Annika Bengtzon, Journalsitin und Mutter zweier Kinder ist eigensinnig, sturköpfig und wenig teamfähig- vielleicht zieht sie deshalb immer die besten Storys an Land.
Diesmal wird sie von ihrem frischgebackenden Abteilungsleiter ( sie selber hatte den Posten abgelehnt) nach Marbella geschickt, um über den Giftgasmord einer schwedischen Vorzeigefamilie zu berichten.
Warum wurden die Söderströms vergast? Wem standen sie im Weg?
Auf der Suche nach Antworten findet Annika noch ein weiteres Kind. Sebastian Söderströms Tochter aus seiner ersten Ehe. Wo ist sie, und warum war sie nicht im Haus ihres Vaters? Auch als der Abteilungsleiter Annika von der nun schon erkalteten Story abzieht, beginnt sie (wieder) einmal auf eigene Faust zu ermitteln und taucht ab in einen Sumpf aus Schickeria, Drogen und Wirtschaftskriminalität.
Die Krimiserie von Liza Marklund erfreut sich einer wachsenden Fangemeinde...zu Recht.
Obwohl dieses Buch eng mit seinem Vorgänger ( den ich leider nicht gelesen habe) verknüpft ist, schafft Liza Marklund durch die gut recherierten Storys die Spannung aufzubauen und zu halten und auch Verbindungen an vorangegangene Geschichten verständlich einzufügen.
Im neuen Roman von Liza Marklund verschlägt es die couragierte Journalistin Annika Bengtzon vom schwedischen Abendblatt in den Süden Europas an die Costa del Sol. Bei einem Giftgasanschlag und Raubüberfall in seinem Haus in Marbella kommt der frühere Eishockey-Spieler Söderstrom und seine ganze Familie ums Leben. Die sechzehnjährige Suzette, Tochter von Söderstrom aus erster Ehe, entgeht dem Anschlag, aber bleibt verschwunden. Annika wird von ihrem ehemaligen Kollegen und jetzigen Chef Patrick nach Andalusien geschickt, um einen Artikel über den Mord zu verfassen. Bei ihren Recherchen wird sie unterstützt von dem schwedischen Verbindungspolizisten Niklas Linde und der Dolmetscherin Carita Halling Gonzales. Die vielen losen Fäden, die Liza Marklund beschreibt, erhöhen das Tempo und steigern die Spannung. Man fragt sich, wie hängt dieses alles zusammen. Am Ende versteht sie es wieder geschickt mehrere Handlungsstränge zu verbinden und zusammen zu führen. Mir gefällt bei dieser Kriminalromanreihe die journalistische Sichtweise, bei der man viel über die Arbeit der Boulevard-Presse erfährt. Da ich bisher alle Kriminalromane um die Journalistin Annika Bengtzon gelesen habe, ist diese mir schon sehr ans Herz gewachsen mit ihrer teilweisen chaotischen, aber doch ansprechenden Art. Ihre Probleme als berufstätige Mutter machen sie sympathisch und menschlich. Kalter Süden war für mich ein spannender und unterhaltsamer Roman. Für jemanden der vorher noch kein Buch aus der Serie um die Journalistin Annika Bengtzon gelesen hat, stelle ich mir den Einstieg etwas schwieriger vor, da Vorinformationen über handelnde Personen und vergangene Fälle fehlen.
Annika Bengtzon ist Journalistin beim Abendblatt und scheut nicht davor zurück, sich mit einem Gasmord an der Costa del Sol auseinander zu setzen. Viel mehr recherchiert sie weiter, als ihr Chef sie schon längst woanders einsetzt. Bei ihren Recherchen deckt sie Fatales auf und gerät so in den Sog der Kriminalität…
Erzählstil:
Marklund schreibt sehr flüssig und anschaulich. Der Leser konzentriert sich durch ihre Erzählweise nicht nur auf die Haupt- sondern auch die Nebensätze, in denen viele Informationen stecken. So entgeht dem Leser nichts auf der Spurensuche Bengtzons und er kann mit ermitteln. Marklund arbeitet ihre Charaktere während der Geschichte weiter aus und gibt ihnen ein Gesicht. Ihr Schriftbild ist klar aufgebaut und das Zusammenspiel der Schauplätze und Personen funktioniert einwandfrei. So ist der Leser angehalten, sich in die Geschichte hinein zu begeben, in die Welt Marklunds.
Meine Meinung:
Wie ich vielleicht schon einmal schrieb, bin ich nicht begeisterter Fan der nordischen Schriftsteller, doch Marklund hat mich mitgenommen: Auf eine Reise durch die Kriminalität sowie ihre Charaktere. Dabei ließ sie die Handlung nicht auf der Strecke, sondern schilderte auch von Annikas Problemen in der Partnerschaft. Annika: Ein Charakter, den Marklund mit Perfektion als unperfekt gestaltet hat. Schwierigkeiten bzw. Unsicherheiten mit Männern, eine tiefe Liebe zu ihren Kindern sowie ihre schriftstellerische Ader/Spürnase kommen realistisch und verständlich hinüber. Sie ist keine ausgeflippte Karla Kolumna oder eine hitzige Person, die anderen Menschen vor den Kopf stößt. Vielmehr hat Marklund eine Annika mit Einfühlungsvermögen auf hoher Vertrauensbasis geschaffen – ideal für die Herzen der Leser. Selbst, als sie von ihrem Chef aufgrund der Springer zur Rechenschaft gezogen wird, ergreift man als Leser die Partei und steht auf Annikas Seite.
Das Finale des Buches wird ausreichend geschildert und so fügt Marklund alles noch einmal für den Leser zusammen. Eine Eigenschaft, die ich bei Autoren mittlerweile sehr schätze. Eine Story, die sich im Nachhinein nicht erschließt, bringt selbst dem scharfsinnigsten Leser nichts. Und vor allem: Marklund lässt den Leser auf seiner Spurensuche nicht alleine! Sie schreibt immer wieder kleine Memos, die den Leser daran erinnern sollen, welche Personen nun wie zu einander stehen und warum/wodurch. Dies ist ein weiteres Highlight!
Insgesamt ist die Geschichte in sich schlüssig und mit vielen Hintergrundinformationen gespickt, doch leider etwas überladen mit den vielen Charakteren und Handlungssträngen (auch aus voran gegangenen Bänden), die nicht sehr weich ineinander fließen bzw. es mir schwer machte, mit zu kommen. Weiterhin muss man wohl die Vorgänger gelesen haben, um in die Story wieder herein zu finden. Mir, als Erstleser, machte Marklund das etwas schwierig und gestaltete es beinahe so, als sei es selbstverständlich, dass ich bereits Leserin ihrer Bücher bin. Der Grund, warum ich einen Stern abziehe.
Fazit:
Vielleicht bin ich kein richtiger Fan geworden, dennoch hat mir dieses Buch keine Zeit geraubt. Nein, es hat mir vielmehr Zeit gegeben, darüber nachzudenken, wie es ist, als Alleinerziehende geschiedene Frau einen großen Fall zu lösen. Zeit darüber nachzudenken, was für einen tollen Charakter Marklund erfunden hat. Ich bin in die Welt Annikas aufgenommen worden und fühlte mich nicht als Gast sondern wie eine gute Freundin. Marklund ist – nicht zu unrecht – in die Riga der Top-Autorinnen aufgestiegen und das kann ich nur bestätigen!
Zum Inhalt: In Marbella kommen der schwedische Eishockey-Star Sebastian Söderström und seine Familie bei einem Gasüberfall ums Leben. Obwohl die spanische Polizei bald resigniert und sich die Bewohner der Costa del Sol in Schweigen hüllen, lässt die schwedische Journalistin Annika Bengtzon, die in diesem Fall recherchiert, nicht locker, dringt immer tiefer in die Geheimnisse der Ortsansässigen ein und wird schließlich mit einem Netzwerk aus Macht, Geld, Hass und Vergangenheitsbewältigung konfrontiert.
Mein Eindruck: Marklunds Sprache ist sehr plastisch und ermöglicht mühelos eine bildhafte Vorstellung von Orten und Handlungen. Auch die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, realistisch und überzeugend. In der vorerst kryptisch erscheinenden Parallelhandlung, die in den Jahren des Nationalsozialismus spielt und die Geschichte um Annika und Marbella in regelmäßigen Abständen unterbricht, sind die handelnden Personen anonym (z.B. „die Prinzessin“). Somit bleibt lange offen, was das Eine mit dem Anderen zu tun hat, und es wird zusätzliche Spannung aufgebaut. Die Komplexität der Verbindungen zwischen den beteiligen Personen mag bisweilen schwer durchschaubar sein, tut dem Lesevergnügen jedoch wenig Abbruch.
Mein Resümee: Trotz zeitweiliger Verwirrung aufgrund der komplexen Vernetzung zwischen Personen der Vergangenheit und der Gegenwart hat mir der Krimi von Marklund sehr gut gefallen. Der gesamte Roman liest sich flüssig, hat keine Längen, nimmt im Laufe des Buches sehr an Tempo zu und hat für reichlich Mitfiebern, zahlreiche Überraschungsmomente und zeitweise starkes Herzklopfen gesorgt. Die Lektüre lohnt sich auf jeden Fall!
Der ehemalige Eishockey-Star Sebastian Söderström kommt samt Familie bei einem Raubüberfall in seiner Villa in Marbella ums Leben. Die Journalistin Annika Bengtzon wird an die Costa del Sol geschickt, um darüber zu berichten. Die spanische Polizei legt den Fall zügig ad acta, als ein LKW, in dem sich ein Großteil der Beute aus dem Einbruch befindet und zwei Männer tot im Fahrerhaus liegen, aufgefunden wird. Annika Bengtzon gibt sich damit aber nicht zufrieden, denn wo ist die restliche Beute und Söderströms Tochter aus erster Ehe, die sich zum Zeitpunkt des Einbruchs nicht im Haus aufhielt?
Es war der erste Kriminalroman, den ich von Liza Marklund gelesen habe und ich hatte mir doch ein wenig mehr davon versprochen. Normalerweise ist es für mich kein Problem mitten in einer Krimireihe einzusteigen, aber hier ist es mir nicht gelungen. Es wäre besser gewesen, wenn ich den direkten Vorgänger „Lebenslänglich“ zuerst gelesen hätte und erst dann die Fortsetzung „Kalter Süden“, denn ich tat mich schwer damit die Personen aus dem vorherigen Fall auseinander halten zu können. Ich wusste auch nie, was damals genau geschehen war und es las sich alles sehr verworren. Über kleine Andeutungen kann man hinweglesen, aber die Geschehnisse zogen doch größere Konsequenzen nach sich.
Die Figur der Annika Bengtzon konnte mich nicht richtig überzeugen und Sympathien für sie blieben auch aus. Da ist mir Dan Turèlls namenloser Journalist um einiges lieber, wenn er der Polizei bei ihrer Ermittlungsarbeit half. Außerdem steht sie und ihre Arbeit, bzw. Privatleben gewaltig im Vordergrund und der Fall an sich rückt in den Hintergrund. Dies ist vielleicht der Grund, weshalb der Schwung fehlte und die Geschichte nicht so spannend und mitreißend war, wie sie hätte sein können und ich nicht in ihren Bann gezogen wurde. Ich war manchmal erstaunt, dass die schwedischen Polizisten in Spanien so bereitwillig Auskunft gaben und mit anscheinbar nichts hinter dem Berg hielten. In der normalen Bevölkerung kommen Journalisten oftmals an andere Informationen als die Ermittler, weil manche Leute lieber mit ihnen als mit der Polizei reden und können somit zur Klärung des Falls beitragen.
An dem Schreibstil habe ich nichts auszusetzen und das Buch las ich auch innerhalb kürzester Zeit durch. Vielleicht lag es wirklich nur daran, dass ich den vorherigen Band nicht kenne und es mir dadurch schwer fällt diesen richtig beurteilen zu können. Ansonsten hätte er mich bestimmt begeistern können, aber so würde ich ihn nicht unbedingt weiterempfehlen.
Für Marklund-Fans wird der Krimi ein Muß sein und allen anderen empfehle ich zuerst „Lebenslänglich“ zu lesen und sich dann „Einem Platz an der Sonne“ zuzuwenden.
Geschrieben von Wüstenmagier, am 25-08-2009 17:54,
6. Schwedenmord im spanischen Schweden
Liza Marklund Kalter Süden
Roman, Ullstein Hardcover, 2009
528 Seiten, Euro 19,90 ISBN-13: 9783550087516
Die Reporterin Annika Bengtzon soll im schwedischen Spanien an der Costa del Sol über die Gasmorde an der Familie Söderström berichten. Die spanische Polizei legt den Fall schnell ad acta, doch Annika forscht weiter und kommt Familienbanden im internationalen Drogenhandel auf die Spur, die sich von Schweden über Spanien und Gibraltar bis nach Marokko ziehen.
Der Roman "Kalter Süden" spielt im Seriengefüge der Reporterin Annika Bengtzon. Er lässt sich jedoch auch als Einzelroman lesen. Neueinsteiger finden sich recht schnell zurecht, wird das Wesentliche doch punktiert aufbereitet. Der kalte, sehr sachliche und prägnante Stil, der bestens zum Beruf Annikas als Reporterin passt, zieht den Leser denn auch flott in die Geschichte und reißt den Leser förmlich mit, ohne dass der Roman jedoch zu einem Pageturner mutiert. Eingestreute Langatmigkeit nimmt das Tempo, doch der Geschichte geht kaum Spannung abhanden. Dies ist auch der Story zu verdanken, die bestens durchdacht ist und deren Puzzleteile sich nach und nach avantgardistisch zusammenfügen. Rätselfieber ist en masse vorhanden, bleibt doch genug Raum für Fragen und mögliche Verbindungen offen, die bestens des Lesers graue Zellen anregen. Dabei hat Marklund es geschafft, den Leser fest an Annika zu binden und muss gemeinsam mit ihr das nächste Puzzleteil in Erfahrung bringen und in den richtigen Zusammenhang setzen. Auffallend sind auch die sympathisch markanten Figuren, die sehr authentisch wirken, mit Schwächen, Ecken und Kanten: Marklund ist es äußerst gut gelungen jeder ihrer Figuren ein individuelles Gesicht zu schreiben. Die Auflösung der Geschichte liest sich nicht nur furios, rast das Ende doch förmlich auf ein fulminantes Ende zu, sondern auch äußerst spannend, was nicht nur an Annikas misslicher Situation liegt, sondern auch daran, dass der Leser endlich seinen Ideenwust ordnen kann, werden die Fäden doch auf eine Weise zusammen geführt, die man nur hatte schwer bzw. schwach ahnen können. Hinderlich beim Puzzlespiel sind auch die Fallen, in der sich der Leser unweigerlich verfängt, nutzt sie doch ihre Figuren gegen den Leser aus. Aber auch die eingeschobenen Märchen, die mehr sind, als sie anfangs scheinen, locken den Leser auf eine falsche Spur bzw. fixieren ihn auf die falschen Charaktere. Dem Leser kann es demnach gar nicht gelingen, die volle Auflösung zu erraten: Ich als Leser möchte dies auch gar nicht, macht doch das rätseln viel mehr Spaß. Der Roman wäre langweilig, das wäre die sonstige Konsequenz. Kleine Erfolge sind natürlich beschieden. Angesprochen werden Themen, die auf Dauer aktuell sind: Der internationale Drogenhandel mit den Schwerpunkten Anbau, Struktur und Vertriebswege, EU- und nationale Gesetze im Bezug zum Drogenhandel, aber auch Einsichten in das Redaktionswesen bzw. den Journalismus. Dass Liza Marklund hierfür ausführliche Recherchearbeit geleistet hat, kann dem Leser gar nicht entgehen.
Mit "Kalter Süden" ist Liza Marklund ein spannender, flott gehaltener und gut gestrickter Roman gelungen. Der typisch skandinavisch kalte und schnörkellos gehaltene Stil hätte ein wenig mehr Wärme vertragen können. Krimi-Fans werden jedoch voll auf ihre Kosten kommen.
Kalter Süden war mein erster Roman von Liza Marklund, der mich durch seinen flüssigen und klaren Schreibstil schnell in seinen Bann ziehen konnte. Die Seiten sind nur so vorbeigezogen, auch wenn der Krimi an manchen Stellen von seiner Spannung eingebüßt hat. In Marbella wird ein tödlicher Giftgasanschlag auf den schwedischen Eishockey-Star Sebastian Söderström und seine Familie verübt. Die spanische Polizei bricht die Ermittlungen, aufgrund zu weniger Spuren, früh ab, so dass mit einer Klärung des Falls nicht zu rechnen ist. Nur die schwedische Journalistin Annika Bengtzon, die über den Vorfall Bericht erstattet, lässt nicht so schnell locker und versucht auf eigene Faust hinter die Fassaden zu gelangen, um letztendlich doch noch den Fall zu lösen. Dabei trifft sie auf eine Mauer des Schweigens und erst langsam findet sie die Wahrheit um den Mord heraus, wobei das Ende ein spannungsgeladenes Highlight darstellt. Der normale Erzählstrang wird zwischenzeitlich von Kapiteln über die Prinzessin, das Trollmädchen und den Engel unterbrochen, was anfangs für Verwirrung beim Leser sorgt, schlussendlich aber alles zusammenführt. Besonders die charakteristische Darstellung von Annika hat mir sehr gut gefallen, da sie eine starke Frau ist, die weiß, was sie will und alles dransetzt, um ans Ziel zu kommen, aber gleichzeitig auch Schwächen offenbart, die ihr wiederum die Härte nehmen. Für Leser, die bisher noch kein Buch aus dieser Krimireihe um Annika Bengtzon kennen, würde ich Kalter Süden nicht als Einstieg empfehlen, da zwischendurch immer wieder Bemerkungen fallen, die auf vorherige Fälle hindeuten und so Verwirrung, wie auch Vorhersage stiften, was den Vorgängern teilweise die Spannung nimmt. Ansonsten handelt es sich hierbei um einen soliden und guten Kriminalroman, der zwar nicht durchgehend Spannung verspricht, aber durch seinen guten Plot und den flüssigen Schreibstil das Lesen zum Vergnügen macht.
Auf Marbella wird die Idylle der Superreichen durch einen Überfall mit Giftanschlag jäh zerstört, bei dem die ganze Familie eines ehemaligen Eishockeystars getötet wird. Die Reporterin Annika Bengtzon wird von ihrem Redakteur genau dort hin geschickt, um darüber zu berichten. Schnell stellt sie fest, dass es Verbindungen zu einem anderen, alten Fall gibt, in den sie auch verwickelt war. Annika findet heraus, dass ein Familienmitglied verschwunden ist: der Teenager Suzette. Doch wo ist sie? Lebt sie überhaupt noch? Als die spanische Polizei den Fall ad acta legt, lässt sie nicht locker und entdeckt hinter der Highsociety-Fassade Hass, Gier und Verbrechen. Doch was haben Gewalt und Drogenschmuggel im Paradies der Superreichen zu suchen? Und wer sagt eigentlich noch die Wahrheit bzw. wem kann sie vertrauen?
Wieder einmal ein Schwedenkrimi, der spannend, fesselnd und voller Überraschungen ist. Einfach super! Ein Platz in der Sonne ist eben noch lange kein Platz an der Sonne....
Bei "Kalter Süden" handelt es sich um den neuesten Fall der Annika-Bengtzon-Reihe. Dies ist mein erster Kontakt mit dieser Serie.
Am Anfang wird ein Überfall geschildert, dann wird eine kurze, etwas sonderbare Geschichte über ein Mädchen, das vermutlich zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges aufwuchs, erzählt. Danach kommt ein kurzer Zeitungsartikel, nach dem die Handlung erst richtig beginnt. Für mich war dieser Anfang sehr verwirrend.
Die Journalistin Annika Bengtzon wird anfangs nur andeutungsweise beschrieben, wie beispielsweise eigentlich nur erwähnt wird, dass sie eine Narbe am Finger hat und vor dem privaten Aus steht. Als ich immer mehr in die Handlung eintauchte, erfuhr ich näheres von ihr und konnte mir so langsam ein Bild von ihr machen. Das fand ich sehr schön, denn die Autorin hätte auch darauf vertrauen können, dass die Leser die anderen Bände der Serie bereits kennen.
Nach dem verwirrenden, aber doch aufregenden Anfang, flaute die Spannung leider wieder ab und man durfte an Annikas Leben als Journalistin teilhaben. Während sie Informationen nachgeht und diverse Artikel schreibt, ist die Spannung komplett versiegt. Je weiter ich las, umso mehr wurde mir auch bewusst, dass mir viel Hintergrundwissen über einen frühren Fall fehlt. Neben dem eigentlichen Ereignis, das sich in Spanien abspielte, werden parallel Gerichtsverhandlungen zu einem älteren Fall beschrieben. Die dazugehörigen Erinnerungen und Gefühlsausbrüche der Journalistin sind gut eingeflochten. Mich persönlich brachte der Wechsel zwischen dem gegenwärtigen und dem vergangenen Fall allerdings etwas durcheinander.
Das Buch ist in drei Teile aufgegliedert: 1. Teil - kurz nach Silvester Der erste Teil handelt von dem tödlichen Überfall auf eine schwedischen Familie in der spanischen Idylle. Der Abschnitt hört mit einer vermissten Figur auf, über die man erst einmal nichts Näheres mehr erfährt. Durch diesen Anschlag und das Verschwinden dieser Figur hatte ich mir schon etwas zusammengereimt. Aber ob mein Gefühl richtig war?
2. Teil - um Ostern Der zweite Teil spielt sich wieder in Spanien ab, diesmal geht es allerdings ausschließlich um Drogen. Da kam bei mir langsam die Frage auf, was dies mit der schwedischen Familie und dem Klappentext zu tun hatte? Geschweige denn mit dem Cover, auf dem eine blonde Frau in Unterwäsche in einem Pool mit dem Gesicht nach unten treibt. Für mich sah es aus, als wolle sie einen Schwimmzug machen, ich kann mich allerdings auch täuschen. Erst zum Ende hin, kamen mir wieder einige Ideen, wie die Drogensache mit dem Massenmord und der Figur, die vor Gericht steht, zusammen hängt.
3. Teil - nach Pfingsten Der dritte Teil handelt zum größten Teil in Spanien, sowie teilweise in Marokko. Annika hatte einige berufliche Differenzen und handelt nun auf eigene Faust, was die schwedische Familie Söderström und die vermisste Figur angeht. Je näher ich dem Ende kam, umso deutlicher wurden alle Zusammenhänge, die ich anfangs nicht verstand. Und auch der aufgerollte Fall von früher hängt zum großen Teil mit der ganzen Geschichte zusammen. Jedoch wird alles ohne großartige Spannung aufgelöst.
Dramatik ist kaum zu spüren. Ich kann eigentlich sagen, dass es eine Berg- und Talfahrt war mit vielen dunklen Tälern, in denen sich nichts regte. Allerdings hätte ich nie an diese spezielle Figur gedacht, die den Massenmord geplant und ausgeführt hatte. Trotz der wenigen Höhepunkte passierte in meinen Augen nie wirklich etwas richtig Dramatisches, von dem ich überrascht oder schockiert gewesen wäre. Von richtiger Spannung oder gar Hochspannung ist dieser Kriminalroman meiner Ansicht nach weit entfernt.
Der Krimi ist aus Annikas Sicht geschrieben. Das Werk hat lange Kapitel, unterteilt in nur wenige Abschnitte, was mich allerdings nicht arg störte, da es sich sehr gut und vor allem flüssig lesen ließ. Jeder Teil fängt mit einer kurzen Beschreibung eines kleinen Mädchens an, das während des Zweiten Weltkrieges nach Schweden geschickt wurde. Im dritten Teil häufen sich diese Beschreibungen. Dort kommen noch zwei weitere Mädchen hinzu und von Abschnitt zu Abschnitt konnte ich mir mehr unter diesen jungen Frauen vorstellen. Wie sie in die gegenwärtige Handlung passen und was ihre Rolle ist. Diese kurzen Handlungsstränge sind in einer anderen Schriftart gedruckt und man darf die Namen der Mädchen bis fast zum Schluss nicht erfahren, so dass ich als Leser selbst gefordert war. Sätze auf Englisch, Spanisch oder Französisch sind in Kursivschrift gehalten. Sie wurden meist im darauffolgenden Satz auf Deutsch erklärt. Die Beschreibungen von Örtlichkeiten sind detailreich, aber nicht zu ausführlich, so dass es mir dabei nicht langweilig wurde.
Fazit: Für mich persönlich ist "Kalter Süden" ein mittelmäßiger Krimi, der mich leider nicht animieren konnte, weitere Bücher aus dieser Reihe zu lesen. 2 bis 3 Sterne
Ein Zitat von Annikas Tochter Ellen hat mir persönlich sehr gut gefallen: Ist das nicht komisch? Den lieben Gott gibt es, aber den kann man nicht sehen. Und den Weihnachtsmann kann man sehen, dabei gibt es den gar nicht.
Annika Bengtzon - die engagierte Journalistin - lernte ich erstmalig in diesem Buch kennen. Dennoch versteht es die Autorin, sie mir auf Anhieb nahezubringen und sympathisch zu machen. Natürlich fehlen Verweise auf vorhergegangene Fälle und private Ereignisse nicht, was mich aber nich sonderlich störte.
Annika ist eine Frau, die alles verloren zu haben scheint - ihre Familie, ihr Haus, und in ihrem Job läuft es auch nicht so gut. Sie versucht, sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden, was ihr noch nicht so ganz gelingt. Zu ihren Kindern, die sowohl bei ihr als auch bei ihrem Ex-Mann leben, ist sie sehr liebevoll und einfühlsam. Sie leidet sehr unter der Trennung von ihnen. In der Redaktion der Zeitung ist sie für die Laufarbeit zuständig, wobei sie sich die Freiheit nimmt, die Anweisungen ihresn neuen Chefs hin und wieder einmal zu ignorieren und sich einer wichtigeren Recherche zu widmen - dem Gasangriff auf die Familie eines schwedischen Ex-Hockeyspielers in Spanien zum Beispiel. An diesem beißt sie sich fest und lässt nicht locker. Dabei kommen viele Personen ins Spiel, deren Beziehungen etwas undurchsichtig sind. Hin und wieder werden Episoden aus der Vergangenheit - kurz nach dem 2. Weltkrieg - eingefügt, die noch mehr Verwirrung stiften. Aber dann, zur Hälfte des Buches, lichtet sich der Nebel und das Geschehen nimmt Konturen an. Das Gehirn läuft auf Hochtouren und so nach und nach werden die Rätsel entschlüsselt.
"Kalter Süden" ist ein spannender Krimi, der sich flüssig lesen lässt und viele überraschende Wendungen bietet. Die Handlung und die Sprache gefielen mir sehr und packten mich. Leider konnte es sich Liza Marklund nicht verkneifen, am Ende des Buches noch eine Szene für unsere Aktionfans einzubauen. Diese wirkte sich aber eher negatgiv auf den Gesamteindruck aus, und ich hätte gut darauf verzichten können. Denn Annika ist eine bodenständige, ehrliche, mutige Frau mit vielen Macken und Fehlern, aber keine Aktionheldin, die sich todesverachtend maschinengewehr-beladenen Muskelpaketen in den Weg stellt. Das fand ich schon sehr unglaubwürdig.
Alles in allem ist "Kalter Süden" aber empfehlenswert und für mich ein sehr guter Krimi.
Annika Bengtzon ist Reporterin beim Stockholmer „Abendblatt“ und ihr Leben ist völlig aus den Fugen geraten. Privat muss sie ihre Scheidung und den Umzug in eine neue Wohnung verdauen, zu allem hat sie auch noch das Sorgerecht an ihren beiden Kindern verloren. Von beruflicher Seite her muss sie hören, dass die Redaktion des „Abendblatts“ umstrukturiert wird und sie einen neuen Chef bekommt – ein junger Kollege, mit dessen Arbeitsweise sie sowieso schon Probleme hatte.
Annika Bengtzon schiebt alles beiseite und stürzt sich auf die zwei Reportagen, die sie am meisten beschäftigen: in Spanien, an der Costa del Sol, wird eine fünfköpfige schwedische Familie tot in ihrer Villa aufgefunden – mit Gas vergiftet, das Haus ausgeraubt, ein Safe aus der Wand geschlagen. Dies könnte – so auch die Meinung des neuen Ressortleiters – ein guter Auftakt sein für eine Artikelserie, welche „die Schattenseiten beim Leben an der Sonnenküste“ beinhaltet.
Die zweite Reportage handelt sich um die Wiederaufnahme eines etwa ein Jahr zurück liegenden Falles: hier wurden drei Menschen, unter anderem ein Polizist, getötet und das Kind des Polizisten entführt. Annika berichtete damals schon als Reporterin zu diesem Fall es ist keine Frage, dass sie diese Sache erneut verfolgen wird.
In Spanien merkt Annika schnell, dass der Mord an der schwedischen Familie nicht zu den anderen „Gasüberfällen“ passt, welche sich an der Costa del Sol bereits ereignet haben, sondern dass hier mehr dahinter stecken muss. Und die Wiederaufnahme des Verfahrens um den Dreifachmord von vor einem Jahr führt zu neuen Spuren, die weit in die Vergangenheit zurück reichen. Annika setzt Puzzleteil für Puzzleteil zusammen und kommt zu überraschenden Erkenntnissen, die bald ihr eigenes Leben in Gefahr bringen ...
Dieses Buch ist das achte der Annika-Bengtzon-Reihe.
Der erste Satz:
„Die Nacht war pechschwarz.“
Meine Meinung zum Buch:
Zuerst fand ich diese Geschichte um die Reporterin Annika Bengtzon sehr konstruiert und viel zu kompliziert aufgebaut. Mehrere Handlungsfäden bzw. Reportagen laufen parallel, das Leben der Hauptperson ist absolut chaotisch, und die hin und wieder eingestreuten, kurzen Kapitel um drei Mädchen, die in der frühen Nachkriegszeit auf einem schwedischen Gutshof aufwachsen, konnte ich überhaupt nicht einordnen. Nachdem ich die Hälfte des Buches gelesen hatte, fing ich verärgert an, mir Notizen zu machen, um überhaupt einen Sinn hinter den ganzen Ereignissen zu finden, um mir die Namen merken zu können und die komplizierten Freundschafts- und Familienverhältnisse zu durchschauen. Das war aber gleichzeitig auch der Punkt, an dem mich die Geschichte zu faszinieren begann. Und als dann klar wurde, wer sich hinter den Kindernamen „der Engel“, „die Prinzessin“ und „das Trollmädchen“ versteckt, wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Lisa Marklund webt hier ein (in meinen Augen) hoch kompliziertes Muster, das aber – wenn man mal auf der Spur ist – absolut logisch und ohne Bruch ist. Über den Realitätsgrad kann man natürlich immer streiten, aber von einem Roman verlange ich nicht, dass er das wirkliche Leben abbildet, sondern dass mir eine gute Geschichte erzählt wird – in einem Rahmen, der zumindest möglich sein könnte.
Die Schauplätze der Geschichte sind Schweden, Spanien und Marokko – zumindest in diesem Schwedenkrimi regnet es also nicht dauernd.
Mit der Hauptperson Annika Bengtzon hatte ich so meine Probleme. Richtig sympathisch ist sie nämlich nicht. Sie weiß nicht, was sie will, verhält sich ruppig und unhöflich, ist einzelgängerisch, dickköpfig und misstrauisch, nichts kann man ihr recht machen und wenn’s drauf ankommt, schlottert sie vor Angst, bekommt Panikattacken und andere müssen die Heldenrolle übernehmen. Sie ist ein zerrissener Charakter und manchmal etwas zu gebeutelt vom Schicksal, beim Lesen habe ich mich oft über sie geärgert, aber immer mit ihr mitgefiebert, denn sie ist sehr lebendig dargestellt. Obwohl dieses Buch schon der achte Band in der Reihe um Annika Bengtzon ist, kam ich noch gut mit, was in ihrer Vergangenheit passiert ist und wie sie zu dem wurde, was sie ist. Natürlich wurde ich neugierig auf die früheren Bücher, aber richtig gefehlt hat mir keine Information – zumindest keine, welche ich für die Auflösung gebraucht hätte.
Die übrigen Charaktere – von denen es eine ganze Menge gibt – sind weniger tief gezeichnet, doch das passt sehr gut zur Geschichte. Man erfährt trotzdem immer etwas über diese Personen, also über ihre Vergangenheit und ihre Beziehungen und Gefühle zueinander, eben gerade so viel, wie man es als Leser braucht, um die Handlungen zu verstehen.
Die ganze Geschichte ist aus der Sicht von Annika Bengtzon erzählt, sie ist also in jeder Szene des Buches mit dabei und als Leser weiß man nur das, was auch sie weiß und ist sozusagen mittendrin im Geschehen. Man begleitet damit ihre Recherchen mit Spannung und hat ihr gegenüber keinen Informationsvorsprung. Das macht die Geschichte sehr spannend, denn der Leser setzt zusammen mit der Hauptperson die Puzzlestückchen zusammen, welche schließlich zur Lösung führen. Spannend fand ich auch noch, dass der Leser bis zum Schluss nicht weiß, wer eigentlich in der Geschichte „gut“ und wer „böse“ ist. Dies klärt sich erst auf den letzten Seiten, und auch danach kann man noch lange darüber diskutieren, ob die „Guten“ tatsächlich „gut“ sind.
Vom Stil her ist das Buch sehr flüssig zu lesen. Ich hatte es in relativ kurzer Zeit durch, ohne mich anstrengen zu müssen.
Trotz der Schwierigkeiten am Anfang des Buches ist es für mich ein echter Buchtipp!
In ihrem achten Fall wird die Journalistin Annika Bengtzon an die Costa del Sol nach Marbella geschickt um dort über den Tod des ehemaligen Eishockey – Stars Sebastian Söderström zu berichten. Dieser wurde mit seiner Familie in ihrer Villa in Marbella getötet. Obwohl der Fall von der Polizei sehr schnell zu den Akten gelegt wird, gibt es für Bengtzon weiterhin Unklarheiten und Ungereimtheiten in diesem Fall. Deswegen führt sie ihre Recherchen auf eigene Faust weiter. „Kalter Süden“ von Liza Marklund war mein erster Krimi dieser Autorin und ich bereue es nicht, das Buch gelesen zu haben. Marklund schreibt sehr spannend und zieht den Leser sofort in ihren Bann. Dennoch gab es einige Unklarheiten und Andeutungen, bei denen es besser gewesen wäre, die Vorgänger gelesen zu haben. So kannte ich viele der Figuren nicht und war des Öfteren verwirrt über die vielen Protagonisten, die vor allem zu Beginn von „Kalter Süden“ auftraten. Die Protagonisten fand ich wiederum sehr sympathisch und greifbar. Das Privatleben von Annika Bengtzon steht dabei sehr im Vordergrund, was mich nicht weiter gestört hat – im Gegenteil. Ich fand diesen Aspekt sehr gut, denn erst solche Geschichten rund ums Privatleben machen die einzelnen Personen erst richtig menschlich und einige ihrer Handlungen erst nachvollziehbar. Ich freue mich jetzt erstmal auf die anderen Bücher von Liza Marklund und kann „Kalter Süden“ bedenkenlos weiterempfehlen!