Seit etwa einem Jahr konzentriert sich die „Space View” anders als die Konkurrenz-Zeitschriften, die den Markt der phantastischen Fernsehserien und Filme abdecken, auf besondere Highlights und stellt sie mittlerweile unter ganz anderen Gesichtspunkten vor. Auch die phantastische Literatur und das Fandom spielen nun eine Rolle. Redakteure und Mitarbeiter wollen nicht länger nur die reinen Konsumenten ansprechen sondern auch diejenigen, die sich aktiv mit ihrem Hobby beschäftigen. Vielleicht hoffen sie auch, dass der eine oder andere Nur-Leser auch Lust darauf bekommt, den Blick über den Tellerrand zu heben und selbst mehr zu machen.
Neben den üblichen Rubriken wie den News, die vor allem für diejenigen interessant sind, die keinen oder nur begrenzten Zugang zum Internet haben, widmet man sich der Frage, ob große Namen wirklich gut sind, wenn sie bei den Zuschauern doch nur falsche Hoffnungen wecken wie etwa die neue „Flash Gordon”-Serie, die nicht mehr als eine Staffel überlebte. Wie haben die phantastischen Serien den Streik der Drehbuchautoren in Hollywood überstanden? Einer kritischen Analyse des ersten „Stargate“-Films, der nur auf DVD erscheint, folgen Berichte über den ‚Pegasus 3 Con’ in London, auf de, viele „Stargate“- und „Stargate Atlantis“-Schauspieler anwesend waren. Zwei von ihnen, Torri Higginson und Paul McGillion, stehen dem „Stargate“-Spezialisten Robert Vogel Rede und Antwort. Da man sich durchaus persönlich kennt, fallen die Fragen etwas anders aus, als gewohnt. Man erfährt mehr über die neue Serie „Dead Like Me”, die schon auf DVD erhältlich ist, aber auch noch im Fernsehen laufen und mit höchst makaberen Inhalten aufwarten soll. Während sich die Serie über die Geschichte der Spezialeffekte nun Ray Harryhausen zuwendet, beschäftigt man sich literarisch mit dem erst kürzlich verstorbenen Arthur C. Clarke und den Werken des britischen Autors David Wellington. Die Geschichte der Heftromane wird fortgeschrieben, und es gibt neue Informationen zu „Perry Rhodan“. Der Überblick über die phantastische Hörspiel- und Hörbuchszene fällt dagegen eher knapp aus und könnte durchaus noch weitere Teile vertragen. Schließlich widmet man sich noch den wichtigsten Film im Mai und Juni 2008. Nach fast zwanzig Jahren kommt endlich der vierte Teil der „Indiana Jones”-Saga in die Kinos. Doch wie ist es dazu gekommen, dass es so lange gedauert hat, die Abenteuer des mutigen Archäologen fort zu führen, und wie haben die Fans die lange Zeit überbrückt? Der Artikel wirft einen Blick zurück und nach vorn. Ähnlich sieht es in dem Review zu „Iron Man” aus. Letztlich macht man sich noch Gedanken, warum die ‚Blue Ray’-Technik gegen die HD-DVD gewinnen konnte.
Alles in allem setzt die „Space View” den Trend fort, immer weiter zu einem umfassenden Magazin für das phantastische Genre zu werden und dabei die alteingesessenen Fans genauso anzusprechen wie die jüngere Generation, die bisher zufrieden damit war, nur zu konsumieren und sich oft nur auf eine Sache festgelegt hat. Man erkennt aber auch die Vorlieben der Redakteure und Autoren. Während die Science Fiction sehr dominant vertreten ist, führen Fantasy und Horror eher ein geduldetes Schattendasein, zumindest in dieser und der letzten Nummer. Hier würde es sich anbieten, hin und wieder auch den Schwerpunkt zu verlagern und bei gegebenem Anlass die Bereiche genauer unter die Lupe zu nehmen, die im Augenblick eher nachrangig behandelt werden.
Insgesamt bietet die „Space View“ aber eine abwechslungsreiche Lektüre, die unkompliziert und reich bebildert präsentiert wird. Zwar spielt Sci-Fi-Media immer noch eine große Rolle - diesmal vor allem das „Stargate”-Universum -, aber man gibt auch anderen Themen wie Heftroman, Literatur und Hörspiel einen immer größeren Raum. Wer nach einem interessanten phantastischen Magazin sucht, das nicht nur eine Spielart des Genres abdeckt, sollte auch bei dieser Nummer wieder zuschlagen. (CS)