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Sorry PDF Drucken E-Mail
Durschnittliche Benutzerbewertung    (26 Stimmen)
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Autor/in: Zoran Drvenkar
ISBN-10: 3550087721
ISBN-13: 978-3550087721
Verlag: Ullstein
Genre: Krimi/Thriller
Seitenanzahl: 400
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Veröffentlicht in : , Krimi/Thriller
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Benutzerkommentare (26) RSS feed Kommentar
Geschrieben von Bellexr, am 23-04-2010 13:17,
1. Psychothriller, ...
... bei dem der Leser mit eingebunden wird. 
 
Der Leser ist schon nach dem ersten Satz mit in die Geschichte eingebunden, da der Autor einen direkt anspricht und dies auf eine sehr beklemmende und spannende Art. In verschiedenen Perspektiven erzählt Zoran Drvenkar seine Geschichte, so wechselt er immer wieder zwischen den vier Hauptfiguren und erzählt aus deren Blickwinkel, sowie aus der Perspektive zweier weiterer Personen und des Mörders. Und die Rolle des Mörders hat Zoran Drvenkar seinen Lesern zugedacht. 
 
Die Wechsel zwischen den verschiedenen Erzählperspektiven ist anfangs etwas verwirrend, doch nach kurzer Zeit findet man sich damit zurecht, zumal bei jedem Wechsel angegeben ist, aus welchem Blickwinkel die Geschichte weitererzählt wird. 
 
Dieses für einen Thriller wirklich ungewöhnliche Einbinden des Lesers ist äußerst spannend angelegt und mit jeder Seite taucht man mehr in die Story ein, sodass man nach kurzer Zeit das Gefühl erhält, ein Teil von ihr zu sein. Die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben und einige bleiben einem bis zum Ende äußerst rätselhaft, was für die Spannung auch sehr förderlich ist. 
 
Alles in allem ist Zoran Drvenkar hier ein äußerst ungewöhnlicher und extrem spannender Thriller gelungen, der die Themen Schuld und Sühne behandelt. Absolut empfehlenswert, aber nichts für schwache Nerven.
 
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Geschrieben von anyways, am 18-03-2010 11:16,
2. Sorry
Ein Berlin-Thriller 
 
Kris- gerade gefeuert, Wolf- der jüngere Bruder von Kris, Frauke- die immer mehr als einen Liebhaber hat und Tamara- die Sensible, sie alle verbindet eine Freunschaft die schon seit der Schulzeit besteht. 
 
Mit Ende Zwanzig lassen sie ihr Leben Revue passieren und stellen fest, das seit dem Abi zwar viel Zeit vergangen ist, sie aber noch meilenweit von ihren Träumen von Erfolg und Geld entfernt sind.Nun sitzen sie zu viert in Kris Wohnung, kochen, essen,trinken ,kiffen und haben eine zündende Idee... 
 
Sie gründen eine Firma, die den "Freikauf von Schuldgefühlen" anbietet.Sie überbringen Privatleuten und Firmen Entschuldigungen im Namen ihrer Klienten.Eine Geschätsidee die sofort gut anläuft, ihnen den Erfolg und die finanzielle Unabhängigkeit beschert, bis zu diesem einen Auftrag an dessen Ende nur noch zwei Freunde übrig bleiben, doch zu welchem Preis... 
 
Einer der Besten Thriller, die ich in den lezten 2 Jahren gelesen habe.Von der ersten bis zur lezten Seite ist man gefesselt und kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
 
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Geschrieben von sueorange, am 09-11-2009 16:49,
3. Außergewöhnlich ist untertrieben !
Vier Freunde hatten sich seit ihrer gemeinsamen Schulzeit aus den Augen verloren, treffen sich zufällig wieder. Ihre berufliche Laufbahn ist bisher mehr oder weniger erfolglos verlaufen. So durchzechen die Brüder Kris und Wolf und die Frauen Tamara und Frauke zusammen die Nacht und benebelt vom Alkohol und einem Joint entwickeln sie eine bizarre, neue Geschäftsidee: 
Eine Agentur, die sich für die Vergehen von Unternehmen bei den Opfern in deren Namen entschuldigt. 
 
Ihre neue Firma "Sorry" boomt und bald schon können sie sich den Umzug in eine alte Villa leisten, die sie von nun an zusammen bewohnen. 
 
Doch eines Tages bekommen sie einen Auftrag, der ihnen den Atem stocken lässt. 
Ein Anrufer bittet sie sich in seinem Namen bei einer Frau zu entschuldigen. Die Frau, die sie daraufhin aufsuchen ist jedoch tot, sie finden sie grausam hingerichtet, an die Wand genagelt, vor. Und dennoch gibt es kein Zurück, denn führen sie den Auftrag nicht aus, droht ihr Auftraggeber ihren Familien etwas anzutun. Der Leiche beigefügt ist ein Umschlag mit den Fotos ihrer Lieben, denen ist der Mörder schon bedrohlich nahe gekommen. 
 
Hier beginnt die Geschichte, die sie immer tiefer hineinführt in einen Strudel der Gewalt, Angst, Schuld und Hilflosigkeit und die Frage aufwirft, wer Opfer ist und wer Täter? 
 
Die Erzählstruktur des Thrillers ist außergewöhnlich. Der Autor wechselt zwischen verschiedenen Erzählperspektiven: Die Haupthandlung und damit die einzelnen Protagonisten (Kris, Wolf, Tamara, Frauke) sind zumeist in der 3. Person beschrieben. Im weiteren Verlauf der Handlung taucht eine Person aus der Vergangenheit auf, ein Mann, der nicht da war, ebenfalls in der 3. Person. Der Mörder und damit der Auftraggeber, das bist Du. Besonders die Stellen in der 2. Person lassen den Leser nicht außen vor, der Leser kann nicht mehr unbeteiligt darauf schauen, was die anderen machen, er fühlt sich selbst als Teil der Handlung. Der ganzen Handlung übergeordnet fungiert ein Ich- Erzähler. Zudem findet ein stetiger Zeitwechsel zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft statt. Dieser Wechsel der Perspektiven und der Zeiten führt gleichermaßen zur Verwirrtheit, sowie er eine Spannung aufbaut. 
 
Mir hat der Thriller sehr gut gefallen, selten hatte ich so viel Gänsehaut beim Lesen. Kaum hatte ich die letzte Seite zugeschlagen, habe ich wieder zum Anfang geblättert und habe mir die einzelnen Episoden noch einmal hintereinander,zugehörig angeschaut. Ein wahrhaft faszinierendes Buch, bei dem ich nicht überrascht wäre, wenn es weit oben auf der Bestsellerliste landen würde. Auf meiner persönlichen Lieblingsthrillerliste hat es einen Platz in der Top Ten gefunden.
 
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Geschrieben von Josie0412, am 14-08-2009 00:02,
4. Superspannendes Buch!
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und fand es ungewöhnlich von der Idee her, aber auch total spannend geschrieben. 
 
4 ehemalige Schulfreunde gründen eine Agentur, die sich für Menschen bei anderen Menschen entschuldigt. 
Diese Idee nimmt ein Mörder auf und die 4 Freunde sollen sich bei der Leiche für den an ihr begangenen Mord entschuldigen. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf. 
 
Die Geschichte ist sehr komplex, es gibt weitere Leichen, es geht um Kindesmissbrauch und auch um das eigene, teils etwas sorglos gelebte Leben unserer 4 Hauptpersonen. 
 
Ein absoluter Pageturner und für Krimifans ein MUSS!
 
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Geschrieben von Katzenmami, am 03-08-2009 16:20,
5. Erwartungen nicht ganz erfüllt!
Ich muss sagen, an "Sorry" von Zoran Drvenkar hatte ich sehr hohe Erwartungen. Leider wurden die nicht ganz erfüllt! 
 
Dieser Roman handelt von den vier Freunden Frauke, Tamara, Kris und Wolf, die eine Agentur namens "Sorry" gründen. Diese Agentur ist für Entschuldigungen zuständig. Firmen können sich beispielsweise über "Sorry" bei Mitarbeitern entschuldigen, die sie kündigen mussten. Die vier Freunde haben großen Erfolg mit ihrer Geschäftsidee, bis sie einen Auftrag erhalten, der sie zu tiefst erschüttert! Sie sollen sich bei bei einer Leiche entschuldigen. Der Auftrag kommt vom Mörder udn er hat für die Freunde noch mehr geplant... 
 
Die Geschichte gefiel mir sehr gut, es war wirklich sehr spannend! Nur leider konnte ich mit dem Schreibstil nicht viel anfangen. Mich hat sehr gestört, dass die Anführungszeichen der wörtlichen Rede gefehlt haben! Auch die Sichtweise, aus der die Handlung erzählt wurde, wechselte immer wieder. Sei es zwischen den Freunden, dem Mörder oder einer anderen Person. Die zeitlichen Sprünge der einzelnen Kapitel gefielen mir ebenfalls nicht so gut! Schade, sonst wäre es die volle Punktzahl geworden ;-)
 
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Geschrieben von stjerneskud, am 21-05-2009 16:33,
6. Aus dem Ruder gelaufen
Aus einer fixen Idee wird Realität und die Brüder Kris und Wolf gründen zusammen mit Frauke und Tamara eine Agentur, um sich im Namen ihrer Klienten bei anderen zu entschuldigen. In den Jahren nach dem Abitur stehen die vier mehr auf der Schatten- als auf der Sonnenseite des Lebens und als die Geschäftsidee innerhalb kürzester Zeit zu einem Erfolg wird, wollen sie daran festhalten. Das Blatt wendet sich als Wolf bei einem auszuführenden Auftrag eine Frau ermordet in einer Wohnung auffindet. 
 
Vor „Sorry“ hatte ich weder von Zoran Drvenkar gehört noch etwas von ihm gelesen und das erste Kapitel – genauso gut könnte es auch als Prolog betitelt werden – sprach mich nicht an und reizte mich auch nicht den Thriller lesen zu wollen. Der Schreibstil tat sein übriges und sagte mir nicht zu. Anfangs tat ich mich auch schwer damit, aber nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ging es besser. Einfach zu lesen ist er nicht und er verlangt einem einiges ab. Dennoch bin ich froh darüber durchgehalten zu haben, denn es lohnte sich Bekanntschaft mit diesem Thriller zu machen.  
 
Es gibt keinen chronologischen Ablauf, sondern die Kapitel sind mit dazwischen, danach, davor und Du, Kris, Tamara, Wolf, Frauke, Der Mann, der nicht da war überschrieben und es wird hin und her gesprungen. Die Geschichte an sich hat mich nicht überzeugt, denn es gehört doch einiges dazu für jemanden den man weder kennt noch einen Bezug zu ihm hat eine Leiche zu entsorgen, nur weil es dem Unternehmen schaden könnte. Und die Selbstjustiz bringt eine Lawine ins Rollen, die nur Chaos und sinnloses Töten mit sich bringt. Ansonsten ist die Geschichte wirklich toll geschrieben, denn es ist nicht einfach bei dem davor, dahinter und den verschiedenen Personen den Überblick zu behalten und sie zu einem Ende zu bringen, ohne Fragen offen zu lassen.  
 
Weiterempfehlen würde ich den Thriller trotzdem nicht.
 
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Geschrieben von Nicole G, am 12-05-2009 16:53,
7. Grausamer Ablass
Vier Freunde,alle mehr oder weniger im Berufsleben gescheitert,haben eine zündende Geschäftsidee.Sie gründen eine Entschuldigungsagentur.Diese Agentur erweist sich als der Renner.Die Vier haben eine Unmenge von Aufträgen und verdienen richtig viel Geld.Denn wer lebt schon ohne Schuld und es ist ja auch ganz bequem,das Entschuldigen Anderen zu überlassen.Alles läuft wunderbar,bis sie eine Frau,bei der sie sich entschuldigen sollten tot und an die Wand genagelt auffinden.Der Mörder verlangt auch noch von den Vieren ,die Leiche zu beseitigen und sich auch noch in seinem Namen bei der Toten zu entschuldigen.Damit beginnt ein Strudel der Grausamkeiten,der die vier Freunde immer tiefer in den Abgrund reißt. 
Dieses Buch ist der Hammer.Ein Pädophilenring,ein geschändeter Junge,der als Erwachsener selbst zum Triebtäter wird und ein Freund,der sich an allem schuldig fühlt und blutige Rache nimmt.Trotz aller komplexität liest sich dieser Thriller sehr flüssig und wenn man mit dem Lesen begonnen hat,so vermag man nicht mehr,das Buch aus der Hand zu legen,obwohl man es gerne täte weil man glaubt,nicht noch mehr Grauen ertragen zu können.Verstärkt wird dieses Grauen durch die Du-Form,die der Autor verwendet.Dadurch fühlt man sich nicht mehr als Leser im geschützten Raum,sondern wird zum Protagonisten,der diesem Teufelskreis nicht entfliehen kann. 
Dies ist kein Buch für Zartbesaiteteund eigentlich sollte der Einband mit einer Warnung versehen sein.Ich habe lange über die Bewertung nachgedacht.Ob ich nur einen Stern vergebe,weil das Buch sehr grausam und realitätsnah und auch sehr pathologisch erscheint,habe mich aber für 5 Sterne entschieden,weil es uns die Seite der Menschheitvor Augen hält,die wir wegen ihrer unmenschlichkeitoft nicht wahrhaben wollen,die aber sehr wohl existiert.Oft sogar in unserer Nachbarschaft....
 
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Geschrieben von Volpina, am 30-04-2009 11:05,
8. Unheimlich, fesselnd und beunruhigend.
Eine Gruppe junger Menschen hat sich gerade mit einer Idee selbstständig gemacht und schwimmt auf der Welle des Erfolges. Sie entschuldigen sich auf Abruf. Buße und Gewissenserleichterung gegen Geld, so jedenfalls sieht es der Mann, der entscheidet, dass es nun Zeit ist für eine Reinigung. Ein Mord, ein zweiter... Ab wann ist man ein Serienkiller? Er selbst sieht sich nicht als solcher, er hat nur gewisse Dinge zu erledigen und die Gruppe der jungen Menschen sollen ihm dabei helfen und dabei noch ein wenig Demut lernen. So jedenfalls war es geplant. Aber eindrucksvoll beschreibt das Buch, wie jeden die Ruder aus der Hand gleiten.Dass alles was man tut Konsequenzen hat und es nicht immer leicht ist, diese zu überblicken. 
Gewalt die sich weiter vererbt. Was bleibt, wenn deinem Leben das Grundbedürfnis nach Sicherheit genommen wird, wie weit kann man gehen, bevor man vom Gejagten zu Jäger wird. 
Eindrucksvoll schafft es Zoran Drvenkar die Kette aufzuzeigen. Gewalt infiziert und verbreitet sich. 
 
Eine spannende Geschichte, die jedoch nicht nur durch die Handlung den Leser fesselt. Passend zu der grausamen Wahrheit ist die Sprache prägnant, klar, kurz und bündig. Besonders die wörtliche Rede gleicht nicht nur optisch eher Gedanken. 
 
Ein ausgesprochenes Highlight ist jedoch die Erzählweise. 
„DU 
Es überrascht dich, wie einfach es ist, sie ausfindig zu machen.“ 
… 
 
Du, ich? Der Leser wird direkt angesprochen und damit sofort in die Geschichte gezogen. Man nimmt den Platz des Mörders ein und ist damit Teil des Spiel. Ein Spiel das, wie mir vorkommt, vom dem allgegenwärtigen Erzähler geplant wird. Anfangs stellt dir diese namenlose Person die anderen in dieser Geschichte vor, erklärt wer es ist und welche Rolle er in dem Spiel spielen wird. Ich bin mir nicht sicher warum, aber mir scheint es ein sarkastischer Charakter zu sein, der mit einem amüsierten Grinsen die Protagonisten zusammen treibt und dabei grinsend die Hände reibt. 
Was weiß dieser Typ, was ich nicht weiß? 
Gerade dieser Erzähler verstärkt dieses schöne Kribbeln, was mir beim Lesen eines Thrillers so besonders viel Spaß macht. 
Leider werden die Möglichkeiten des Erzählers nach dem fantastischen Einstieg immer weniger genutzt und zum Ende hin verschwindet er ganz. 
 
Alles zusammen macht dieses Buch zu einem großartigen Leseerlebnis, dass ich jedem Thriller-fan empfehlen kann.
 
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Geschrieben von sillesoeren, am 29-03-2009 13:16,
9. Brutal und brillant
Diesem Buch nähert man sich besser mit großer Vorsicht und in einem Zustand vollkommener Angstlosigkeit. Schon die rote Banderole ließ alle Alarmglocken in mir schrillen. Der Autor steigt in die Handlung ein mit einem brutalen Mord an einer Frau und einem 9jährigen Jungen vor einer Fototapete, dem etwas Fürchterliches angetan worden war und davon auch noch ein Foto gemacht wurde. Wer war es? Was war es? War die Ermordete aktive Täterin oder Mitläuferin? Was hat diese Agentur damit zu tun, die sich für andere entschuldigt, wenn das schlechte Gewissen drückt, man selbst aber nicht den Mut hat, um Entschuldigung zu bitten? Diese Story zog mich vollkommen in ihren Bann, ich schleppte das Buch überall mit hin, selbst Rotphasen an Ampeln und Hunderunden wurden genutzt, um weiter zu verfolgen, wie sich alles zuspitzte. 
Der Autor fesselte mich zudem mit seinem Schreibstil. Kapitelüberschriften wie „davor“, „du“ und „danach“ waren verwirrend und anregend zugleich. Gespräche wurden zwar in wörtlicher Rede, aber ohne Anführungszeichen wiedergegeben. Beides bringt den Leser dazu, das Buch hoch konzentriert zu lesen, will er nicht den Faden verlieren oder einen Gesprächsbeitrag der falschen Person zuordnen. Besonders die direkte Anrede mit "du" zog mich sofort tief in das Geschehen, ich konnte die handelnden Personen förmlich vor mir sehen, das Erbrochene riechen und die Hammerschläge hören. Diese Anrede machte mich neugierig: Wer wird mit dem „du“ angesprochen? Ist es der Leser? Oder der Täter? Oder wird der Leser während der Romanhandlung zum Täter? 
Dieses Buch kann als Kriterium dafür genommen werden, ob jemand wirklich Thriller mag. Ist es zu hart, sollte man bei der Angabe des Lieblings-Genres wohl besser „Krimi“ als „Thriller“ angeben. 
Mein Fazit: im Jahr 2009 ist dies bislang der beste Thriller, den ich gelesen habe. Er liefert alles, was einen guten Thriller ausmacht: gelungene Ausgangssituation, nachvollziehbarer Plot, lebensnahe Protagonisten, packende Handlung, nervöses Flattern im Bauch, Einschlafstörungen, überdeutliche Erinnerungen an einzelne Szenen auch Wochen nach der Lektüre. Brillant!
 
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Geschrieben von Yoshi334, am 27-03-2009 12:35,
10. Wer entschuldigt sich bei mir für dieses
Achtung, Spoiler enthalten!!! 
 
 
Ich war wahnsinnig gespannt auf dieses Buch, versprach doch die Lesprobe eine 
sehr spannende Geschichte. Spannend war sie durchaus und ich habe mich teilweise auch gut 
unterhalten gefühlt, jedoch wurde dieses Vergnügen immer wieder durch die abstrusen Handlungen 
einiger Personen geschmählert. 
Oft war es mir enfach nicht möglich, diese Handlungen nachzuvollziehen. Würde nicht jeder normale 
Mensch, wenn er eine Leiche findet, die Polizei rufen oder wenigstens diese Möglichkeit in 
Betracht ziehen? Nein, unsere "Helden" nehmen ihren Job sehr ernst und entschuldigen sich erst 
einmal bei der getöteten Person, wie es vom Auftraggeber erwünscht wurde, um sich dann an deren 
Beseitigung zu machen! 
Daß der Mörder, dieses Verhalten auch noch vorrausgesehen hat, macht das 
Ganze noch merkwürdiger.  
Überhaupt der Mörder...selten habe ich so ein stümperhaftes Vorgehen erlebt. Sicher, er ist 
kein Profi, aber er hat es ja schon fast darauf angelegt, entdeckt zu werden. Wenn man später 
erfährt, welchem Beruf der Herr nachgeht, kann man nur noch fassungslos mit dem Kopf 
schütteln! Auch sein Ich-spiele-mal-Gott, nehme Rache und erteile so ganz nebenbei (weil es 
ja so witzig ist), der Agentur eine Lektion, lässt den Kopf weiter in Bewegung bleiben! 
Auch die Geschichte, die das alles ins Rollen gebracht hat, die beiden kleinen Jungs, die 
so lange mit diesem Geheimnis leben, daß es schon fast nicht mehr wahr ist, kann einfach 
nicht überzeugen. Sicher gibt es Menschen, die Kindern soetwas antun, aber in dieser Art 
und Weise, über einen so langen Zeitraum und ohne daß irgendjemand jemals etwas mitbekommt? 
Wir reden hier auch nicht über den bösen Onkel, Nachbarn oder sonstigen Bekannten, diese 
Personen sind Fremde und es ist nie jemandem aufgefallen, daß der Junge regelmässig über Jahre  
hinweg von diesen Leuten missbraucht wurde? Das kann ich mir einfach nicht vorstellen! 
Aber vielleicht bin ich auch nur naiv, vielleicht ist meine Familie ungewöhnlich, weil sie 
sicherlich bemerkt hätten, was mit mir los gewesen wäre oder ich zumindest irgendwann den Mund  
aufgemacht hätte! 
Aber gut, einzeln gesehen mögen diese Dinge alle tatsächlich so oder ähnlich passieren können, aber in der Gesamtheit bilden sie nur eine absolut wirre und unglaubliche Geschichte.  
Auch wenn es abgedroschen klingt, weniger ist manchmal wirklich mehr!
 
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Geschrieben von thorlac, am 20-03-2009 22:39,
11. Jeder lebt mit Schuld
Noch nie wurde ich nach dem Lesen eines Buches derart verstört und verwirrt zurückgelassen. 
Selten viel es mir schwerer in eigene Worte zu fassen, was ich da gelesen habe. 
Schier unerträglich meine Sprachlosigkeit, die bleibt. 
Immer noch bin ich zutiefst erschrocken, wie ich selbst so sehr Teil der Geschichte wurde, 
rettungslos, ahnungslos mit verstrickt in das Geschehen. 
In meinem Kopf kreist die Frage nach Schuld und dem Sinn von Vergebung. 
Und es scheint keine Antwort zu geben außer dieser: 
"Jeder lebt mit Schuld ... quält sich damit"! 
Zoran Drvenkar lässt Schuld zum unausweichlichen Albtraum werden, 
zum alles vernichtenden Sog 
und reißt seine Leser(innen) mit hinein in den Abgrund. 
Bis zum Schluss bleibt Erschrecken und Verwirrung, 
MUSS Aufschrecken bleiben, 
um zu verstehen und nie zu vergessen, 
dass Schuld immer den persönlichen Weg braucht, 
verarbeitet und vergeben zu werden.
 
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Geschrieben von Annabas, am 14-03-2009 10:31,
12. Schuld und Rache
Inhaltsangabe: 
 
Kris Marrer gründet gemeinsam mit seinem Bruder und zwei Freundinnen die Agentur „Sorry“. Ihr angebotenes Produkt sind Entschuldigungen, die sie dann im Auftrag von ihren Kunden durchführen. 
Das Geschäft läuft für alle überraschend gut, bis ein Kunde sie plötzlich zu einer Toten schickt, um sich für den Mord an ihr zu entschuldigen. Danach ist nichts mehr wie vorher, die vier Partner geraten immer tiefer in eine Geschichte, die langsam auch zu der von ihnen wird und welche die kleine Gemeinschaft auf harte Proben stellt ... 
 
Der erste Satz: 
 
„Es überrascht dich, wie einfach es ist, sie ausfindig zu machen.“ 
 
Meine Meinung zum Buch: 
 
Dieses Buch war eines meiner ersten Lesehighlights in diesem Jahr. 
 
Es beginnt mit einem ziemlich grausamen Mord, der mich fragen ließ, wie viel Hass ein Mensch in sich aufstauen muss, um so zu handeln. Der Autor gibt dann stückchenweise die nötigen Informationen preis, aber als Leserin muss ich mich auf Überraschungen gefasst machen, denn nicht immer ist alles so, wie es auf den ersten Blick aussieht. Es gibt in der Geschichte einige sehr überraschende Wendungen, mit denen ich nie gerechnet hätte und die mich begeisterten. 
 
Das Buch ist in viele kurze Kapitel gegliedert, welche die Seiten nur so fliegen lassen. Ich mag diese kurzen Kapitel, denn meistens lese ich dann länger, weil ich denke „das eine geht noch“ und dann „das geht auch noch“, u. s. w. 
Die Kapitel sind zeitlich aufgegliedert in „davor“, „dazwischen“ und „danach“ und tragen zusätzlich die Namen der Protagonisten, aus deren Sicht erzählt wird: Das sind die vier Freunde und Gründer der Agentur „Sorry“: Kris, Wolf, Tamara und Frauke, und dann noch zwei weitere, zu Anfang mysteriöse Personen: „Du“ und „Der Mann der nicht da war“. Die Identität dieser Personen enthüllt sich dann im Laufe der Geschichte.  
Die Kapitel mit der Überschrift „danach“ sind besonders geheimnisvoll und ihr Hintergrund klärt sich erst auf den letzten zehn Seiten des Buches auf – diese Auflösung finde ich schlichtweg genial und ich habe diese Kapitel (es sind nicht so viele) gleich nach Ende der Geschichte alle noch einmal gelesen. 
 
Der Autor verlangt von seinem Leser aber auch einiges ab. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven, Rückblenden in verschiedene Zeitebenen und die Tatsache, dass man nicht sofort alles erklären und verstehen kann, gerät man in einen zunächst verwirrend erscheinenden Plot, der aber so spannend ist, dass man unbedingt wissen will, warum alles so passiert ist und wie sich die Sache am Ende aufklären wird. Er geht auch mit seinen Protagonisten nicht zimperlich um und wirft sie in extreme Situationen bzw. setzt sie (und auch den Leser) extremen Gefühlsbädern aus. Trotzdem bleibt alles glaubhaft und die Motive und Reaktionen sind absolut nachvollziehbar und auch nachfühlbar. 
 
Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass es in diesem Buch um Schuld und um Rache geht, darauf kommt der Leser relativ schnell. Die beschriebenen auslösenden Ereignisse haben mich teilweise sehr erschüttert und auch nicht sofort nach Ende des Buches losgelassen. Drvenkar bietet keine einfache Täter-Opfer-Geschichte an, jeder ist beides und jeder muss am Ende mit seiner Schuld bzw. seiner Verantwortung allein leben. 
 
Ein Buch, das einen nicht loslässt.  
 
Viele Grüße von Annabas :)
 
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Geschrieben von Wüstenmagier, am 01-03-2009 15:39,
13. Wer ist der Schuldige im Spiel der Moral
Titel: Sorry 
Autor: Zoran Drvenka 
Verlag: Ullstein 
Jahr: 2009 
Aufmachung: 400 Seiten, gebunden 
Preis: ¬ 19,90 
ISBN-10: 3550087721  
ISBN-13: 9783550087721 
 
"Sorry" zu sagen ist gar nimmer so einfach. Doch was, wenn es eine Agentur gibt, die sich für einen entschuldigt, eine Agentur, die einem dieses Problem vom Hals schafft und gleichzeitig die Last der Schuld von der Seele nimmt? - Durch ein kleines Wörtchen: "Sorry". Und was geschieht, wenn sich die Agentur bei einer Toten entschuldigen soll. Wie wird sie reagieren, was wird passieren? 
 
Vier Berliner stehen genau vor eben jenem Problem. Angefangen hat alles mit einer Freundschaft, bis sich aus einer verrückten Idee die Agentur für Entschuldigungen entwickelte, die Agentur, die sich verselbständigte und die vier Freunde ins Geschäftsleben stürzte  bis sie den Auftrag bekommen, sich bei einer Toten zu entschuldigen. 
Können sie ihren Job in einer derartigen Situation machen und damit die Seriosität ihrer Agentur wahren oder sollen sie den Mord der Polizei melden? Ein moralisches Dilemma, das ganz woanders seine Wurzeln geschlagen hat und die Freunde in eine Spirale der Gewalt zieht. Denn es stehen ihnen nicht nur die moralischen Aspekte ihrer Gesellschaft im Weg, sondern auch die Bedrohung ihres Lebens und ihrer Existenz durch den Mörder; denn Job ist Job. Und darauf beharrt ihr Auftraggeber. Und so werden sie mit in ein Verbrechen hineingezogen, dass sie selbst zu Verbrechern werden lässt, so sehr sie auch versuchen sich des Falles zu entledigen und einem geregelten Leben nachzugehen. Und so verwischt nicht nur das Schwarzschweiß-Schema von Gut und Böse, sondern verliert sich auch ihre "Arbeit" immer mehr in einem Chaos, das komplizierter und komplizierter wird, und die Freunde immer weiter von einem normalen Leben wegführt, wegführt in ein Leben, das aus Gewalt, Hass und Rache, Verzweiflung besteht und zu der Gewissheit führt, dass es keinen Ausgang aus ihren Problemen gibt, nie gegeben hat und nie geben wird. 
In rasendem Tempo avanciert die moralische Beleuchtung der Gesellschaft zu einer Eskalation der Hilflosigkeit, die zeigt das Moral nur so lange Gültigkeit hat, solange sie nicht Zwängen unterworfen wird, die für Individuen eine größere Bedeutung haben als die Uniformität der Gesellschaft. Zoran Drvenka hat mit "Sorry" ein Extrem der menschlichen Belastung durch eine Randsituation menschlichen Verhaltens gezeichnet und lässt sie aus ihren Zwängen der Gleichheit ausbrechen und zeigt damit auch, dass die Gesellschaft ein äußerst zerbrechliches Gebilde ist, das lediglich durch sich selbst gestützt ist und zur Bedeutungslosigkeit verkommt, sobald Menschen aus ihm ausbrechen. 
 
Die zeitweilige Einsetzung der Du-Perspektive, die sich auf den Mörder konzentriert, lässt den Leser selbst zum Verbrecher werden, ob er nun will oder nicht. Denn primär geht es nicht um den Mord an sich, sondern um die seelische Belastung der Schuld eines fehlenden "Sorrys", das jeden plagt  und wenn es nur von geringem Übel ist. Der Leser wird somit selbst in die Geschichte hineingezogen und so wird ihm auf deutlichste Art klar gemacht, dass auch er nicht ohne Fehl und Tadel ist, dass auch er unter gewissen Dingen leidet und zum Verbrecher werden kann, sobald er das moralische Gebilde der Gesellschaft verlässt. Wie schnell dies geschehen kann, hängt nicht von einem selber ab, sondern von den Umständen, die einen prägen und die einen herausfordern die Grenze zu überschreiten. Wie schmal und anfangs unbedeutend die Gratwanderung zwischen moralisch akzeptabel und moralisch verwerflich sein kann, wie schnell man aus dem Alltag herausgerissen werden kann, ist unklar; es kann jederzeit geschehen. Ohne Vorwarnung. Ohne Gnade. Ohne Chance auf Umkehr. "Sorry" macht es unfehlbar vor. 
 
Wie weit darf bzw. kann man gehen, wenn es um weit mehr geht, als ein normaler Job? Wenn es moralische Werte einer Gesellschaft betrifft? Wie soll man handeln, wie sich verhalten, welchen Weg beschreiten? Genau damit setzt sich der Autor Zoran Drvenka in seinem Roman "Sorry" auseinander und kreiert damit ein kleines Meisterwerk der gesellschaftlichen Analyse unter moralischen Extremsituationen.
 
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Geschrieben von sassenach, am 28-02-2009 14:32,
14. Schuld und Sühne im 21. Jahrhundert
In Zoran Drvenkars neustem Roman geht es vorwiegend um Schuld und Sühne. Können Außenstehende Schuld anderer übernehmen, ist moderner Ablasshandel möglich? Ist es mit einem lapidaren „Sorry“ getan? Inwiefern kann Schuld überhaupt gesühnt werden? 
 
Vier junge Menschen, Frauke und Tamara, sowie die beiden Brüder Kris und Wolf, haben eine vermeintlich geniale Geschäftsidee. Gegen Bezahlung wollen sie sich für andere Menschen entschuldigen. Schnell hat ihre Agentur einen gut zahlenden Kundenkreis. Manager, die ein schlechtes Gewissen gegenüber entsorgten Mitarbeitern, verlassenen Expartnerinnen usw. haben und sich mit diesen „Problemen“ nicht mehr selbst beschäftigen möchten. Alles scheint bestens zu laufen, bis sie sich eines Tages bei einer brutal ermordeten Frau entschuldigen sollen… 
 
„Sorry“ ist keine einfache Lektüre, weder sprachlich noch inhaltlich. Häufige Perspektivwechsel und Zeitsprünge sind anfangs etwas verwirrend, die Brutalität mancher Szenen erschreckend und für meinen Geschmack allzu detailliert beschrieben. Ohne diese Szenen hätte ich „Sorry“ vermutlich in einem Zug durchgelesen, so fesselnd ist es geschrieben. 
Drvenkars präzise und knappe Schilderungen ließen Bilder in meinem Kopf entstehen, die Figuren lebendig werden. Sehr ungewohnt ist, dass der Leser mit „du“ angesprochen wird und in die Position des Mörders versetzt wird. In anderen Kapiteln ist der Leser dann mit dem Erzähler Beobachter und bleibt so stets Beteiligter der Geschichte. 
 
In diesem ungewöhnlichen Psychothriller spielt die Polizei nur eine Nebenrolle. Die Spannung wird durch den Einblick in die Abgründe menschlicher Seelen und zwischenmenschlicher Beziehungen erzeugt, sowie durch das Verhalten von Menschen unter extremer psychischer und körperlicher Belastung. Wer ist Täter und wer Opfer? Die Beantwortung dieser Frage ist bei „Sorry“ nicht so leicht, wie es anfangs scheint. 
 
Störend fand ich die konsequente Verwendung von ß statt ss, sogar bei Boss und Business, sowie die fehlenden Satzzeichen bei wörtlicher Rede. 
 
„Sorry“ fragt nach Schuld und Moral und überlässt die Beantwortung dieser Fragen dem Leser. Ein beeindruckendes Buch, das ganz anders endet als erwartet und die Leser nicht nur deshalb noch lange beschäftigt.
 
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Geschrieben von Avathea, am 27-02-2009 23:16,
15. Manchmal genügt keine Entschuldigung
Sorry ist mein erstes Buch, dass ich nicht gelesen, sondern mir angehört habe und somit war dies mal eine ganz neue Erfahrung für mich. Mittlerweile könnte ich mir vorstellen, zwischendurch mal ein Hörbuch zu "lesen", wobei ich aber dennoch das gedruckte Buch nach wie vor bevorzuge. Bis auf Matthias Brandt, der für mich eine unangenehme Stimme hat, fand ich alle Sprecher sehr gut und passend. Besonders Christian Berkel und Sophie von Kessel waren für mich ein Hörgenuss. 
 
Zum Inhalt: Vier Freunde gründen eine Agentur, die sich bei anderen entschuldigt. Der Chef, der einen Mitarbeiter entlassen musste, der Mann, der seine Frau betrog usw. zählen nach kurzer Zeit zu den Klienten der Agentur. Das Geschäft boomt und die Kunden sind alle restlos zufrieden. Bis eines Tages der Auftrag kommt, der alles verändern soll. Die Person, bei der sich die Vier entschuldigen sollen, ist eine Leiche. Vor vollendete Tatsachen gestellt führen sie den grausamen Auftrag durch und plötzlich befinden sie sich in einem perfiden Spiel, bei dem es so schnell kein Entrinnen gibt. Warum der Klient so einen Auftrag überhaupt erteilt wird im Laufe des Geschehens immer klarer. Das grauenvolle Thema "Kindesmissbrauch" spielt mehr und mehr eine Rolle, was dem Zuhörer doch sehr durch Mark und Bein geht. Und am Ende weiß man nicht mehr, was eigentlich Gut und was Böse ist und was man nachvollziehen kann oder einfach nur abscheulich findet.  
 
Das (Hör)buch ist ein Thriller, der nichts für schwache Nerven ist. Man fühlt sich oftmals sehr direkt angesprochen und in das Geschehen involviert. Als stiller Beobachter, der machtlos ist, da er nicht eingreifen kann. Und auch erst weit am Ende laufen die Fäden so zusammen, dass man "alles" versteht. Anfangs ist doch vieles noch sehr verwirrend, so dass man manchmal resigniert, weil irgendwie der Durchblick fehlt.  
 
Letztendlich aber ein recht gelungener Thriller, der allerdings für zartbesaitete Wesen weniger gut geeignet ist, da alles sehr genau und plastisch beschrieben bzw. von den hervorragend ausgewählten Sprechern erzählt wird. Gänsehaut, Verzweiflung und Angst sind garantiert!
 
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Geschrieben von urlaubsbille, am 27-02-2009 21:55,
16. Sorry (Hörbuch)
Zum Autor: 
Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren und zog im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Berlin. Seit 1989 arbeitet er als freier Schriftsteller und lebt jetzt in einer alten Kornmühle in der Nähe von Berlin. Er ist der Autor vielfach ausgezeichneter Kinder- und Jugendbücher, unter anderem schrieb er unter Pseudonym den Bestseller Die Kurzhosengang. 2003 erschien sein Psychothriller Du bist zu schnell, der zurzeit verfilmt wird. In Zusammenarbeit mit Gregor Tessnow entstand nach dessen Roman das Drehbuch zu Knallhart, das 2006 unter der Regie von Detlev Buck verfilmt wurde. 
 
Klappentext: 
Sie sind seine Opfer. Er macht sie zu Tätern. Vier Freunde folgen einem scheinbar harmlosen Auftrag und stehen plötzlich einer grauenvoll zugerichteten Leiche gegenüber. Er zwingt sie, sich in seinem Namen bei dem Opfer zu entschuldigen. Als sie darauf eingehen, nimmt ein unvorstellbar perfides und grausames Spiel seinen Lauf. Zoran Drvenkar ist mit diesem Buch ein zutiefst verstörender Thriller gelungen, der ihn auf Anhieb zu einem neuen Star dieses Genres machen wird. 
 
Meine Meinung: 
Das Hörbuch wird von vier Personen mit viel Betonung sehr gut gesprochen. Zu Beginn geht es ganz sachte los. Es ist ein bisschen verwirrend und immer wieder hatte ich das Gefühl, irgendetwas Wichtiges verpasst zu haben. Es werden gleiche Situationen aus verschiedenen Sichtweisen geschildert. Etwa nach der Hälfte werden die einzelnen Handlungsstränge langsam und logisch zusammengeführt. Dadurch entsteht viel Spannung und am Ende ist es ein sehr guter und logischer Thriller. 
Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen.
 
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Geschrieben von Lilith, am 27-02-2009 13:57,
17. Schade
sorry von Zoran Drvenkar 
 
Ich mag das Cover, schwarz, sorry in weiß in vielen Schriftlagen übereinander. Aber vor allem die rote Warnung „...aber sagen Sie später nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt“. Eine Verpackung die meine Aufmerksamkeit auch im Buchhandel erregen kann. Leider leidet dieses rote Warnungsband schnell und wird unansehnlich, scheint eher zum Abstreifen und Wegwerfen gedacht. 
Gut Warnung gehört – und Warnung übersehen. 
 
Ich mag absolut die Idee einer Entschuldigungsfirma, das ist für mich neu, das ist interessant, das kann funktionieren. 
Aber, wer weiter denkt, sieht direkt die Haken. 
Entschuldigungen für was. Eine üble Kindheit, gibt es dafür Entschuldigungen? Ja, aber sie wirken nur wenn sie ehrlich von den Verantwortlichen ausgesprochen werden. 
Wir haben hier also eine wirklich gute Idee für einen Roman, ich mag dieses Buch dennoch nicht.  
Woran ist „sorry“ für mich gescheitert? 
Am Stil des Autors. 
Hölzerne Dialoge. Wenn es nur die Dialoge wären. 
Beschreibungen von Handlungen, Orten, Personen sind genau das Beschreibungen. Satz für Satz. Was sehe ich. Lieblos wie ein nacherzähltes Foto, nur fehlen die Details. 
Zwischendurch bricht Drvenkar aus diesem Unstile aus. Plötzlich lesen sich ganze Passagen flüssig. Mit „DU“ überschrieben. Es liegt nicht allein an der persönlichen Ansprache, er schreibt anders. Als lägen mir frühe Versionen des Buches und die gereifte vor, zusammengepackt zwischen zwei Buchdeckel. 
„sorry“ ist lesenwert, wenn man über das Schreiben etwas lernen möchte. Hier sieht und fühlt der geneigte Leser am eigenen Leibe, was nicht funktioniert. 
So geht es mir, ich bin erschrocken. Eine gute Idee, auch wirklich lesenswerte Passagen und der Rest ist abschreckend, unausgegoren. Es ist Drvenkar zu Gute zu halten, dass er dieses Buch fertig stellte. Aber es hätte so viel mehr daraus werden können. Schade. Verdammt Schade.
 
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Geschrieben von hrafnaklukka, am 22-02-2009 16:06,
18. Butch Cassidy &Sundance Kid
„Eine Entschuldigung ist ein Abschied, bei dem man weiß, das man sich nicht wiedersehen wird“. 
 
Obwohl mich die Leseprobe des Buches „Sorry“ von Zoran Drvenkar nicht so richtig überzeugen konnte, habe eine gute Gelegenheit ergriffen und das Buch dann doch noch gelesen. Zum Glück , wie ich sagen muß, denn sonst wäre mir ein Psychothriller erster Klasse entgangen. 
 
Die Brüder Kris und Wolf Marrer sowie die Freundinnen Tamara und Frauke stehen nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens, als ihnen bei einem geselligen Zusammensein plötzlich die zündende Idee kommt – sie gründen eine Agentur für Entschuldigungen, nach dem Motto „Vergebung kennt keine Grenzen“. Die Idee ist so einfach, das sie schon wieder brillant ist – das Geschäft boomt. Alles läuft wunderbar, die vier können sich schon bald eine Villa am See leisten, bis Wolf eines Tages bei einem Auftrag die Leiche einer Frau findet. Der Täter setzt sich schon bald mit ihm in Verbindung, die Entschuldigung soll überbracht werden und anschließend sollen die Freunde die Leiche entsorgen, das passende Druckmittel hat er auch in der Hand: er bedroht das Leben von Kris und Wolfs Vater, Fraukes Mutter und Tamaras Tochter, zu der sie keinen Kontakt hat. Und hier beginnt ein perfides Katz und Mausspiel, bei dem nach oben hin keine Grenzen gesetzt sind. Zeitgleich, sozusagen als Zwischensequenz, wird die Geschichte zweier Jungen erzählt, Butch und Sundance, dem Anfang von sexuellem Mißbrauch und dem zeitgleichen Ende der Kindheit. Eine Geschichte, die die Grenzen von Freundschaft, Vertrauen und Liebe neu ausleuchtet und aus Opfern Täter macht.  
Die Geschichte war viel mehr als das, was ich erwartet hatte. Die Idee zu dem Buch war toll, die Umsetzung mit Zuhilfenahme verschiedener Stilistischer Mittel gekonnt – man fühlt sich direkt angesprochen, ich war schnell gefesselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die einzelnen Personen wirkten sehr lebendig, ihre Vergangenheit, Stärken und Schwächen sehr gut beschrieben. Besonders gut hat der Autor den Charakter des Butch gezeichnet- am Anfang war ich voller Sympathie und Mitleid, im Laufe der Geschichte wird aus dem Opfer ein Täter und die Gefühle des Lesers Butch gegenüber wandeln sich im selben Maße. Das Thema „Kindesmißbrauch“ ist sicherlich auch nicht einfach zu handhaben, hier wurde es aber geschickt in den Handlungsverlauf integriert.  
Die Geschichte wurde aus verschiedenen zeitlichen Abschnitten (davor-dazwischen-danach) und unterschiedlichen Erzähl-Perspektiven geschildert, was am Anfang recht verwirrend ist, man findet sich aber schnell zurecht und kann das Buch in einem Rutsch durchlesen. Nichts für zart besaitetet ist die Beschreibung der Tat und der Leichen, hat mir nicht so gut gefallen, aber das ist sicher Geschmackssache. Der Plot ist gut durchdacht, lose Handlungsfäden werden geschickt zusammen geführt, allerdings – wie man aber im Laufe der Geschichte schon recht schnell feststellt- bleibt kein Platz für ein „Full-Happy-End“. Mir hat das Buch trotzdem sehr gut gefallen, es ist auf jeden Fall kein 08-15-Thriller, bei dem man im ersten drittel den Täter erahnen kann – das Geheimnis bleibt bis zum Schluss gewahrt. Die Atmosphäre ist zwar durch das ganze Buch hindurch recht düster, das Geschehen manchmal schockierend – und trotzdem bleibt kein beklemmendes Gefühl. Für mich war das sicher nicht das letzte Buch, das ich von Zoran Drvenkar gelesen habe.
 
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Geschrieben von Maggie, am 22-02-2009 14:04,
19. Interessant
In sehr klaren und einfachen Sätzen wird geschildert, was es da mit den Freunden und ihrem "Verhängnis" auf sich hat. Die Informtionen verarbreicht der Autor den Lesern in Bröckchen. Und doch, kommt manchmal alles anders... Er bezieht den Leser durch direkte Ansprache mit in dieses Buch hinein. Man verwickelt sich in eigenen Überlegungen, über Schuld, Unschuld. 
Obwohl wenig Grausames wirklich beschrieben und geschildert wird, krabbelt das schaurige Gruselgefühl während des Lesens in einem hoch. Die Grausamkeiten werden nicht ins kleinste Detail beschrieben, dem Leser wird der Freiraum gelassen, zu überlegen was mit den Opfern passiert. Der Autor hätte es auch nicht nötig, das Buch findet auch so seine verdiente Aufmerksamkeit. 
Ein interessantes Buch, das mir Zoran Drvenkar näher brachte. Ich behalte ihn im Auge. :x
 
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Geschrieben von Tista, am 14-02-2009 10:45,
20. Die Idee ist gut.....
..... vier junge Leute gründen eine Agentur und bieten an, sich für andere Leute zu entschuldigen. Für alles, was andere Menschen sich haben zuschulden kommen lassen, wollen Sie sich bei den "Opfern" entschuldigen! 
Die Idee wird dankend angenommen und das Geschäft floriert........ bis dann, durch einen großen Zufall, alles anders wird - das Grauen für die jungen Leute beginnt. 
Sie sollen sich bei einer Toten entschuldigen! Mehr will ich über den Inhalt des Buches und was aus dieser Situation entsteht, gar nicht verraten - es wird spannend, es wird verwirrend - es geht um Schuld und Sühne, warum Opfer zu Tätern werden, um Macht und darum, wie das Leben sich von einen Tag zum anderen so völlig verändern kann, so dass alles aus den Fugen gerät. 
Leider kam ich mit dem Schreibstil von Doran Drvenkar überhaupt nicht klar.  
Die einzelnen Kapitel sind immer aus der Sicht eines anderen geschrieben - Kris - Wolf - Frauke - Tamara - der Mann, der nicht da war - DU, und als man im Metaxa essen war, gab es auch noch ein WIR! Zwischendurch gibt es ein jetzt - ein davor - ein danach und ein dazwischen - so springt der Roman immer hin und her. Für mich war es verwirrend, ich konnte mich darauf nicht einlassen. Der Schreibstil ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig, die Schilderungen einiger Grausamkeiten dermaßen detailgetreu, dass ich auch schon mal "quer" gelesen habe. Die dunkle Stimmung zieht sich durch das ganze Buch, es wird von Seite zu Seite immer verwirrender und ich für mich war froh, als es endlich zu Ende war.
 
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Geschrieben von Stephi, am 12-02-2009 23:57,
21. Schuldfrage
Schuld ist ein Thema, mit dem jeder Mensch früher oder später in Berührung kommt. Nicht wenige Menschen brechen unter der Last der Schuld zusammen und einige von ihnen sehen schließlich nur noch Auswege, die sich nur schwer bis gar nicht mit den Interessen anderer Menschen vereinen lassen. 
 
Ein solcher Fall wird dem Leser in „Sorry“ von Zoran Drvenkar präsentiert. In einem ersten Kapitel, was auch dem thrillererprobten Leser den Angstschweiß auf die Stirn treibt, wird ein brutaler Mord an einer Frau in allen Einzelheiten und sehr bildlich beschrieben. 
Im weiteren Verlauf des Buches baut der Autor dann eine Geschichte um vier Freunde auf, die mit einer besonderen Geschäftsidee erfolgreich in die Selbständigkeit starten – einer Agentur, die sich stellvertretend für den Auftraggeber bei gewünschten Personen entschuldigt. Alles läuft reibungslos, bis sie den Auftrag erhalten, sich bei einer Toten zu entschuldigen. Von diesem Moment an befinden sie sich in einem Strudel aus Gewalt, Angst, Drohungen und Pflichtbewusstsein. 
 
Dies allein wäre schon spannend genug, wenn nicht die ständig stattfindenden Wechsel der Erzählperspektive verdeutlichen würden, dass die Identität des Mörders mehr als fragwürdig ist und er eigentlich gar nicht mehr existieren dürfte. 
Drvenkar erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der Freunde, aus der Sicht des Mörders und aus der Sicht einer dritten Person, deren Identität erst ziemlich weit am Ende deutlich wird. Durch die Perspektiv- und damit verbunden auch die Zeitwechsel (und Rückblicke), erlebt der Leser die gleiche Szene unter Umständen mehrmals aus verschiedenen Blickwinkeln. Dies ermöglicht es gerade am Ende zum Teil, Schlüsse zu ziehen, dennoch bleibt die Spannung bis zur letzten Seite erhalten. 
 
Der Autor versteht es, die Situationen der Handlung und die Stimmungen der Personen sehr detailliert und greifbar zu beschreiben, wodurch man als Leser von Beginn an immer weiter lesen muss. Der bereits erwähnte fulminante Einstieg macht das Buch bereits zu einem Lesehighlight – auch wenn teilweise brutale, erschreckende und furchtbare Szenen beschrieben werden (Stichwort: Kindesmissbrauch) und sich mir beim Lesen des Öfteren der Magen umdrehen wollte. Dieses Buch ein absoluter Buchtipp und somit absolut empfehlenswert.
 
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Geschrieben von BloodyMary, am 10-02-2009 14:20,
22. Tribut an eine Freundschaft
Autor 
 
Zoran Drvenkarr: * 19. Juli 1967 in Kroatien, aufgewachsen in Deutschland 
Seit 1989 freier Schriftsteller, veröffentlichte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, für die er diverse Auszeichnungen erhielt. Pseudonym: Victor Caspak & Yves Lanois 
Weitere interessante Aspekte seines Werdegangs unter http://www.drvenkar.de/autor/ biographie. 
 
Buchinhalt 
 
Vier Freunde, Kris, Tamara, Wolf und Frauke. 
Noch vor Jahren, kurz nach der Schule, dachten sie, die Welt läge ihnen zu Füßen und warte nur darauf, was sie daraus machen. 
Doch das Leben lehrte sie eines Besseren. Die Realität und diverse Fügungen des Schicksals läuterten sie. 
 
Eine zufällige Begegnung im Park, ein gemeinsames Abendessen zu viert - und eine clevere Idee ward geboren. 
 
SORRY, denn Vergebung kennt keine Grenzen. 
 
Die Berliner gründen eine Agentur, die sich entschuldigt; für Fehltritte, Missverständnisse, Kündigungen, Streit und Fehler im geschäftlichen Bereich. 
 
Sie sind überraschend erfolgreich, der Bedarf der Unternehmen an professionell überbrachten Entschuldigungen scheint groß. 
Viele Gewissen werden erleichtert, Schuldgefühle beseitigt. 
 
Doch eines Tages erhalten sie einen Auftrag, der ihr Leben auf den Kopf stellt. 
Diese besondere Entschuldigung führt sie zu einer Toten, deren Leben auf grausame Weise ein Ende fand. Es wird erwartet, dass sie ihr eine vorformulierte Entschuldigung überbringen und die Leiche im Anschluss beseitigen. 
 
Wie sollen sich die Freunde nun verhalten? Haben sie überhaupt eine Wahl? 
Der geheimnisvolle Auftraggeber scheint sie in der Hand zu haben. Nicht nur ihr Leben ist plötzlich in Gefahr... 
 
Meine Meinung 
 
Zoran Drvenkars neuester Roman, der Thriller Sorry, sticht schon von weitem ins Auge. Das dunkle Cover mit dem verwackelten weißen Schriftzug des Titels bildet einen gelungenen Kontrast. 
Sehr auffällig außerdem die rote Banderole, die den geneigten Leser mit folgenden Worten zur Vorsicht mahnt: "... aber sagen Sie später bitte nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt." und "Ein Thriller wie ein böser Traum.". 
Nach der Lektüre kann ich zweifelsfrei behaupten, das Buch trägt diese Warnung zu Recht! 
 
Der Autor begeistert in Sorry mit einem gut durchdachten Konzept. 
In acht Teilen fügen sich kleinste Puzzleteilchen, die diversen Kapitel, langsam zu einem großen Gesamtbild zusammen. 
Dabei spielt der Autor außergewöhnlich überzeugend mit unterschiedlichen Erzähl- und Zeitperspektiven. 
Mit diesem strukturellen Aufbau sticht Drvenkar klar aus dem Angebot üblicher Schreibkunst heraus. 
 
Er lässt den Leser zwischen einem 'davor', 'dazwischen' und 'danach', sowie der ersten, zweiten und dritten Person Singular hin- und herspringen, verwirrt und fordert ihn zugleich. 
Selbst die erste Person Plural bleibt nicht außen vor. 
Wie durch einen Fremdenführer werden beispielsweise Einblicke in das Leben der vier jungen Berliner geboten. 
Besonders ansprechend empfand ich hierbei die Aussage beim Abendessen zu Ehren Fraukes: "Während sie auf das Essen warten, sprechen sie über Frauke. Und da sehen und hören wir jetzt weg. Denn das ist privat. ... Mehr müssen wir nicht erfahren." (Seite 312). 
Der Fokus liegt in den einzelnen Kapiteln jeweils auf 'Du', Kris, Tamara, Wolf, Frauke und 'Der Mann, der nicht da war'. 
Auf diese Weise erhält der Leser allumfassende Kenntnisse rund um die verschiedenen Handlungsstränge. 
 
Und auch die Umschreibung der Gewaltverbrechen ist ungewöhnlich. 
Einerseits schonungslos, andererseits sachlich mit vorsichtiger Distanz. 
Diese Herangehensweise bietet viel Freiraum für eigene Gedanken und Vorstellungen. 
Es obliegt jedem Leser selbst, zu bestimmen wo die Grenze der persönlichen Phantasie gesetzt wird. 
Doch Vorsicht, die Thematik ist nichts für zart besaitete Gemüter! 
Zoran Drvenkar präzisiert Abgründe der menschlichen Seele: Opfer, die zugleich Täter sind und umgekehrt. Eine klare Trennung zwischen gut und böse existiert in diesem Buch nicht. 
 
Zahlreiche Wendungen des Geschehens sorgen für Überraschung und Abwechslung. 
Das verwendete Präsens unterstreicht Tempo und Eigendynamik der Handlung. 
Wachsende Spannung und die bedrückende Atmosphäre ziehen sich kontinuierlich von Anfang bis Ende durch das gesamte Buch. 
 
Der Autor erzeugt eine beeindruckende Nähe zu Figuren und Handlung.  
Die Charaktere sind allesamt interessant gestaltet. Die Hin- und Hergerissenheit der vier jungen Leute in ihrer prekären Lage ist zum Beispiel sehr gut nachzuvollziehen. 
 
Das Buch ist insgesamt flüssig geschrieben, die Wortwahl direkt, offen und unverblümt. 
 
Dass Zoran Drvenkar seinen Thriller in alter Rechtschreibung präsentiert, ist heutzutage ungewöhnlich, stört mich aber überhaupt nicht, bin ich doch mit dieser Schreibweise aufgewachsen. 
 
Fazit 
 
Zoran Drvenkar hat mit Sorry einen beängstigenden Albtraum erschaffen, der drohend seine Hände ausstreckt, in der Magengegend für Aufruhr sorgt und das Herz fest umklammert hält. 
Ein Pageturner, der so sehr fesselt, dass man vor Spannung in die Fingerknöchel beißen möchte. 
Respekt für dieses grandiose Werk - Von mir erhält Sorry volle Punktzahl und einen Eintrag in meine persönlichen Top-Ten. (Und das will was heißen! ;) )
 
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Geschrieben von villawiebke, am 04-02-2009 14:13,
23. Liebe kann grausam sein ...
Vier junge Berliner haben eine ziemlich simple, aber dennoch grandiose Geschäftsidee. Sie gründen eine Agentur, die sich im Namen ihrer Mandanten für deren Vergehen entschuldigt. In ihrem Metier sind sie sehr erfolgreich und so lässt die Kundschaft nicht lange auf sich warten. Das Geschäft läuft gut bis zu dem Tag, als ein Auftrag sie aus ihrem gewohnten Alltag reißt und alles bisher Dagewesene infrage stellt. 
 
Ein Mann ruft an und bittet sie, sich in seinem Namen zu entschuldigen. Routiniert nehmen sie den Auftrag an und suchen die Frau auf. Doch diese ist tot, regelrecht hingerichtet, mit Nägeln an eine Wand fixiert. Schockiert wenden sie sich ab, aber es gibt kein zurück mehr. Der Mörder weiß zuviel über sie und ihre Familien. Und er verlangt mehr. Mehr als sie zu geben bereit sind. Ein spannendes Katz- und Mausspiel beginnt, in dem aber nicht nur sie und der Mördern, sondern eine weitere unbekannte Person die Hauptakteure sind. 
 
Der Autor Zoran Drvenkar erzählt mit "Sorry" eine außergewöhnliche Geschichte von Liebe und Verrat gepaart mit Schuld und Sühne. Hierbei bedient er sich nicht nur unterschiedlicher Erzählperspektiven, sondern baut gekonnt Zeitsprünge ein, die dem Leser die Geschichte zunächst konfus erscheinen lässt. Nach und nach aber öffnet sich ihm eine Welt, die grausamer und verstörter nicht sein kann. Deren Ursprung weit zurück in der Kindheit des Mörders liegt und sich rasant entwickelt. Dabei lässt der Autor immer wieder Fragen offen und versteht es, die Phantasie seiner Leser bis über ein unerträgliches Maß hinaus anzuregen. Eine emotionale Berg- und Talfahrt nimmt ihren Lauf. An Aufhören ist da nicht mehr zu denken. 
 
Erfrischend neu gestaltet sich auch die Art und Weise, wie Zoran Drvenkar erzählt. In kurzen Sätzen, ohne wörtliche Rede, aber mit sehr bildhaften Vergleichen. Eine Erzählweise, die beunruhigt und dem Leser zu schaffen macht, ihn aber gleichzeitig mitten in das Geschehen hinein katapultiert. 
 
Mit "Sorry" hat Zoran Drvenkar einen Thriller geschaffen, der den Ansprüchen des erfahrenen Lesers mehr als gerecht wird.  
 
Hinter jeder Tür verbirgt sich das Dunkle.  
Hinter jedem Fenster leben Schatten. 
(Zoran Drvenkar)
 
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Geschrieben von LilStar, am 03-02-2009 23:22,
24. Erzählerische Leistung top, Story Flop
Vier junge Leute, Freunde, gründen eine Agentur. Eine Agentur, die sich für Vergehen anderer Menschen entschuldigen soll und somit deren Gewissen erleichtern soll. Als eines Tages ein Mörder die Dienste der Freunde in Anspruch nehmen will, nimmt eine tragische Geschichte ihren Lauf.  
Wir erfahren von schlimmen Ereignissen aus der Vergangenheit, die die Betroffenen auch in der Gegenwart nicht loslassen. 
 
Die Geschichte wird von Zoran Drvenkar sehr fesselnd erzählt. Nicht so sensationsheischend aufgemacht wie viele andere Thriller, aber unterschwellig wird die Spannung aufgebaut und erhalten. Und zwar das ganze Buch über. 
Die Geschichte selbst fand ich allerdings nicht wirklich gut. Zu vorhersehbar, spätestens ab der Mitte des Buches kann man wissen was genau da hinter steckt, und für mich auch überhaupt nicht überzeugend. 
 
Ein Plus war für mich also auf jeden Fall die tolle erzählerische Leistung und die Darstellung der Geschichte aus so vielen Perspektiven. 
Ein Minus war einfach die Durchschaubarkeit und die Geschichte an sich, die ich nicht realistisch empfunden habe, obwohl sie ja in meinem Heimatland spielte zu dem ich alleine deswegen ja eigentlich einen stärkeren Bezug haben müsste. Jedenfalls bei den meisten anderen Thrillern die in Deutschland spielen.
 
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Geschrieben von keksigirl, am 30-01-2009 14:34,
25. Firmengründung mit mörderischen Folgen
Inhalt: 
 
Vier junge Berliner, die sich schon seit ihrer Schulzeit kennen und beruflich bisher wenig Erfolg hatten, haben die Idee - sie gründen eine Entschuldigungsagentur.  
Firmen, die sich für etwas entschuldigen wollen können die Freunde damit beauftragen.  
Kris & Wolf kümmern sich um die Praxis und überbringen somit die Entschuldigungen, während die beiden Frauen im Team sich mit Auftragsannahme, Koordination und Datenübermittlung beschäftigen.  
Das Geschäft boomt, die Freunde sind überglücklich.  
Bis die Agentur ins Visier eines von Schuldgefühlen geplagten Mörders gerät, der in der Geschäftsidee der jungen Leute seine Rettung sieht. Und so steht Wolf eines Tages plötzlich vor einer Leiche - und der Mörder ist noch nicht fertig...  
 
Meine Meinung: 
 
Die Covergestaltung, so unscheinbar sich auch wirken mag, sagt eigentlich alles aus. Genau wie der Inhalt ist auch sie dunkel, düster und rabenschwarz.  
 
Die 397 Seiten sind in achte Teile gegliedert, die jeweils noch in die Zeitabschnitte "Davor", "Dazwischen" und "Danach" unterteilt sind. Was diese Unterpunkte zu bedeuten haben ist lange unklar, doch nach und nach wird immer mehr Licht in die finstere Handlung gebracht, bis dann am Ende jeder kleinste Winkel hell erleuchtet ist.  
Im Großen und Ganzen gibt es zwei Handlungsstränge, nämlich das Jetzt in Form der Agentur und der Morde, sowie das Damals mit der langsamen Auflösung der Tathintergründe.  
Die Handlung ist fließend, stimmig und absolut erschreckend und schockierend. Sie zieht den Leser in einen Bann, aus dem er sich genauso wenig befreien kann, wie die Freunde aus dem Netz des Mörders.  
 
Die Protagonisten sind sehr vielschichtig, die vier Freunde dem Leser sehr vertraut gemacht. Man erfährt viel über sie, man freut sich mit ihnen und zittert mit ihnen. Man wird selbst ein Teil der Geschichte.  
Auf der anderen Seite stehen der Mörder und "Der Mann, der nicht da war". Die Vergangenheit des Mörders ist so grausam, das man fast schon Mitleid mit ihm bekommt. Seine Verzweiflung trifft den Leser. Der Mann dagegen ist ein weiterer dunkler Schatten in einem Psychospiel, das schon Jahre vor der jetzigen Handlung gespielt wurde.  
 
Der anziehende Eindruck des Thrillers, der durch die Charaktere entsteht, wird auch durch die sprachlichen Mittel des Autors verstärkt.  
Der Schreibstil ist hart, deutlich, die Handlung bis ins kleinste Detail geschildert.  
Die Sprache ist lebendig, rasant und intensiv. Die lässt das Geschehen nah und erreichbar wirken.  
Das Thema des Buches ist nicht neu und vermutlich deswegen hat der Zoran Drvenkar eine faszinierende Verpackung dafür gewählt.  
Die Haupthandlung wird in der 3. Person geschildert. Ist jedoch vom Mörder die Rede, so verwendet der Autor die 2. Person und scheint so den Leser persönlich anzusprechen und in das Buch einzuladen. Für kurze Abschnitte wechselt er auch in die 1. Person.  
Diese Perspektivenwechsel mögen vielleicht im ersten Moment verwirrend sein, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran und kennt man alle Zusammenhänge wird die Absicht dahinter deutlich.  
 
Fazit:  
 
Ein absolut begeisternder Thriller, der nicht nur durch den Inhalt, sondern auch dadurch besticht, dass er erfrischend neu ist. Der den Leser nicht mehr aus seinen Fängen lässt und erst wieder freigibt, wenn er zu Ende gelesen ist.  
Sollte es jemals wirklich eine Entschuldigungsagentur geben, wird Zoran Drvenkar ihre Dienst sicher nicht in Anspruch nehmen müssen, denn für einen solchen Thriller, muss man sich nicht entschuldigen.
 
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