Eigentlich hat ja Kommissar Kluftinger überhaupt keine Lust, ein Krimievent-Wochenende in den verschneiten Allgäuer Bergen zu verbringen. Doch was tut man nicht alles für seine Frau, zumal man hierzu ja auch noch eingeladen wurde und es somit nichts kostet. Ein weiteres übel ist, dass auch noch Familie Langhammer mitreist. Doch Kluftingers Laune hebt sich schnell wieder, als er von der Hotelchefin Julia König als Ehrengast empfangen wird. Abends findet das große Kimidinner statt, bei dem die Gäste – alle verkleidet im Stil der 1920er Jahre – einen Mordfall klären sollen. Doch schon schnell wird aus Spiel Realität, denn im Laufe des Abends wird ein Gast tot in seinem Hotelzimmer gefunden. Liegt hier Mord, Selbstmord oder ein natürlicher Tod zugrunde? Kommissar Kluftinger ermittelt, zusammen mit Doktor Langhammer.
Ganz im Stil eines klassischen Kriminalromans kommt Rauhnacht daher. Da durch massive Schneefälle das Hotel von der Außenwelt abgeschnitten ist, hat Kluftinger keine Chance, seine Kollegen einzuschalten, ist somit anfangs von jeglichem technischen Schnickschnack abgeschnitten und muss alleine die Ermittlungen leiten. Allerdings erhält er hier mehr oder weniger tatkräftige Unterstützung von Doktor Langhammer.
Flapsig, witzig und zu jederzeit unterhaltsam erzählt das Autorenduo seinen neuesten Kluftinger-Fall. Und dies ist stellenweise so herzerfrischend, dass die Auflösung des Falls des Öfteren in den Hintergrund dringt und man nur wieder gespannt weiterliest, um zu erfahren, welchen Fauxpas sich Kluftinger nun jetzt wieder erlaubt. Zur Mitte hin funktioniert das Internet wieder und der Chat mit seinem Kollegen Richard Maier ist dermaßen lustig beschrieben, dass mir die Szene regelrecht Tränen vor Lachen in die Augen getrieben hat.
Ab etwa der Mitte hin ist zwar ziemlich offensichtlich, um wen es sich bei dem Täter handelt und auch das Motiv ist klar, doch der Weg dahin und Kluftingers Kombinationstalent sorgen dafür, dass es trotzdem zu keiner Zeit langweilig wird und man sich immer hervorragend unterhalten fühlt.
Kluftinger selbst wird herrlich kauzig dargestellt. Seine Unbedarftheit gegenüber dem Luxus eines 4 Sterne Hotels wirkt zwar stellenweise etwas überzogen und weltfremd, ist aber gerade deswegen sehr humoristisch dargestellt. Seine Zusammenarbeit mit dem übereifrigen Doktor Langhammer hat ebenfalls einige amüsante Szenen und auch die anderen Charaktere sind sehr menschlich gezeichnet. Natürlich bleiben die weiteren Hotelbewohner etwas undurchsichtig, da ja ganz offensichtlich nur einer von ihnen der Täter sein kann und an möglichen Mordmotiven mangelt es mit der Zeit nun wirklich nicht.
Fazit: Ein Krimi der etwas anderen Art, der ganz im klassischen Stil von Hercule Poirot oder Georges Simenons Maigret daherkommt und herrlich unterhält.
Die Rauhnächte, also die Nächte zwischen den Jahren, haben im Allgäu schon immer für allerlei Aberglauben herhalten müssen, und da im Wort Aberglauben ja auch immer "Glauben" steckt, hat Kluftinger schon ein mulmiges Gefühl , als er zusammen mit seiner Erika und den Langhammers ins Luxusberghotel fährt.
Oder liegt das einfach nur an Langhammers grottenschlechten Fahrstil?
Endlich angekommen werden die vier von der Hotelinhaberin Silvia König begrüßt und mit dem Tagesprogramm vertraut gemacht.Denn sie und alle anderen Gäste sind auf Einladung der Frau König hier um das renovierte Hotel einzuweihen, und die ersten Mitspieler der neuen Attraktion des Hotels zu sein. Um diesem etwas mehr Besucherzahlen zu bescheren, werden Live-Kriminalspiele á la Agatha Christie abgehalten. Dumm nur das einer der Gäste wirklich als "Eine Leiche zum Dinner" endet. Von der Außenwelt durch starke Schneefälle und Lawinengefahr abgeschnitten, nehmen Kluftinger und sein übermotivierter Assistent Langhammer eher unfreiwillig die Ermittlungen auf.
Meine Meinung:
Jetzt weiß ich auch, warum Klufti so zum Kult avanciert.
Die Autoren haben in ihm die völlig glaubwürdige Person eines grummelnden, schrulligen und kleinbürgerlichen Beamten geschaffen. Viele Textpassagen sind einfach urkomisch, wie etwa die Kommunikationsversuche via Internet, die morgendlich Schlacht am Büffett und Langhammers Übereifer.
Auch die Hommage an Agatha Christie gelingt perfekt ohne aufgestzt zu wirken.
Zum Buch:
Der Einband und die Gestaltung des Umschlages gefallen mir sehr gut, auch das Lesebändchen ist für mich , als chronische "Lesezeichenverlegerin", sehr praktisch. Den einzigen kleinen Minuspunkt den ich gebe , ist die doch sehr kleine Schrift, da könnte man ruhig grosszügiger sein.
Von Volker Klüpfel und Michael Kobr selber hatte ich bis dato noch nichts gelesen, aber von der Krimi-Reihe um Kommissar Kluftinger hatte ich immerhin schon gehört und war jetzt sehr gespannt durch diesen Band zu erfahren, was anderen an der Serie so gut gefällt. In keinster Weise tat es mir leid, das Buch gelesen zu haben. Der Schreibstil liest sich erfrischend und bereitet einem größtest Vergnügen beim Lesen. Vorallem wenn man zuvor einen sehr viel ernsteren Krimi gelesen hatte, tat es jetzt gut, auch mal lachen zu dürfen. Die ersten vier Bände muß man nicht gelesen haben, um mit diesem zurecht zu kommen, obwohl es nicht immer ganz klar zu verstehen ist, warum Kluftinger vom Typ her so ist wie er ist und wieso er dieses zwiespältige Verhältnis zu Doktor Langhammer hat.
Herzerfrischend ist auch das Thema des Krimis, das schon einige Male verwendet wurde und immer mal wieder gerne kopiert wird, aber hier kommt der Witz und der Charme nicht zu kurz, so dass einem vergnügliche Lesestunden bereitet werden. Anne Holts Krimi „Der norwegische Gast“ behandelte das gleiche Thema und er las sich längst nicht so gelungen. Nun werde ich nicht darum herumkommen, auch die anderen Kluftinger-Bände zu lesen.
„Rauhnacht“ kann ich jedem empfehlen – die Kluftinger-Fans stürzen sich auf jeden Fall darauf, aber auch diejenigen, die ansonsten mit dem Genre nichts anfangen können, bietet es einen guten Einstieg, in die Welt der Kriminalromane.
Freude über Freude, der neue Roman um den schrulligen Kommissar Kluftinger ist da. Rauhnacht – damit sind die Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar gemeint. Dem Aberglauben nach werden an diesen Tagen die normalen Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt. Kommissar Kluftinger, seine Frau Erika und das befreundete Ehepaar Annegret und Martin Langhammer, sind von der Ex-Skiläuferin und Hotelbesitzerin Julia König zur Neueröffnung ihres Hotels in den Allgäuer Bergen über das Wochenende eingeladen worden. Im Hotel angekommen, stellen sie fest, dass sie nicht die einzigen Gäste sind, die auf „Kosten des Hauses“ eingeladen wurden. Als Werbegag soll abends ein Krimispiel stattfinden. Damit das Spiel authentischer wirkt, erhalten die Mitspieler Kostüme. Klufti erhält das Kostüm von Hercule Poirot und fühlt sich wohl in seiner neuen Rolle. Beim Abendessen fehlt ein Gast und noch ehe das Krimispiel begonnen hat, passiert tatsächlich ein Mord. Das Mordopfer wird in einem von innen verschlossenen Zimmer gefunden. Klufti bleibt nichts anderes über als ohne Hilfe von seinen Allgäuer Kollegen zu ermitteln, da zwischenzeitlich durch starken Schneefall und Lawinengefahr das Hotel von der Außenwelt abgeschnitten wurde. Dr. Martin Langhammer im Kostüm von Dr. Watson stellt sich ihm als Assistent einschließlich seines Detektivspielkoffers für Kinder zur Verfügung. Kommissar Kluftinger ist nicht gerade begeistert davon. Schnell war ich von dem Buch gefangen. Es ist eine unterhaltsame, humorvolle Lektüre und gleichzeitig ein spannender Krimi ohne blutfließende Details. Sehr amüsant und aus dem Leben gegriffen fand ich einige Szenen, zum Beispiel wie Klufti mit sich zu Rate geht, welches die richtige Höhe des Trinkgeldes für den Hoteldiener ist und wie er durch das Badezimmer streift, um alle kleinen Fläschchen – Gastgeschenke des Hotels wie er meint – in den Kulturbeutel räumt. Genau wie der schrullige Kluftinger und der prahlerische Dr. Langhammer sind die Personen gut beschrieben, dass man sie sich bildhaft vorstellen kann. Beim Lesen fühlt man sich ins eingeschneite Hotel versetzt und kann die Kälte und Atmosphäre spüren. Man erkennt Parallelen zu Agatha Christie, die aber bewusst eingeflossen sind. Alle Gäste sind verdächtig und haben ein Motiv. Doch wer ist der Täter.
Kurze Beschreibung: °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Kommisar Kluftinger muss mal wieder einen brenzligen Fall lösen. Dieses mal wird er an einem Wochenende das er ganz gemütlich mit seiner Frau und den Langhammers in einem schönen Hotel in den Bergen verbringen überrascht.
Eigentlich fängt alles ganz schön an…ein Wochenende in den Bergen, in einem schönen neu renovierten Hotel und sogar mit einem Krimi Dinner. Leider bleibt es nicht nur bei dem gestellten Toten sondern es wird wirklich ein Mord begangen. Alleine auf sich gestellt ermittelt Kommisar Kluftinger in diesem Fall.
Meine Meinung: °°°°°°°°°°°°°° "Rauhnacht" ist der erste Roman den ich aus dieser Reihe lese. Schon zu Anfang war ich überrascht mit wieviel Liebe und Fantasie die Autoren ihre Charaktere gestalten. Bei den Hauptprotagonisten Kluftinger muss man immer wieder schmunzeln und sich öfters das prusten verkneifen. So gut er ermittelt so naiv und blöd kann sich unser guter Kommisar ab und an anstellen. Am besten haben mir die witzigen Passagen über die Funktionen der E-Mail und das Frühstücksbuffet gefallen…
Aber es dreht sich nicht nur alles um den kauzigen Kluftinger sondern auch um den Doktor Langhammer, der ihm bei seinen Ermittlungen mit einem Kinderkrimikoffer tatkräftig zur Seite steht. Auch diese Charaktere ist mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und weist somit Ecken und Kanten auf. Leider vermisse ich diese Individualität bei den anderen Charakteren wie z. B. bei den Frauen der beiden Männer. Sie erscheinen mir im Gegensatz zu Kluftinger und Dr. Langhammer langweilig und total Klischeehaft.
Nun gut gehe ich mal zu der Story über. Diese ist wie ein typischer Krimi gehalten, zuerst passiert ein Mord, bei den Ermittlungen finden sich nach und nach mehr Verdächtige mit immer schwerwiegenderen Motiven. So scheinen bald alle Gäste die zur Hoteleröffnung eingeladen wurden in irgendeiner Weise mit dem Opfer in Verbindung gestanden zu haben. Diese Tatsache macht es unserem liebenswürdigen Kommisar nicht gerade einfach den Täter zu finden.
Die beiden Autoren halten durch das ganze Buch hinweg eine gewisse Spannung, die immer wieder durch witzige Zwischenfälle des Kommisar Kluftingers aufgelockert werden. Sehr symphatisch und auch authentisch lassen Redewendungen wie "Kruzifix", "Hergottnochmal" etc. das ganze erscheinen. Nichts desto trotz stehen immer noch die Ermittlungen des Mordfalles im Vordergrund. Dieser wird mit viel Geschick und des Kommisars und der mehr oder weniger hilfreichen Unterstützung des Doktor Langhammers schlussendlich gelöst. (Auch ich habe gespannt geraten wer es denn sein könnte und bin tatsächlich vor der Aufdeckung durch Kluftinger auch auf den Täter gestoßen)
Mein Fazit: °°°°°°°°°°°° Ein Kriminalroman der ganz anderen Art. Mit viel Witz und Humor, aber auch Spannung ermittelt Kommisar Kluftinger in einem neuen Mordfall. Ein lesenswertes Abenteuer das einem des öfteren zum schmunzeln verleitet.
Dies ist der 5. Teil Kluftingers und all seinen Fans wurde hier wieder ein amüsanter und interessanter Fall präsentiert. Ich bin Neueinsteiger und mich hat "Rauhnacht" jedoch weder gefesselt noch begeistert.
Ganz im Stile Agatha Christies versammeln sich auf Einladung der Hotelchefin Menschen unterschiedlicher Art in einem abgeschiedenen Berghotel, das kurz nach ihrem Eintreffen durch starken Schneefall und Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten ist. Es kommt, was kommen muss: Es geschieht ein Mord. Kluftinger, der sich mit dem von ihm nicht gerade geschätzten Dr. Langhammer als Stargast im Hotel aufhält, beginnt zu ermitteln.
Haben mich die Eingangsszenen im Hotel und Kluftingers erste Erfahrungen mit gehobener Gastronomie noch amüsiert, fand ich sein Verhalten zunehmend tolpatisch und unglaubwürdig. Schließlich ist der Mann Hauptkommissar und verfügt als solcher über eine gewisse Intelligenz. Was also sollte die in meinen Augen überzogene Szene im Frühstücksraum am Toaster, um nur ein Beispiel zu nennen? Auch das ständige Hick-Hack mit Dr. Langhammer ging mir recht bald auf die Nerven. Warum verweist er ihn nicht klipp und klar in seine Schranken? Wofür unser cleverer Ermittler über 300 Seiten benötigt, steht für mich relativ früh fest - der Möder. Gut - darauf kommt es in den Büchern mit Kluftinger vielleicht nicht vorrangig an. Eventuell ist der locker spritzige humorvolle Schreibstil Schlüssel des Erfolges dieser Reihe. Aber Sorry - ich schließe mich der Fangemeinde nicht an. Ich fand die Lektüre recht albern, eher zu einfach und fad. Allein Kluftingers Frau Erika konnte meine Sympathie gewinnen.
Die Bezüge auf Agatha Christie taten mir in der Seele weh, da ich ein großer Fan von ihr bin und "Rauhnacht" nicht im Entferntesten an irgend eines ihrer Werke heranreicht.
Komissar Kluftinger wird zusammen mit seiner Ehefrau Erika und dem befreundeten Ehepaar Annegret und Dr. Martin Langhammer zur Hotel Neueröffnung der ehemaligen Olympiteilnehmerin Julia König eingeladen. An der Neueröffnung nehmen nur geladene Gäste Teil und als besonderes Highlight wird ein Krimi Dinner veranstaltet. Doch plötzlich wird aus dem Spiel ernst und der Gast, Carlo Wiß, erfolgreicher Banker, aber unliebsamer Zeitgenosse wird tot in seinem Zimmer aufgefunden. Inszeniert als Selbstmord stellt Kluftinger jedoch schnell fest, dass hier ein Mord geschehen ist. Doktor Langhammer, der eigentlich als Landarzt in dem gemeinsamen Heimatort Altusried ist, ernennt sich kurzerhand, aufgrund des Anlasses, dass ja eh ein Krimiabend stattfinden sollte und der Tatsache, dass so ein Unwetter im Gang ist, dass Kluftingers Kollegen nicht bis zum abseits gelegenen Berghotel vordringen können, zum "Hilfssheriff" und das in Watson Manier. Wobei er Kluftinger nicht immer nur hilfreich ist, sondern ihm manchmal den letzten Nerv raubt...
Dies ist mein erster Kluftinger Krimi und ich muss sagen ich bin so begeistert, dass ich es kaum erwarten kann die anderen zu lesen. Das Schriftsteller Duo Klüpfel und Kobr, zaubert eine fantastische Stimmung in ihren Krimi unter anderem nicht nur dadurch, dass man sich mitten im echten Leben fühlt, sondern auch durch die beiden überaus tollen Charaktere. So bringt einen der ewige "Machtkampf" zwischen Kluftinger und Kobr durchaus des öfteren nicht nur zum Schmunzeln sondern sogar zum laut lachen.
Besonders lustig fand ich jedoch eine Szene in der Kluftinger mit seinem jüngeren Kollegen Maier im Büro chattet...Auch die alltäglichen Probleme mit denen Kluftinger zu kämpfen hat, wie z.B. die Tücken einer langjährigen Ehe, verschaffen ihm sofort die Sympathie der Leser.
Ich bin eigentlich kein Krimi Leser, aber ich muss sagen, dass ich das Buch wirklich hervorragend fand. Es war so spannend, dass man es nicht mehr aus der Hand legen wollte, ohne dabei zu unheimlich oder zu grausam zu werden
Meine Rezi: Das Cover versetzt den Leser in einen kalten Winter. Im Vordergrund ist ein Hinweisschild für Schnee- oder Eisglätte, zu sehen, das mit Schnee und Eiszapfen bedeckt ist. Links im Hintergrund ist im Dunkeln eine Almhütte zu sehen. Dahinter türmt sich ein großer Berg, hinter dessen Spitze die Sonne, verdeckt von Wolken, zu sehen ist.
Eine echte Leiche in einem Hotel, in dem spielerisch kriminalisiert hätte werden sollen. Dazu kann man nur eines sagen: "Priml"! Auf Hilfe von Außen muss Kommissar Kluftinger leider verzichten, da Schneestürme angesagt sind und Lawinengefahr besteht. Nur der gute und, zu Kluftingers Bedauern, motivierte Doktor Langhammer ist stets zur Stelle und will helfen, wo er nur kann. Da der Doktor es allerdings trotz der echten Leiche eher als Spiel sieht, vermasselt er so dem Kommissar ein ums andre Mal manch eine wichtige Situation. Größtenteils wurden Verhöre gemacht, bei denen Dr. Langhammer immer dabei war, was vom Kommissar mit gemischen Gefühlen befürwortet wurde. Bei manchen Zeugen kamen interessante Fakten zutage, die diese über den Ermordeten wußten. Dadurch wuchs allerdings auch die Zahl der Tatverdächtigen. Dabei kam Dr. Langhammer auf die tollsten Mordtheorien, bei denen ich, wie auch bei ganz anderen Schnitzern, die er sich leistete, nur noch mit den Augen rollen konnte. Manches, was er von sich gab, war kaum zu fassen.
Es kam nie Langeweile auf, auch wenn Kluftinger eigentlich fast nur Verhöre und normale Gespräche führte. Durch den personnellen Erzählstil aus Kluftingers Sicht fühlte ich mich als Leser mitten im Geschehen und konnte mir selbst gut ein Bild von der Situation machen, mir meine Verdächtigen herausfischen.
Manche Situationen, wie z.B. der Aufenthalt am Frühstücksbüfett, sind sehr ausführlich, aber humorvoll beschrieben. Ich wollte mich selbst immer umschauen, ob dem Klufti jemand über die Schulter sieht. Besonders toll fand ich den Konkurrenzkampf zwischen Kluftinger und Langhammer, den man besonders an der Silvesterparty gut rauslesen konnte. Besonders amüsant fand ich die hin und wieder eingestreuten Gedanken des Kommissars, und auch sonst gab es in dem Krimi einige grandiose Lacher.
Die Familien Kluftinger und Langhammer werden größtenteils nur oberflächlich vorgestellt. Einem Quereinsteiger wäre das womöglich zu wenig, um manche Zusammenhänge verstehen zu können. Wobei Martin Langhammer, alias Dr. Watson an Kluftis Seite, doch etwas ausführlicher dargestellt wurde, da er eine aktive Rolle als Kluftingers rechte Hand spielte.
Für das große Format des Buches war die Schrift leider sehr klein und so auf längere Zeit schwer zu lesen. Der Schreibstil der Autoren ist jedoch sehr flüssig, wodurch sich der Krimi gut lesen ließ. Die Kapitel sind unterschiedlich lang und gut bestückt mit Abschnitten.
Fazit: Ein gelungener fünfter Roman von dem Autorenpaar Klüpfel und Kobr über den Kultkommissar Kluftinger! Sehr zu empfehlen. Ich vergebe fünf volle Sterne.
Von Volker Klüpfel und Michael Kobr schon erschienen: Milchgeld Erntedank Seegrund Laienspiel Rauhnacht
Kluftingers neuester Fall führt ihn dieses Mal in ein malerisches Luxus-Berghotel in den verschneiten Allgäuer Bergen. Dort hin sind er, seine Frau Erika, das Ehepaar Langhammer und einige ausgewählte Gäste von der Hotelchefin zu einem „mörderischen Wochenende“ geladen worden. Eigentlich sollte alles nur ein Spiel sein, in dem sich die Anwesenden, gehüllt in Kleidung aus dem vorigen Jahrhundert, eine Art Stelldichein zum Mord geben. Jedes Detail war perfekt organisiert und inszeniert, doch dann kam alles ganz anders: Kommissar Kluftinger hatte es plötzlich mit einem sehr realen und rätselhaften Mordfall zu tun. Durch die starken Schneefälle wurde dann das Hotel auch noch vollständig von der Zivilisation abgeschnitten und der Ermittler war auf sich allein gestellt, wenn da nicht auch noch der hilfsbereite Dr. Langhammer gewesen wäre, der Kluftinger natürlich sofort hilfsbereit zur Seite steht.
Kluftingers neuester Fall war für mich der erste Fall um den recht eigensinnigen, aber auch liebenswerten Kult-Ermittler und es gelang ihm, auch bei mir eine gewisse Art der Sympathie zu hinterlassen. Zwar hat mir die Handlung dieses Krimis anfangs nicht gar so behagt, da sie mich doch sehr an einen alten Film aus den 70er Jahren erinnerte, bei dem es sich um ziemlich ähnlichen Inhalt drehte, aber als ich dann weiterlas, die Protagonisten näher kennenlernte und vor allem den Witz und Charme darum herum, da war auch ich wieder voll im Geschehen und mit Neugier an der Sache. Allein die Zwiegespräche zwischen Kluftinger und dem Doktor ließen mich beim Lesen jedesmal insgeheim losprusten. Fast wie nebenbei schafften es die Autoren einen spannenden Kriminalroman mit dem wohl einzigartigen Charme der Hauptcharaktere zu verbinden und boten mir als Leser damit ein ganz besonderes Lesevergnügen. Was allerdings nicht rüberkam, war die angekündigte Grusel-Atmosphäre, da ja in der „Rauhnacht“ die sogenannten bösen Mächte das Sagen hätten. Davon konnte ich beim Lesen leider nichts spüren. Trotz allem haben mich Volker Klüpfel und Michael Kobr mit ihrem neuesten Krimi überzeugt und ich werde auf alle Fälle noch mehr von dem kauzigen Kluftinger lesen in nächster Zeit.
Inhalt: "Rauhnacht" ist nun schon der 5. Krimi des Erfolgsduos Volker Klüpfl und Michael Kobr über den Allgäuer Hauptkommissar Kluftinger. Nachdem er sich im vierten Roman gegen Terroristen behaupten musste, wird es nun wieder etwas ruhiger: Kluftinger, seine Frau Erika und die Langhammers sind zu einem Krimiwochenende in einem exklusiven Berghotel eingeladen. Doch schon am ersten Abend geschieht ein Mord! Da das Hotel infolge von heftigen Schneestürmen von der Außenwelt abgeschnitten ist, muss sich Kluftinger, ganz auf sich allein gestellt, auf die Suche nach dem Mörder begeben ...
Meine Meinung: Ich habe bisher jeden Allgäu-Krim der beiden Autoren gelesen und nachdem ich vom Vorgänger "Laienspiel" eher enttäuscht war - diese ganze Terror-Geschichte war einfach "too much", zu übertrieben, zu gestelzt, zu gezwungen politisch korrekt - konnte mich "Rauhnacht" voll und ganz von sich überzeugen! Allein schon die Kulisse ist genial, fast wie in einem alten Agatha Christie - Krimi: In einem isolierten Ort, dem eingeschneiten Hotel, geschieht ein Mord. Der Täter muss also aus den Reihen der Gäste und der Hotelangestellten stammen. Hinzu kommt noch, dass der Tote in einem von innen verschlossenen Zimmer gefunden wird, was ja eigentlich unmöglich ist und den Fall somit noch spannender, aber vor allem interessanter macht! Im Laufe der Geschichte werden schließlich immer mehr Mordmotive aufgedeckt, so dass Kluftingers besondere Kombinationsgabe aufs äußerste gefordert wird. Zudem kommen aber auch die Sticheleien zwischen Kluftinger und Langhammer nicht zu kurz. Denn dieser hat es sich in den Kopf gesetzt dem Kommissar mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, was ihn jedoch wesentlich mehr behindert als hilft und mich köstlich amüsiert hat. Generell sind die witzigen Szenen in diesem Buch äußerst gelungen. Denn abgesehen vom Klufti-Langhammer-Zwist sind auch die Fettnäpfchen, in die Klufti typischerweise immer wieder tritt, sehr lustig beschrieben!
Fazit: So ist Kobr und Klüpfel diesmal ein ganz besonderer und vor allem spannender Fall gelungen, der dazu noch mit einer guten Prise Humor gewürzt ist! Für Fans von Klufti & Co. ist "Rauhnacht" natürlich ein Muss, aber auch Klufti-Neulinge werden an diesem Buch ihre Freude haben!
Inhaltsangabe: Hauptkommissar Kluftinger von der Kripo Kempten/Allgäu ermittelt wieder. Zusammen mit seiner Frau Erika hat er einen Wochenendaufenthalt zur feierlichen Wiedereröffnung eines Allgäuer Berghotels gewonnen. Es soll ein „Mörderspiel“ stattfinden – die Gäste sollen einen von Schauspielern inszenierter Mord aufklären, und Kluftinger soll die Rolle des Meisterdetektivs übernehmen. Doch gleich am ersten Abend wird einer der Gäste tot in seinem Zimmer aufgefunden, und dies war nicht Teil des Spiels. Inzwischen ist das Berghotel eingeschneit – aufgrund von Lawinengefahr kann keine Hilfe von außerhalb kommen. Die Hotelchefin Julia König – ein ehemaliger Sportstar – bittet Kluftinger, den Todesfall aufzuklären, denn für sie steht ihre Existenz auf dem Spiel. Kluftinger nimmt sich des Falles an und kann auch nicht verhindern, dass sich sein „Freund“ Langhammer als Watson berufen fühlt und sich ihm nicht immer hilfreich an die Fersen heftet ...
Der erste Satz: „In sich zusammengesunken sog Kluftinger die feuchtwarme Luft in seine Lungen.“
Meine Meinung zum Buch: Lange habe ich auf das neue Kluftinger-Abenteuer gewartet, und ich wurde nicht enttäuscht.
In diesem Buch ist Kluftinger wieder in Bestform. Wie er sein Hotelzimmer inspiziert und dabei sofort alle Hotelartikel einheimst, wie er das Frühstücksbuffet abräumt, wie er mit seinem Kollegen chattet oder wie er seine erste Massage erlebt – das ist einfach köstlich. Die Autoren machen Kluftinger bei seinen Aktionen niemals lächerlich, man nimmt es der Figur einfach ab, dass sie so ist, denn Kluftinger agiert mit großer Selbstverständlichkeit und lässt keinen Fettnapf aus, egal ob es sich um die Behandlung einer Leiche oder um sein Lieblingsgericht Kässpatzen handelt.
Parallelen zu Agatha Christies Romanen sind hier durchaus erwünscht. Schon der Plot „Mord in einem eingeschneiten Hotel“ lässt an „Mord im Orient-Express“ denken und das ist nicht die einzige Ähnlichkeit. Kluftinger darf beim Mörderspiel die Rolle des Hercule Poirot übernehmen, eine Rolle, in der er sich überraschend wohl fühlt. Mit Doktor Langhammer, der sich als Dr. Watson berufen fühlt, erhält er auch einen passenden Partner, auch wenn Kluftinger davon gar nicht begeistert ist. Doch Langhammer lässt sich nicht abschütteln und gemeinsam gehen sie auf Spurensuche. Dabei bleibt kein Auge trocken. Und auch die große Schlussszene „Aufklärung im Kreis aller Verdächtigen“ ist eine Hommage an Agatha Christie.
Dass die eigentliche Krimihandlung etwas dünn ist, macht überhaupt nichts aus, denn wer liest einen Kluftinger-Krimi schon wegen der Handlung? Es genügt, dass sie originell, in sich geschlossen und logisch ist und einen perfekten Hintergrund gibt für Kluftingers Aktionen.
Die Hauptpersonen sind Kluftinger, seine Frau Erika und das Ehepaar Langhammer, Bekannte aus seinem Wohnort Altusried, mit denen Kluftinger zusammen angereist ist. Diese vier Personen sind sehr gut charakterisiert, wobei es in Bezug auf die Kluftingers sicher hilft, wenn man die vier vorangegangenen Romane auch gelesen hat. Von den Langhammers hat der Ehemann Martin einen größeren Anteil an der Handlung und wird auch entsprechend deutlicher charakterisiert, und zwar als genaues Gegenteil von Kluftinger. Das macht die beiden dann auch zu einem spannenden und witzigen Ermittlerpaar. Die Konkurrenz zwischen Kluftinger und Doktor Langhammer treibt beide zu seltsamen Taten, sehr zum Spaß des Lesers, z. B. beim Silvesterfeuerwerk: Zitat: Na, dann wollen wir doch mal sehen, wer hier den Größten hat, dachte sich Kluftinger. Wie dieser Böller zündet, kann man sich denken ... Die weiteren Nebenfiguren sind weniger tief charakterisiert, aber das ist kein Manko, denn jede Figur erfüllt ihren Zweck und ist für sich genommen glaubwürdig.
Vom Stil her lässt sich das Buch leicht und flüssig lesen, ich hatte es in kurzer Zeit durch. Unterhaltung vom Allerfeinsten!