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Submarino PDF Drucken E-Mail
Durschnittliche Benutzerbewertung    (12 Stimmen)
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Autor/in: Jonas T. Bengtsson
ISBN-10: 3608501053
ISBN-13: 978-3608501056
Verlag: Klett-Cotta
Genre: Belletristik
Seitenanzahl: 380
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Veröffentlicht in : , Belletristik
Schlüsselworte : jonastbengtsson
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Benutzerkommentare (13) RSS feed Kommentar
Geschrieben von rebellyell666, am 06-10-2009 13:54,
1. "Man braucht einen Rythmus."
Zum Inhalt: 
 
Zwei Brüder, die eigentlich keine sind, leben im Suff auf und kennen nichts anderes als Drogen, Gewalt und Diebstahl. Der eine gerade aus dem Gefängnis entlassen und aggressiv, der andere ein Heroinjunkie und allein erziehender Vater. Ein Abriss zweier Lebensgeschichten gegenüber gestellt und verknüpft... 
 
Meine Meinung: 
 
Bengtsson zeigt in seinem Roman "Submarino" keine schönen Seiten seines Landes, vielmehr das geheime. Das, was in jeder Stadt passiert, wovor wir aber die Augen verschließen. Denn damit sind zumindestens wir nicht aufgewachsen. Wir kennen keine drogenabhängigen Eltern, die um Pillen betteln gehen oder den Genuss von Kiwilikör im zarten Alter von neun oder zehn. Das Buch reißt einen teilweise mit in die Depression. 
 
Nick, der Ex-Knacki, ist fortwährend aggressiv und lässt seine Wut im Fitnessstudio aus. Um überhaupt eine Aufgabe in dieser trostlosen Welt zu haben, nimmt er sich Ivan an, dem Bruder seiner Ex-Freundin Ana. Er sucht ein Ventil, in das er seine negativen Gefühle umwandeln kann. Ivan wird ähnlich wie sein Ziehkind und es gab Momente, in denen ich es toll fand, dass Nick doch noch eine Aufgabe gefunden hat. 
 
Der andere Bruder hingegen hat bereits einen Sohn und muss sich nicht erst einen Suchen. Seine Freundin, komplett high vor ein Auto gelaufen und tot, lässt ihn mit dieser Verantwortung alleine. Wenn die Super-Nanny das Verhalten des Vaters analysieren müsste, würde sie, so glaube ich, sagen, dass er durch die vielen Geschenke versucht, seinen Sohn ruhig zu halten. Er muss das äußere Erscheinunsbild wahren. Trotzdem ist er ein sehr liebevoller Vater und kümmert sich gut um Martin. Er spielt mit ihm, lobt ihn, wo er kann und nimmt ihm Ängste. Er ist immer für ihn da. 
 
Bentsson schaffte es bereits, mich in der Leseprobe zu reizen. Doch dass das Buch einen so deprimieren kann, hätte ich nicht gedacht. Dies ist kein Märchen von dem Ex-Knacki, der plötzlich einen guten Job kriegt, weil er die zündende Idee hat oder von dem Junkie, der einen Entzug durchmacht. 
 
Nein, dies ist ein unverhülltes Portrait zweier Brüder, die es nicht besser wissen können und denen auch keine helfen wird. Vielleicht werden manche sagen: Das ist doch deprimierend, keine schönen Szenen ... Ich denke vielmehr, dass Bengtsson uns mal gezeigt hat, was wir überhaupt an unseren Eltern haben. An unseren Freunden, Verwandten, Bekannten. Unserem Bildungssystem. Selbst Ivan, der als Wunderkind galt, fällt so stark zurück, dass er seine eigene Sprache nicht mehr richtig weiß. 
 
Fazit: Bengtsson ist ein Schriftsteller, der sich wirklich treu bleibt und nicht wild konstruiert. Aber er hat auch ein Buch geschrieben, was einem im Nachhinein noch im Kopf herum geistert und sich Gedanken darum macht. Er hat mit dem Schluss eine formvollendete Punktlandung geschafft, von dem man sich nicht zu viel erhoffen darf. Für Menschen, die lieber fröhliche Bücher lesen, ist dies ein krasses Gegenteil. Aber man sollte es gelesen haben. Und auch nur, wenn man es sich ganz durch gelesen hat, dann, und auch nur dann, kann man sich eine Meinung bilden.
 
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Geschrieben von sabatayn76, am 02-10-2009 21:23,
2. Toilettenknopfsammeln ....
Toilettenknopfsammeln und andere Hobbys am Abgrund des Lebens 
 
Inhalt: 
Jonas T. Bengtsson erzählt die Geschichte zweier Brüder - Nick ist Alkoholiker, Ex-Knacki und Bodybuilder, sein Bruder alleinerziehender Vater des fünfjährigen Martin und Junkie. Die Kindheit der Geschwister war geprägt von Heimaufenthalten, einer alkohol- und medikamentenabhängigen Mutter, zahlreichen Entbehrungen und dem frühen Tod eines weiteren Bruders. Nick und sein Bruder teilen ähnliche Kindheitserlebnisse, zeigen jedoch unterschiedliche Bewältigungsstrategien - der eine löst innere Spannungen mit Gewalt und Alkohol, der andere mit Heroin. Die Gemeinsamkeit ist, dass ihr Leben an sich wertlos erscheint, dass sie jedoch durch einen anderen Menschen einen Lebensmittelpunkt, einen Sinn finden. Für Nick ist das Ivan, der Bruder seiner Ex-Freundin, um den er sich kümmert, für seinen Bruder ist es sein Sohn Martin. 
 
Mein Eindruck: 
In kurzen und prägnanten Sätzen führt Bengtsson den Leser in seine Geschichte ein. Einen wirklichen roten Faden gibt es nicht, vielmehr erlebt man den Alltag der beiden Brüder. Die Sprache ist häufig brutal und erbarmungslos, beschönigt nichts und zeigt dem Leser somit glaubhaft und authentisch die Welt der Protagonisten.  
"Submarino" ist die Bezeichnung für eine Foltermethode. Und wie der Gefolterte beinahe erstickt, so kämpfen die Protagonisten täglich ums nackte Überleben, und so fehlt auch dem Leser oft die Luft zum Atmen angesichts der düsteren Kulisse und der menschlichen Tragödien.  
 
Mein Resümee: 
Jeder braucht einen Fokus, einen Sinn, für den sich das (Über-) Leben lohnt. "Submarino" zeigt schonungslos, dass man auch (oder gerade) am Abgrund des Lebens eine Aufgabe benötigt, die einem Tag für Tag eine Richtung vorgibt. "Submarino" ist ein niederschmetternder Abriss des Alltags sozial gestrandeter Existenzen, nimmt einem den Atem, schockiert, entsetzt, macht betroffen und zeigt, dass delinquentes Verhalten eine oftmals nachvollziehbare Ursache hat, dass eine Bewertung in gut - böse, schwarz - weiß und moralisch - unmoralisch zu simpel und nicht ausreichend ist, um der Komplexität des Lebens gerecht zu werden.
 
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Geschrieben von LilStar, am 14-09-2009 03:06,
3. Harter Realismus
Jonas T. Bengtson hat mit "Submarino" ein Buch geschrieben über ein Leben, dass den meisten von uns fremd sein dürfte. 
 
In "Submarino" geht es um das verkorkste Leben zweier Brüder, die schon von Geburt an niemals Liebe und Wärme erfahren konnten und nur Gewalt und Hass erlernt haben.  
Das Buch beginnt mit einem Rückblick aus der Kindheit der beiden Brüder, aus dem hervorgeht, dass sie schon als Kinder Zeuge dessen wurden, was mit ihrem kleinen Bruder schlimmes passiert ist. Im weiteren Verlauf wird das Buch in zwei große Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt befasst sich mit dem älteren Bruder Nick und seinem trostlosen Leben. Seine Freundin hat ihn verlassen und Gewalt steht bei ihm auf der Tagesordnung. Ebenso Sex ohne Liebe. Allerdings kümmert er sich beinahe liebevoll um Ivan, dem Bruder seiner Ex-Freundin Ana. Diese Fürsorge geht aber gewaltig schief ... 
Der zweite große Buchabschnitt befasst sich dann mit dem jüngeren Bruder. Vater eines kleinen Jungen, Martin, der drogenabhängig ist und seine Frau ans Heroin verlor. Sein Sohn ist sein einziger Halt, für ihn würde er alles tun, wäre da nicht seine Drogensucht, die ihn in seiner Fürsorge für seinen Sohn einschränkt. Auch sein Leben führt allerdings ins Chaos ... 
Zum Ende des Buches hin, im Epilog, gibt es noch eine kurze Szene, in der wir erfahren, wohin Nick zu Beginn des Buches bereits unterwegs war. 
 
Dieses Buch ist hart und realistisch. So kann man es wohl ausdrücken. Die Stimmung ist durchgehend bedrückend und depressiv. Dem Autor ist es sehr gut gelungen die Ausweglosigkeit und die Verzweiflung der beiden Brüder zu transportieren. Schonungslos sind auch die Beschreibungen, so wie auch das Leben von Nick und seinem Bruder.  
In ihrer Verzweiflung versuchen sie sich an die Aufgabe zu klammern wenigstens für Ivan und Martin zu sorgen, aber sie haben nie gelernt Liebe zu schenken und so führt auch dieses Vorhaben in eine Katastrophe. 
 
Die vielen kurzen Kapitel und der kurze und prägnanten Schreibstil des Autors sorgen dafür, dass das Buch schnell gelesen ist.  
Es hinterlässt ein kleines Gefühl der Leere im Leser.
 
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Geschrieben von Smaz, am 01-09-2009 13:18,
4. Ruhig extrem - passt das zusammen?
Puh, das war schwere Kost. Das geht zwar schon aus der Beschreibung, dem Titel und der Leseprobe hervor, trotzdem hatte ich nicht mit so einem extremen Buch gerechnet. Die Charaktere durchleben keine besonders spannenden Szenen, dennoch reizt hier das Unbekannte - die andere Lebensweise und die ungewohnten Tagesabläufe zu verfolgen stellte sich als interessanter als gedacht heraus. 
 
Auch wenn mich die Brutalität und Gewalt, wie sie vor allem im ersten Teil beschrieben wird, sehr abgeschreckt hat, hatte es doch auch gute Stellen. Sehr gestört an der ganzen Sache hat mich jedoch, dass der jeweilige Ich-Erzähler verwirrende Gedanken hat, Szenen und Beschreibungen der Abläufe aber stets mit einer solchen Distanz beschrieben sind als wäre der Ich-Erzähler in diesem Moment ein Außenstehender. Das passt irgendwie nicht zusammen: Die extreme Handlung und dazu eine komplett ruhige Erzählweise. 
 
Interessant fand ich die Entwicklung der Charaktere und der Beziehungen zu ihren jeweiligen Freunden und Familienmitgliedern. Die Rückblicke, die nach und nach immer mehr das Bild der Brüder komplettieren, sind auch gut geschrieben und vor allem gut platziert. Man erfährt erst am Ende den wirklichen Zusammenhang, kann aber vorher schon vieles erahnen. Das Ende an sich war für mich ziemlich unspektakulär, hatte ich mir doch völlig anders vorgestellt. 
 
Der Schreibstil ist wirklich nicht gerade einfach zu lesen, die Sätze sind grundsätzlich knapp und kurz gehalten. Manchmal verwirren die kurzen Kommentare und Gedanken sehr, dabei treten häufig völlig unwichtige Details in den Vordergrund. 
 
Insgesamt fand ich das Buch in Ordnung, der erste Teil war schon ein Stückchen heftiger als der zweite. Man gewöhnt sich aber auch ein wenig an den Schreib- und Erzählstil. Auch handlungsmäßig war der zweite Teil interessanter, also sollte man das Buch nicht nach dem ersten Teil weglegen.
 
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Geschrieben von buchratte, am 21-08-2009 22:17,
5. Hart an der Grenze
Das Buch beschreibt mit Hilfe von Zeitsprüngen das Leben von zwei Brüdern, jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven. 
 
Während der eine seinen ganzen Tag mit nichts anderem verbringt als Bier zu trinken ,ins Sportstudio zu gehen und seiner Ex nachzutrauern, hat der andere einen Sohn um den er sich kümmern muss. Trotz dem Kind beginnt er nach dem Tod seiner Mutter, der mit einem gewissen Erbe verbunden war, eine Karriere als Drogendealer. 
 
Angefangen hat das ganze als die zwei Jungs von einer einsamen Frau adoptiert wurden und dadurch zu Brüdern wurden. Leider war die Frau nicht wirklich kompetent um beide aufzuziehen. So wird diese irgendwann schwanger, wird von dem Kerl natürlich sitzengelassen. Zwar bringt sie das Kind zu Welt ist aber mehr mit sich selbst beschäft als mit dem Baby. Die beiden adoptierten Jungs kümmern sich um das Kind so gut wie man es in ihrem Alter hinkriegt, was aber im Endeffekt nicht genug war. Das Baby stirbt noch bevor es einen Namen bekommt. Dies hinterlässt Spuren bei den beiden Jungs. 
 
Durch den Alkohol- und Tablettenmissbrauch ihrer Adoptivmutter werden beide schon früh in die Sucht gezogen. Einer ist permanent an der Bierflasche und der andere ist Heroinabhängig. Trotzdem versuchen beide ein weitgehend normales Leben zuführen. Wobei normal relativ ist. 
 
Das Buch ist hart. Ziemlich hart. Stellenweise hat es mir wirklich den Atem verschlagen wie kühl einem der Autor tragische Ereignisse nahebringt. Die ordinäre und ungeschmückte Sprache verstärkt die Wirkung des Buches noch mehr. 
 
Das Buch ist nicht spannend und auch nicht schön. Es spielt im hier und jetzt. Das harte Leben von Süchtigen und wie dies enden kann.
 
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Geschrieben von stjerneskud, am 11-08-2009 18:04,
6. Geht unter die Haut
Nick wohnt nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in einem Wohnheim, das nur als vorübergehende Bleibe dienen soll. Sein Leben kann er nicht in normale Bahnen lenken. Stattdessen verbringt er viel Zeit in einem Fitnessstudio, treibt sich in der Stadt herum und trinkt. Sein älterer Bruder ist alleinerziehender Vater eines vierjährigen Jungen und Heroinabhängig. Er schwankt zwischen seiner Sucht und seinem Sohn ein normales Leben bieten zu können, wie es die anderen Kinder im Kindergarten führen. Allerdings ist da dieses berühmtberüchtigte Stolpersteinchen, das sie zu Fall bringt. 
 
Den Erstlingsroman von Jonas T. Bengtsson habe ich nicht gelesen, aber dieser hier hat mich gepackt und obwohl ich ihn schon vor einiger Zeit aus den Händen gelegt habe, bewegt und berührt er mich immer noch und wird mich so schnell auch nicht loslassen. „Submarino“ ist wirklich lesenswert. 
 
Ich bin nicht immer ein Freund der Ich-Form, aber hier passt sie und die Geschichte der beiden Brüder hätte ansonsten nicht so ergreifend und schonungslos erzählt werden können. Vorallem dürfen Beide ihre Geschichte erzählen und der eine wird nicht von dem anderen übergangen. Der Schreibstil mag anfangs gewöhnungsbedürftig sein, aber vermutlich wird nur dadurch diese Intensität erreicht und man selber in den Bann der Geschichte gezogen. Es fühlt sich so an, als ob man selber dabei wäre, ganz nah an den Geschehnissen dran und sie miterlebt. Ich habe schon lang nichts mehr gelesen, daß mir so unter die Haut ging. Erst nach und nach offenbart sich einem die ganze Geschichte, aber manches bleibt einem nach wie vor unverständlich. Leider erfährt man nichts über den Vater der Brüder und die näheren Umstände, wieso sie in unterschiedlichen Heimen untergebracht waren. 
 
Es ist kein Buch für Zwischendurch und für Schnellleser und wenn man das nächste Mal in der Stadt ist, wird man mit dieser Geschichte im Hinterkopf mit einem ganz anderen Blickwinkel durch die Straßen gehen. Insbesondere bei einem Aufenthalt im Stadtteil Nørrebro oder in einem Hotel, das in einer Seitenstraße der Istedgade liegt. Den Roman kann man gut und gerne noch ein zweites oder drittes Mal lesen.  
 
Empfehlenswert für alle Kopenhagen-Fans und für diejenigen, die in Lebensschilderungen eintauchen wollen, mit denen sie ansonsten nicht in Berührung kommen.
 
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Geschrieben von suse9, am 28-07-2009 13:28,
7. Abgrundtief und düster
Schon die Ankündigung dieses Buches lies vermuten, dies wird kein einfaches. Es hielt, was es versprach. Fast würde ich behaupten, es ist das Härteste, was ich bisher gelesen habe. 
 
Eine Familie muss den Tod des kleinen Bruders - noch im Säuglingsalter - verkraften und geht daran zugrunde. Im Weiteren wird der Weg von zwei Brüdern beschrieben - einer landet im Knast - einer wird heroinabhängig. Bald wird klar, dass die Familie schon vor dem großen Verlust keine war. Sie lebte und lebt ständig am Existenzminimum. Es gibt keine Wärme und Liebe - nur Lügen, Betrug, Selbstzerstörung und Wut. 
 
Der Schreibstil von Jonas T. Bengtsson ist sehr gewöhnungsbedürftig. Abgehackte kurze Sätze ohne wörtliche Rede - auch in der Zeit springt er hin und her, so dass ich oft überlegen musste, aus wessen Sicht die Handlung gerade beschrieben wurde. Man darf das Buch nicht weglegen, sonst verliert man den Faden. Man kann es aber auch gar nicht weglegen, denn es hält einen fest umklammert und zwingt zum Weiterlesen. Schockierend detailliert beschreibt Bengtsson die Drogen-, Gewalt- und Alkoholexzesse der Protagonisten. Ich fühlte mich derart in die Handlung verwoben, dass mich oft Schauder erfassten vor Ekel. 
 
Es ist ein gutes, ja sehr gutes Buch und ist es auch wieder nicht. Ich bin nicht sicher, ob ich den Mut hätte, es noch einmal zu lesen. Es hat mich stark berührt und erschüttert. Jonas T. Bengtsson hat meine Nase in den Dreck gedrückt und hilft mir nicht, mich wieder aufzurichten. Dennoch war es gut "Submarino" zu lesen. Mir ist klar, wie glücklich ich lebe - Liebe, Wärme, Freundschaft - bestimmen meine Welt und nie- niemals will ich so enden wie Nick, sein Bruder und seine Mutter. 
 
Das Buch ist lesenswert, aber nur für jemanden, der fest im Leben steht und den Mut hat, die Scheuklappen für einen Moment abzulegen. 
 
P.S. Das Cover finde ich sehr treffend.
 
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Geschrieben von LilStar, am 24-07-2009 19:11,
8. Hart und realistisch
Jonas T. Bengtson hat mit "Submarino" ein Buch geschrieben über ein Leben, dass den meisten von uns fremd sein dürfte. 
 
In "Submarino" geht es um das verkorkste Leben zweier Brüder, die schon von Geburt an niemals Liebe und Wärme erfahren konnten und nur Gewalt und Hass erlernt haben.  
Das Buch beginnt mit einem Rückblick aus der Kindheit der beiden Brüder, aus dem hervorgeht, dass sie schon als Kinder Zeuge dessen wurden, was mit ihrem kleinen Bruder schlimmes passiert ist. Im weiteren Verlauf wird das Buch in zwei große Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt befasst sich mit dem älteren Bruder Nick und seinem trostlosen Leben. Seine Freundin hat ihn verlassen und Gewalt steht bei ihm auf der Tagesordnung. Ebenso Sex ohne Liebe. Allerdings kümmert er sich beinahe liebevoll um Ivan, dem Bruder seiner Ex-Freundin Ana. Diese Fürsorge geht aber gewaltig schief ... 
Der zweite große Buchabschnitt befasst sich dann mit dem jüngeren Bruder. Vater eines kleinen Jungen, Martin, der drogenabhängig ist und seine Frau ans Heroin verlor. Sein Sohn ist sein einziger Halt, für ihn würde er alles tun, wäre da nicht seine Drogensucht, die ihn in seiner Fürsorge für seinen Sohn einschränkt. Auch sein Leben führt allerdings ins Chaos ... 
Zum Ende des Buches hin, im Epilog, gibt es noch eine kurze Szene, in der wir erfahren, wohin Nick zu Beginn des Buches bereits unterwegs war. 
 
Dieses Buch ist hart und realistisch. So kann man es wohl ausdrücken. Die Stimmung ist durchgehend bedrückend und depressiv. Dem Autor ist es sehr gut gelungen die Ausweglosigkeit und die Verzweiflung der beiden Brüder zu transportieren. Schonungslos sind auch die Beschreibungen, so wie auch das Leben von Nick und seinem Bruder.  
In ihrer Verzweiflung versuchen sie sich an die Aufgabe zu klammern wenigstens für Ivan und Martin zu sorgen, aber sie haben nie gelernt Liebe zu schenken und so führt auch dieses Vorhaben in eine Katastrophe. 
 
Die vielen kurzen Kapitel und der kurze und prägnanten Schreibstil des Autors sorgen dafür, dass das Buch schnell gelesen ist.  
Es hinterlässt ein kleines Gefühl der Leere im Leser.
 
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Geschrieben von nervkeksmädel, am 19-07-2009 22:46,
9. Realitätsnah
Das Buch handelt von einer Welt die man nicht sehen will aber dennoch da ist. Es handelt von drogen, sex, gewalt und den alltäglichen Kampf des überlebens. Eine Welt neben der man Tag für Tag lebt und versucht sie zu ignorieren. Es wird schonungslos erzählt und hat dadurch eine deprimierende Ausstrahlung. Es ist kein Buch was man einfach liest ohne sich im nachhinein gedanken zu machen. Man wird gezwungen sich gedanken zu machen was ich sehr gut finde. 
 
Im Buch geht es im allgemeinen um das Leben zweier Brüder. Im ersten Teil wird über Nick erzählt und im zweiten über seinen Bruder, es werden immer Rückblicke eingeschoben aus dessen Kindheit. Dadurch kann man besser nachvollziehen wie es dazu kam das die Brüder so geworden sind wie sie sind. 
 
Das Buch ist am Anfang sehr verwirrend und auch etwas schwer zu lesen. Nach und nach klären sich die am anfang entstandenen Fragen wie zum Beispiel wer da gerade erzählt und wer welche rolle hat. Es ist kein Buch das man einfach so runterliest, manchmal muss man es weg legen und erst einmal eine Pause einlegen. Es sind kurze Kapitel was mir sehr gut gefiel und die sätze sind teilweise kurz und abgehakt gehalten. Es wird von Ereignis zu Ereignis gesprungen. Es ist einfach schonungslos geschrieben und genau das ist es was das Buch so faszinierend macht. 
 
Dieses Buch muss man gelesen haben
 
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Geschrieben von twin, am 19-07-2009 20:28,
10. Realistisch, tabulos
Jonas T. Bengtsson schreibt in seinem Roman "Submarino" über zwei Brüder in Kopenhagen, die in ihrem Leben nie eine reelle Chance auf Zufriedenheit, Glück, ein Leben innerhalb der Gesellschaft hatten. 
Von einer alkohohl- und tablettenabhängigen Mutter vernachlässigt, versuchen sich Nick und sein älterer Bruder, selbst noch Kinder, um ihren kleine Bruder zu kümmern, wobei sie für ihn auch stehlen. Der kleine Bruder stirbt, die beiden Jungen kommen getrennt voneinander ins Heim. 
 
Geprägt durch seine Kindheit hat Nick Probleme mit Alkohol, Gewalt, sozialen Kontakten. Das brutale Zusammenschlagen eines Mannes bringt ihm eine Gefängnisstrafe ein, seine Freundin Ana verlässt ihn. 
Wieder in Freiheit führt Nick ein graues, einsames Leben in einem Wohn-Asyl, das sich zwischen Fitnesscenter, Alkohol und Gelegenheits-Sex abspielt. Ivan, dem Bruder seiner Ex-Freundin Ana, versucht Nick Liebe zu geben, so wie er es versteht. Stark von Gewalt geprägt endet diese Freundschaft in einer Katastrophe. 
 
Nicks Bruder ist alleinerziehender Vater des fünfjährigen Michael und er ist heroinabhängig. Aus Angst, seinen Sohn zu verlieren, versucht er nach außen hin, eine bürgerliche Fassade aufrechter zuhalten. Als er beginnt selbst zu dealen, nimmt sein Leben einen dramatischen Verlauf, von dem natürlich vor allem auch Michael betroffen ist. 
 
Jonas T. Bengtsson schreibt über Leben, das von Gewalt, Alkohol, Drogen und Sex geprägt ist. Dabei schont er den Leser nicht. Der Autor bedient sich einer Sprache, welche Handlung und Inhalt gerecht wird, kurze prägnante Sätze, das Wesentliche auf den Punkt bringend. 
Die Hoffnungslosigkeit, Perspektivlosigkeit, der Sog, der die Brüder immer tiefer in den Abgrund zieht, ist in jeder Zeile spürbar. Leichte Schwierigkeiten bereiten die zahlreichen Zeitsprünge, Wechsel zwischen Vergangenheit, Gegenwart, Fantasien, Drogenrausch. Gleichzeitig erhält man dadurch Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der Brüder. Beide möchte Verantwortung übernehmen, Nick für Ivan, sein Bruder für Michael - etwas, das sie nie gelernt haben. Man spürt förmlich wie sie sich an diese Aufgabe klammern, das Verhalten aber nur nachahmen, der Sinn bleibt ihnen fremd. 
 
Dieses Buch gehört auf jeden Fall zu einem der Bücher, das den Leser auch nach Ende der Lektüre noch lange beschäftigt.
 
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Geschrieben von maryrichards, am 19-07-2009 19:52,
11. Kein Buch für zart besaitete!!!
In „Submarino“ von Jonas Bengtsson geht es um zwei Brüder, von denen der eine ein ehemaliger Häftling mit Alkoholproblemen ist und unter Albträumen leidet – sein Name ist Nick. Der andere Bruder ist ein Heroin-Junkie und lebt mit der Angst, dass ihm sein Sohn weggenommen wird. Durch den Tod der Mutter treffen die beiden Brüder das erstemal seit langem wieder aufeinander und bei beiden hatte ich zwischendurch die Hoffnung, dass Sie wirklich noch mal neu anfangen, aber leider kommt diese Wende nicht... 
 
Ich war mir zuerst nicht sicher, ob ich diesen Roman wegen der reichlich negativen Thematik (zum Beispiel Sucht, Tod, Mord) gerne ganz an einem Stück lesen möchte, aber er hat einen dann doch in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil war interessant, vor allem da die Perspektiven wechseln, da das Buch zum Teil aus der Sicht des einen und dann aus der Sicht des anderen Bruders geschrieben ist. Ein bisschen hat es sich so wie ein Tagebuch gelesen. Leider war die Ausdrucksweise zum Teil sehr vulgär, was aber zu der jeweiligen dazugehörigen Situation wohl passt, die zum Teil sehr eindringlich und extrem waren. Es gibt in diesem Buch zwar auch einige wenige „helle“ Momente, von denen man sagen kann sie sind amüsant oder schön (zum Beispiel Ivans Sammlung oder wenn man manchmal die liebevolle Bindung zu Martin und seinem Vater sah). Im Rückblick nach dem Lesen des Buches sind diese Momente aber sehr dünn gesät und viele wirklich schreckliche Ereignisse haben die Oberhand. 
 
Auf jeden Fall ist es kein Buch für zart besaitete Menschen, aber ansonsten ein gut geschriebenes und eindringliches Buch. Was ich interessant finde ist, dass das Buch gerade verfilmt wird und man so zeitnah den Roman und den Film vergleichen kann.
 
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Geschrieben von hrafnaklukka, am 19-07-2009 19:24,
12. Schonungslos
Submarino: Foltermethode, bei der der Kopf einer Person bis zur Erstickungsgrenze unter Wasser gedrückt wird 
 
Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem der Titel so passend und stimmig ist wie bei Submarino. Die Protagonisten ersticken fast an ihrem Leben und der Hoffnungslosigkeit, und auch dem Leser bleibt bei der Lektüre dieses Buches das ein oder andere mal die Luft weg. Nick wohnt einem Wohn-Asyl („Ich wohne schon so lange hier, dass ich keinen Schatten werfe“), verbringt die Tage nach seiner Haftentlassung mit Krafttraining und Alkohol, seine Einsamkeit bekämpft er mit Gelegenheitssex mit der Nachbarin Sofia. Nick ist eine tickende Zeitbombe, mit einer verkorksten Vergangenheit und einem verstellten Blick in die Zukunft. Als er Ivan, den Bruder seiner Exfreundin Ana wieder sieht, nimmt er diesen unter seine Fittiche. Auch seinem Bruder ergeht es nicht viel besser: er selber ist drogenabhängig, seine Frau ist an den Folgen der Drogensucht gestorben, und hat ihn mit ihrem kleinen Sohn Martin allein gelassen. Obwohl dieser sich wirklich Mühe gibt, ein guter Vater zu sein, ist der Grat zwischen Drogenkonsum und Familie sehr schmal.  
Das Lesen dieses Buches kann man kaum als Genuss beschreiben, trotzdem ist es nicht schlecht geschrieben. Man hat das Gefühl, der Autor hat diese Geschichte frei von der Leber weg niedergeschrieben, es ist nichts verschleiert oder beschönt, jede Seite strotzt vor bedrückendem Realismus. Die Person des Nick ist gewalttätig, düster und schlicht unsympathisch, die düstere Atmosphäre des Buches ließ mich trotz der hohen Temperaturen frösteln.  
Anfangs fand ich die Handlung des Buches sehr verwirrend, doch ist man einmal in der Geschichte drin, kann man es trotz des deprimierenden Inhalts nicht mehr aus der Hand. Von der ersten Seite an erzeugt der Autor eine vielschichtige Spannung, und der Leser hat das Gefühl auf einen Abgrund zu zu rasen, ohne zu wissen wo der Not-Aus-Schalter ist. Lose Handlungsstränge werden erst am Ende zusammen geführt, einige Sachen werden erst dann verständlich. Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter, und in so manchen Momenten hätte ich mir gewünscht, meinem ersten Bauchgefühl gefolgt zu sein und das Buch links liegen gelassen zu haben. Aber aufhören konnte ich auch nicht. Wer düstere Thriller ohne rosa Happy End mag, liegt mit „Submarino“ genau richtig, allen anderen würde ich aber eher davon abraten. Das Buch ist so intensiv, das es gedanklich noch lange nachwirkt, was in diesem Fall aber nur bedingt positiv zu verstehen ist.
 
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Geschrieben von Bücherwürmchen, am 17-07-2009 19:53,
13. Keine leichte Kost, perfekt serviert
Charakteristisch für die Schreibweise von Bengtsson sind kurze Sätze, manchmal auf den ersten Blick zusammenhanglos hingeworfene Gedanken, lakonisch geschilderte Dramen, die dadurch umso realistischer und eindringlicher wirken. Insgesamt vermittelt schon alleine diese Sprache einen Eindruck von den Leben der beiden Brüder, um die es geht: Der Überlebenskampf schon in der Kindheit, Aggressionen, ein Sich-Treiben–Lassen und das Streben danach, ein guter Mensch zu sein, ein guter Vater, einem gewissen Ehrenkodex zu folgen, nicht nur haltlos und fremdbestimmt zu sein, einfach durchs Leben zu kommen.  
Dieses Buch ist definitiv keine leichte Sommerlektüre, das man so nebenbei konsumieren und unberührt wieder weglegen kann. Wer aber bereit ist, sich auf die schonungslose Schilderungen chancenloser Leben einzulassen, wird ein grandioses Buch entdecken.
 
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