Als der Fotojournalist Michael Wilde den Auftrag erhält, für eine Fotoserie an den Südpol zu reisen, kommt dies seinem Gemütszustand nur recht. Durch einen Unfall liegt seine langjährige Freundin Kristin im Koma und Michael quält sich seitdem mit Schuldgefühlen. So genießt er die Abwechslung der beschwerlichen Anreise und schon schnell ist auch seine Abenteuerlust wieder geweckt und er stürzt sich voller Elan in das Abenteuer Südpol. Ohne Probleme findet er sich mit den unwegsamen Begebenheiten eines Forschungscamps zurecht und freundet sich schnell mit der Ärztin Charlotte und dem Wissenschaftler Darryl an. Als Darryl einen Tauchgang unternehmen will, ist Michael mit Begeisterung dabei, doch dieser Tauchgang wird sein Leben wie auch das der Bewohner des Forschungscamps entscheidend verändern. Nahe einem Gletscher ist eine Frau in Ketten gefesselt im Eis eingefroren, in ihrer Nähe wird noch eine Truhe entdeckt. Schnell kann er den Leiter den Forschungscamp von der Bergung überzeugen. Kaum ist die Eisleiche samt Truhe im Forschungscamp angekommen, überschlagen sich die Ereignisse.
Sehr anschaulich erzählt Robert Masello das Leben auf einem Forschungscamp am Südpol mit seinen ganzen Unwegsamkeiten, die das menschenfeindliche Wetter mit sich bringen. So taucht man mühelos in die Story ein und auch die teils wissenschaftlichen Erklärungen einiger Forschungsgebiete sind informativ und interessant in die Story eingearbeitet. Und das ist die Geschichte auch anfangs bis ca. zur Mitte des Buches hin: Ein spannender, interessanter Wissenschaftsthriller. Tja, und dann wirds mystisch bis phantastisch und - so ging es mir zumindest - ist man erst einmal etwas verwundert über die Wandlung, welche die Geschichte nimmt. Wenn man sich jedoch auf diesen Genrewechsel einlässt, bleibt die Story spannend erzählt, bedingt auch durch den wirklich flüssigen, lebendigen Schreibstil von Robert Masello.
Die Geschichte wechselt ständig zwischen Michael, den Geschehnissen im Forschungscamp und dem Leben von Eleanor und Sinclair Ende des 19. Jahrhunderts, bis sich schließlich beide Handlungsstränge in der Gegenwart wiederfinden. Auch in der Gegenwart bekommt man durch Rückblicke von Eleanor und Sinclair ihre Geschichte bis zum Auffinden im Eis erzählt. Dies ist durchweg spannend umgesetzt und die Wechsel wurden vom Autor gut gelegt, somit ist ein Weiterlesen meist unumgänglich.
Die Charaktere beschreibt der Autor sympathisch und detailreich, sodass man sehr schnell eine Vorstellung von ihnen erhält, besonders hier von seinem Protagonisten Michael. Allerdings sind die Figuren jetzt nicht unbedingt tiefgreifend beschrieben. So werden die Schuldgefühle von Michael, welche er durch den Unfall von Kristin hat, doch eher oberflächlich abgehandelt. Ok, dafür ist es halt auch ein Thriller bzw. Abenteuerroman, wo man dies auch nicht unbedingt erwartet. Warum der Autor diese Nebenstory jedoch eingebaut hat, bleibt mir ein Rätsel, da dies absolut unnötig für die Story ist und der Figur hierdurch keine Tiefe verliehen wird.
Fazit: Was wie ein Wissenschaftsthriller beginnt, endet als Fantasy Roman mit Science Fiction-Einschlag. Wer sich auf diesen abrupten Genrewechsel einlässt, bekommt eine interessante, spannende Geschichte geboten.
Michael wollte mit seiner Freundin Kristin die ganze Welt erforschen. Der tragische Unfall in den Kaskaden machte jedoch diese Pläne zunichte. Seitdem liegt Kristin in Koma und Michael, der sich des Unfalls schuldig fühlte, hat sich total aus dem aktiven Leben zurückgezogen. Doch dann bekommt er von dem Redakteur des Eco Travel Magazins einen Auftrag, der ihn auf das Ende der Welt versetzt: er soll über das Leben und die Arbeit auf einer Forschungsstation auf dem Südpol berichten. Er sieht den Auftrag als eine Chance mit der Vergangenheit abzuschließen, nimmt Abschied von Kristin und fliegt in die Antarktis. Beim Tauchen in dem Polarmeer entdeckt er auf dem Meeresgrund eine Weinflasche liegen. Bei dem Versuch die Flasche anzuheben, kommt er näher an ein Gletschereis, in dem zwei eingefrorene Gestalten verborgen waren: eine Frau und ein Mann, beide aus einer anderen, längst vergangenen Welt. Dieser Fund und die Versuche dem geheimnisvollen Par zu helfen, ändern vollkommen das Leben auf der Forschungsstation und das von Michael. Ich habe das Buch in vollen Zügen genossen. Vielleich weil ich weder einen Thriller noch einen Roman über Vampire erwartet habe. Die Lebensgeschichte des im Eis gefangengehaltenen Paares klang für mich wie ein Märchen und ich habe gehofft, dass sie wie fast jedes Märchen, glücklich endet. Die Kapitel über die Ereignisse und das Leben im neunzehnten Jahrhundert fand ich sehr interessant. Auch den Handlungsstrang über das Leben auf dem Südpol und die Forschungsarbeiten dort fand ich sehr informativ und faszinierend. Für mich war es eine erholsame fantasievolle Lektüre.
Michael Wilde ist Journalist und Fotograf für das Eco –Travel - Magazine. Er liebt spektakuläre und gefährliche Recherchen die ihn um die ganze Welt reisen lassen. In seiner Freundin Kristin hat er die perfekte Partnerin für abenteuerliche Freizeitaktivitäten gefunden. Bei einem ihrer Ausflüge verletzt sich Kristin allerdings so stark, dass sie seitdem im Wachkoma liegt.
Michaels Welt liegt in Trümmern, er ist von Selbstvorwürfen zerfressen und vollkommen antriebsgemindert. Zu ihren Eltern hatte er vor dem Unfall auch schon keinen guten Kontakt, jetzt ist er noch viel schlechter. Auch die Antidepressiva bringen ihm nicht das alte Lebensgefühl wieder. In dieser Phase unterbreitet ihm sein Freund und Kollege den Auftrag in der Polarforschungsstation Port Adelié am Südpol für das Journal zu recherchieren. Michael greift sofort zu, um seiner düsteren Umgebung und den ebenso düsteren Gedanken zu entkommen.
Gemeinsam mit dem Wissenschaftler Darryl und der Afroamerikanische Ärztin Dr. Charlotte Barnes kommt er in Port Adelié an.
Das Leben am Pol ist mehr als unwirtlich, neben Schnee, Eis und Stürmen haben die Gastbewohner auch mit der ewigen Sonne zu kämpfen, die den Tag- und Nachtrhythmus völlig durcheinander bringt.
Für Michael allerdings die richtige Abwechslung, er fotografiert Menschen, Umgebung und die Tierwelt, begleitet den Führer der Hundestaffel zur alten , verlassenen Walfangstation der Norweger und taucht mit Darryl, dem Meeresbiologen, ins Südpolarmeer auf der Suche nach seltenen Exemplaren ab. Auf einer dieser Tauchgänge macht er eine bemerkenswerte Entdeckung. Gefangen im ewigen Unterwassereis des Südpols sind die Leichen einer Frau und einer weiteren Person.
Unter schwierigen Bedingungen werden die beiden Körper aus dem Eis gefräst und auf die Forschungsstation gebracht. Mit der Unterbringung der beiden Leichen gehen aber zeitgleich einige merkwürdige und absonderliche Geschehnisse einher, die die Weltvorstellungen von Charlotte, Darryl und Michael völlig durcheinander bringen…
Robert Masallo versteht es gut, die Realität mit fantastischen und mystischen Elementen zu verbinden. Auch wenn ich persönlich selten Fantasieromane lese, hat mich diese Geschichte zumindest bis zur Hälfte des Buches gefesselt. Die Charaktere sind glaubhaft dargestellt, einzig die Figur des Lieutnant Sinclair Archibald Copley wird im zweiten Teil des Buches so negativ beschrieben, so dass man diese Figur mit der im ersten Teil des Buches kaum in Verbindung setzen kann. Auch das Ende des Buches ist leider sehr vorhersehbar, rührselig und ein wenig kitschig. Trotz dieser kleinen Makel habe ich es gerne gelesen.
Seit seine Freundin nach einem Unfall beim Bergsteigen im Koma liegt, geht es Michael Wilde nicht allzu gut. Als er von seinem Arbeitskollegen gebeten wird, einen Artikel über den Südpol zu schreiben, inklusive einmonatigem Aufenthalt, überlegt er daher nicht lange. Wo kann man schließlich besser Abstand gewinnen zum deprimierenden Alltag als am menschenleeren, unbarmherzigen Südpol?
Was jedoch eigentlich als Bericht über das normale Leben unter diesen unwirtlichen Bedingungen geplant ist, droht schon nach kurzer Zeit ein Horrorbericht zu werden. Denn bei einer Tauchtour findet Michael ein eingefrorenes Liebespaar im Eis. Als wäre das nicht schon Sensation genug, geschehen bald darauf schreckliche Dinge. Das aufgetaute Paar scheint spurlos verschwunden zu sein und ein Mann wird von einem Schlittenhund angegriffen und stirbt. Während die Wissenschaftler noch ratlos sind über den Verbleib des Paares, wird ein weiterer Wissenschaftler ermordet… von dem Mann, der eigentlich tot sein sollte.
Robert Masello verknüpft in seinem Buch „Eisiges Blut“ zwei parallel verlaufene Erzählstränge miteinander. So erfährt man neben den Geschehnissen am Südpol auch die Geschichte von Eleanor und Sinclair. Einem Liebespaar, das Mitte des 19. Jahrhunderts in England lebte und das letztendlich aneinandergefesselt im ewigen Eis gelandet ist.
Durch seinen angenehm flüssigen Schreibstil hat Masello einen netten Unterhaltungsroman geschaffen, der mich allerdings mit seinen manchmal überraschend brutalen Ereignissen schockiert hat. Aber gerade diese Szenen haben der zeitweise schwächelnden Geschichte wieder Spannung eingehaucht. Besonders die Ereignisse in der Vergangenheit haben sich manchmal etwas fad dahingezogen und das Lesen erschwert. Obwohl ich die Handlung sehr interessant fand, wurde das Ganze jedoch gegen Ende ziemlich vorhersehbar und zu kurz gefasst, als wären dem Autor die Ideen ausgegangen. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt.
Inhalt: Als Journalist für das Eco-Travel Magazin hat Michael Wilde schon viele Orte auf der Welt besucht. Nach einem persönlichen Schicksalsschlag hat er sich lange aus dem Berufsleben zurückgezogen, doch dem neuesten Rechercheangebot kann er nicht widerstehen. Michael soll einen Monat auf der Forschungsstation Point Adèlie in der Antarktis verbringen und über das Leben und die Forschungen dort berichten. Schon auf der Hinreise macht er die Bekanntschaft des Wissenschaftlers Darryl Hirsch, der zu einem längeren Aufenthalt auf der Station aufbricht. Der Journalist und der Wissenschafter leben sich schnell in der Forschungsstation ein und auf einem gemeinsamen Tauchgang macht Michael eine unglaubliche Entdeckung. Im Eis unter Point Adèlie findet er eine Truhe mit alten Flaschen und einen Eisblock, aus dem ihn das Gesicht einer jungen Frau entgegen schaut. Es gelingt dem Team, den Eisblock zu bergen und zur Station zu bringen. Doch im Eisblock befindet sich nicht nur die junge Frau, sondern sie ist auch noch an einen Mann gekettet. Wer sind die beiden Unbekannten und wie sind sie in diese Situation geraten?
Meine Meinung: "Eisiges Blut" von Roberto Masello hat mich überrascht. Laut Coveraufdruck, soll es sich hier um einen Thriller handeln. Zudem wird damit geworben, dass es sich hier um einen Spannungsroman handeln würde, wie er auch das Ergebnis einer gemeinsamen Arbeit von Michael Crichton und Stephenie Meyer sein könnte. Wer diese beiden Autoren kennt, wird daher schon vermuten, dass die Themen Wissenschaft und Vampire eine Rolle spielen könnten. Ich weiß nicht so recht, ob ich die Umsetzung durch Roberto Masello nun gut finden soll oder nicht. Es gab Szenen im Buch, die mir im Sinne des Gruselfaktors eine echte Gänsehaut beschert haben. Ich finde generell eine unterschwellige Bedrohung beängstigender, als offensive Gewalt. Ich denke jedoch nicht, dass dieses Buch aus diesem Grund schon die Einstufung als Thriller verdient. Echte Fans des Genres werden enttäuscht sein. Eine Ähnlichkeit zu den Büchern von Stephenie Meyer konnte ich ebenfalls nicht wirklich feststellen. Die alleinige Verbindung durch einen gemeinsamen Begriff reicht hierzu nicht aus. Was mir jedoch an "Eisiges Blut" sehr gut gefallen hat, ist die Schilderung der Forschungsstation Point Adèlie, der Forschungsarbeit und dem Leben Nahe dem Südpol. Roberto Masello beginnt seinen Roman mit der Schilderung, wie das aneinander gekettete Paar ins Eis gelangt ist. Mit einem weiteren Sprung in die Vergangenheit zur Zeit des Krimkrieges im 19. Jahrhundert, wird nun die Geschichte von Sinclair und Eleanor, dem Paar im Eis, erzählt. Dabei wechselt der Autor diese Episoden mit den Ereignissen in der Forschungsstation ab. Teilweise handelt es sich daher auch um einen historischen Roman. Insgesamt gesehen, haben mir die Kapitel die in der Gegenwart spielen deutlich besser gefallen. Die Kriegsszenen waren mir zu anschaulich und ausführlich beschrieben und passten nicht so recht zum Rest des Romans. Ich hatte den Eindruck, dass die Szenen in der Vergangenheit so gestreckt wurden, um ein Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Teilen den Buchs zu schaffen. Die wissenschaftlichen Theorien und Forschungen, die Roberto Masello in "Eisiges Blut" eingeflochten hat, konnten mich überzeugen und haben einen interessanten Aspekt in eine eigentlich schon ziemlich abgenutzte Geschichte gebracht. Auch wenn das Ende ziemlich offen gestaltet ist, kann ich mir eine Fortsetzung jedoch nur schwer vorstellen.
Fazit: Ein interessanter Versuch eines genreübergreifenden Thrillers, der jedoch nicht zu 100 Prozent überzeugen kann.
In Robert Masello’s Thriller "Eisiges Blut" werden zwei unterschiedliche Geschichten erzählt die sich mit der Zeit zu einem ganzen verweben. Zum einen taucht man in das Leben des Journalisten Michael Wilde ein und zum anderen versetzt der Autor uns in eine Geschichte zur Zeit des Krimkrieges.
Alles beginnt damit das sich Michael Wilde nach langer Zeit wieder einen Auftrag annimmt der ihn bis ans Ende der Welt: dem Südpol führt. Dort angekommen stößt er tief im Meer auf einen mysteriösen Fund, denn in einem Gletscher entdeckt er eine eingefrorene Leiche einer jungen Frau. Als das Forscherteam die Leiche birgt und das Eis abschlilzt kommt noch eine zweite Leiche, die eines Mannes zum Vorschein. Beide hängen durch eine Eisenkette fest zusammen. Als das Eis volkommen geschmolzen ist und die Leichen freigesetzt sind verschwinden diese noch bevor das Forscherteam es bemerkt…
Der Erzählstil von Robert Masello konnte mich in diesem Thriller erst nach dem ersten Drittel fesseln denn vorher kam mir die Story eher schwammig und untypisch für einen guten Thriller vor. Man bekommt allerhand über das Leben von Michael Wilde erzählt und in welcher Situation er sich befindet. Genauso bekommt man die Vorgeschichte der im Eis gefangenen Liebenden aus dem 19. Jahrundert auf eine für meinen Geschmack zu trockene Art und Weise berichtet. So zieht sich also das erste Drittel des Buches fast wie Kaugummi dahin bis endlich mal etwas spannendes passiert: Der Fund der zwei Leichen im Gletschereis. Nun verwebeben sich die beiden Geschichten immer mehr ineinander und durch die Tatsache das die beiden Liebenden wieder zum Leben erwachen kommt eine ordentliche Portion Spannung hinzu. Ich würde "Eisiges Blut" nun nicht unbedingt als Thriller bezeichnen denn sonderlich viel psychisch labile Persönlichkeiten oder Morde kommen darin nicht vor. Wir bekommen es hier nicht mit einerm blutrünstigen Killer zu tun sondern mit einer uralten mystischen Gestalt die bekanntlicherweise ihr Unwese in Transylvanien treibt. Somit ist die Geschichte um die zwei Liebenden aus dem Eis mal eine ganz andere Vampirstory was ich persönlich sehr erfrischend fand. Leider fehlt dem ganzen eine deutliche Spur Nervenkitzel um als Thriller durchzugehen.
Die Charaktere machen für mich den größten Reiz bei "Eisiges Blut" aus. Alleine durch ihre Lebensgeschichte die man detailreich geschildert bekommt entsteht in einem der Drang das Buch weiterzulesen und zu erfahren wie es mit ihnen weitergeht. Bekommen die Liebenden im Eis eine zweite Chance? Bekommt Michael endlich das wonach er auf der Suche ist? Und wie kann man den Blutdurst der wiedererweckten Vampire bekämpfen?
Mein Fazit: °°°°°°°°°°°°° In Robert Masello’s "Thriller" treffen zwei unterschiedliche Welten aufeinander und verweben sich schlussendlich zu einer ganzen fantasiereichen Erzählung. Der Autor bringt einem in "Eisiges Blut" die Geschichte zweier Vampire auf eine völlig andere Art und Weise näher. Leider lässt das Buch umsonst auf nervenaufreibende Spannung hoffen, deshalb gibt es von mir einen Punkt Abzug.
„Sinclair beugte sich über Eleanor, die auf der hölzernen Pritsche lag.“
Meine Meinung zum Buch:
Für dieses Buch ist es schwierig, eine Gesamtwertung zu finden.
Sehr gut gefiel mir der Schreibstil des Buches. Es lässt sich wunderbar flüssig und schnell lesen, nichts hat gehakt und ich habe auch über kein Wort stolpern müssen.
Die Spannung des Buches baut sich zunächst einmal nur gemächlich auf. Die beiden Handlungsebenen (eine spielt in der heutigen Zeit und eine in der Mitte des 19. Jahrhunderts) laufen parallel und ich lernte über die ersten Kapitel hin das „normale“ Leben in einer Antarktis-Forschungsstation bzw. das „normale“ Leben zweier Menschen – ein Soldat und eine Krankenschwester – vor 150 Jahren kennen. Beides war interessant beschrieben und ich habe es gerne gelesen.
Mit dem Lauf der Geschichte nimmt auch die Spannung zu, wenn auch das Geheimnis der beiden im Eis eingeschlossenen Menschen schon von Anfang an klar ist. Es geht also in diesem Buch nicht darum, am Ende ein überraschendes Geheimnis zu lüften, sondern eher darum, zu erfahren, was sich bis dahin ereignet hatte und wie es letztendlich dazu kam.
Die Charaktere, die in der heutigen Zeit „leben“, sind gut beschrieben. Insbesondere die Geschichte von Michael Wilde wird ausführlich dargestellt, und das Unglück, das ihn und seine Lebenspartnerin traf und sein Umgang mit der Situation, begleitet ihn und den Leser durch das Buch. Die übrigen Antarktisforscher werden als etwas skurrile Wissenschaftler beschrieben, was teilweise ganz witzig ist. Die Figuren der Parallelhandlung – Sinclair und Eleanor – sind mir aber fremd geblieben. Deshalb habe ich diese Passagen auch eher flüchtig gelesen, ich wurde mit ihnen und ihrer Geschichte nicht warm. Lediglich die Erlebnisse der beiden im Lazarett haben mich gefesselt – die für heutige Verhältnisse wirklich unglaublichen Zustände dort sind sehr krass beschrieben.
Meinen Haupt-Kritikpunkt ist aber (ACHTUNG SPOILER): Dass es sich bei Sinclair und Eleanor um Vampire handelt, kann ich als Leser schon sehr früh erkennen. Das ist etwas schade, denn damit geht ein Stück Spannung verloren. Gegen Vampire in Büchern habe ich aber nichts – ob Aliens, Vampire, Mutanten oder der Yeti, das ist für mich eines. Unverzeihlich ist aber die Aussage, dass man sich bei Vampiren „anstecken“ kann wie bei AIDS – was für eine bescheuerte, dämliche und lächerliche Idee!
Kurzbeschreibung von amazon.de:» Er erkannte das Gesicht einer jungen Frau, die ihn anstarrte, wie Dornröschen, gefangen in einem eisigen Kerker.« Nach einem schweren Schicksalsschlag übernimmt der Journalist Michael Wilde einen Auftrag, der ihn in die Antarktis führt. In der frostigen Einsamkeit hofft er Abstand zu finden, doch in die rationale Welt der Polarforscher bricht urplötzlich das Dunkle und Irrationale ein: Bei einem Tauchgang entdeckt Michael Wilde die beiden Körper eines Mannes und einer Frau aneinandergekettet und perfekt konserviert in hundertfünfzig Jahre altem Gletschereis. An ihrer Seite wird eine Truhe mit geheimnisvollem Inhalt gefunden. Der mysteriöse Fund bringt Wilde auf die Spur einer Geschichte, die Jahrhunderte und Kontinente überspannt. Und die sein Leben für immer verändern wird...
Robert Masello legt in seinem Roman viel Wert auf Kleinigkeiten. Der Leser bekommt genaueste Informationen über die Umgebung, die Stimmung, das Wetter. Der erste Teil hat mich dennoch nicht in seinen Bann ziehen können. Immer wieder habe ich das Buch beiseitegelegt und mich zum Lesen durchringen müssen. Viele Vergleiche setzt der Autor ein, welche zuweilen lustig sind. Doch zwischendurch wird die laufende Handlung in der Gegenwart unterbrochen und etwas aus dem Leben der beiden versenkten Personen erzählt. Das hat mich zum Teil etwas gelangweilt.
Langsam konnte ich mich mit Robert Masello warm lesen. Er kommt selbst in die Geschichte und langsam kann man sich auch darin vertiefen. Die Geschichte bekommt richtig Fahrt! Doch es hält nicht lange an.
Ob man das Buch so sehr zum Thriller stellen kann? Ich weiß es nicht. Eher sind es die manchmal ekligen, schon fast gruseligen Beschreibungen einer Situation, die sozusagen Highlight sind. Sonst zieht sich die Geschichte öfters etwas hin, wenn allzu lange an Erinnerungen festgehalten wird. Es gleicht mehr einer Erzählung eines spannenden Abenteuers.
Punkten kann er allerdings mit seinem Schreibstil! Er ist einnehmend und faszinierend, sodass man sogar die vielen wissenschaftlichen Details in dem Buch interessant findet. Ebenso ist der Handlungsaufbau gut durchdacht und strukturiert.
Inhalt: Michael Wilde hat durch einen tragischen Unfall seine Freundin verloren. Um wieder auf die Beine zu kommen, nimmt er einen Job auf der Forschungsstation "Point Adélie" in der Antarktis an. Was ihn dort erwartet, ist unglaublich: Er entdeckt ein im Eis eingefrorenes Liebespaar, das sich dort schon über 150 Jahre befindet! Das Geheimnis, das sich hinter diesem Fund verbirgt, wird sein Leben von Grund auf verändern...
Meine Meinung: Ein spektakulärer Wissenschaftsthriller wird uns hier versprochen, eine einzigartige Mischung, "als ob Stephenie Meyer und Michael Crichton zusammen einen Spannungsroman schreiben würden". Was man als Leser bekommt, ist jedoch etwas völlig anderes! Denn spannend wird es in diesem Roman so gut wie nie. Es dauert zum Beispiel an die 200 Seiten, bis Michael überhaupt in der Antarktis ankommt. Dass der Spannungsbogen immer wieder abreißt liegt wohl auch daran, dass zwei parallele Geschichten erzählt werden: Zum einen die Michaels und zum anderen die eines Pärchens aus dem Jahre 1854, hinter dem sich vermutlich die beiden im Eis eingefrorenen Menschen verbergen. Viele wissenschaftliche Details und andere Längen tragen schließlich auch dazu bei, dass an keiner Stelle des Buches wirklicher Thrill-Faktor entsteht. Sattdessen hatte ich eher das Gefühl, dass es sich bei "Eisiges Blut" eher um eine Art Erzählung handelt - dafür aber um eine sehr gute! Denn der Stil von Robert Masello ist so großartig und einnehmend, dass ich sogar die eben erwähnten wissenschaftlichen Details äußerst interessant beschrieben fand. So ist mir die Sterne-Vergabe auch äußerst schwer gefallen: Als Thriller ist dieses Buch äußerst ungeeignet und würde von mir nur einen Stern bekommen. Die Schreibweise Masellos sowie der Handlungsaufbau haben mir allerdings so gut gefallen, dass ich dafür vier bis fünf Sterne vergeben würde. Deshalb habe ich mich für die goldene Mitte und somit drei Sterne entschieden.
Fazit: "Eisiges Blut" ist eine gut erzählte Geschichte über einen Wissenschaftler aus der Neuzeit und ein Liebespaar zu Zeiten des Krimkrieges, aber mit Sicherheit kein Thriller! Deshalb werden wohl Freunde von Erzählungen viel mehr Freude an diesem Buch haben als Anhänger der Spannungsliteratur!
"Blutiges Eis" ist weder der "gewöhnliche" Thriller, den das Cover ankündigt, noch das Buch, das Stephenie Meyer und Michael Crichton gemeinsam geschrieben haben könnten - wie es der Klappentext androht. Ähnlich wie beim Überraschungsei bekommt der Leser drei in eins: Spannung im Thrillerteil, Schokolade in der historischen Liebesgeschichte und als Überraschung Fantasyelemente. Wer allerdings Cover und Klappentext vertraute, einen spannenden Wissenschaftsthriller erwartete und weder Schokolade noch die Überraschung mag, wird enttäuscht sein.
Im Jahr 1856 ist ein englisches Liebespaar namens Sinclair und Eleanor auf einem Schiff unterwegs und verschwindet spurlos im Eismeer in der Nähe der Antarktis. Dann folgt ein Sprung die heutige Zeit. Für sein neustes Projekt ist der Reisejournalist Michael Wilde zur Forschungsstation Point Adelie am Südpol gereist, weit weg von seinen persönlichen Problemen. Auf dem Weg dorthin hat er den etwas paranoiden Wissenschaftler Darryl Hirsch kennengelernt, der auch dorthin unterwegs ist. Bei einem Tauchgang macht Michael eine atemberaubende Entdeckung und ein spannender paranormaler Thriller beginnt. Wie konnten ein Mann und eine Frau in das ewige Eis gelangen, warum sind sie aneinandergekettet und welche Folgen wird dieser Fund haben?
Robert Masello vermischt geschickt Fakten und Fiktion, spielt mit Legenden und verbindet die beiden Zeitebenen gekonnt. Der flüssige Schreibstil lässt die Seiten schnell dahinfliegen und über gelegentliche Längen (z.B. die Leseprobe) hinwegsehen. Die Figuren sind recht gut gezeichnet, wenn auch teilweise etwas eindimensional. Der Schauplatz an der Antarktis bietet eine eigentümlich beklemmende Atmosphäre, die durch einige unerklärliche Vorfälle noch verstärkt wird. Erfreulicherweise verzichtet der Autor weitgehend auf die detaillierte Beschreibung brutaler Szenen, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut.
Flora und Fauna der Antarktis, wissenschaftliche Hintergründe werden in die Handlung eingeflochten und lassen die Umgebung der Hauptfiguren lebendiger werden. Der Handlungsstrang um Sinclair und Eleanor gleicht einem spannenden historischen Roman, der die Stimmung in London zu jener Zeit geschickt einfängt.
In "Eisiges Blut" entführt Robert Masello seine Leser in die Kälte der Antarktis, nimmt sie mit auf eine Reise in ein anderes Jahrhundert und bietet kurzweiliges Lesevergnügen. Perfekte Herbstlektüre für lange dunkle Abende.
Michael Wilde ist Fotojournalist und nimmt, am Tiefpunkt seiner persönlichen Krise, einen neuen Auftrag an: Am Südpol, genauer am Forschungsstützpunkt Point Adélie, winkt eine Reportage, für die er wie gemacht ist. Doch bei seinem ersten Tauchgang entdeckt er Erstaunliches. Erstaunliches, das sich bald in ein Mythos verwandelt.
Erzähl-/Schreibstil:
Masello verwendet viel Zeit darauf, dem Leser den Südpol und die verdammt kalten Umstände zu schildern. Immer wieder verweist er auf die vielen Hilfsmittel, auf die seine Protagonisten wider der Kälte, zugreifen müssen. Ich fühlte teilweise selber die Kälteschauer auf meiner Haut und fand es faszinierend, wie Masello einem ein so unbekanntes Terrain durch Worte näher bringen konnte. Allgemein ist Masello ein sehr sorgfältiger Schriftsteller und erzählt dem Leser alles, was er wissen muss. Außerdem scheint er gerne zu puzzeln: Häppchenweise erfährt man immer mehr, aber niemals zuviel! Ein ausgeklügeltes System, was den Leser anhält, weiterzuforschen und die Geschichte zusammen zu setzen.
Meine Meinung:
Stephnenie Meyer und Michael Crichton? Warum vergleicht man ewig Schriftsteller mit Schriftsteller? Diese Vorgehensweise kann man doch genauso gut mit Melone und Zylinder machen - ein fragwürdiges Ergebnis.
Masello zeigt, dass er vielfach Drehbücher geschrieben hat und so sieht man, dass er viel Zeit auf Einzelheiten setzt. So überraschte es mich immer wieder, wie er mit den kleinsten Nebensächlichkeiten die Geschichte ummodeln kann. Ich konnte der Geschichte so wunderbar folgen und auch gleich eine (Aus)Musterung der Protagonisten durchführen und dabei einen wahrlich realen und moralisch festgelegten Helden entdecken: Den Journalisten Michael Wilde, der immer wieder nach seinen Idealen arbeitete und bei mir vollstes Verständnis für seine Taten erhielt.
Durch die zwei Handlungsstränge in der Geschichte, das 19. Jahrhundert und heute, verband Masello Vergangenheit und die Moderne auf wundersame Weise - doch die Mystik blieb nicht aus. So war das Leseerlebnis auf einer Seite sehr nüchtern und wissenschaftlich erwiesen geprägt und auf der anderen Seite gleich Fantasy, mehr schon Horror, gar Science Fiction. Ein Erlebnis, was sich vor allen Dingen im zweiten Teil des Buches niederschlug.
Die einzelnen Teile, die immer einen Titel für das Nachfolgende tragen, boten einen gut organisierten Strang, so dass Masello nichts vergessen hat. Ich vermisse keine einzige Information und fühle mich mit Mystik und Legenden auch nicht überhäuft - ein gesundes Maß an Vernunft und fragwürdigen Geschichten ist genau richtig getroffen.
Fazit:
Man sollte sich nicht am dem Kommentar der USA Today, die wahrlich nicht "irgendeine Zeitung" sein wird, orientieren, sondern alleine auf die Inhaltsangabe setzen. Von Masello, einem Meister der Erzählkunst und Könner auf seinem Gebiet wird man rund um die Geschichte von Michael Wilde nicht enttäuscht werden!