Believed 
Autor: Wally Lamb 
Verlag: Pendo 
Jahr: 2009 
Aufmachung: 752 Seiten, Gebunden 
Preis: ¬ 22,95 
ISBN-10: 3866122063 
ISBN-13: 978-3866122062 
 
Caelum und Maureen Quirk sind nach Colorado gezogen, um einen Neubeginn ihrer Ehe zu starten. Doch dieser findet mit dem Amoklauf an der Columbine Highschool ein jähes Ende. Dies ist der Anfang einer Familientragödie, wie sie emotionaler und tiefgründiger nicht sein könnte, und die noch lange kein Ende nehmen wird. Und eigentlich hat die Tragödie schon vor Jahrzehnten begonnen - so nimmt das Grauen seinen Lauf. 
 
Wally Lamb hat ein Meisterwerk der menschlichen Analyse im Bereich der Emotionalität, des Verhaltens in Extremsituationen und der Verarbeitung traumatischer Ereignisse geschaffen. Langsam und bedächtig führt er den Leser ein in das Leben von Caelum Quirk, verbindet das des Lesers mit seinem und schweißt damit eine Verbindung zwischen Protagonist und Leser wie sie enger nicht sein könnte. Erst dann beginnt er die Ereignisse um Caelum auszuweiten, die einen ersten Höhepunkt mit dem Amoklauf an der Columbine Highschool findet. Hier nimmt die Geschichte ihren tragischen Wendepunkt, die die ganze (Lebens-)Geschichte überschatten wird und zieht den Leser unrettbar in seinen Bann. Hier nimmt die Geschichte nicht nur die rasende Abfahrt in immer monströsere Tiefen der Tragödie auf, sondern zeichnet auch das ziselierte Bild eines Menschen, der krank ist vor Verzweiflung, Liebe, Alltagsproblemen in Hinsicht auf Job, Existenzsicherung etc. und gleichzeitig für seine Frau Maureen da sein muss, der er den nötigen Halt geben muss, damit sie den Amoklauf verarbeiten kann  Kleinigkeiten im Leben, die sich bis zur Unerträglichkeit summieren, die einen stärker, enormer denn je belasten. Wally Lamb gelingt es diese bis ins Extreme zu steigern, ohne dass es Übertrieben wirkt. 
Neben der Familientragödie Caelums, spinnt Wally Lamb noch eine zweite Zeitebene mit ein, die Caelum zunehmend zusetzt, umso mehr er von ihr erfährt. Denn diese zweite mit eingeflossene Geschichte ist die der Vergangenheit der Quirks. Wie ist es zur Gründung des Quirk-Gefängnisses gekommen? Welche Geheimnisse verbergen sich in ihr? Was hat es mit des Mutters zweiter Identität und des Vaters Trinksucht auf sich? Was hat sich abgespielt in Caelums Kindheit? Fragen, die Caelum sich nicht gerne stellt, versucht zu verdrängen, die ihn zusätzlich belasten, und die ihn viel Überwindung kosten, weiter in seiner Vergangenheit zu stöbern. Denn das schrecklichste Geheimnis ist noch immer existent und wartet darauf entdeckt zu werden. 
Schon jetzt wirkt das Geschehen des Romans mehr als eindringlich auf den Leser. Doch um die Intensität noch zu steigern, mischt Wally Lamb zu seinem Fiktiven noch reale Ereignisse hinzu und vermischt so Fiktives mit Realem und verbindet damit nicht nur einfach eine Geschichte mit der der wirklichen Welt, sondern geht direkt an das Herz des Lesers. Denn er nimmt Ereignisse wie den schon erwähnten Amoklauf an der Columbine Highschool, den Hurrikan Katrina oder Persönlichkeiten aus der amerikanischen Vergangenheit. Diese Verschmelzung gibt der Geschichte um Caelum und Maureen Quirk das nötige I-Tüpfelchen, um es zu einem Meisterwerk zu machen; Zumindest in dieser Hinsicht. 
 
Doch gänzlich ohne Mankos ist auch dieser Roman nicht. Denn so Tiefgründung er ist, so spannend die Ereignisse erzählt werden, hat der Roman auch seine Längen, die er auch nicht durch die Ereignisfülle ausgleichen kann, sodass ich nachträglich leider sagen muss, dass das Meisterwerk nur herausragender Durchschnitt ist. Wally Lamb wollte zu viel, konnte aber nicht so viel erreichen, hat es nicht gänzlich geschafft seine Ideen in einem Spannungsbogen unterzubringen, der ohne Lücken ist. 
 
Dennoch ist "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" sehr zu empfehlen. Man muss Geduld für dieses Buch mitbringen, denn ohne kann es nicht funktionieren. Es ist keine einfach Lektüre, man muss sich auf das Geschehen einlassen und abtauchen. Erst dann kann "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" seine volle emotionale Kraft entfalten und damit die Familientragödie in ein Licht rücken, dass es kalt den Rücken hinunter läuft.
 
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Geschrieben von Everett, am 17-02-2009 10:16,
13. Die Stunde, in der ich zu glauben begann
Erzählt wird die Geschichte von Caelum Quirk aus der Ich-Perspektive. Caelum ist mit Maureen in seiner dritten Ehe verheiratet und zu Beginn erfährt man von Maureens Affäre und Caelums Reaktion darauf. Beide finden jedoch wieder zueinander und ziehen in die Nähe der Columbine Highschool, wo beide eine Anstellung finden. Caelum ist wegen eines Todesfalles auf der Farm seiner Familie, während Maureen das Attentat an der Schule mit erlebt. 
Maureen stürzt danach ab, wird medikamentenabhängig und lässt sich von Caelum nicht helfen, er kommt nicht an sie ran. Sie ziehen dann auf die Farm seiner Familie, Maureen fängt sich, und beginnt wieder zu arbeiten. 
Während des aktuellen Geschehens erfolgen Rückblenden, Erinnerungen an Caelums Vergangenheit. 
Dann passiert das nächste Unglück mit Maureen. Caelum nimmt dann Mieter in seinem Haus auf, die in New Orleans ihr Haus verloren haben. Durch den Beruf der Mieterin und die allgemeinen Umstände kommt immer mehr seiner Familiengeschichte zum Vorschein. 
 
Das Nachwort hat mir den Autoren recht sympathisch gemacht. Sein Schreibstil, auch wenn man etwas auf Distanz bleibt, gefällt mir. Ebenso die etwas zynische Art von Caelum, die der Autor realistisch nennt. Meine Hochachtung für den Aufbau, die Recherche und Arbeit des Autoren für dieses Buch. Allerdings ist so viel in dieses Buch gepackt, da hätte man auch gut zwei, drei Romane von machen können. Was den Protagonisten zustößt ist schon reichlich und ich fand es zu viel. Durch die ganzen, wohl nötigen, Erzählstränge wird es meiner Meinung nach einfach zu viel. Ich verlor dann schon etwas die Lust am Weiterlesen. 
Zudem finde ich Maureen etwas zu sehr leidend, mehr erwachseneres Verhalten, mehr Stärke, hätten sie besser da stehen lassen. 
 
Ein an sich gutes Buch, doch meiner Meinung nach zu umfangreich.
 
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Geschrieben von Maggie, am 15-02-2009 11:44,
14. Immer wieder neue Rückschläge...
... und immer wieder Hoffnung. Dieses Wort ist es, dass sich 
wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht. Egal wie verstörend die 
Rückschläge waren, die Hoffnung war immer vorhanden. Und zum Schluss 
gewann sie. 
 
Doch ich sollte das Pferd nicht von 
hinten aufzäumen, also beginne ich der Reihe nach. 
 
Die Frau des Protagonisten erlebt eine Gewalttat, 
die ihr Leben drastisch verändert: Sie ist Krankenschwester an einer 
Schule, an der ein Amokauf stattfindet.Aus purem 
Glück überlebt sie versteckt in einem Schrank. Doch das Trauma, das sie 
davontrug, verändert ihr Leben, aber auch das ihres 
Mannes. 
 
Caelum, ihr Mann, der zum Zeitpunkt des 
Amoklaufs nicht in der Stadt war, erfährt über das Fernsehen über die 
Tragödie. So schnell er kann, versucht er an den Ort des Geschehend zu 
kommen, um sich zu vergewisseren, dass es seiner Frau gut gehe. 
 
Als er sie ohne äußere Verletzungen in die Arme 
schließen kann, ist die Freude groß. Doch sie währt nicht lange, denn 
er erkennt, dass die inneren Verletzungen seiner Frau ihr ganzes Leben 
verändern wird 
 
Maureen wird schwer depressiv und 
medikamentenabhängig. Keiner kann ihr helfen, weder ihr Mann, ihre 
Freunde, noch diverse Therapiesitzungen. Und dann geschieht das 
unfassbare: Unter Medikamenteneinfluss verschuldet sie einen Autounfall 
- und muss ins Gefängnis. 
 
Die Beziehung leidet und 
zerbricht immer mehr. Dass Caelum sich schwer tut Maureen m Gefängnis 
zu besuchen, und sich dort nicht so verhält, wie man es sich wünschen 
würde, ist auch nicht besonders hilfreich. 
 
Doch auch schöne Dinge geschehen. Es wird eine Person gefunden, von dessen Existenz keiner etwas geahnt hat. All dieser Rückschläge zutrotz endet das Buch hoffnungsvoll,melancholisch und im Familienkreise: Mit der Stunde, in der Caelum zu glauben begann.
 
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Geschrieben von villawiebke, am 14-02-2009 15:14,
15. Warum?
Warum werden Menschen schikaniert, gedemütigt, ausgegrenzt? 
Warum werden Schüler erschossen, während andere Leben dürfen? 
Warum ist die Mutter, die das Kind großzog, nicht die richtige? 
Warum fällt uns dabei der Glaube an Gott so schwer? 
 
Dieses Buch stellt viele Fragen und stellt vieles infrage. 
 
Falls der Leser glaubt, mit Wally Lamb´s Buch "Die Stunde, in der ich zu Glauben begann", einen unterhaltsamen entspannenden Roman gefunden zu haben, irrt er. Dieses Buch ist keine Gute Nacht Lektüre. Es rüttelt den Leser auf, macht ihn wach, verursacht Albträume. 
 
Wally Lamb erzählt in seinem Buch die Lebensgeschichte des Lehrers Caelum Quirk, der nach einer schwierigen Kindheit und zwei gescheiterten Ehen, seine dritte Frau Maureen schätzen und lieben lernt. Aber auch das Leben mit ihr ist nicht einfach. Nach einigen Eheproblemen, die Caelum auf seine eigene Art und Weise zu lösen versucht, geschieht das Unfaßbare. Maureen wird Augenzeuge des Schulmassakers in Littleton. Versteckt in einem Wandschrank muss sie voller Ohnmacht mit ansehen, wie zwei Jugendliche 12 ihrer Mitschüler und einen Lehrer erschießen, ehe sie sich selbst richten. Durch diese Erlebnisse stark traumatisiert, schafft sie es von nun an nicht mehr, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Caelum leidet stark unter dieser Situation und findet keinen Weg, seiner Frau zu helfen. Im Gegenteil, unaufgearbeitete Familiengeheimnisse machen ihm schwer zu schaffen und stellen den Sinn seines Lebens auf den Kopf. 
 
Wally Lamb hat in seinem Buch "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" authentische Geschehnisse und Personen eingebunden und es dadurch geschafft, dass sein Buch wirklichkeitsnah dem Leser gegenübertritt. Fragen nach der Würde des Menschen stehen genauso im Mittelpunkt der Geschichte wie der Umgang mit dem Glauben. In seinem Buch arbeitet der Autor auf, welchen mittelbaren und unmittelbaren Folgen grausame Geschehnisse wie das Massaker von Littleton oder der Irakkrieg auf die Menschen haben. Wie Opfer solcher Greueltaten versuchen mit ihrer Angst umzugehen und leider, oftmals daran scheitern. Ergreifend und sehr gefühlvoll erzählt Wally Lamb seine Geschichte, klagt an, setzt sich mit Vorurteilen auseinander, versucht zu helfen. 
 
Es ist ein wunderbares Buch, das der Autor geschrieben hat, ein Buch, das den Leser bis ins Innerste bewegt und ihn nachdenklich werden lässt. Und trotzdem ist ein wenig Kritik an dieser Stelle angebracht. Obwohl Wally Lamb es verstanden hat, seine Geschichte emotional ausgereift und spannend zu erzählen, hat diese einige Längen, die nicht sein müssten. Geschehnisse, wie beispielsweise die Erlebnisse aus der Schulzeit von Caelum, wurden zu ausschweifend behandelt und sind in diesem Umfang nicht notwendig für das Verständnis des Lesers. Aber eines muss man dem Autor lassen, er hat in seinem Buch nicht nur eine ergreifende und teilweise authentische Beschreibung der damals stattgefundenen Geschehnisse präsentiert, sondern dem Leser ein Stück amerikanischer Geschichte und Lebensphilosophie nahegebracht.
 
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Geschrieben von Tista, am 14-02-2009 11:00,
16. Große Gefühle in große Worte verpackt
Caelum Quirk, in dem sich in dieser großen amerikanischen Familiengeschichte alles rankt, ist Lehrer und in dritter Ehe mit Maureen verheiratet. 
Die beiden ziehen nach Colorado, um einen Neuanfang ihrer Ehe zu wagen und weil Maureen näher bei ihrem Vater sein will. Aber - dieser Neuanfang endet in einer Tragödie, die das Leben der beiden aus den Angeln hebt, völlig verändert und sie an den Rand eines Abgrundes treibt. In der Schule, in denen das Ehepaar Quirk gemeinsam arbeitet, richten zwei Schüler ein schreckliches Blutbad an und Maureen überlebt nur, weil sie sich in einem Schrank verstecken kann. 
 
Das Ereignis belastet und erschüttert beide sehr - wirbelt ihr Leben durcheinander und sie brauchen lange, bevor es wieder aufwärts geht, um dann von der nächsten Katastrophe heimgesucht zu werden: 
Maureen überfährt unter Einfluss von Tabletten (nachdem sie schon einige Zeit clean war) einen Jungen und muss für 5 Jahre ins Gefängnis. 
Das sind - ganz grob umrissen - die beiden "gravierendsten" Ereignisse in diesem Buch - aber in diesem Buch passiert noch viel viel mehr! 
Es wäre müßig, hier auf alle kleinen und großen negativen aber auch positiven Ereignisse näher einzugehen - das wäre viel zu viel; man muss das Buch mit viel Ruhe lesen und sich in die Situation der beiden hineinversetzen und den Gedanken der Protagonisten folgen und sich drauf einlassen. 
 
Das Buch ist ergreifend, ausschweifend, detailgenau, fesselnd und sehr leicht lesbar geschrieben - aber: Es ist nicht nur vollgepackt mit Menschen, die Caelum sein Leben lang begleitet haben und es jetzt noch tun, sondern auch mit Ereignissen, die sich nicht nur in dem kompletten Leben von Caelum ereignet haben, sondern auch seine Vorfahren in den letzten zwei Jahrhunderten betreffen. Man erfährt die Lebensgeschichte der Nachbarn genauso wie die seines besten Freundes, man erlebt das Leben vieler Gefangener und z.B. die Ereignisse im Leben von Mark Twain. Seine Großmutter Lydia - seine Tante Lolly - sein alkoholkranker Vater - die Familie des überfahrenen Jungen - den Lebensweg der beiden Amokläufer und deren Familien - viele viele Menschen bereichern dieses Buch - aber ich muss gestehen, mir war es manchmal zuviel. Es waren einfach zu viele Schauplätze - zu viele Gedanken, die man verarbeiten musste. 
 
Caelum muss nicht nur mit den schrecklichen aktuellen Geschehnissen fertig werden sondern auch mit einer Vergangenheit, die ihm völlig fremd war, die alleine schon einen Menschen zur Verzweiflung bringen könnte; aber das Ende der Geschichte ist - ohne zuviel zu verraten - positiv und lässt die Hoffnung aufkommen, dass das Leben trotz aller Tiefschläge lebenswert ist.
 
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Geschrieben von Rednaxela, am 13-02-2009 15:41,
17. Glauben – Nur woran?
In seinem neuesten, knapp 750 Seiten umfassenden, Roman, an dem Wally Lamb neun (!) Jahre lang gearbeitet hat, wird dem Leser eine hochkomplexe Familiengeschichte, um nicht zu sagen Tragödie, präsentiert. 
Die Erlebnisse und Gedanken der Hauptperson Caelum Quirk werden über einen Zeitraum von den 90ern bis heute begleitet. Dieser große Handlungsstrang ist durchsetzt mit Erinnerungen aus der Kindheit Caelums, Briefen seiner Urgroßmutter und Urururgroßmutter, einem Vortrag seiner späteren Untermieterin und Studentin der „Women’s studies“, Janis, einigen Zeitungsartikeln und dem E-Mail-Verkehr mit seinem besten Freund Alphonse. 
Caelums Tante, die wie eine Mutter für ihn war, stirbt und seine Frau Maureen wird als Schulkrankenschwester zum gleichen Zeitpunkt Zeugin des Amoklaufs an der Columbine-Highschool. Sie trägt starke psychische Schäden davon, die ihr beider (Ehe-) Leben prägen werden. Caelum versucht nach diesen Ereignissen ein normales Leben zu führen, macht sich jedoch bald auf die Suche nach der eigenen Vergangenheit und der seiner Vorfahren. Aber die Schicksalsschläge nehmen kein Ende. 
 
Die Entwicklung der Geschichte ist an manchen Stellen ein wenig vorhersehbar, das stört aber kaum, weil sie so komplex ist, dass man sich freut, wenn mal etwas leicht nachvollziehbar ist. Die Komplexität ist ein großes Manko des Romans. Es sind dermaßen viele Mütter – leibliche und gesetzliche –, Großmütter und Urgroßmütter vertreten, dass der Überblick bisweilen recht schwer fällt. 
Sehr gut gefällt die Sprache, die nie gekünstelt und immer ehrlich ist. Der Schreibstil in denen die Briefe der Urgroßmutter und ihrer Großmutter verfasst sind, wirken absolut authentisch, ebenso wie die immer ein wenig tollpatschig-lustigen E-Mails des Bäckers Alphonse. 
Lamb versteht es ausgezeichnet die Figuren und ihre Gefühle klar zu zeichnen, die Beweggründe für das Handeln zu vermitteln und den Leser daran teilhaben zu lassen. 
Auch die stärksten Gemüter sollten sich darauf gefasst machen, dass bei ihnen die eine oder andere Träne fließen wird, selbst wenn man zu Beginn des Romans nicht damit rechnet. 
 
Einband und Titel sollten nicht unerwähnt bleiben, da sie leicht irreführen können: 
Auf den ersten Blick mag man dem auf einem Zaun sitzenden Jungen/Mann einen Amish identifizieren, da für jene die abgebildete Art der Kleidung durchaus typisch ist. Mit dem Inhalt hat das allerdings überhaupt nichts zu tun. Die einzige für europäische Standards „ungewöhnliche“ Religionsgemeinschaft, die erwähnt wird, sind die Quäker, zu denen einige Vorfahren von Caelum zählen, deren Lebensweise, Ansichten etc. aber nicht dargestellt werden. 
Der Titel suggeriert ein „Erleuchtungserlebnis“ oder ein Konvertieren zu einer bestimmten Glaubensform - dem ist nicht so. Während der Lektüre mag sich der Leser immer wieder fragen, wann denn nun diese entscheidende Stunde im Leben des Caelum Quirk kommen mag. Auf eine Antwort auf diese Frage muss er sehr lange warten. Der Glaube, der schließlich laut Caelums Aussage in sein Leben tritt, ist nicht explizit definiert. 
 
Fazit: 
Das Buch ist für Jedermann und -frau empfehlenswert, da es dem Autor mitnichten darum geht dem Leser eine bestimmte Glaubensrichtung näher zu bringen. Im Gegenteil werden verschiedene Ausprägungen des Glaubens durch die Hauptperson sehr kritisch betrachtet, jedoch wiederum ohne dadurch anderen Sichtweisen den Vorzug zu geben. 
„Die Stunde, in der ich zu glauben begann“ ist eine faszinierende Geschichte, die reale Geschehnisse und Personen in beeindruckender Form mit fiktiven verbindet und so dem Leser eine bis zum Schluss mitreißende Lektüre beschert.
 
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Geschrieben von BloodyMary, am 13-02-2009 09:06,
18. Der wahre Glaube an das Leben
Der wahre Glaube an das Leben – Liebe ist stärker als Hass! 
 
Autor 
 
Wally Lamb: * 17. Oktober 1950 in Norwich, Connecticut / USA 
studierte Pädagogik an der University of Connecticut, war lange Zeit als Lehrer für Englisch an einer Highschool in Norwich tätig und begann schließlich 1981 das Schreiben 
gibt seit einigen Jahren Kurse in Kreativem Schreiben in einem Frauengefängnis,  
ist politisch engagiert, um eine Verbesserung der Bedingungen Gefangener zu erreichen 
verheiratet, 3 Kinder 
Bekannte Werke: Die Musik der Wale, Früh am Morgen beginnt die Nacht 
 
Buchinhalt 
 
Caelum und Maureen Quirks Ehe steht auf wackligen Beinen.  
Colorado sollte für beide ein Neuanfang werden.  
Caelum ist Lehrer an der Columbine Highschool, befindet sich zurzeit jedoch nicht in der Stadt. Seine Tante Lolly verstarb infolge eines Schlaganfalls. Er kümmert sich um Formalitäten und Begräbnis. 
Ganz anders Maureen, Krankenschwester an der Schule. Sie ist mitten im Geschehen, als am 20. April 1999 das Unfassbare geschieht: Der Amoklauf an der Columbine Highschool nahe Littleton. 
Caelum erfährt aus den Medien davon, reist sofort ab, in Angst um Maureens, um ihr gemeinsames Leben. 
Wie sich herausstellt, überlebt Maureen das Massaker, versteckt in einem Wandschrank der Bibliothek. 
Doch ein Teil von ihr scheint für immer zerstört. Sie hat schwer mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen, unter denen nicht nur sie, sondern auch Caelum zu leiden hat. 
Dieser Vorfall ist bei weitem nicht der einzige Schicksalsschlag, den Caelum, Maureen, Verwandte und Freunde zu bewältigen haben... 
 
Meine Meinung 
 
Die Stunde, in der ich zu glauben begann ist anspruchsvoll und innen sowie außen von hoher Qualität. 
Wally Lamb präsentiert auf rund 750 Seiten eine Themenvielfalt, die weit mehr als nur die neun Jahre wiedergibt, die er benötigte, diesen fulminanten Roman fertig zu stellen. 
Bereits das Vorwort hat mich aus persönlichen Gründen sehr berührt. 
 
Am Beispiel von Caelum und Maureen Quirk, Verwandten, Freunden und Bekannten führt er dem Leser zahlreiche Ereignisse und reale Tragödien der amerikanischen Geschichte vor Augen. 
Ob es sich dabei nun um das grausame Massaker an der Columbine Highschool handelt, das der 18jährige Eric Harris zusammen mit dem 17jährigen Dylan Klebold plante und schließlich am 20. April 1999 entfachte, den Terroranschlägen am 11. September 2001 und deren weitreichende Folgen oder dem Hurrikan Katrina, der als verheerende Naturkatastrophe im August 2005 im Südosten der USA zahlreiche Menschenleben forderte und Schäden im Milliardenbereich anrichtete, um nur einige der Begebenheiten zu nennen, die Lamb in seine Geschichte hat einfließen lassen. 
Jedes Vorkommnis spiegelt Schicksale mittelbar und unmittelbar Betroffener wider, hat dementsprechend Auswirkungen und mitunter gravierende Folgen für alle Beteiligten. 
Caelum und Maureen sind hierbei nur exemplarische Opfer, die stellvertretend für zahllose Mitglieder der Bevölkerung stehen. 
 
Der Autor kombiniert gekonnt wahre Begebenheiten mit fiktivem Geschehen und lässt erdachte Charaktere mit existierenden Personen interagieren. 
Auf diese Weise entsteht ein authentisches Gesamtwerk, das sowohl Identifikationspotential bietet als auch zum Nachdenken anregt. 
 
Bewundernswert und ergreifend finde ich neben der Einbeziehung bereits erwähnter Fakten auch die Verwendung realer Namen von Opfern und Tätern, was mir bereits in der Leseprobe positiv auffiel. 
Lamb selbst begründet dies mit folgenden Worten:  
"Die Überlebenden beim Namen zu nennen dient der Anerkennung sowohl ihres Leids als auch ihres tapferen Wegs in ein sinnvolles Leben nach jenen schrecklichen Tagen. 
Die Toten beim Namen zu nennen dient der Auseinandersetzung mit dem Sinn ihres Lebens und Sterbens sowie der Kraft und des Leids ihrer Hinterbliebenen." (Seite 743) 
 
Die Stunde, in der ich zu glauben begann lässt sich weitgehend flüssig lesen. 
Ab und an ist jedoch eine Pause nötig, um Geschehen und Emotionen verarbeiten zu können. 
 
Lamb schreibt in klaren Worten, überzeugt mit dichter Atmosphäre und schafft psychologisch einfühlsam interessante und vor allem glaubhafte Charaktere, die eine nachvollziehbare und lebendige Version dessen transportieren, was man nach all den Schicksalsschlägen von den Personen erwarten würde. 
Er beschreibt und erzeugt intensive Gefühle, die zu Herzen gehen. 
Die Protagonisten sind nicht perfekt, gerade deshalb aber umso lebensnaher und sympathischer. Sie zeigen Verhaltensweisen, die situativ menschlich und daher glaubwürdig erscheinen. 
 
Der brisante Text wird in Teilen durch beispielsweise Emails, Schlagzeilen, biografischen Fragebögen und Tagebuchauszügen aufgelockert. 
 
Trotz der vielen schrecklichen und traurigen Ereignisse über mehrere Jahrhunderte hinweg, vermittelt Wally Lamb in Die Stunde, in der ich zu glauben begann mit Herz und Seele, was Glaube, Liebe und Zusammenhalt bewirken können.  
Er macht Mut, trotz harter Schicksalsschläge, in die Zukunft zu blicken. 
Für jeden Rückschlag im Leben, ermöglicht positiver Glaube, einen Schritt nach vorn zu machen. 
Hoffnung ist es, die dieses Buch schließlich und endlich hervorragend umschreibt. 
 
Fazit 
 
Um diesem grandiosen Werk den nötigen Respekt zu zollen, sollte man sich viel Zeit für die Lektüre nehmen. 
Es gilt eine große Menge an Fakten und Informationen zu verarbeiten. 
Der ein oder andere Leser wird zwischen den Zeilen dazu neigen, seinen eigenen Gedanken nachzugehen, besonders Interessierte mögen eventuell geschichtliche Hintergründe nachschlagen wollen, um sich umfassend mit den Themen des Buchs auseinander zu setzen. 
Alles in allem geht Die Stunde, in der ich zu glauben begann meines Erachtens über reine Unterhaltung weit hinaus. 
Jeder, der sich dessen bewusst ist, wird einen interessanten und fesselnden Roman erleben. 
Andere mögen unter Umständen von der Flut an bereitgestellten Schicksalsschlägen, die die amerikanische Geschichte und damit Wally Lamb zu bieten haben, erdrückt werden und das Buch vielleicht schlimmstenfalls sogar frühzeitig abbrechen. 
Von mir erhält Wally Lamb volle Punktzahl für ein intensives, überwältigendes und zu Tränen rührendes Leseerlebnis.
 
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Geschrieben von hrafnaklukka, am 11-02-2009 06:39,
19. Ein wunderbares Buch!
Lange Zeit mußte ich warten, denn nach „Die Musik der Wale“ und „Früh am morgen beginnt die Nacht“ ist „Die Stunde, in der ich zu glauben begann“, der nächste Roman aus der Feder eines genialen Autors. Neun Jahre hat Wally Lamb gebraucht und erneut ein Meisterwerk erschaffen. 
 
 
 
Der erste Teil des Buches spielt 1999, Caelum Quirk und seine Frau Maureen „Mo“ arbeiten als Lehrer bzw. Krankenschwester in Littleton an der Columbine Highschool. Die beiden führen ein – mehr oder weniger- ereignisloses Leben, als Cae's Tante Lolly stirbt und damit eine Reihe von dramatischen Ereignissen beginnt, die ihn in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft führen werden. Während Caes in die Heimat fährt, um sich um die Beerdigung seiner Tante zu kümmern, laufen 2 Jugendliche in der Columbine Highschool Amok. Maureen überlebt versteckt in einem Schrank, aber danach ist für die beiden trotzdem nichts mehr, wie es mal war. 
 
Am Ende des ersten Teils verlassen die beiden Littleton, da Mo die ständige Erinnerung an den Amoklauf nicht mehr aushält. 
 
Es gefällt mir besonders gut, das der Autor geschickt verschiedene Ereignisse / Katastrophen aus unterschiedlichen Stationen in Cae's Leben miteinander verknüpft und doch jeder gerecht wird. Zum schmunzeln brachte mich ein kurzes Wiedersehen mit „alten Bekannten“ (Dominick und Thomas Birdsey), denn der Roman spielt teilweise in Wequonnoc, wo Cal aufgewachsen und einen großen Teil seines Lebens verbracht hat. 
 
Der zweite Teil des Buches, betitelt mit „Gottesanbeterin“, zeigt das es doch noch schlimmer kommen kann als man denkt. Mo, stark traumatisiert durch den Amoklauf und den sexuellen Missbrauch durch ihren Vater, schafft es nicht, mit ihrem Leben fertig zu werden. Unter Tabletteneinfluss hat sie einen Unfall und muß ins Gefängnis, ironischer Weise in die Anstalt, die von Caelums Urgroßmutter gegründet wurde. Auch in diesem Teil des Buches werden vergangene Ereignisse nahtlos mit der Gegenwart verknüpft, was im wesentlichen den Charme des Buches ausmacht. Caelum wird neben Mo und ihren Problemen zum Nebendarsteller in ihrem gemeinsamen Leben degradiert, und doch hat er genauso unter den Ereignissen zu leiden wie sie. 
 
 
 
„Wenn man sich auf die Suche nachdem macht, was man sich wünscht, begegnet man dem, was man braucht.“ 
 
 
 
Es geht in diesem Buch nicht nur um Columbine, doch trotzdem hängt alles damit zusammen. Wally Lamb befasst sich in „Die Stunde in der ich zu glauben begann“ nur wenig mit dem unmittelbaren Ereignissen, sondern vielmehr mit den direkten und indirekten Opfern und Folgen. Der Roman an sich ist zwar rein fiktiv, die Handlung vermischt sich aber mit realen Ereignissen und Personen. Selten habe ich einen Roman gelesen, in dem die einzelnen Figuren, egal ob Haupt– oder Nebendarsteller, so genau und liebevoll gezeichnet waren. Die Geschichte ist mitreißend, witzig, traurig und interessant. Eben ein wunderbares Buch!
 
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Geschrieben von Bartie, am 07-02-2009 21:45,
20. Neun Komma acht auf der Richterskala....
"Neun Komma acht auf der Richterskala unserer Herzen und unserer Seele" sagt der Reverend Clukey (S.224) über die Tragödie an der Columbine Highschool. Solch starkes Beben wird beim Lesen dieses Buches auch in unseren Herzen ausgelöst. 
 
Am Anfang seiner Geschichte erzählt Caelum über seine Eheprobleme. Es ist bereis seine dritte Ehe und auch sie ist am Scheitern. Aber er und seine Frau Maureen wollen es nochmal versuchen. Deswegen ziehen sie von Three Rivers in Connecticut nach Littleton, Colorado um. Dort finden sie beide Arbeit an der Columbine Highschool und es scheint, dass sie zueinander finden werden. "Doch das stimmte nicht. Wir lebten ahnungslos am Rand des Chaos" sagt Caelum (S.592). Am 20.April 1999 geschieht das Unfassbare: ein Blutbad an der Columbine Highschool von zwei Mitschülern verrichtet. Versteckt in einem Schrank wird Maureen zur direkten Zeugin vom Massaker und in dieser Stunde lernt sie das Beten wieder. Die Schreckensnachricht erreicht Caelum in Three Rivers, wo er sich um die plötzlich erkrante Tante Lolly kümmern sollte. Er fliegt nach Littleton zurück und sucht am Ort des Geschehens verzweifelt nach Maureen, erlebt das ganze Ausmaß der Tragödie mit. Obwohl mit dem Leben davon gekommen, werden sie zu Opfern des Anschlages; Maureen wird trotz Medikamente und diversen Therapien depressiv und bleibt, geplagt von immer wieder kehrenden Flaschbacks, traumatisiert. Caelum versucht mit allen Kräften ihr zu helfen und braucht schließlich selber psychologische Unterstützung. Er erzählt: "an jenem Tag war Maureen der Exekution entgangen, indem sie eine Schranktür geöffnet hatte und in ein Labyrinth eingetreten war...." "Und weil ich nicht in der Lage war, sie dort rauszuholen - denn auch ich hatte mitterweile in diesem Labyrint verirrt- blieb mir nichts anderes übrig als das Zentrum des Irrgartens zu finden..." (S.325). 
 
Um den quälenden Erinnnerungen zu entfliehen, ziehen sie in das von der Tante Lolly geerbte Haus in Three Rivers um und versuchen ihr Leben in Griff zu bekommen. Bis Maureeen unter dem Medikamenteneinfluss einen tödlichen Unfall verursacht und ins Gefängnis muss. Es ist das Gefängnis, das Caelums Großmutter Lydia vor knapp hundert Jahren gegründet hat. Caelum entdeckt im Haus die alten Briefe von der Großmutter Lydia und wird mit der Geschichte seiner Familie konfrontiert. Heftig unterstützt ihn dabei seine Mieterin Janis, sie findet auch weitere Dokumente und Caelumm erfährt nach und nach die ganze Wahrheit über seine Herkunft.  
 
Man muss dieses Buch unbedingt lesen! Es löst in uns viele Gefühle aus: Spannung, Neugier, Trauer, Unruhe, Wut und Ohnmacht. Wir leiden zusammen mit den Opfern und weinen mit den Eltern um die umgebrachten Kinder. Wally Lamb erfasst das Geschehene in einfache Wörter, versucht sowohl die Opfer als auch die Attentäter zu verstehen. Wie er im Nachwort erklärt, viele von diesen Personen nennt er mit ihren Namen , damit wir ihre Tapferkeit und Leiden ehren können. 
 
Es wird aber nicht nur von dem Amoklauf in der Highschool erzählt. In diesem Zusammenhang werden auch der 11.09., der Krieg im Irak, der Hurrikan Katrina, Menschenrechte, Sklaverei und der Bürgerkrieg erwähnt-. Überall gab es Toten und Überlebenden, Attentäter und Opfer, Chaos, Irrgärten, Minotauromachie. 
 
Die Geschichte der Familie Quirks lässt uns den Einblick in das 19.Jahrhundert gewähren. W.Lamb erzählt sehr spannend über die damalige Gesellschaft, die Verhälnisse in Gegängnissen, Gründung des ersten Frauengefängnisses und über des Schriftsteller Mark Twain und seine Familie. Sehr erwähnenswert ist die Person des Studenten Ozzie, der den Amokläufer Kareem lächerlich gemacht hat. Caelum erzählt, dass Ozzie "zu einem zwar traurigeren, aber auch klügeren Erwachsenen gereift zu sein" schien.(S.693) 
 
Und ich bin der Meinung,dass uns diese Lektüre ebenso reifer macht, uns wachrüttelt, damit wir nicht mehr passiv und ahnungslos am Rand des Chaos leben. Das Buch berührt unseren Herzen und Seele und gibt uns die Hoffnung, "dass die Liebe stärker ist als Hass". (S.745)
 
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Geschrieben von sillesoeren, am 05-02-2009 21:31,
21. Familienroman + Lehrbuch zur Posttraumat
Aus der Buchbeschreibung will man schließen, dass es sich um einen Roman über die Folgen des Amoklaufs an der Columbine Highschool handelt. Das allein wäre schon eine tolle schriftstellerische Leistung gewesen. Doch dieser Roman bietet sehr viel mehr. 
 
Der Ich-Erzähler Caelum ist Lehrer an der Columbine Highschool, seine Ehefrau Schulkrankenschwester. Caelum ist ein Mann aus dem Leben voller Kanten und Ecken. Er ist zum dritten Mal verheiratet und insgesamt eine widersprüchliche Persönlichkeit mit einem nicht eben geordneten Leben. Nach einem Seitensprung seiner Frau muss er in eine Anti-Aggressions-Therapie, weil er mit einer Rohrzange auf seinen Nebenbuhler losging. Seine Frau Mo wird von einer ziemlich auffälligen Schülerin „Mom“ genannt und erfährt aus seiner Sicht zu viel Aufmerksamkeit von dieser. In seiner alten Heimat liegt seine geliebte Tante Lolly im Sterben, die ihn nach dem Tode seiner Mutter aufgezogen hatte. Kaum ist er an ihrem Sterbebett angekommen, erfährt er von dem Amoklauf an seiner Schule. In größter Sorge um seine Frau überlässt er anderen Lollys Beerdigung. 
 
Lange kann der Leser nicht darüber erleichtert sein, dass Mo unverletzt ist. Meine Befürchtung, dass sie schwer traumatisiert ist, bewahrheitet sich schon bald. Jeder Knall triggert sie. Kein Arzt oder Psychotherapeut kann ihr helfen. Mo und Caelum erleben einen Tiefschlag nach dem anderen.  
 
Aus meiner Erfahrung mit traumatisierten Opfern von belastenden Ereignissen ist dieses Buch sehr gut recherchiert. Ich werde es Kollegen weiter empfehlen, die am Beginn ihrer Ausbildung in „psychischer Erster Hilfe“, „Basisnotfallnachsorge“, „Notfallseelsorge“ o.ä. stehen. 
 
Meine Befürchtung, es könnte ein religiös belehrendes oder gar bekehrendes Buch sein, hat sich zum Glück nicht bestätigt. Der Autor versteht es, mich über mehr als 700 Seiten zu fesseln. Dabei ist es egal, ob es um die Aufarbeitung seiner Kindheit geht oder um den Amoklauf oder die Haftbedingungen in US-amerikanischen Frauengefängnissen. Ich bin beeindruckt.
 
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Geschrieben von keksigirl, am 28-01-2009 15:20,
22. Wer sucht was er wünscht, findet das, wa
Caelum & Maureen sind seit Jahren - mal mehr und mal weniger glücklich - verheiratet und arbeiten beide an der Columbine Highschool. Caelum ist dort Lehrer, während Maureen eine Teilzeitstelle als Krankenschwester hat.  
An einem Tag im April ändert sich ihr Leben für immer, zwei Schüler zünden Bomben an der Schule und erschießen mehrere Schüler und einen Lehrer. Maureen hält sich die ganze Zeit über in der Schule auf, versteckt in einem Schrank, Caelum ist aus familiären Gründen unterwegs. Maureen überlebt, doch sie ist nicht mehr dieselbe. Sie hat Angst, ist wütend, macht sich Vorwürfe, ist völlig traumatisiert und wird süchtig. Das Ehepaar beschließt umzuziehen, denn gerade hat Caelum die Farm seiner Tante Lolly in Connecticut geerbt. Tatsächlich geht es Maureen nach weiteren Rückschlägen irgendwann besser und sie beginnt wieder als Krankenschwester zu arbeiten. Doch die Panik lässt sie nicht los, bei jedem Vorfall wird Maureen zittrig und beginnt schließlich sich Beruhigungsmittel zu spritzen. Eines Abends fährt sie unter Medikamenteneinfluss einen jungen Mann tot und wird zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt.  
Caelum bleibt alleine zurück und bald tauchen Unterlagen seiner Vorfahren auf, er begibt sich auf deren Fährte und entdeckt beeindruckendes und erschreckendes zugleich.  
Wird es Caelum gelingen sein Leben wieder lebenswert zu leben?  
 
Die Covergestaltung des Romanes ist auf den ersten Blick wenig aussagekräftig, doch nach dem Lesen passt sie bestens zum Inhalt. Wie der Mann auf dem Cover dreht Caelum seiner Vergangenheit den Rücken zu und wirkt desinteressiert und gleichgültig. Doch je mehr er über seine Familie erfährt, desto interessierter und faszinierter wird er.  
 
Wer denkt, dass es nur um den Amoklauf an der Columbine High geht, liegt völlig falsch. Auch die Religion hat immer nur wieder kurze Auftritte und bestimmt das Buch keineswegs.  
Das Buch enthält die Geschichte eines starken Mannes, der durch Freundschaft, Liebe, Religion - aber auch Angst, Unverständnis und Hass, etwas findet, an das er glauben kann.  
 
Das Geschehen wird aus Sicht von Caelum in der Ich-Form geschildert.  
Die Sprache ist ehrlich, offen, modern und vorantreibend, aber situationsbedingt auch mal derb, mitfühlend und emotional.  
Sie zieht den Leser ins Geschehen und wirkt sehr natürlich und angepasst.  
 
Die Protagonisten sind sympathisch und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Ihre Vergangenheit ist eng mit ihren jetzigen Handlungsweisen verknüpft. Ihr Gefühlsleben ist glaubhaft und nachvollziehbar, ihr Handeln so durchaus verständlich.  
 
Die Handlung allerdings ist leicht überladen, irgendwie wirkt es doch etwas zweifelhaft, das ein und dieselbe Person so viele negative Erlebnisse haben kann.  
Allerdings enthält der Roman auch 750 Seiten in denen natürlich etwas passieren muss, um den Roman nicht langweilig oder langatmig werden zu lassen. Viele Rückblenden, Zeitungsartikel, Tagebuchauszüge & Briefe aus dem 19. Jahrhundert... sorgen immer wieder für den nötigen Schwung und für Abwechslung im Verlauf der Geschichte.  
Teils ist es zwar etwas schwer die Zusammenhänge zu erkennen, aber kurz darauf wird auch alles wieder aufgeklärt und am Ende hat man ein fertiges Puzzle, in dem jedes Teil bestens passt.  
Der Roman umfasst einen Zeitraum von mehreren Jahren, so dass die Entwicklung der Protagonisten genau verfolgt werden kann.  
 
Ein überzeugender Roman, der sicherlich auch ohne den ein oder anderen Schicksalsschlag ausgekommen wäre.  
Ein Buch, dem es weder an Spannung, noch an Gefühl fehlt und das Mut macht und zeigt, dass jeder Rückschlag nur noch mehr Kraft gibt, um das zu suchen (und zu finden), was man wirklich braucht.
 
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Geschrieben von Rennie, am 26-01-2009 07:29,
23. Nur wenige Stunden...
Nur wenige Stunden dauerte das schlimmste Massaker, das jemals von Schülern begangen wurde: Der Amoklauf zweier Highschool-Schüler an der Columbine-High-School, im Jahr 1999. 
Caelum Quirk unterrichtet normalerweise an der Columbine, ist aber am Tag des Amoklaufs wegen eines Trauerfalls nicht am Ort des grausamen Geschehens. Anders hingegen seine Ehefrau Maureen, die als Krankenschwester ebenfalls an der Highschool beschäftigt ist. Maureen muss hautnah miterleben, wie die irren Mörder ihre Mitschüler und Lehrer auf grauenvolle Art geradezu hinrichten. Maureen überlebt – aber nur körperlich. 
Nie wieder wird das Leben von Quirk und Maureen das gleiche sein, wie vor dem Verbrechen. Maureen beginnt, ihre seelischen Schmerzen mit Medikamenten zu betäuben und Quirk scheint am Elend seiner geliebten Frau, die alle Versuche ihr zu helfen, abblockt, zu zerbrechen. 
In beeindruckender Weise schildert Lamb „das Leben danach“ und erzählt die tragische Lebensgeschichte des Hauptprotagonisten Caelum Quirk und seiner Familie. Dabei gräbt er auch tief in der Vergangenheit von Caelum und mit der Zeit fördert er für den Leser Ereignisse zu Tage, mit denen man an dieser Stelle nicht gerechnet hat. 
 
Der Roman hat zwar stolze 750 Seiten , aber trotz allem hat der Autor es geschafft, mich bis zu Letzt am Ball zu halten und mich mit seinem gelungenen Schreibstil und den immer neu auftauchenden Ereignissen zu fesseln. Spannend und einfühlsam verbindet Lamb die Ereignisse eines vom Schicksal hart bestraften Ehepaares mit einem grandios erzählten Familienepos. Die 9 Jahre, in denen Willy Lamb an diesem Meisterwerk gearbeitet hat, haben sich mMn auf alle Fälle gelohnt.
 
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Geschrieben von hasewue, am 23-01-2009 15:11,
24. Wally Lamb - Die Stunde
Dieses Buch ist wunderschön. Es war mir ein Vergnügen dieses Buch zu lesen. „Die Stunde, in der ich zu glauben begann“ hat mich tief berührt und sehr bewegt. Die Geschichte um Caelum ließ mich nicht mehr los und am Schluss rührte sie mich dann zu Tränen – und das passiert wirklich selten.  
Wally Lamb greift in seinem Buch immer wieder wahre Begebenheiten auf, wie zum Beispiel den Irak-Krieg oder den Hurrikan Katrina. Dadurch ruft Lamb die Bilder und Erinnerungen der Geschehnisse im Kopf des Lesers auf, dies macht einen dann auch sehr nachdenklich. 
 
Der einzige Makel, den dieses Buch für mich hat, sind die Rückblicke in die Vergangenheit. 
Diese Rückblicke sind oft sehr langatmig beschrieben. Auch störten mich die zahlreichen Personen, die in der Geschichte vorkommen. Die vielen Namen verwirrten mich ein bisschen. 
 
Dieses Buch kann ich nur jedem empfehlen. Ein sehr packendes, ergreifendes und auch wahres und erschüttendes Buch. Très bien!
 
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Geschrieben von LilStar, am 23-01-2009 01:29,
25. Ein Buch, an das ich glaube
Neun Jahre, die Wally Lamb an seinem neuen Buch "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" geschrieben habe. Eine lange Zeit, aber wenn man sich die Themenvielfalt in diesem Buch ansieht, dann ist es absolut verständlich, dass es gedauert hat. Neun Jahre, in denen viel passiert ist. Lamb hat in sein Buch das aktuelle Geschehen der letzten Jahre ebenso einfließen lassen wie viele andere geschichtliche Aspekte. 
 
In "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" geht es um das Leben von Caelum Quirk und seine Frau Maureen und deren Schicksalsschläge. Und das sind nicht wenige. Angefangen bei einer Trennung der beiden, anschließender Versöhnung, dem Massaker an der Columbine Highschool in Littleton, Drogen- und Alkoholsucht, einem Autounfall mit Todesfolge und noch einigem mehr.  
Zusätzlich zum eigentlichen Geschehen erfahren wir auch viel über das Leben von Caelum als Kind und Jugendlicher und besonders auch über seine Familie, den Quirks, von denen er der letzte Abkömmling ist. 
 
Wenn man dies liest, dann könnte man meinen, dass sich der Autor ein wenig zu viel vorgenommen hat mit dieser Geschichte.  
Zugegeben, zunächst fühlte ich mich auch ein wenig erschlagen vom Umfang des Buches, immerhin hat es über 700 Seiten, und den sehr umfangreichen Rückblenden in die Vergangenheit der Quirk-Familie. Allerdings war das gesamte Buch durchgehend sehr fesselnd und bewegend.  
Wally Lambs Art Geschichten zu erzählen ist einfach brillant. Er versteht es den Leser so in seinen Roman hinein zu ziehen, dass man automatisch mit leidet, auch wenn einem die Hauptprotagonisten nicht einmal sehr sympathisch sind.  
Und auch wenn die Masse an wirklich schrecklichen Ereignissen im Leben von Maureen und Caelum beinahe unwirklich scheinen, hat man jedoch nicht das Gefühl, als wäre der ganze Ablauf unwirklich. Im Gegenteil, nach Beendigung des Buches hatte ich eher den Eindruck das Leben eines Menschen miterlebt zu haben, der viele Schicksalsschläge überstanden hat. 
 
Die Art zwischendurch immer wieder die Perspektive zu ändern und aus der Sicht von diversen Personen zu schreiben, teils auch in Briefform oder Zeitungsberichten, lockerte das ganze Buch teils sehr auf und wirkte erfrischend. 
Durch den Bezug auf reale Geschehnisse, an die sich jeder Mensch noch erinnern kann (Columbine, Katrina etc.) wirkte das Buch auch noch einmal mehr fesselnd und die Geschichte realer. 
 
Für mich war "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" ein wirklich großartiges Buch, auch wenn ich den Titel nicht wirklich aussagekräftig genug finde und mir das Buch schon anhand des Titels wohl nie selbst gekauft hätte. Es erweckte in mir einfach den Eindruck, als würde es zu sehr in eine religiöse Sparte rutschen, die einfach jeder Mensch für sich selbst entdecken muss und in die man nicht "rutschen" kann. Aber so war es gar nicht. Natürlich kann der eine oder andere für sich sicherlich auch religiöse Aspekte rauslesen, aber es wird einen nicht aufgezwungen.  
Ich würde das Buch auf jeden Fall jedem weiter empfehlen, der sich gerne auf ausführliche Geschichten einlässt.
 
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