Brunichild, die westgotische Königstochter, wird schon in jungen Jahren politisch klug verheiratet. Kurz vor ihrer Abreise erlebt sie eine kurze Affäre mit dem Stallburschen Wittiges, der ihr auch prompt in die neue Heimat folgt - gegen Brunichilds Willen. Brunichild reift immer mehr zur einflussvollen Königin heran und Wittiges - zu ihrem Missfallen - zum persönlichen Vertrauten ihres Mannes, Sigibert.
Zusätzlich zu dem Hauptstrang, der aus Sicht Brunichilds geschildert wird, kommen auch Aletha, die unter Zwang Wittiges heiraten mussste, und ihr Bruder Alexander zu Wort. Das Geschehen wird farbenfroh und ausführlich geschildert, die Charaktere sind bis ins letzte Detail ausgearbeitet und überzeugen durch eine glaubhafte Entwicklung während des Verlaufs der Geschichte.
Leider wird das letzte Viertel des Buches, das fast 10 Jahre umfasst, sehr schnell und unausführlich abgehandelt, beinahe wie im Zeitraffer. Dadurch geht die dichte Atmosphäre verloren, was es dem Leser schwer macht, wieder in die Geschichte einzutauchen.
Die durch den Titel und Klappentext versprochenen Fehde wird allerdings nicht geschildert. Fredegunde, die eigentliche Gegenspielerin Brunichilds, bleibt eine lieblose Randfigur, nie werden auch nur kleine Streitigkeiten zwischen ihnen geschildert.
Obwohl ich durch den irreführenden Titel etwas ganz anderes erwartet habe, kann ich doch wegen der farbenprächtigen Schilderungen, die eine längst vergessene Zeit wieder zum Leben erwecken, und wegen den authentischen Charakteren 3 Punkte vergeben.
Die 16 – jährige Brunichild, Tochter des westgotischen Königs Athanagild, wird mit dem Frankenkönig Sigibert verheiratet und muss daraufhin im Jahre 566 n. Chr. von Westgoten nach Frankreich an den Hof von Toledo ziehen. Brunichild ist aber nicht allein, unter ihrer Dienerschaft befindet sich auch ein junger Landadliger, Wittiges, der verarmt ist und ihre Vertraute und Dienerin Aletha. Eva Maaser schafft mit bildhafter und vielfältiger Sprache ein tolles geschichtliches Wer, dass durchaus unterhaltsam ist. „Die Fehde der Königinnen“ verspricht eine lebhafte und gelungene Geschichte um Brunichild und ihr Leben als Ehefrau. Dennoch war ich Stellenweise enttäuscht und auch die nötige Spannung kam etwas zu kurz, was Maaser aber mit einem sensationellen und prägenden Schreibstil und authentischen Charakteren wieder gut macht.
Inhalt: Wittiges, ein junger Landadeliger trifft am Hof von Toledo die 16jährige Prinzessin Brunichild. Brunichild soll in wenigen Wochen zu ihrer Hochzeit mit Sigibert, dem König der Franken aufbrechen. Die beiden so unterschiedlichen Leute fühlen sich zueinander hingezogen und so beschließt Wittiges, alles zu unternehmen, um sich dem Hochzeitszug anschließen zu können. Als Stallmeister findet er seine neue Berufung und in dem jungen Eunuchen Alexander eine Begleitung. Auch die junge Aletha geht als Dienerin der Prinzessin mit nach Franken. Sie ist froh, dem Hof der Westgoten und Brunichilds Vater zu entkommen, der Gefallen an ihr gefunden hat. Die Schicksale dieser Personen sind untrennbar miteinander verbunden und schließlich kommen auch noch König Sigiberts Brüder mit ins Spiel ...
Meine Meinung: Für die Entscheidung "Die Fehde der Königinnen" zu lesen, sollte man Titel und Klappentext außen vor lassen, denn diese sind schlicht und ergreifend falsch! Unabhängig davon, hat mir das Buch aber gut gefallen. Der Fehler liegt schon darin, dass Brunichild im Jahr 566 gerade einmal 16 Jahre alt ist und noch Jahre davon entfernt, ihre spätere Schwägerin Fredegunde überhaupt kennenzulernen. Eine wirkliche Fehde zwischen den beiden findet in "Die Fehde der Königinnen" eigentlich gar keine richtige Erwähnung, zumal Fredegunde nur eine Randfigur ist und der Auslöser der historisch bekannten Fehde spielt erst auf den letzten 80 (von über 400) Seiten eine Rolle. Wer sich also für den berühmten Streit der Königinnen aus dem Nibelungenlied interessiert, der sollte besser Fachliteratur heranziehen und nicht dieses Buch. Sehr schön erzählt wird hier allerdings die Zeit bevor Fredegunde und Brunichild Schwägerinnen wurden. Sowohl aus Sicht der Prinzessin und späteren Königin, als auch aus Sicht des Landadeligen Wittiges wird hier Einblick in eine Zeit gewährt, die noch zu den Anfängen des in historischen Roman allseits so beliebten "Mittelalters" liegt. Die Ränkeschmiederei an den Königshöfen, die von politischen oder finanziellen Gründen beeinflussten Hochzeiten, die Machtkämpfe zwischen den Religionsformen und die Ehrbegriffe der Zeit sind anschaulich dargestellt und gut in die Geschichte eingebunden. Es handelt sich hier aber um einen eher leichten historischen Roman, der sich weniger mit der Erwähnung historischer Daten aufhält, sondern vielmehr dem Gefühls- und Liebesleben seiner Figuren widmet. Gerne hätte ich noch eine Stellungnahme der Autorin gelesen, in der sie erläutert, was Fakt und was Fiktion ist. Leider fehlt dies jedoch ebenso wie eine Karte der Königreiche und politischen Grenzen. Da es hier insbesondere um Gebietsansprüche geht, wäre das von Vorteil gewesen. Eva Maasers Schreibstil ist sehr flüssig und gut lesbar, schon mit ihrem Buch "Die Astronomin" konnte sie mich überzeugen. Ich würde mich sehr freuen, wenn sie sich dieser Epoche in einem weiteren Buch widmet, da ich bisher noch nicht viele historische Romane gelesen habe, die vor dem 11. Jahrhundert spielen.
Fazit: Bildhaft, anschaulich, schön - aber nicht unbedingt historisch informativ.
Da ich ein Freund von historischen Romanen bin, habe ich mich auf die Fehde der Königinnen gefreut und bin mit großen Erwartungen an dieses Buch gegangen. Am Ende angekommen, war ich dann doch relativ enttäuscht, da der Buchtitel und die Buchbeschreibung rein gar nichts mit der eigentlich erzählten Geschichte zu tun haben. Die Tatsache, dass Brunichild und Fredegunde, die auch erst gegen Ende des Buches Brunichilds Schwägerin wird, nicht die besten Freundinnen sind, findet zwar Erwähnung, aber von einer Fehde, die sich durch den gesamten Roman zieht, kann nun wirklich keine Rede sein. Auch die groß angekündigte Liebschaft zwischen der Königin Brunichild und dem Landadligen Wittiges wird übertrieben beschrieben. Sie haben zwar anfangs eine kleine Affäre und Wittiges fühlt sich zu ihr auch durchgehend hingezogen, aber von einer geheimen Liebschaft kann nicht gesprochen werden. Zumal Brunichild auch keine Anstalten macht, um Wittiges, später im Buch, näher zu kommen. Selbst die Titel der vier Kapitel korrespondieren nicht grundlegend mit ihrem Inhalt und stiften teilweise doch Verwirrung beim Leser. Der Schreibstil des Romans hat mir ganz gut gefallen und hier und da kam auch eine gewisse Spannung auf, wo man weiterlesen wollte. An sich aber war dieses Buch eine Enttäuschung für mich, da es falsche Erwartungen geweckt und aus einer vielversprechenden Geschichte eher eine langweilige Erzählung gemacht hat, die nur wenige Höhepunkte aufzeigen konnte.
In Europa,im Jahre 566herrschen verschiedene Volksstämme,die sich gegenseitig bekriegen.Die Westgotische Königstochter Brunichild wird als Bündnispfand dem Frankenkönig Sigibert zur Frau gegeben.Bei ihrer neuen Familie angekommen gerät sie in eine heimtückische Familienfehde,ohne zu wissen,wer ihr wohl gesonnen ist.Einzig auf ihre Magd Aletha und ihren Gefolgsmann Wittiges,der ihr seit ihrer ersten Begegnung verfallen ist,kann sie sich verlassen.Zusätzlich lastet auf Brunichild die Bürde,einen Thronerben zur Welt bringen zu müssen.Wer ist Freund und wer ist Feind?Immer weiter spinnt sich das Netz der Intrigen und wird zur tödlichen Gefahr,die alles in den Untergang zu reißenscheint. Eine Geschichte,so alt wie die Menschheit und immer noch brandaktuell.Dieser Roman ist vielleicht kein Meisterwerk,aber durchaus eine nette Lektüre für zwischendurch.Der Autorin gelingt es,eine Geschichte zu erzählen,die eines Troubadours würdig ist.Leider geht sie in ihrer Erzählung nicht so richtig in die Tiefe und das Geschehen plätschert daher nur gemächlich vor sich hin.Beim lesen der letzten Kapitel hatte ich den Eindruck,daß die Autorin unbedingt zum Ende kommen wollte.Dadurch wirkt alles etwas gehetzt und nicht richtig ausgereift.Hauptsächlich das Schlußkapitel über die Bruderkriege und Brunichilds Gefangenschaft hätte man noch weiter ausbauen können.Darum von mir nur 3 Sterne.
Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich nicht sehr hohe Erwartungen an "Die Fehde der Königinnen" von Eva Maaser hatte, da ich bisher eher schlechte Erfahrungen mit historischen Romanen gemacht habe. Ich hatte bisher erst ein paar gelesen, und die waren mir meist zu "zäh", so dass ich nicht wirklich in die Geschichten hineinfinden konnte. Aber dieser Roman hat mich von anfang an fasziniert!
In "Die Fehde der Königinnen" geht es um die Prinzessin Brunichild, die mit dem fränkischen König Sigibert verheiratet werden soll. Die ersten 100 - 150 Seiten befassen sich mit ihrer Abreise vom Elternhaus und ihrer Reise zu ihrem zukünftigen Gemahl. Am Hofe Sigiberts nimmt Brunichild die Stelle der Königin ein und nach und nach entwickelt sie sich zu einer starken Persönlichkeit.
Leider ist sowohl der Titel, als auch die Inhaltsangabe schlecht gewählt! "Die Fehde der Königinnen" ist vielmehr ein Bruderzwist zwischen Sigibert und seinen 2 Brüdern. Aber auch dieser Bruderzwist nimmt nicht den Hauptteil der Geschichte ein, sonder wird erst zum Ende hin deutlich. Der Roman befasst sich eher mit Brunichilds Entwicklung und Werdegang als Königin. Aber auch die Entwicklung der anderen Protagonisten steht im Vordergrund! Der Schluss kam recht abrubt und lässt auf eine Fortsetzung hoffen!
Eva Maaser hat es geschafft mein Interesse an historischen Romanen zu wecken! Mit dem flüssigen Schreibstil und vorallem den interessanten Charakteren hat mich "Die Fehde der Königinnen" schon von den ersten 10 Seiten nicht mehr losgelassen. Das frühe Mittelalter wurde sehr schön beschrieben, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Man bekommt einen Einblick in die damalige Wichtigkeit der Kirche, die Stellung der Frau und das Leben der Menschen.
Diese Geschichte hat für mich alles, was einen guten Roman ausmacht, Liebe, Spannung, Freundschaft, Dramatik und Leidenschaft!
Ich möchte dieses Buch vorallem denjenigen nahelegen, die, wie ich, eher vor historischen Romanen zurückschreckten. Ich für meinen Teil bin froh, dieses Buch gelesen zu haben!!!
Aus bündnispolitischen Gründen verheiratet der westgotische König Athanagild im Jahre 566 n. Chr. seine 16-jährige Tochter Brunichild mit dem Frankenkönig Sigibert. Vom Hof von Toledo bricht Brunichild mit einem Tross aus Westgoten und Franken zur Hochzeit in ihre neue Heimat auf. Unter der Gefolgschaft befinden sich auch Aletha, Dienerin und enge Vertraute Brunichilds, und Wittiges, ein junger, verarmter Land-adeliger. Wittiges war kurz zuvor an den Hof von Toledo gekommen und hatte nach einer Affäre sein Herz an die Prinzessin verloren.
Im Franken-reich herrschen raue Sitten, es besteht ein eher wackliger Frieden, denn das Land ist unter den Brüdern Charibert, Guntram, Chilperich und Sigibert in vier Königreiche aufgeteilt. Als Charibert stirbt kommt es zu kriegerischen Machtkämpfen, da besonders Chilperich nach mehr Land mit strategisch wichtigen Häfen strebt. Wittiges macht an Sigiberts Hof durch seinen Wagemut auf sich aufmerksam und wird als Antrustio in den inneren Beraterkreis des Königs aufgenommen. Zusammen mit seinen Freunden Alexander, einem entlassenen Palasteunuch, dem ehemaligen Mönch Pontus und seiner ihm von Brunichild aufgezwungenen Ehefrau Aletha versucht er ein heruntergekommenes Stück Land samt Landgut und zwei Dörfern in der Nähe von Reims zu bewirtschaften.
Eva Maaser gelingt es durch ihre bildhafte Sprache und ihre detaillierten Schilderungen ein lebhaftes und buntes Bild des frühen Mittelalters in Europa zu entwerfen. Da man wechselnd die Geschichte der Protagonisten, insbesondere von Brunichild und Wittiges, verfolgt, entsteht ein kurzweiliges Lesevergnügen. Geschickt verwebt die Autorin Historisches mit den privaten Schicksalen ihrer Figuren. Gelungene Dialoge ermöglichen das Mit-fiebern mit Brunichild, Wittiges, Chilperich, Aletha, Alexander, Pontus.... Schön zu beobachten sind nicht nur die aus-differenzierten Charaktere, sondern auch deren Weiterentwicklung, insbesondere von Wittiges und Aletha.
Zu bemängeln ist der Klappentext, aber auch der Buchtitel, die nicht recht zu der Geschichte passen. Zum Ende hin überstürzen sich die Ereignisse, die zum Teil nur knapp angerissen werden. Darunter leidet die Kraft der Sprache und lässt den Roman wenig abgerundet schließen. Ein Anhang zu den historischen Hintergründen wäre schön gewesen.
Eva Maasers neuester historischer Roman trägt den Titel "Die Fehde der Königinnen" und erzählt die Geschichte einer westgotischen Prinzessin, die den fränkischen König heiratet und somit Königin der Franken mit. Es begleiten sie unzählige Schlachten, Überfälle und Menschen, denen sie nicht immer trauen kann. Der Schreibstil ist, für einen historischen Roman, doch relativ einfach, wodurch das Buch sehr gut und flüssig zu lesen ist. Ich fand das Buch eigentlich recht gut, vor allem, da ich sonst historischen Romanen eher abgeneigt hat. In dieser Hinsicht, hat mich das Buch doch sehr überrascht. Allerdings finde ich den Titel des Buch, "Die Fehde der Königinnen", sehr unpassend und irreführen für andere Leser, genauso wie den Klappentext auf dem Buchrücken. Der Titel verspricht eine Fehde unter Königinnen, doch beim Lesen wird schnell deutlich, dass man es in keinster Form mit einer Fehde von Königinnen zu tun hat. Mit einer Fehde, ja, vielleicht ein wenig - aber wenn, dass unter Königen bzw. Brüdern. Bestimmt aber nicht unter Königinnen. Nach dem Klappentext zu beurteilen hätte ich mir doch mehr von der Handlung versprochen. Dafür gibt es einen Stern Abzug - ansonsten war das Buch wirklich sehr angenehm.
Dieses Buch ist ab sofort auf der Liste meiner Lieblingsbücher ! Ich mag diese Art der historischen Romane, die mit viel Schwung und Leichtigkeit geschrieben sind. Auch das historische Thema finde ich interessant, da man so ganz nebenbei ein bißchen was aus der Geschichte lernt.
Die Charaktere der Hauptpersonen sind prägnant beschrieben und so liebenswert, daß man sie gleich ins Herz schließt und mit ihnen Freud und Leid durchlebt. Eine gut strukturierte, lebendige Handlung, die nicht durch ausschweifende Beschreibungen von Orten oder Personen behindert wird, zwischendurch mal eine heitere Begebenheit zum Schmunzeln (vor allem die pferdenärrische Königin, die sich nicht um Hofetikette schert, hat es mir angetan), lassen dieses Buch zur unterhaltsamen und doch anspruchsvollen Lektüre werden.
Einziger Kritikpunkt ist das überhastete Ende, denn auf den letzten Seiten werden umwälzende Ereignisse beinahe lieblos aufgezählt und die vorher so anschauliche Erzählweise endet abrupt. Ebenso ist der Titel und der Klappentext etwas irreführend, denn von einem "erbitterten Kampf" zwischen den Königinnen ist nichts zu spüren, sondern allenfalls ein paar Intrigen und etwas Machtgeplänkel. Die Streitigkeiten wurden hauptsächlich von den Ehemännern ausgetragen und "Die Fehde der Königsbrüder" hätte besser gepaßt.